Jonas Folger, geboren am 13. August 1993 in Mühldorf am Inn, Deutschland, ist ein bekannter Name im Motorradrennsport. Seine Karriere, die von frühen Erfolgen, gesundheitlichen Rückschlägen und beeindruckenden Comebacks geprägt ist, hat ihn zu einem der bemerkenswertesten deutschen Fahrer seiner Generation gemacht.
Die Anfänge und Erfolge in den Nachwuchsklassen
Schon in jungen Jahren kam Folger mit dem Motorradsport in Berührung. Mit drei Jahren erhielt er von seinen Eltern eine Motocross-Maschine und begann im Alter von sechs Jahren mit ersten Rennen. Sein Talent wurde schnell erkannt, und er erhielt eine Förderung vom ADAC. Er dominierte die Mini-Bike-Szene in Deutschland und wurde in die MotoGP Akademie aufgenommen, wo junge Talente gefördert wurden.
Im Rahmen der Red Bull MotoGP-Akademie fuhr er auch in der Spanischen 125er-Meisterschaft und gab 2008 in Brünn sein WM-Debüt in der Achtelliterklasse. 2009 fuhr Folger seine erste volle 125er-Saison. Schon bei seinem zehnten Grand Prix (Le Mans) schrieb er mit P2 erstmals große Schlagzeilen.
Folger fuhr Rennen in Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien. Für 2008 waren die ersten Wildcard-Einsätze in der 125er-WM vorgesehen. Sein Debüt feierte Folger mit 16 Jahren in Brünn, den ersten WM-Punkt sammelte er gleich im zweiten Rennen in Misano. 2009 stand schließlich seine erste volle WM-Saison mit einer Aprilia RSW im Ongetta-Team auf dem Programm, die er auf Platz zwölf beendete. Höhepunkt war der zweite Platz in Le Mans.
Erste Grand-Prix-Siege und Herausforderungen
Nach zwei Jahren auf einer Ongetta-Aprilia wechselte Folger 2011 ins Ajo-Team. Die erste Saisonhälfte lief stark, der Deutsche wurde in Jerez Zweiter und in Barcelona Dritter. Und dann gewinnt er sensationell in Silverstone seinen ersten Grand Prix! Folger ist damit im Alter von 17 Jahren und 303 Tagen jüngster deutscher Rennsieger in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft.
Wegen Unstimmigkeiten mit dem Ajo-Team muss sich Folger Ende 2011 einen neuen Job suchen. Seine Karriere steht am Scheideweg. Er unterschreibt für die neue Moto3-Klasse bei MZ, doch aus Geldmangel gibt es kein Motorrad. In letzter Sekunde landet Folger noch bei Ioda, doch das Bike ist defektanfällig und langsam. Die Rettung der Karriere kommt im Sommer 2012. Jorge Martinez engagiert Folger für sein Aspar-Team. Fortan fährt er eine Kalex-KTM und wird gleich im ersten Rennen in Indianapolis Dritter. Folger ist zurück im Spitzenfeld. Gleich darauf holt er in Brünn seinen zweiten Grand-Prix-Sieg.
Auch 2013 bleibt er bei Aspar, doch im erhofften Titelrennen spielt er keine Rolle. Mit vier Podestplätzen beendet Folger seine letzte Moto3-Saison auf WM-Platz fünf.
Aufstieg in die Moto2-Klasse
2014 wechselte der großgewachsene Deutsche in die Moto2-Klasse und fährt im spanischen AGR-Team eine Kalex. Dritte Plätze in Jerez und Le Mans machen Mut, doch in der zweiten Saisonhälfte gelingt nur ein Top-10-Ergebnis. 2015 beginnt die Saison vielversprechend. Nach einem technischen Defekt des späteren Weltmeisters Johann Zarco siegt Folger in Losail und wenige Wochen darauf auch in Jerez. Doch dann spielt er im weiteren Saisonverlauf kaum eine Rolle an der Spitze und fährt erst im Herbst wieder zweimal auf das Podest.
Deutsches "Dream-Team" 2016: Folger wechselt zu IntactGP und und ist neuer Teamkollege von Sandro Cortese. Folger ist der stärkere Fahrer, aber die ganz großen Erfolge bleiben aus. Folger steht in Termas de Rio Hondo, Jerez und erstmals auf dem Sachsenring auf dem Podest, aber mit dem ersten Saisonsieg klappt es erst in Brünn. Der WM-Zug ist da schon längst abgefahren. Er beendet seine letzte Moto2-Saison auf dem siebten Platz (nach Rang 6 in der Saison 2015).
Der Schritt in die MotoGP und gesundheitliche Probleme
Zu diesem Zeitpunkt hat Folger seinen MotoGP-Vertrag schon längst in der Tasche. Am 5. Mai 2016 gibt das Tech3-Yamaha-Team (im Bild Teamchef Herve Poncharal) seine Verpflichtung bekannt. Der Vertrag gilt für 2017 mit der Option auf eine weitere Saison. In seiner Rookie-Saison in der Königsklasse schafft es Folger in den ersten sieben Rennen immer in die Top 10. Nach einem Ausfall in Assen gelingt dem Deutschen beim Heim-Grand-Prix der ganz große Coup.
Auf dem Sachsenring kämpft Folger mit Marc Marquez (Honda) lange um den Sieg und fährt schließlich einen souveränen zweiten Platz und damit sein erstes Podest in der Königsklasse ein. "Das war das geilste Rennen bisher in meiner Karriere", so beschreibt Jonas Folger sein erstes MotoGP-Heimrennen auf dem Sachsenring. Der Deutsche konnte sein Glück kaum glauben, denn am Ende musste er sich nur dem "König des Rings", Marc Marquez, geschlagen geben. Folger fehlten nur drei Sekunden auf die ganz große Sensation, doch auch der zweite Platz erfüllte ihn mit Stolz. Immerhin steht mit dem Tech-3-Rookie seit Ernst Hiller 1971 zum ersten Mal wieder ein Deutscher auf dem Podium in Sachsen.
"Das war das erste Mal für mich, dass ich in so einer Position gefahren bin", strahlte Folger neben Marquez und Dani Pedrosa in der Pressekonferenz. Die beiden spanischen Routiniers zeigten sich überrascht vom starken Deutschen. Denn bereits kurz nach dem Rennstart konnte Folger von Startplatz fünf aus einige Meter gutmachen. Während das Honda-Duo an der Spitze aufbrach, duellierte sich der Yamaha-Fahrer mit Jorge Lorenzo und Danilo Petrucci. Der Italiener verewigte sich dabei bei einer Berührung auf Folgers linkem Ellbogenschutz.
"Nach der ersten Kurve hat mich Petrucci ziemlich hart angerempelt. Ich hätte fast die Kontrolle verloren und hatte Glück, dass ich auf dem Bike sitzenbleiben konnte", schilderte der Deutsche. "Er wollte mich überholen und hat mich dabei gestreift. Ich denke, es ist der Reifen gewesen. Ich hatte viel Glück, da ich fast den Griff verloren hätte. Das war ein Schreckmoment, aber es ist nichts passiert." Nachdem er sich von dieser heiklen Situation erholt hatte, konnte Folger in Runde vier mit der schnellsten Rennrunde sogar einen neuen Rundenrekord aufstellen (1:21.442 Minuten).
Bereits in der dritten Runde bildete er mit den HRC-Piloten ein Trio an der Spitze, eine Runde später schnappte er sich Pedrosa. "Ich hatte zu Beginn eigentlich ein gutes Gefühl und wollte hinter Marc bleiben, aber dann hat mich Jonas überholt und ich war ganz verblüfft", musste der Altmeister zugeben. In Runde sechs konnte Folger schließlich die Spitze von Marquez mit einem Manöver in Kurve 12 übernehmen.
"Vor dem Rennen dachte ich, dass mein Teamkollege mein Hauptgegner sein wird. Dann hat mich plötzlich Jonas überholt", kommentierte auch Marquez verwundert. "Das war am Anfang eine große Überraschung. Nach ein paar Runden dachte ich mir dann: 'Was macht der da?'", lachte der Spanier.
Márquez lobte Folger: "Er ist mir immer auf den Fersen geblieben." Folger ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. "Ich konnte Marc und Dani folgen und sah, dass mein dritter Sektor sehr stark war. Dort konnte ich beide überholen. Ich übernahm die Führung und konnte gar nicht glauben, dass ich das Rennen jetzt auf dem Sachsenring tatsächlich anführe. Das war ein schöner Moment", schilderte der 23-Jährige seine Emotionen.
Allerdings muss er auch zugeben: Kurve 1 wird Folger zum Verhängnis. Allerdings hielt die Euphorie nur fünf Runden lang an. Denn in Runde zehn ging Folger in der ersten Kurve weit, dieser Fehler unterlief ihm insgesamt drei Mal an diesem Sonntag. "Ich habe dann einen Fehler gemacht und musste ihn ziehen lassen. Ich habe mich verbremst und dann gedacht, ich lasse ihn lieber vor. Ich war nicht überfordert mit der Situation, aber ich dachte, Marc macht nur wenige Fehler und so können wir noch weiter wegfahren. Ich wusste, dass ich hinterherfahren kann", erklärte Folger sein Kalkül.Er blieb innerhalb weniger Zehntelsekunden am Heck des Weltmeisters - bis wenige Runden vor Rennende. "Zum Schluss habe ich dann den großen Fehler gemacht, der mir den Sieg gekostet hat." Folger wurde erneut weit in Kurve 1, über eine Sekunde verlor er dabei.
"Ich war mir sicher, dass ich ihn in der letzten Runde noch attackieren könnte, aber leider habe ich vier Runden vor Ende den großen Fehler gemacht. Marc hat hart gepusht beim Bremsen, um seine Rundenzeiten zu verbessern, weil die Reifen ziemlich hart eingebrochen sind. Als ich dann noch einmal zu Marc ranfahren wollte, wäre ich dreimal fast gestürzt", gibt der Rookie zu. Er habe seine Reifen beim erneuten Aufholversuch "verheizt". Der Medium-Pneu war am Ende.
"Der Sachsenring ist extrem belastend für die linke Flanke", weiß Folger, da die Piloten zehn Links- aber nur drei Rechtskurven absolvieren müssen. "Ich habe so lange wie möglich versucht, weich zu fahren und sobald als möglich auf das weiche Mapping umzuschalten. Aber letztendlich hat mir der eine Verbremser nicht nur viel Zeit, sondern auch den Reifen gekostet", muss er einsehen.
Denn normalerweise fährt Tech-3-Yamaha immer eine Stufe weicher als die Honda-Piloten. "Ich denke, es war die beste Option. Ich hatte den Grip in der ersten Rennhälfte, um Marc zu folgen. Hätten wir den härteren Reifen genommen, wäre es womöglich riskant gewesen, da wir nicht von Anfang an Vollgas gegangen wären." Hätte er die Fehler in Kurve 1 nicht gemacht und daher nicht so sehr gepusht, hätte er den Medium-Hinterreifen womöglich mehr schonen können. "Wenn du nur einen Fehler machst in der MotoGP, verlierst du so viel Zeit", ist die Lehre daraus.
"Ich wusste, dass ich alles versucht habe und auf dem zweiten Platz bleiben muss. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe das Fahren mit Marc und Dani sehr genossen", freut sich der Moto2-Aufsteiger, der auch zugibt, sich vieles von Marquez abgeschaut zu haben.
Im Rennen konnte er dieses Selbstvertrauen nun endlich in ein aussagekräftiges Resultat umwandeln, nachdem der Teamkollege bei dessen Heimrennen in Le Mans Zweiter wurde und in Assen die Pole-Position holte. "Leute haben mir heute schon gesagt, dass ich auf das Podium fahren könnte, aber ich habe nichts erwartet vor dem Rennen", erklärt er seine Gefühlslage vor dem Heimrennen.
Immerhin schaffte es Folger in der modernen MotoGP-Ära als erster Deutscher beim Heimrennen auf das Podest. "Seitdem ich in der MotoGP fahre und seitdem ich weiß, ich habe den Speed, träume ich davon. Der zweite Platz ist mehr wert, als alle anderen Siege bisher." Der fünffache Grand-Prix-Sieger (Moto2 und Moto3) wollte beweisen, dass er nicht nur in Trainings oder bei Regen ein gutes Ergebnis einfahren kann. Er wollte dem Druck standhalten.
"Ich bin überwältigt. Das tut so gut. Ich hatte Gänsehaut in der Auslaufrunde. Ich wollte einfach zeigen, dass Deutschland einen starken MotoGP-Fahrer hat." Das ist die Mission der Nummer 94. Denn seit langer Zeit brachte Deutschland keinen erfolgreichen MotoGP-Piloten mehr hervor. Der letzte Sieg liegt gar eine gefühlte Ewigkeit zurück: Edmund Czihak 1974 auf dem Nürburgring. Das bisher letzte Podium konnte Stefan Bradl in Laguna Seca 2013 herausfahren.
Das jähe Ende der MotoGP-Karriere
An diesen Erfolg kann er danach jedoch nicht mehr anknüpfen. Es kommt sogar noch schlimmer: Folger muss wegen einer Erkrankung die letzten vier Saisonrennen aussetzen. Mitte Januar gibt er bekannt, aus gesundheitlichen Gründen 2018 nicht in der MotoGP-WM anzutreten.
Comeback-Versuche und Neuanfänge
Es wird still um Folger. 2019 ist er Yamaha-Testfahrer, aber testen darf er kaum. Im Sommer fährt er fünf Moto2-Rennen für Petronas. Dabei kommt er aber immer außerhalb der WM-Punkte ins Ziel. 2020 nimmt Folger das Comeback richtig in Angriff. Mit einer Yamaha R1 tritt er in der IDM an und und dominiert nach Belieben. Außerdem gibt es 2020 zwei Wildcard-Starts in der Superbike-WM (Barcelona und Estoril) mit einer Yamaha. Folger überzeugt mit seinem Speed und verpasst Top-10-Ergebnisse nur knapp. Das zeigt, dass es in dieser Serie Potenzial gibt.
2021 bestreitet Folger die komplette WSBK-Saison mit einer BMW des Kundenteams Bonovo. Doch der Traum vom Superbike-Erfolg mit BMW platzt: Von Beginn an kommt Folger mit der M1000RR nicht gut zurecht. Abgesehen von wenigen Höhen ist die Saison von vielen Tiefen geprägt. Auf die finalen Überseerennen verzichtet das Bonovo-Team und trennt sich vorzeitig von Folger, der die Saison als WM-22. beendet.
Rückkehr als Testfahrer und Wildcard-Einsätze
2022 nimmt sich Folger eine Auszeit. Umso überraschender kommt Anfang 2023 die Meldung, dass er das MotoGP-Testteam von KTM verstärkt. Nach privaten Testfahrten ist der Deutsche auch beim Shakedown-Test in Sepang dabei. Weil sich Pol Espargaro aus dem KTM-Zweitteam Tech3-GasGas beim Saisonstart in Portimao verletzt, braucht die Marke Ersatz und bestimmt Folger. Damit absolviert er zum ersten Mal seit 2017 wieder Grand-Prix-Rennen in der Königsklasse. An sechs Wochenenden springt Folger für Espargaro ein, wobei P12 direkt bei seinem Comeback (Austin) das beste Ergebnis bleibt.
Folgers Mission
„Es ist eine Ehre für mich, dieses Ergebnis einzufahren. Seit langer Zeit konnte kein deutscher Fahrer gut in der MotoGP abliefern. Ich habe eine Mission: Ich möchte der beste Deutsche in der MotoGP werden“, macht Folger eine klare Ansage. Dazu müsste er mindestens sechs Podestplätze in seiner MotoGP-Karriere einfahren, diese Wertung der deutschen Piloten führt derzeit Walter Zeller mit fünf Podien an.
Auf die Frage, was die Fans nun von Folger erwarten dürfen, meint dieser nur: "Da kann noch viel mehr kommen." Nun genießt er aber erst einmal seinen ersten MotoGP-Podestplatz und die anstehende Sommerpause.
Motorrad-Pilot Jonas Folger kehrt in den Rennsport zurück. Der 26-Jährige aus Oberbergkirchen geht künftig in der Superbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) für das Team MGM Racing an den Start. Geplant sind zudem zwei bis vier Wildcard-Einsätze bei Superbike-WM-Läufen, um sich dort für ein permanentes Engagement zu empfehlen.
Folger wird nicht länger Testfahrer bei Yamaha sein. "Die letzten Monate und Wochen waren hinsichtlich meiner weiteren Karriere sehr turbulent", sagte der fünfmalige Grand-Prix-Sieger. 2017 hatte sich Folger wegen eines Burnouts als Stammfahrer aus der Moto-GP zurückgezogen, vor knapp drei Wochen erhielt er keinen neuen Vertrag mehr als Testfahrer bei Yamaha.
Die MotoGP-Bilanz von Jonas Folger (Stand: Ende 2023): 19 Grands Prix, 1 Podestplatz, 2 schnellste Rennrunden. Moto3-WM-Fünfter 2013.
| Jahr | Klasse | Team | Erfolge |
|---|---|---|---|
| 2011 | 125cc | Ajo Motorsport | Erster Grand-Prix-Sieg (Silverstone) |
| 2012 | Moto3 | Aspar Team | Zweiter Grand-Prix-Sieg (Brünn) |
| 2017 | MotoGP | Tech3 Yamaha | Zweiter Platz beim Heimrennen (Sachsenring) |
| 2020 | IDM | - | Meistertitel |
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