Jonas Folger: Eine Biografie

Seien wir ehrlich: Jeder träumt während seines Motorradlebens mindestens einmal davon, Teil der MotoGP zu sein. Ich bin da keine Ausnahme. Schon als Kind habe ich in den Neunzigern erst Kevin Schwantz und Wayne Rainey, später Mike Doohan und den jungen Valentino Rossi bewundert und davon geträumt, irgendwann auch in der Weltmeisterschaft zu fahren.

Frühe Jahre und Anfänge im Rennsport

Jonas Folger wuchs im Umfeld von Motorrädern auf. Von klein auf kannte er den Geruch von Benzin und Motoröl aus der Werkstatt seiner Eltern, die beide große Rennsportfans sind. Bei einem Familienurlaub in Italien kam Jonas zum ersten Mal in den Genuss selber ein Motorrad zu fahren und wollte sich sogleich auch nicht mehr davon trennen. Umgehend wurde die 50ccm Malaguti Motocross-Maschine gekauft und mit nach Deutschland genommen.

Zu seinem sechsten Geburtstag tauschte Jonas seine Malaguti gegen eine ebenfalls 50 ccm KTM aus dem benachbarten österreichischen Mattighofen und sammelte damit seine ersten Rennerfahrungen. Nach zwei Jahren, einiger Teilnahmen bei lokalen Veranstaltungen bekamen die Eltern vom ADAC Südbayern eine Einladung für den Junior, an einer Talente-Sichtung teilzunehmen.

Diese fand auf einer Kart-Rennstrecke in der Umgebung von München statt. Jonas gehörte zu den Ausgewählten und im Alter von neun Jahren bewies er bei zehn Rennen in Deutschland gegen die besten Rennsport-Talente des Landes seine Begabung auf einem 50 ccm Mini-Bike. Er gewann jedes Rennen, was ihm automatisch die Möglichkeit einbrachte den Titel im darauffolgenden Jahr zu verteidigen und gleichzeitig auch in die 65 ccm Klasse aufzusteigen.

Mit einem dritten aufeinanderfolgenden Titelgewinn bei den 50 ccm in der Mini-Bike-Szene stellte Jonas auch die Meistertrophäe in der 65ccm Klasse zu seiner Sammlung. Sein Talent blieb nicht unbemerkt, als Jonas‘ Landsmann Adi Stadler (HRC) einen Anruf beim bekannten Talente-Scout Alberto Puig tätigte. Wenig später saß Jonas bereits auf einer 125 ccm Honda und absolvierte einen Test-Tag in Valencia. Dieser Tag reichte, um Puig zu überzeugen.

CEV und erste WM-Erfahrungen

Im Jahr 2006 bestritt Jonas mit einer Honda 125 seine erste komplette Saison in der CEV (Campeonato de Espana de Velocidad). Jonas kam in Jerez zweimal auf Rang zwei ins Ziel und wurde in Valencia Dritter, was am Ende Gesamtrang drei bedeutete. Jonas unterstrich damit, in dem hochkarätigen Starterfeld in Spanien, dass mit ihm ein neues Talent heranreift.

Er fuhr aus dem einfachen Grund möglichst viele Grand-Prix-Rennstrecken kennenzulernen, Rennen in nationalen Meisterschaften in Spanien, Frankreich, Großbritannien und Italien. Im gleichen Jahr erlebte der damals 16-Jährige in Brünn sein Debüt in der Weltmeisterschaft. Darüber hinaus ging er mit jeweils einer Wildcard bei fünf weiteren Grand Prix in San Marino, wo er bei seinem erst zweiten Antreten in der Weltmeisterschaft als 15. seinen ersten WM-Punkt eroberte, in Indianapolis, Japan, Australien, Malaysia und Valencia an den Start.

Beeindruckende Leistungen an jedem dieser Rennwochenenden waren der Garant für seine Rookie-Saison im Jahr 2009.

Karriere in der Motorrad-Weltmeisterschaft

Folger ist bereits seit 2008 Bestandteil der Motorrad-Weltmeisterschaft. Sein erstes Podium fuhr der damals 15-Jährige beim Französischen Grand Prix in Le Mans, 2009 in der mittlerweile abgeschafften 125ccm-Klasse ein. Seither ist er, außer 2010, mindestens zweimal pro Saison auf dem Podium gewesen. Seit 2014 fährt er in der Moto2-Klasse.

Blieb er im gleichen Team erlebte aber mit einer Aprilia RSA zahlreiche Rückschläge. Leider führten eine Reihe technischer Defekte zum Ende der Zusammenarbeit mit dem Team Ongetta und er wechselte 2011 zu Ajo MotorSport. Nach einer positiven ersten Saisonhälfte mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Silverstone litt der Youngster ab dem Sommer an gesundheitlichen Problemen, die schließlich zu einem Formeinbruch führten. Trotzdem schaffte Jonas noch den sechsten Gesamtrang in der Punktetabelle.

Jonas unterschrieb bei MZ einen Vertrag für 2012, wo man aber nach Problemen bei der Sponsorensuche noch vor den ersten offiziellen Wintertests den Rennbetrieb einstellen musste. Jonas wurde erst knapp vor dem WM-Auftakt beim italienischen Rennstall IodaRacing fündig, bei dem er jedoch eine noch problemreichere erste Saisonhälfte erlebte.

Nach den bislang schwersten Zeiten seiner Karriere von Mitte 2011 bis zum Sommer des vergangenen Jahres gelang Jonas mit dem MAPFRE Aspar Team ein beeindruckendes Comeback an der Weltspitze. Der Vollblut-Racer wechselte während der Sommerpause zum Spanischen Team des vierfachen Ex-Weltmeisters Jorge Martinez „Aspar“ und schon beim ersten Einsatz für sein neues Team überraschte Jonas mit einem brillanten dritten Rang in Indianapolis.

Besitzt Jonas eine seltene Mischung aus Talent, Potenzial und Erfahrung. Jonas ist in den Wirren der vergangenen Jahre gewaltig gereift. Wegen einer Handgelenksverletzung im Sommer und dann im September noch dazu ein Knöchelbruch nach einem schlimmen Highsider beim Rennen in Misano musste der Draufgänger weitere Rückschläge hinnehmen.

Die mittelschwere Grand-Prix-Klasse gilt weltweit als die wohl am meisten ausgeglichene Rennserie. Das Ausnahmetalent wird dank seiner Kämpfermoral auch bald in dieser Klasse seinen Weg machen. Im Sommer 2014 hat Jonas seinen aktuellen Wohnsitz nach Katalonien verlegt, wo er in der Umgebung von Girona nahe der Costa Brava optimale Trainingsbedingungen vorfand.

Ein kurzer Ausflug in die MotoGP und gesundheitliche Probleme

Damals war Tech 3 noch konstant wirklich erfolgreich und als Yamaha Kundenteam mit seinen Fahrern Zarco und Folger von Beginn an sensationell stark unterwegs. Während der Franzose von Beginn an um das Podium mitkämpfte, schaffte es der Deutsche immerhin bereits im zweiten Rennen auf Platz sechs. Das Sahnestück lieferte er bei seinem Heimrennen in Sachsen ab und fuhr hinter Marc Marquez auf Rang zwei. Obwohl er bei insgesamt 5 Rennen nicht teilnehmen konnte, wurde Folger im Jahr 2017 WM-Zehnter.

Für Folger war das Highlight der 2. Platz auf dem Sachsenring. Danach gab es für den Deutschen lediglich noch 3 zählbare Resultate, wovon nur 2 in den Punkterängen und dazu 2 Ausfälle. Ab dann war Schluss mit MotoGP und erst viel später wurde als Grund dafür ein Burn-out öffentlich.

Rolle als Testfahrer und Botschafter

Nach seiner Krankheit verlor er den Platz in der MotoGP und betätigte sich zuerst als Testfahrer und danach als Ersatzpilot in der Moto2, mit vorerst bescheidenem Erfolg.

Zu Jonas' Verpflichtungen als Botschafter seines Heim-Grand-Prix gehört auch, dass er die Werbetrommel für die Veranstaltung rührt und den Sachsenring repräsentiert. Geplant sind unter anderem ein Messeauftritt für die SRM und weitere Promotionarbeit.

Jonas Folger freut sich auf die neue Aufgabe: "Ich fühle mich geehrt und ich freue mich sehr, dass ich 2017 der Botschafter vom Sachsenring sein darf. Ich denke der Sachsenring ist für jeden deutschen Fahrer etwas Besonderes. Die Stimmung ist einzigartig.

Wechsel zur Superbike-WM und BMW

Jonas Folger (links) und Eugene Laverty beim BMW Launch der beiden neuen Privat-Teams für die Blau-Weißen im November 2020. Bei den ersten Testfahrten sah es mit der neuen BMW M-1000RR recht gut aus für den Bayern, aber in Aragon lief es für sämtliche BMW Fahrer nicht ganz nach Wunsch.

Öffentlichkeit und Gegner wunderten sich darüber, dass BMW erst kurz vor dem offiziellen Barcelona Test mit drei seiner Fahrer in Jerez auf die Strecke ging. Bereits im Herbst hatten Sykes und van der Mark in Jerez noch nicht teilgenommen, als fast alle andern in der zweiten Novemberhälfte auf dem Circuito de Jerez testen waren.

Trotzdem tönte es zuerst im April noch zuversichtlich und in Barcelona schien alles für zumindest Tom Sykes, Michael van der Mark und Jonas Folger nach Wunsch zu laufen. Aber kurz vor Saisonbeginn sah es in Aragon plötzlich weniger optimal aus.

Die Zeiten ließen offenbar zu wünschen übrig und Folger meinte nach den Tests im Interview, er müsse mit seinem Team zunächst noch die Daten der anderen BMW Fahrer prüfen. Vielleicht finde man dort noch etwas, dass sein Team vor dem ersten Wochenende optimieren könne. Das Problem dabei ist jedoch, dass auch Sykes und van der Mark im Vergleich zu den schnellsten erstaunlich weit zurücklagen.

Probleme und Herausforderungen mit BMW

Weil Jonas Folger BMW schon früh gelobt hatte, konnte er schlecht nach den enttäuschenden Zeiten in Aragon seinem Bike die Schuld geben. Das macht sich als Angestellter der Blau-Weißen sowieso nicht besonders gut. Also wurde eifrig via Medien die Vermutung platziert, der Entscheid für die Nissin-Produkte könnte für die BMW ein Problem sein.

In der „Regenbogen-Presse“ tauchten nach den Tests entsprechende Schlagzeilen auf. Aber dies ist natürlich absoluter Unfug, auch weil in Jerez und Barcelona die klare Aussage war, man sei rundum zufrieden und gut gerüstet. Daher kann es schlicht nicht sein, dass auf der dritten Strecke plötzlich die Bremsen zum Handicap werden.

Ob Folger oder van der Mark, bei diesen beiden Fahrern tönt es nun plötzlich nach Ausreden, bevor die Fahrer zum ersten Kräftemessen auf die Strecke gehen. Der Mann aus Gouda gab freimütig zu Protokoll, dass er noch ein bis zwei Testtage gebraucht hätte und ihm an Ende seiner Tests die Zeit ausgegangen sei.

Eugene Laverty konnte aufgrund fragwürdiger Verzögerungen seines Teams erst in Aragon zum ersten Mal auf die Strecke gehen, womit auch der zweite BMW Routinier nebst Tom Sykes mit absolut suboptimaler Vorbereitung ins erste Wochenende steigen muss.

Wir hatten früh bereits darauf hingewiesen, dass sich der späte Gang auf die Rennstrecken als Fehler von BMW erweisen könnte.

Für Folger sind das Ziel laut seiner Aussage Top Ten Platzierungen. Wie die Liste der bisher in Aragon bei Tests anwesenden Fahrer und ihrer Zeiten zeigt, wird er sich dafür voraussichtlich steigern müssen.

Testergebnisse in Aragon (bis 7. Mai)

Platz Fahrer (Nation) Team Zeit
1 Jonathan Rea (GB) Kawasaki 1’48,528
2 Scott Redding (GB) Ducati 1’48,780
3 Alex Lowes (GB) Kawasaki 1’49,182
12 Jonas Folger (D) BMW 1’50,815

Statistiken

  • Geburtsdatum: 13.
  • Bester WM-Gesamtrang: 5.
  • 125 ccm Spanische Meisterschaft
  • 125 ccm Weltmeisterschaft mit Wildcard-Starts in Tschechien, San Marino, Indianapolis, Japan, Malaysia und Valencia, 34.

Von Startplatz elf wird Jonas Folger am Sonntag um 21:00 Uhr ins Rennen gehen. Nach dem guten Saisonauftakt in Qatar zeigte sich der deutsche MotoGP-Rookie mit Startplatz elf beim großen Preis von Argentinien allerdings nicht ganz zufrieden.

Immerhin landete Folger im Qualifying in Termas de Rio Hondo vor seinem Teamkollegen Johann Zarco, der am Sonntag von Startplatz 14 ins Rennen geht. Nach hervorragenden Leistungen in den freien Trainings hat Folger allerdings vielversprechende Aussichten auf eine gute Platzierung im Rennen am Sonntag.

Folger über seine Leistung in Argentinien

In einer offiziellen Pressemitteilung seines Teams Monster Yamaha Tech3 äußerte sich Jonas Folger wie folgt: „Es war heute eine verzwickte Situation, aber ich habe mein Bestes gegeben und ich bin für morgen zuversichtlich.

Im vierten freien Training war die Strecke komplett nass, die vorderen Federn waren etwas zu hart, sodass wir uns dafür entschieden haben, eine weichere Einstellung für das Qualifying zu verwenden. Wie auch immer, die Straße trocknete während des zweiten Qualifyings und wir hatten in Folge nicht mehr genügend Zeit, die Einstellungen zurückzustellen.

Letztlich haben wir neue Reifen aufgezogen, welche sich positiv auf die Einstellungen der vorderen Federung ausgewirkt haben. Etwas eingeschränkt war ich trotzdem. Ich denke, wir befinden uns für das morgige Rennen in einer vielversprechenden Position. Wir haben im Vergleich zu gestern einige Fortschritte im Bezug auf die Bodenwellen der Strecke gemacht und wir sind gespannt darauf, wie das Motorrad im Warm Up funktionieren wird. Ich fühle mich sehr gut und ich bin mir sicher, dass wir im Rennen einen guten Job abliefern werden.“

Rückstand auf Marquez

Der Rückstand im Qualifying auf den Pole-Setter Marc Marquez betrug beachtliche 2,3 Sekunden. Der spanische Weltmeister kam mit den schwierigen Bedinungen am besten zurecht und landete mit großem Abstand auf der Pole Position. Folgers Rückstand auf den besten Yamaha-Piloten Maverick Vinales im Qualifying betrug dagegen lediglich 0,6 Sekunden.

Für das morgige Rennen sollte, zumindest bei trockenen Bedinungen, noch alles möglich sein.

Jonas Folger als MotoGP Testfahrer

KTM will shortly ignite MotoGP engines for the 2023 season of racing and development as the official test team take to the track for Sepang ‘shakedown’ sessions in Malaysia.

The discoveries and progress of the test team filter into the Red Bull KTM Factory Racing Grand Prix squad as Brad Binder and Jack Miller subsequently start to mold the 2023 iteration of the KTM RC16 in two official IRTA tests in Malaysia and Portugal during February and March.

The crew currently depend on stalwart Mika Kallio, who has led the evolution of the KTM RC16 since the middle of the last decade and who made KTM’s wildcard debut appearance at Valencia for the final round of the 2016 term. The Finn has worked alongside MotoGP Legend Dani Pedrosa since 2019. The Spaniard brought his own sensitivity and depth of feeling to the KTM RC16’s story. He came out of retirement to contest the 2021 Grand Prix of Styria at the Red Bull Ring where he claimed a top ten classification. Jonas Folger brings further experience and adaptability to the cause.

Pit Beirer, KTM Motorsports Director: “As the MotoGP season comes closer then the schedule for our test team also comes to life. Not many people see the crucial work these guys are making towards our project but their contribution is essential. For that reason, we have chosen to add Jonas to the team alongside Mika and Dani; who have both already built-up so much knowledge of our race bike and the steps we have made. We know Jonas quite well and he’s briefly ridden our bike before. He knows what it takes to put a motorcycle at the front of a Grand Prix and he is still young and has a lot to contribute. Compared to Dani and Mika he has a different body-type and style and that will also help us with our development.

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