Noch etwas grün hinter den Ohren, aber schon Grand-Prix-Sieger: Wir blicken auf die jüngsten Sieger in der 500er-Klasse/MotoGP aller Zeiten.
| Platz | Fahrer | Alter beim Sieg | Grand Prix |
|---|---|---|---|
| 1 | Marc Marquez | 20 Jahre, 63 Tage | GP Americas 2013 in Austin |
| 2 | Freddie Spencer | 20 Jahre, 196 Tage | GP Belgien 1982 in Spa-Francorchamps |
| 3 | Dani Pedrosa | 20 Jahre, 227 Tage | GP China 2006 in Schanghai |
| 3 | Norifumi Abe | 20 Jahre, 227 Tage | GP Japan 1996 in Suzuka |
| 5 | Randy Mamola | 20 Jahre, 239 Tage | GP Belgien 1980 in Zolder |
| 6 | Jorge Lorenzo | 20 Jahre, 345 Tage | GP Portugal 2008 in Estoril |
| 7 | Mike Hailwood | 21 Jahre, 75 Tage | Isle of Man TT 1961 |
| 8 | Fabio Quartararo | 21 Jahre, 90 Tage | GP Spanien 2020 in Jerez |
| 9 | Valentino Rossi | 21 Jahre, 144 Tage | GP Großbritannien 2000 in Donington |
| 10 | Casey Stoner | 21 Jahre, 145 Tage | GP Katar 2007 in Losail |
Aktuelle MotoGP-Saison und Fahrermarkt 2024
Die aktuelle MotoGP-Saison ist noch in vollem Gange. Doch für manch einen Fahrer geht es nicht nur um gute Rennergebnisse und WM-Punkte, sondern auch um seine Zukunft in der Königsklasse. Wir werfen einen genauen Blick auf den Fahrermarkt für 2024: Welche Fahrerverträge laufen wie lange und wessen Vertrag läuft mit dem Ende dieser Saison aus?
Ducati
Im Weltmeisterteam Ducati sind die aktuellen Werksfahrer Francesco Bagnaia und Enea Bastianini auch für 2024 gesetzt. Bastianini wurde nach seiner starken 2022er-Saison mit Gresini-Ducati, in der er WM-Dritter wurde, ins Werksteam befördert und stach dabei Jorge Martin aus, der bei Pramac-Ducati bleiben musste.
Pramac-Ducati
Im wichtigsten Satellitenteam von Ducati ist Johann Zarco nur noch bis zum Ende dieser MotoGP-Saison unter Vertrag. Der Franzose wechselt zu LCR-Honda.
VR46-Ducati
Der Vertrag von Marco Bezzecchi wäre am Jahresende 2023 ausgelaufen.
Gresini-Ducati
Alex Marquez, der erst in dieser Saison neu zum Team stieß, bleibt auch 2024 bei Gresini. Das Team verlängerte mit dem Spanier nach seinem Sprintsieg in Silverstone um ein weiteres Jahr und gab zudem bekannt, die Zusammenarbeit mit Ducati bis 2025 fortzusetzen. Das Ducati-Satellitenteam hat offiziell bestätigt, dass Marc Marquez 2024 den Platz von Fabio di Giannantonio übernehmen wird. Somit sind die Marquez-Brüder wieder Teamkollegen, wie schon in der Saison 2020 im Honda-Werksteam.
Yamaha
Fabio Quartararo, 2021 Weltmeister mit Yamaha, steht noch bis Ende 2024 bei den Japanern unter Vertrag. Der Vertrag von Franco Morbidelli wurde nicht verlängert. Yamaha meldete sich und hat Rins für 2024 engagiert.
Honda
Nach langem Hin und Her einigten sich Honda und Marc Marquez auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Nach dem Japan-Grand-Prix war der sechsmalige Weltmeister frei für den Wechsel zu Gresini-Ducati. Wer seinen Platz einnehmen wird, ist hingegen noch offen. Schließlich einigte man sich mit Luca Marini. Der Italiener unterschrieb einen Zweijahresvertrag und wechselt von VR46 ins Honda-Werksteam. Joan Mir wechselte erst in dieser Saison zu Honda. Er hat einen Zweijahresvertrag, der ebenfalls bis Ende nächsten Jahres läuft.
LCR-Honda
Mirs ehemaliger Teamkollege bei Suzuki, Alex Rins, kam 2023 im Honda-Satellitenteam LCR unter und unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre, allerdings mit einer Ausstiegsklausel, sollte ein Werksteam anklopfen. Als Nachfolger für den Spanier bei LCR wurde Johann Zarco bestätigt. Takaaki Nakagamis Vertrag wurde erneut um ein Jahr verlängert.
KTM
Mit Brad Binder setzt KTM seit 2020 auf Kontinuität. Bereits Mitte 2021 verlängerte die österreichische Marke mit dem Südafrikaner um weitere drei Jahre bis einschließlich 2024. In dieser Saison bekam er mit Jack Miller einen neuen Teamkollegen.
Tech3-GasGas
Für die Saison 2023 formierte sich das zweite Team von KTM in der MotoGP-Startaufstellung als GasGas-Werksteam neu - und das auch aus Fahrersicht. Pol Espargaro kehrte nach zwei erfolglosen Jahren bei Honda zurück und unterschrieb für zwei Jahre, verletzte sich aber gleich zu Saisonbeginn. Augusto Fernandez stieg als amtierender Moto2-Champion in die MotoGP-Klasse auf. Der Spanier wird auch 2024 für GasGas antreten.
Aprilia
Bei Aprilia ist das aktuelle Fahrerduo bis einschließlich 2024 gesetzt, bestehend aus Aleix Espargaro, bereits seit 2017 für die Italiener unterwegs, und Maverick Vinales. Während Espargaro nicht ausschließt, dass 2024 seine letzte Saison in der MotoGP sein könnte, plant Vinales noch kein Karriereende.
Trackhouse-Aprilia
Im Satellitenteam von Aprilia setzt man für 2024 auf Kontinuität, aber unter gänzlich neuen Vorzeichen. Trackhouse Racing aus den USA übernimmt die MotoGP-Lizenz von RNF Racing. Sowohl Miguel Oliveira als auch Raul Fernandez, die für die Saison 2023 zu RNF wechselten, bleiben unter den neuen Besitzverhältnissen die Piloten.
Pedro Acosta: MotoGPs Jüngster Podiumsfahrer
Mit gerade einmal 19 Jahren erobert Pedro Acosta die MotoGP-Welt und wird zum drittjüngsten Podiumsfahrer. Trotz Erfolgen bleibt er bescheiden und betont Teamarbeit und kontinuierliche Verbesserung.
Acostas Weg zum Erfolg
Mit nur 19 Jahren und 304 Tagen hat Pedro Acosta die MotoGP-Szene im Sturm erobert. Sein dritter Platz in Portimao machte ihn zum drittjüngsten Fahrer, der es jemals auf das Podium der Königsklasse geschafft hat. Auch wenn er ohne die Panne von Maverick Viñales‘ Aprilia diesen Erfolg vielleicht nicht erreicht hätte, hat Acosta bereits vorher mit einer denkwürdigen Leistung auf sich aufmerksam gemacht. Er ließ Fahrer wie Miller, Binder, Márquez und Bagnaia hinter sich - und das in dieser Reihenfolge.
Auf die Frage, wie er es schafft, Geschichte zu schreiben, bleibt Acosta bescheiden. "Ich weiß nicht, wie man das erreicht. Ich hatte das nicht im Kopf dieses Wochenende, also bin ich mehr als zufrieden", sagte er gegenüber AS. Besonders hervorheben möchte er die Verbesserungen, die er und sein Team erzielt haben. "Wir haben etwas anderes für die Starts ausprobiert, weil der von gestern ein Desaster war. Ich habe mir die Videos angeschaut und war in der dritten Kurve 15. Ich sagte ihnen: 'Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, werde ich in jedem Rennen als Erster starten müssen, um Siebter zu werden'."
Verbesserungen und Herausforderungen
Trotz der Verbesserungen gibt es immer noch Herausforderungen für den jungen Fahrer. "Es ist wahr, dass wir die Starts verbessert haben, obwohl ich immer noch Schwierigkeiten habe, das vordere 'Device' zu lösen. Ich musste etwas früher und etwas stärker bremsen, und Marc und Brad haben mich überholt." Acosta betont auch die Bedeutung von Konsistenz und Geduld, insbesondere in den ersten Runden, um die Reifen nicht zu überhitzen.
Teamarbeit und Lernen von den Besten
Acosta lobt auch die Arbeit seines Teams und die Möglichkeit, von den Besten zu lernen. "Ich denke, das Team macht einen sehr guten Job. Ich weiß, dass ich nicht der einfachste Typ an einem Rennwochenende bin, ich werde leicht gereizt. Sie führen mich auf den richtigen Weg." Er betont auch, wie viel er von Fahrern wie Pecco Bagnaia lernen kann, indem er ihnen auf der Strecke folgt.
Zukünftige Ziele
Trotz seines Erfolgs bleibt Acosta realistisch. „Wir müssen keine Ziele setzen. Wir müssen auf dem Boden bleiben.
Jüngste Sieger in der Moto3
Der 16-jährige Pedro Acosta bricht in der Moto3 alle Rekorden, doch der jüngste Sieger er nicht - Diese zehn Fahrer waren bei ihrem ersten Triumph noch jünger.
- CAN ÖNCÜ - 15 Jahre und 115 Tage: 2018 sorgt der Türke bei seinem Wildcard-Start im verregneten Valencia für die Sensation und gewinnt. Er ist bis heute Altersrekordhalter. Nach dem Premierensieg geht für Öncü jedoch nicht mehr viel in der Motorrad-WM. Mittlerweile tritt er in der Supersport-WM an.
- SCOTT REDDING - 15 Jahre und 170 Tage: 2008 gewinnt der Brite seinen Heim-Grand-Prix in Donington. Es bleibt sein einziger Sieg in der Moto3, drei weitere gelingen ihm in der Moto2. Heute ist Redding in der Superbike-WM unterwegs und wird dort in seinem ersten Jahr Vizemeister hinter Dauersieger Jonathan Rea.
- MARCO MELANDRI - 15 Jahre und 324 Tage: In Assen 1998 gewinnt der Italiener als erster 15-Jähriger in der Geschichte der Motorrad-WM einen Grand Prix. 21 weitere Siege gelingen ihm klassenübergreifend. 2005 (im Bild) steht er in Assen erneut auf dem Podest: Diesmal fährt er mit der MotoGP-Honda auf Platz zwei.
- ROMANO FENATI - 16 Jahre und 105 Tage: In seinem zweiten Moto3-Rennen 2012 in Jerez stürmt der Italiener zum ersten Sieg - und das mit 36 Sekunden Vorsprung! Vier weitere Podien folgen noch im selben Jahr. Bis heute ist Fenati in der Motorrad-WM unterwegs, und das trotz eines zwischenzeitlichen Rücktritts.
- MAVERICK VINALES - 16 Jahre und 123 Tage: In seinem vierten WM-Rennen gelingt dem Spanier in Le Mans 2011 ein Premierensieg. Drei weitere folgen noch im selben Jahr. 2014 wechselt Vinales als Moto3-Champion in die Moto2 und schließlich MotoGP, wo er im nunmehr siebten Jahr um Siege und WM-Punkte kämpft.
- JORGE LORENZO - 16 Jahre und 139 Tage: Rio erweist sich 2003 als siegreiches Pflaster für den Spanier. Es ist sein zweites von insgesamt 18 Jahren in der Motorrad-WM. Nach 68 Siegen und fünf WM-Titeln (2 x 250er, 3 x MotoGP) zieht sich Lorenzo mit dem Ende der Saison 2019 aus dem aktiven Rennsport zurück.
- IVAN GOI - 16 Jahre und 157 Tage: Der Italiener feiert in Zeltweg 1996 seinen ersten und einzigen Sieg. Er steht mit niemand Geringerem als Valentino Rossi auf dem Treppchen, der sein erstes Podest einfährt. Später tritt Goi mit Wildcards in der Superbike-WM an (Mitte im Bild: 2014 mit Ducati), bleibt aber weitgehend erfolglos.
- SERGIO GARCIA - 16 Jahre und 240 Tage: Im letzten Rennen seines Rookie-Jahres 2019 gelingt dem Spanier sein bisher größter Erfolg in der Motorrad-WM - er gewinnt seinen Heim-Grand-Prix in Valencia. Auch 2021 fährt Garcia weiterhin Moto3, ist aber mittlerweile von Honda auf GasGas umgestiegen.
- HECTOR BARBERA - 16 Jahre und 253 Tage: In Donington 2003 setzt sich der Spanier knapp gegen Kontrahent Andrea Dovizioso durch und gewinnt sein erstes Rennen. Insgesamt zehn Siege kann er in der Motorrad-WM verzeichnen, alle davon in der 125er- und 250er-Klasse. 2021 tritt er in der MotoAmerica an.
- DANI PEDROSA - 16 Jahre und 273 Tage: Zum ersten Mal kann der Spanier in Assen 2002 über einen Sieg jubeln. In den nächsten drei Jahren gewinnt er drei WM-Titel in Folge (2 x 125er, 1x 250er). Ein Gesamtsieg in der MotoGP bleibt ihm jedoch verwehrt. Seit seinem Rücktritt Ende 2018 ist Pedrosa als KTM-Testfahrer tätig.
Acosta: Auf dem Weg zur Legende
Pedro Acosta könnte in Austin als jüngster Fahrer in der MotoGP-Geschichte zwei aufeinanderfolgende Podiumsplätze erreichen. Ein Sieg würde ihn zum jüngsten Gewinner aller Zeiten machen.
Pedro Acosta, der junge Spanier und zweimalige Weltmeister (Moto3 und Moto2), hat die MotoGP-Welt im Sturm erobert. Mit seinem dritten Platz in Portimao vor drei Wochen hat er bereits an seinem zweiten Rennwochenende erstmals das Podium der MotoGP erreicht.
Ein weiteres Podium beim Rennen an diesem Sonntag auf dem COTA-Kurs in Austin, Texas, würde den 19-Jährigen zum jüngsten Fahrer in der Geschichte machen, der zwei aufeinanderfolgende Podestplätze in der Königsklasse erreicht hat. Eine schwierige Aufgabe zweifellos, aber angesichts seiner bisherigen Leistungen durchaus in Reichweite.
Schreibt Acosta Geschichte?
Noch beeindruckender wäre, wenn Acosta das Rennen gewinnen würde. Damit würde er zum jüngsten Sieger in der Geschichte eines Rennens der Königsklasse werden. Eine noch schwierigere Aufgabe, aber für Acosta scheint nichts unmöglich zu sein.
Verliert Marc Márquez seinen Rekord?
Den Rekord in der Kategorie jüngster Sieger würde er von Marc Márquez übernehmen, der 2013 ebenfalls in Austin in seinem dritten MotoGP-Rennen erstmals triumphieren konnte, genau wie es Acosta an diesem Sonntag schaffen könnte. Márquez, der heute für Ducati fährt, erreichte diesen Meilenstein mit 20 Jahren und 63 Tagen. Sollte Márquez an diesem Sonntag wieder siegen, wäre es sein erster Sieg seit 903 Tagen, seit er 2021 das Misano 2-Rennen, den GP der Emilia Romana, gewann.
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