Kaiserjägerweg Caldonazzo: Eine MTB-Tour mit Geschichte und Panorama

Entlang der Strada Statale 47 della Valsugana (SS47) geht es von Trient (Trento) hinein in das Valsugana-Tal zum Caldonazzosee (Lago di Caldonazzo). Willkommen in Caldonazzo, einem Paradies für Mountainbiker! Hier können Sie sich auf atemberaubenden Trails mit unterschiedlichem Terrain und Schwierigkeitsgrad austoben.

Steile Anstiege, rasante Abfahrten, Trails mit Wurzeln und technische Routen erwarten Sie in dieser wunderschönen Gegend. Zu den besten Orten für Mountainbiking in Caldonazzo gehören der örtliche Bike Park und die zahlreichen Strecken in der umliegenden Natur. Hier können sowohl Anfänger als auch erfahrene Biker ihr Können unter Beweis stellen.

Die Route im Detail

Wir starten am Seeufer in Levico Terme und fahren hinauf in den Ort. An der ersten Abzweigung biegen wir rechts ein, fahren unter einer Fußgängerbrücke hindurch und biegen anschließend an einem Stoppschild erneut rechts ab. Nachdem wir den Rio Maggiore über eine Brücke gequert haben, halten wir uns halb links und treten durch die Fußgängerzone auf eine Kirche zu. Dort angekommen, geht es geradeaus weiter - trotz Einbahnstraße kann man hier schön hindurch rollen, die Einheimischen machen es einem förmlich vor.

An der darauf folgenden Kreuzung, links ist der Eingang zum Park von Levico Terme, fahren wir rechts hinunter, überqueren anschließend die Hauptstraße und rollen weiter in Richtung Bahnhof (alternative Parkmöglichkeit). Am Bahnhof fahren wir recht und erkennen nach ein paar weiteren Metern bereits den Wegweiser in Richtung "Altipiani di Vezzena", dem wir folgen. Wir überqueren die Gleise, kurbeln immer geradeaus vorbei an Obst- und Weingärten die am Wegesrand liegen. Zu unserer linken erblicken wir das Ziel der Tour - den Cima Vezzena (1908m), die höchste Erhebung in der näheren Umgebung.

Auffahrt zur Kaiserjägerstraße

Auf der Teerstraße geht es weiter nach oben, dabei folgen wir stets der Beschilderung in Richtung Luserna und Altipiani di Vezzena. Herrliche Ausblicke auf den Lago di Caldonazzo und den Lago di Levico bieten sich uns dabei während der Auffahrt entlang der Kaiserjägerstraße, die das Valsugana mit der Hochebene von Lavarone verbindet. Sie wurde 1911 als Kriegsstraße auf dem von österreichischen Kaiserjägern in den 1870er und 1880er Jahren angelegten Kaiserjägersteig gebaut, um Material zum Bau der Befestigungswerke im südlich der Straße gelegenen, damaligen Grenzgebiet zwischen Österreich-Ungarn und Italien, der späteren Italienfront, zu transportieren.

Wir passieren einen Tunnel und schrauben uns mit dem Mountainbike immer höher hinauf. An der Passhöhe angekommen, rollen wir etwa zweihundert Meter locker hinab bis wir an ein Stoppschild gelangen. Dort geht es zunächst geradeaus weiter und gemächlich bergauf in Richtung Asiago.

Weiterfahrt zur Malga Palù und Forte Busa Verle

Vorbei am Ristorante Rivetta (1355m) und den benachbarten Liftanlagen, biegen wir schließlich beim Schild "loc. Vezzena" auf der linken Seite der Straße in einen Forstweg ein der mit dem Hinweis "Malga Palù" beschildert ist. Bereits nach wenigen Metern können wir die in den Sommermonaten bewirtete Malga Palù (1400m) erkennen, auf der sich eine kurze Einkehr lohnt, bevor es weiter bergwärts geht. Hinter der Alm folgen wir dem Weg nach Rechts Richtung Passo Vezzena. Nach etwa siebenhundert Metern durch die Hochebene gelangen wir an eine Kreuzung nahe einem gelben Gebäude. Dort fahren wir links in die Via dei Forti ein, die uns zum Forte Busa Verle führt.

Über die für Autos gesperrte Teerstraße gewinne wir schnell an Höhe und treten vorbei an den Überresten der Festungsanlage aus alter Zeit. Immer auf dem Hauptweg bleibend, geht es weiter durch den Wald. Nach etwa zwei Kilometern macht die Straße eine 180° Biegung an welcher wir uns jedoch geradeaus zum Cima Vezzena, oder Pizzo di Levico, halten.

Gipfelsturm zum Cima Vezzena

Vorbei an einer Schranke verläuft die Strecke anschließend auf teilweise losem Gestein bergan. Dies erfordert etwas Geschick um die beste Spur zu finden damit man kraftschonend voran kommt. Der Wald lichtet sich und es ergeben sich wunderschöne Ausblicke über die weite Hochebene. Der Weg wird schmäler und je weiter wir treten, desto schlechter lässt es sich fahren. Die letzten Meter hinauf zum Gipfel des Pizzo di Levico (1908m) müssen wir zu Fuß überwinden - das eindrucksvolle Panorama über die Seen und in die Brenta belohnt uns für die bisherigen Strapazen. Wie ein Adlerhorst klebt das Festungswerk hier am Hang, das in erster Linie als Beobachtungsstation für das benachbarte Fort Verle diente.

Abfahrt und Rückweg

Auf demselben Weg geht es nach einer ausgiebigen Pause zunächst zurück, bis wir circa einen halben Kilometer vor dem Fort Verle rechts in einen Waldweg einbiegen. Hier finden wir die Höhenangabe 1467m. Wir folgen dem Forstweg und halten uns an der nächsten Verzweigung rechts, in den Spitzkehren können wir eindrucksvoll den Cima Vezzena mit dem noch vorhandenen Festungswerk erkennen. Wir kommen nach etwa zweieinhalb Kilometern zur Baita del Cangi (1370m), einer Selbstversorgerhütte.

Dem Hauptweg folgen wir zunächst nach links, anschließend bleiben wir immer auf dem Weg bis wir an ein paar Holzhütten von Monterovere vorbeikommen. Von dort aus fahren wir rechts, gelangen so an die Hauptstraße und biegen erneut rechts ab. Die Straße kennen wir bereits von der Auffahrt, nehmen nun jedoch den linken Teil der Teerstraße Richtung Lavarone, fahren am Passo del Cost (1290m) vorbei durch den Ort und können uns dank der Beschilderung "Trento" orientieren.

Am Casa Museo del Miele, etwa einen halben Kilometer hinterhalb des Kreisverkehrs, biegen wir zunächst rechts von der Straße in Orcantal ab, bis wir wieder auf die Hauptstraße stoßen und nach rechts einbiegen. Noch etwa einen Kilometer halten wir uns Richtung Trento. Als die Hauptstraße eine Linkskurve macht, fahren wir weiter geradeaus in den Forstweg ein, welcher rechts von Steinmauern eingesäumt ist. Dort ist auch der Wegweiser "Punto panoram'co" zu finden.

Der Panoramica Trail nach Caldonazzo

Durch schöne Laubwälder und vorbei an geschnitzten Figuren geht es nach Caldonazzo. In einer 90° Kurve befindet sich eine Rastmöglichkeit mit Sitzbänken, danach wird der Weg schmäler aber bleibt gut befahrbar. Im Frühjahr sollte man aufgrund des vielen Laubs am Boden vorsichtig sein, man erkennt den Untergrund dadurch nicht. Wir können den Weg aber nicht verfehlen, bleiben immer auf dem Panoramica der uns nach Caldonazzo (222) bringt.

Ein herrlicher Trail, der uns aber Konzentration abverlangt. Sicherheit geht vor, daher sollte definitiv stehen geblieben werden wenn man den Blick in der Ferne schweifen lassen möchte. Vereinzelte Holztreppen zwingen uns dazu, hier und da das Bike ein paar Meter zu tragen. Hat man die Treppen jedoch überwunden, wird der Weg wieder spürbar breiter und mündet später in einen breiten, gut befahrbaren Forstweg.

Unten angekommen, bietet sich das Ristorante Pineta (506m) optimal an um seine Kräfte wieder aufzutanken.

Alternativer Startpunkt in Caldonazzo

Diese Anfahrt beginnt am südlichen Ortsausgang von Caldonazzo in der Nähe der Kirche. Bereits hier kann man weit über sich den Verlauf der Straße in dem im Südosten aufragenden Bergrücken erkennen. Man folgt der Straße Richtung Süden und biegt nach 600 m an der Abzweigung nach links Richtung Monterovere ab. An einer ausgeschilderten Abzweigung biegt dann der Weg nach Monterovere nach rechts ab, und beginnt auf den nächsten 600 m leicht zu steigen. Man erreicht so den Fuß des Berghanges, wo der eigentliche Anstieg beginnt.

Immer im Wald führt die Straße, die hier sehr schmal und ruhig ist, mit stetig 10 % am Hang entlang Richtung Osten. Nach 1,5 km Anstieg trifft man auf die von Levico Terme herauf führende Straße. Diese ist zunächst wesentlich breiter und in erstklassigem Zustand. An den nicht zu übersehenden Narben großräumiger Erdarbeiten sowie zahlreichen Betonmauern und Armierungen erkennt man deutlich, dass sie vor nicht allzu langer Zeit mit hohem Aufwand neu trassiert worden ist.

Zum Glück braucht man nur den Blick Richtung Tal zu wenden, um eine deutlich schönere Aussicht zu genießen. Die Straße bleibt für gut 1,5 km so gut ausgebaut und gewinnt über zwei breite Kehren rasch an Höhe. Nach der zweiten Serpentine wird die Straße dann einspurig und führt über den Bergrücken in ein Seitental hinein. Das Highway-Gefühl ist sofort verflogen, denn links und rechts der Straße beherrschen mächtige Felswände das Bild. Über sich erkennt man bereits die Silhouette des Einschnittes am Spiazzo Alto, der das Ziel der Auffahrt markiert.

Es wird nun kurzzeitig etwas flacher, und man durchfährt zwei enge in den Fels gehauene Tunnel. Beide sind nur einige 10 m lang. Anschließend führt die Straße in mehreren Serpentinen nach oben. Unter uns sind die ganze Zeit über Caldonazzo, der zugehörige See, sowie das umgebende Panorama sichtbar.

Nach einer markanten Serpentinengruppe bei Kilometer 7,3 erreicht man nach weiteren 500 m das sogenannte Belvedere (1040 m), einen Aussichtspunkt, an dem sich vor allem viele Motorradfahrer tummeln, und der einen grandiosen Ausblick über das gesamte Val Sugana bis weit nach Osten gewährt.

Die ermunternden Kommentare, nun sei es nicht mehr weit, kann man getrost vergessen. Denn nach dem Belvedere kommt der härteste Teil der Anfahrt. Über mehr als einen Kilometer geht es mit 13 % und mehr steil bergan. Die Steigung geht dann wieder etwas zurück, zieht aber ohne Erholungsmöglichkeiten bis zum Scheitelpunkt am Spiazo Alto (1260 m), den man nach insgesamt 9,8 km erreicht. Nach einer nur etwa 200 m langen Abfahrt mündet die Straße auf eine deutlich besser ausgebaute Straße, die nach weiteren 300 m zum Monterovere führt.

Das Valsugana: Ein Paradies für Mountainbiker

Zwischen Lagorai-Kette und Alpe Cimbra hat sich der Fluss Brenta gen Osten und dann im Bogen weiter nach Süden eine breite Talkerbe geschürft: das Valsugana. Alpenüberquerer passieren diesen großen Obstgarten des Trentino, wenn sie ihr Mountainbike aus den Dolomiten kommend über den idyllischen und einsamen Passo Cinque Croci gekurbelt haben.

Im Valsugana hängen die Trail-Früchte etwas höher. 1000 Höhenmeter klettert man allein in die aussichtsreichen Höhen. Aber die Trails bergab sind dann natürlich auch entsprechend lang. Auch im Valsugana kann man sich auf Biketour von so manch abenteuerlicher Wegführung überzeugen. Allerdings muss man sich vom Talboden aus auch auf deutlich mehr Höhenmeter gefasst machen.

Von ihrem 1908 Meter hohen Gipfel-Felssporn genießt man den wohl schönsten Adlerblick über die Seen im Tal bis weit in die Lagorai-Kette hinein. Wer auf dem E-MTB unterwegs ist, wird mit dem Akku haushalten müssen, aber lohnende Einkehrstationen gibt es entlang der Strecke genug.

Weitere MTB-Touren im Valsugana

Das Valsugana ist ein klassisches Tourenrevier. Es gibt keine Lifte oder Flowtrails, sondern ein nicht enden wollendes Militärwegenetz, das man zu beliebig langen Tagesausritten kombinieren kann. Ich empfehle auch noch einen Ausflug zu den Sette Comuni am südlichen Ende des Tals.

Tour 1: Forts am Lago di Levico

  • Länge: 24,6 Kilometer
  • Bergauf: 560 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: leicht

Schöne Einrollrunde: Auf schattigen Militärstraßen geht's zu den beiden Kriegsforts, die den Lago di Levico und den Taleingang einst auf beiden Uferseiten bewacht haben. Die erste Schleife dieser Tour führt mit einem netten Trail zum Forte Colle delle Benne über dem Ostufer. Die zweite Schleife dreht auf einem Pfad um das Nordufer des Sees und steigt dann zum Forte di Tenna auf. Am Doss degli Uccelli ermöglicht ein Trail einen Abstecher zum Lago di Caldonazzo, dann kurbelt man am See entlang zurück nach Levico.

Tour 2: Panarotta-Trails

  • Länge: 40,7 Kilometer
  • Bergauf: 1443 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: mittel

Der 2000 Meter hohe Panarotta-Gipfel thront über dem Ostufer des Lago di Levico. Diesen Berg erkurbelt man sich am einfachsten übers Fersental, wo die Asphaltstraße bald in Schotterkehren im Wald übergeht. Nach 1430 Höhenmeter am Stück ist der Gipfelgrat erreicht. Jetzt folgt man einer Art Karrenweg Richtung Gleitschirm-Startplatz in Vetriolo Terme hinunter und rauscht nach einer Einkehr entspannt durch den Wald die restliche Abfahrt nach Levico hinunter. Mit kurzer, knackiger Trail-Passage am Ende!

Tour 3: Cima Vezzena (beschrieben)

  • Länge: 46,9 Kilometer
  • Bergauf: 1616 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: schwer

Vom Caldonazzo-See geht es den Kaiserjägerweg hinauf, am Fort Vezzena vorbei und dann nochmal 200 heftige Höhenmeter auf geröllig-sandigem Weg zur Spitze der Cima Vezzena. Mit Ausblick zum Niederknien. Zurück geht's über die Hochebene und dann auf dem Sentiero della Pace, anfangs ausgesetzt und knifflig, dann aber immer leichter und mit schönen Ausblicken zurück zum Seeufer.

Der Kaiserjäger-Singletrail: Ein historischer Pfad

Sowohl die Kaiserjäger-Passstraße als auch der Kaiserjäger-Singletrail im Trentino haben ihren geschichtsträchtigen Namen von den Tiroler Kaiserjägern, die hier einst dem steilen Fels eine Strecke abtrotzten.

Der Kaiserjäger-Singletrail ist ein historischer, naturbelassener Pfad, der viele Geschichten zu erzählen hat. Signature Trail im Trentino, Italien Gebirgsjagd über alte Militärpfade: Der Kaiserjäger Singletrail in Levico Therme im Tentino steckt voller Geschichte. Immerhin fährst du hier auf alten Militärstraßen, durch tiefe Schluchten und über eine geschichtsträchtige Passhöhe. Der naturbelassene MTB Singletrail ist dabei nicht allzu schwer, aber teilweise ausgesetzt. Zu Beginn geht es erst einmal 700 hm über die Kaiserjägerstraße hinauf auf die Passhöhe. Schon die Auffahrt ist ein Erlebnis in einer Schlucht, die so eng ist, dass man sich eine Straße kaum vorstellen kann.

Die alte Militärstraße führt von der Passhöhe wellig durch dichte Laubwälder. Der Naturtrail windet sich schließlich flowig durch den Wald, bis er sich öffnet und eng an den Fels geschmiegt weiter bergab führt. Er ist dabei nie zu schwierig und doch immer leicht ausgesetzt. Der Blick wandert zwischen Panorama und Abgrund hin und her.

Eigenschaften des Trails

  • Technisch anspruchsvoll
  • Naturbelassener Pfad
  • Historisch bedeutsam
  • Teilweise ausgesetzt

Tipps und Hinweise

  • Geeignete Ausrüstung und Kondition erforderlich
  • Aufmerksam fahren und auf Wanderer achten
  • Sichere Fahrtechnik ist wichtig
  • Aussicht genießen und Fotos machen

Nachhaltigkeit im Valsugana

Das Bergtal Valsugana hat sich als Region der Nachhaltigkeit verschrieben: mit einer klaren Bekenntnis zu 100% erneuerbarer Energie, mit höchster Wasserqualität und mit dem Schutz von Kultur- und Umweltressourcen.

Weitere Aktivitäten in der Region

Wie der Name schon sagt, ist die Gemeinde Levico Terme vor allem wegen seiner heilenden Quellen mit arsen- und eisenhaltigem Wasser bekannt. Der Levicosee ist einer der saubersten Seen Italiens und liegt nahe am Thermalzentrum Levico Terme in der Valsugana. Wer sich fragt, wohin die zahlreichen Vögel eigentlich im Winter verschwinden, hier findet er die Antwort. Zugvögel wie Sturmmöwen und Blaumeisen überwintern gerne rund um den See.

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