Actioncam-Test: Die besten Kameras für Motorradfahrer

Das Angebot an Actioncams hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Das liegt insbesondere an Marken wie Insta360 und DJI, die beide aus China kommen, aber im Gegensatz zu anderen Herstellern aus Fernost auf hochqualitative und ausgeklügelte Produkte setzen.

Actioncams sind klein, robust und werden mit speziellen Halterungen verkauft, weshalb sie auch gerne als Helmkamera bezeichnet werden. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf, denn sowohl Preis- als auch Qualitätsunterschiede der Mini-Videokameras sind enorm. Wir haben im Helmkamera-Test viele Modelle überprüft und nennen hier unsere Top-Favoriten in verschiedenen Preisklassen. Lesen Sie auch, worauf Sie beim Kauf einer Helmkamera achten sollten, damit Sie Ihre Outdoor-Abenteuer als gestochen scharfe Videos festhalten können.

Actioncams und ihre Einsatzbereiche

Actioncams gehören im Wesentlichen zur Kategorie der Camcorder. Dank ihrer kompakten und robusten Bauweise können sie mit speziellen Halterungen an Lenkstangen, Helmen, Drohnen oder Gurten befestigt werden. Für anspruchsvollere Einsätze, wie beispielsweise beim Tauchen, stehen zusätzlich Schutzhüllen zur Verfügung. Und natürlich filmen alle in 4K-Auflösung oder höher, um die wilde Action messerscharf aufzunehmen. Intelligente Bildstabilisierung verwandelt verwackelte Freihand-Aufnahmen in professionelle, butterweiche Kamerafahren.

Videos, YouTube und Bewegtbilder sind absolut im Trend. Bei einem so großen Boom und Trend bleibt natürlich auch das Fahrrad nicht ohne Kamera, besser gesagt, der Helm. Mit einer Helmkamera kann man nicht nur beim Motorrad fahren, Skifahren, Snowboarden oder Skateboarden beeindruckende Bilder und Videos aufnehmen, auch beim Fahrradfahren kann eine Helmkamera imposante Videoaufnahmen einfangen.

Worauf Sie beim Kauf einer Helmkamera achten sollten

Bei der Auswahl der richtigen Kamera, sollte man genau auf das Gewicht achten. Trägt man den Fahrradhelm für eine längere Zeit, kann sich eine schwere, an der Seite befestigte Helmkamera durchaus beim Tragen bemerklich machen. Die Hersteller von Helmen achten zunehmend darauf, dass diese leicht sind und sich anfühlen, als würde man ohne fahren. Bei Wind kann sich ein zusätzlicher Bremseffekt bemerkbar machen. Je weniger die Kamera und die Halterung wiegt, umso besser ist dies.

Wer umfangreiche Videoaufnahmen machen möchte und die Kamera nicht immer wieder ausschalten will, der sollte auf eine hohe Akkulaufzeit achten. Hat die Kamera ein Display, sollte man dies, sofern möglich, ausschalten - So spart man viel Strom. Die Kamera um einen Zusatz-Akku erweitern. Die GoPro hat z.B. die Möglichkeit ein Akku-Pack anzuschließen und direkt auf die Kamera zu klippen.

Ist die Kamera am Helm und in der Halterung, sollte diese möglichst einfach und mit wenig Fingereinsatz gut zu bedienen sein. Optimaler Weise lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Einschalten / Ausschalten, Videoaufnahme starten und stoppen, über einen eigenen Knopf an der Kamera bedienen.

Die Kameras werden mit spezifischen Halterungen befestigt. Bei den Halterungen gibt es verschiedene Modelle, welche zum Kleben oder zum Klippen. Fahrradhelme mit Belüftungsschlitzen können als Grundlage für die Befestigung dienen. Die Halterungen können dabei festgeklemmt oder mit einem Riemen festgeschnallt werden. Sind keine Löcher oder Lüftungsschlitze an den richtigen und passenden Stellen vorhanden, kann eine leistungsstarke genutzt werden (z.B. beim Nutcase Helm). Die Halterung sollte nun so angebracht werden, dass die Kamera geradeaus zeigt und im richtigen Winkel filmt.

Da man nie weiß wann einem etwas Spektakuläres während der Fahrt passiert, wann man den Trick mit dem BMX oder MTB steht oder der Straßenverkehr eine Überraschung für einen bereithält, filmen viele Helmkamerabesitzer die ganze Zeit. Dies geht jedoch nur, wenn die Kamera ausreichend Speicherplatz hat bzw. die Speicherkarte ausreichen groß ist. Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht nur 32 GB Karten erkennt. Unsere Empfehlung, Kameras ohne internen Speicher mit einem Speicherslot für eine SD Karte oder Mini-SD Karte. Der Vorteil: Ist die Karte voll, kann man direkt die nächste Speicherkarte einsetzen ohne die Kamera an einen PC anschließen zu müssen. Die Karte sollte dabei eine hohe Schreibgeschwindigkeit haben. Wächst die Video-Dateigröße schneller, als die Speicherkarte schreiben kann, wird die Aufnahme nicht funktionieren.

Ebenfalls hilfreich, ein Beschleunigungssensor, hiermit kann man z.B. WLAN, per WLAN lassen sich die Bilder z.B. Live auf ein Smartphone oder Tablet übertragen. Auch lässt sich die Kamera meist per WLAN und App steuern. Die Helmkamera sollte wassergeschützt und wenn möglich wasserdicht sein. Ein der bekanntesten Hersteller dürfte die Marke GoPro sein. Diese mittlerweile in der 4. Generation hergestellte Action-Cam bietet einiges an Funktionen in unterschiedlichen Modellvarianten. Auch bekannte Hersteller wie Sony oder Panasonic stellen kleine Action Kameras her.

Top-Modelle im Test

Im CHIP-Testlabor haben wir empfehlenswerte und beliebte Actioncams einem standardisierten Test unterzogen, darunter alle aktuell erhältlichen GoPro-Modelle, aber auch Alternativen von DJI und Insta360 sowie zum Vergleich sehr günstige Modelle. Die detaillierten Ergebnisse des umfangreichen Tests finden Sie in unserer Bestenliste der Actioncams, unterteilt in die Kategorien Videoqualität, Ausstattung und Akkuleistung. Welches Modell für Sie das richtige ist, hängt nicht nur von der Platzierung ab, sondern auch Ihrem Budget und dem Einsatzzweck, etwa als Helmkamera.

Besonders empfehlenswerte Kameras aus unserem Testfeld haben wir hier in der Tabelle aufgelistet.

GoPro Hero13 Black

Die GoPro Hero13 Black hat im CHIP Testcenter mit einem fast durchweg exzellenten Ergebnis überzeugt. Unschlagbar ist die Actioncam in der Ausstattung: Zur hohen 5,3K-Auflösung und beeindruckenden Burst-Zeitlupen gesellen sich professionelle Videofeatures und ein souveräner Bildstabilisator. Der nahezu quadratische 8:7-Sensor eignet sich sowohl für vertikale als auch für 16:9-Videos. Das Gehäuse der Hero13 kommt mit einer zusätzlichen Magnet-Halterung, außerdem sind spezielle Linsenvorsätze erhältlich, etwa ein Makro-Objektiv oder verschiedene ND-Filter.

Die Videoqualität ist sehr gut: Die Aufnahmen zeigen Schärfe und Brillanz bei Tageslicht, bei wenig Licht lässt die Schärfe leicht nach. Für die Generation 13 hat GoPro einen neuen Enduro Akku entwickelt mit 1.900 mAh, dennoch sind die von uns gemessenen Akkulaufzeiten mit 102 Minuten Aufzeichnung in UHD-Auflösung nicht überragend.

Das Gehäuse der GoPro Hero13 Black ist dem Design der Vorgängermodelle weitgehend treu geblieben. Zusätzlich zu den gewohnten ausklappbaren "Fingern" und dem Stativgewinde gibt es jetzt mit der GoPro Hero13 Black eine Magnethalterung, die sich ganz schnell unten am Gehäuse anbringen lässt. Die neue Magnet-Halterung der GoPro Hero13 Black eignet sich für alle Standard-Situationen. Bei starker Belastung empfiehlt GoPro die klassische ausklappbare Halterung. Die GoPro Hero13 Black wird mit einem Enduro Akku mit 1.900 mAh ausgeliefert.

Insta360 Ace Pro

Die Insta360 Ace Pro hat im CHIP Test zunächst verblüfft und dann voll überzeugt: Das auffälligste Feature ist der Touchscreen auf der Rückseite, der für Vlogs und Selfies nach vorne geklappt werden kann, um sich gut im Vorschaubild zu haben. Diese Aufhängung ist für Actioncams neu. Der kleinere Zweitbildschirm auf der Vorderseite dient nur zur Statusanzeige.

Des weiteren trumpft die Insta360 Ace Pro mit einem 48-Megapixel-Sensor auf, der Videos mit bis zu 8K Auflösung aufnimmt. Die Schärfe liegt sowohl bei Tageslicht als auch in der Dämmerung auf Top-Niveau. Wichtig für Action und andere bewegte Motive: UHD-Videos sind wie bei der GoPro Hero mit 120 fps möglich. Die Actioncam kann mit einer praktischen magnetischen Klammer schnell und stabil auf Halterungen montiert werden. Cool sind auch Funktionen wie "unsichtbarer Selfie-Stick", der die Halterung aus dem Video retuschiert oder die Übernahme von Daten der Apple Watch und Garmin-Zubehör.

Der große 2,4-Zoll-Bildschirm der Insta360 Ace Pro lässt sich für Selfies oder Vlogs nach vorne klappen. Um die Insta360 Ace Pro auf eine Halterung montieren zu können, muss die magnetische Klemme auf der Unterseite eingeklinkt werden. Die ist erstaunlich stabil. Die Insta360 Ace Pro lässt sich auch durch Gesten steuern. Die Insta360 Ace Pro (links) bietet 8K Videoauflösung, die kleinere Schwester Insta360 Ace (rechts) dagegen nur 6K.

DJI Osmo Pocket 3

Die DJI Osmo Pocket 3 ist eine recht ungewöhnliche Kamera: Sie hängt in einem Gimbal mit Handgriff, der mit Display und Bedientasten ausgestattet ist. Im CHIP Testcenter hat die kleine Kamera mit dem großen 1-Zoll-Sensor beeindruckende Leistungen erbracht. Die 4K-Videos überzeugen mit exzellenter Schärfe, minimalem Bildrauschen und lebendigen, natürlichen Farben. Die Bildstabilisierung durch den Gimbal ist außergewöhnlich und der Akku beeindruckt mit schnellem Aufladen und langer Laufzeit.

Im Gegensatz zur Vorgängerin DJI Pocket 2 bietet die Pocket 3 ein drehbares 2-Zoll-Display, aber gleichzeitig ist die Foto-Auflösung stark gesunken. Deshalb empfehlen wir die Kamera vor allem für hochwertige Videoprojekte, ob im Urlaub oder im Ein-Personen-Studio.

Die DJI Osmo Pocket 3 ist mit einem drehbaren 2-Zoll-Display ausgestattet. Die DJI Pocket 3 wiegt 179 Gramm und misst 14 x 4,2 x 3,4 Zentimeter. Wer sich selbst aufnehmen möchte, der dreht die DJI Pocket 3 inklusive Gimbal einfach um. In der Creators Combo der DJI Pocket 3 befindet sich auch ein Funkmikrofon, das mit der Kamera verbunden werden kann. Das 2-Zoll-Display der DJI Pocket 3 ist groß genug, um eine gute Vorschu aufs Motiv zu erhalten. Neben der Record-Taste ist auf dem Handgriff auch ein Joystick zu finden. Tolles Feature: Per "Active Track" reicht ein Fingertipp aufs Motiv, und schon behält die Kamera diese automatisch im scharfen Bereich.

Motorrad-Dashcams: Wichtige Helfer bei Unfällen

Neben reinen Actioncams haben wir unsere Marktübersicht um zahlreiche weitere Produkte ergänzt: Zum einen finden Sie 6 Beispiele für Dashcams, die speziell für Motorradfahrer gedacht sind und entsprechend staub- und spritzwassergeschützt sowie mit praxisgerechtem Montagematerial daherkommen. Zum anderen sind auch 360-Grad-Kameras in der Übersicht mit aufgeführt, die in der Praxis insbesondere durch die nachträglich mögliche Wahl von Blickrichtung und -winkel bei vielen Motorradfahrern hoch in der Gunst stehen. Hinzu kommen der Helm des australischen Herstellers Forcite, der über eine fest ins Kinnteil integrierte Kamera verfügt sowie eine Kameradrohne.

Motorrad-Dashcams sind die besten Augenzeugen bei einem Unfall. Was in Deutschland erlaubt ist und welche Kameras für Motorradfahrer:innen interessant sind, zeigen wir in diesem Vergleich.

Motorrad-Dashcams sollen insbesondere bei Unfällen für eine klare Schilderung des Hergangs sorgen - Actioncams dagegen großartige Fahraufnahmen liefern. Es ist nett, die gefahrene Strecke später am Smartphone anzusehen, die Kurventechnik zu analysieren oder einfach nur die Strecke noch mal auf dem Sofa zu genießen. Das gelingt mit einer sogenannten Actioncam am besten. Wer jedoch eine Kamera sucht, die bei einem Unfall zuverlässige Bilder liefert, benötigt eine Dashcam für Motorräder.

Was ist eine Motorrad-Dashcam?

Eine Dashcam zeichnet ein Ereignis während der Fahrt per Video auf. Die Kamerasysteme haben dafür oft einen G-Sensor oder Schocksensor und erkennen eine Erschütterung wie bei einem Aufprall oder Sturz. Die entsprechende Sequenz wird dann auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert. Wichtig: Die Kamera muss eine Loop-Funktion haben, um gesetzeskonform zu sein. Das bedeutet, die Kamera fertigt ständig neue, kurze Aufnahmen (oft wenige Sekunden bis drei Minuten) an, die in einer Schleife stetig überschrieben werden, bis ein Ereignis die Speicherung der Sequenz auslöst. Hierfür ist der G-Sensor verantwortlich. Er erkennt Erschütterungen, etwa bei einem Unfall, und sorgt dafür, dass die Aufnahme schreibgeschützt auf der Speicherkarte gesichert wird. So - oder per manuell gespeicherter Aufnahme - wird ein schreibgeschützter Mitschnitt aufgenommen, ohne gegen Datenschutzrichtlinien zu verstoßen.

Einfache Modelle zeichnen das Verkehrsgeschehen nach vorne auf, hochwertige Dashcams filmen mittels einer zweiten Kamera auch den rückwärtigen Verkehr, lassen sich per Wi-Fi mit dem Smartphone oder Computer verbinden oder per App steuern. Je nach App und Vorhandenseins eines GPS-Moduls werden die Video-Sequenzen mit einer Straßenkarte kombiniert.

Wichtig ist, dass die Kamera stabil mit dem Fahrzeug verbunden ist, damit sie bei einem Aufprall nicht vom Motorrad fliegt. Der Markt von Aufnahmegeräten für Motorräder ist überschaubar. Neben der Aufnahme- und Bildqualität unterscheiden sich auch die Handhabung, der Speicherplatz und Zusatzfunktionen. Auch ein GPS-Modul oder Lithium-Polymer-Akkus mit langer Laufzeit sowie Low-Light-Nachtsicht bieten einige Modelle. Interessierte finden passende Dashcam-Modelle in Online-Shops oder im Motorrad-Fachhandel. Übrigens benötigen manche Modelle keinen Stromzugang zum Bordnetz, sondern erhalten ihre Energie über einen integrierten Akku. Das macht sie auch für andere Zweiräder wie E-Bikes oder Fahrräder interessant - denn auch da können die Aufnahmen der mobilen Geräte bei einem Unfall ein wichtiges Beweismittel sein.

Ausgewählte Dashcam-Modelle

  • Vsysto Dashcam Motorrad: Zum Vsysto Motorrad-Dashcam-System zählen gleich zwei Objektive für vorne und hinten mit einem Aufnahmewinkel von jeweils 130 Grad. Über einen Schalter lassen sich die Aufnahmen mit Full HD 1080 P starten und abbrechen. Die Objektive und der Schalter sind wassergeschützt, das Hauptmodul muss wassergeschützt verbaut werden. Die kleine Box findet aber leicht unter der Sitzbank Platz. Per Wi-Fi lassen sich die Videos auf das Smartphone übertragen und weiterverarbeiten.
  • Vantrue F1 Dashcam Motorrad 4k: In 4K nimmt die Vantrue F1 Dashcam Fahrgeschehen von vorne und hinten auf. Zwei Kameras (Dual-Kameras) mit 1080 p bieten zudem eine Kollisionserkennung, Nachtsicht und Umfeldaufnahmen. Die Steuerung erfolgt über einen Schalter am Lenkrad, Videos lassen sich über eine Wi-Fi-Verbindung aufs Smartphone übertragen und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen wirken die meisten Bilder mit dem Starvis-Sensor von Sony klar und deutlich. Mit einer 512-MB-Speicherkarte können die Sequenzen auf der Dashcam gespeichert werden. Die Kollisionserkennung ist 24 Stunden lang aktiv.
  • Midland Bike Guardian Pro Dashcam: Die Bike Guardian Pro von Midland filmt in 2K-Auflösung und zeichnet das Geschehen in einer Schleife auf. Die wetter- und wasserfeste Kamera im Aluminiumgehäuse lässt sich mit wenigen Handgriffen an Lenker, Helm oder Gepäckträger befestigen.
  • Mio MiVue M820WD Motorradkamera: Die Mio MiVue M820WD zeichnet dank zweier Kameras zugleich an Front und Heck auf, und zwar in Full HD-Auflösung, mit einem Weitwinkelobjektiv von je 135 Grad. Videos lassen sich per Wifi auf dem Smartphone sichern. Sogar ein GPS-Modul und ein Zeitraffer-Modus sind mit an Bord.

Gesetzliche Regelungen zum Einsatz von Actioncams

Der Einsatz von Actioncams ist nicht ganz unbedenklich. Denn das Filmen im Straßenverkehr kann als Überwachung des öffentlichen Raums sowie als unzulässige Erhebung von personenbezogenen Daten gewertet werden. Insofern ist der Einsatz von Actioncams und auch Dashcams im öffentlichen Straßenverkehr stets kritisch zu hinterfragen. Die Kurzfassung: Sie sollten abwägen zwischen Kosten und Nutzen beim Filmen ihrer Motorradtouren.

Dashcams für Motorräder sind nicht explizit verboten. Aber sie dürfen auch nicht alles aufnehmen. Dashcams sollten nur ereignisbezogen aufnehmen. Wer mit der Kamera permanent ohne konkreten Anlass den Verkehr filmt, verstößt gegen Datenschutzrecht und riskiert ein Bußgeld. Gesetzeskonform ist nur ein kurzer Videoloop (Loop-Funktion) von wenigen Sekunden, der immer wieder überschrieben wird. Sollte es zu einem Unfall kommen, den der integrierte G-Sensor registriert, wird eine schreibgeschützte Aufnahme auf dem Speicher gesichert. Bei den meisten Modellen lässt sich durch Knopfdruck auch eine Sequenz gezielt abspeichern.

Weitere Aspekte bei der Nutzung von Actioncams

  • Wo wird eine Motorrad-Dashcam befestigt? Eine Motorrad-Dashcam lässt sich an verschiedenen Stellen am Motorrad befestigen. Das kann hinter der Cockpitscheibe sein, am Lenker, auf der Sitzbank oder als Brust-Kamera an der Motorradkombi. Die Montage am Helm ist hingegen verboten. Wichtig ist jedoch, dass die Kamera fest und sicher am Motorrad befestigt wird. Sie darf nicht bei einem Unfall umherfliegen, sollte aber trotzdem das Verkehrsgeschehen vorne und im Idealfall auch hinten aufzeichnen.
  • Wie bedient man eine Motorrad-Dashcam? Im Idealfall lässt sich eine Motorrad-Dashcam einfach mit Motorrad-Handschuhen bedienen, also an- oder wieder ausstellen. Einige Modelle werden direkt am Gehäuse bedient, andere wiederum bieten eine Fernbedienung, die sich am Lenker befestigen lässt. In der Regel genügt es, das Gerät vor der Fahrt anzuschalten und nach der Fahrt wieder abzuschalten. Durch die gesetzlich vorgeschriebene Loop-Funktion wird dabei kein Speicherplatz verbraucht.
  • Was sind die Unterschiede zu einer Auto-Dashcam? Im Gegensatz zu einer Auto-Dashcam muss eine Motorrad-Dashcam wind- und wetterfest sein. Heißt: Bei Wind und Regen muss die Kamera funktionieren und darf keinen Schaden erleiden. Auto-Dashcams werden hingegen im Auto montiert und sind dadurch vor Witterungseinflüssen geschützt.

Technische Aspekte von Actioncams

Die kleinen Abmessungen wirken sich auch auf den Bildlook aus: Die Schärfentiefe einer Actioncam erstreckt sich über einen Großteil des Motivs, ein „Spiel mit der Schärfe“ lässt sich so nicht realisieren. Aber immerhin fallen damit auch Fehlfokussierungen nicht so schnell auf. Wem allerdings ein professioneller „Cinemalook“ wichtig ist, der ist mit einer klassischen Spiegelreflex oder spiegellosen Systemkamera besser beraten.

Full-HD ist von gestern, selbst günstige Helmkameras für unter 100 Euro werben inzwischen mit einer Auflösung von 4K. Das bedeutet, dass die selbst gefilmten Videos auf einem 4K-Monitor oder -Fernseher ohne Skalierung wiedergegeben werden können. So viel zur Theorie beziehungsweise zu den Marketing-Versprechungen der Hersteller. Wer etwas genauer die technischen Daten studiert, bemerkt, dass so manche Kamera nur eine etwas niedrigere UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln bietet, die der Hersteller also großzügig auf 4K und damit eine Kantenlänge von 4.000 Pixeln aufrundet.

GoPro und andere Hersteller arbeiten mindestens mit einer Sensorauflösung von 4.000 x 3.000 Pixeln und können vor allem in vertikaler Hinsicht deutlich mehr Schärfe bieten. Die tatsächliche Auflösungsleistung und damit Schärfe hängt jedoch nicht nur von der nominellen Auflösung des Sensors ab, sondern von der Architektur desselben, der Fläche (Diagonale in Zoll) sowie den kamera-eigenen Algorithmen zum Verarbeiten und Speichern. Deshalb wird im CHIP-Testcenter die Videoqualität jeder Actioncam nach einem standardisierten Verfahren überprüft. Hier zeigt sich, wie scharf, detailreich und arm an Bildrauschen die Aufnahmen wirklich sind.

Für eine Actioncam ist die Bildrate (Framerate) eine genauso wichtige Kennzahl wie die Auflösung. Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder die Kamera pro Sekunde Video aufnehmen kann. Ein ganz normales Youtube-Video besitzt beispielsweise eine Framerate von 30 fps (frames per second). Für schnelle Bewegungen reicht das allerdings oft nicht aus, die Bilder wirken dann irgendwie unscharf oder auch ruckelig. Wer mit seiner Kamera Stunts, Tempofahrten oder überhaupt schnelle Bewegungen aufnehmen möchte, der sollte auf eine möglichst hohe Bildrate achten. Es gibt inzwischen einige Modelle, die in 4K-Auflösung bis zu 120 fps schaffen und in Full-HD sogar bis zu 240 fps. Damit wird jede Aktion gestochen scharf aufgenommen. Für eindrucksvolle Zeitlupen sind diese Highspeed-Filme essentiell: Eine 120-fps-Aufnahme kann 4-fach verlangsamt und ohne Qualitätseinbußen als reguläres 30-fps-Video abgespielt werden.

Eine Actioncam ist gemacht für die Bewegung: Sie filmt als Helmkamera beim Biken, Klettern, Skifahren und weiteren sportlichen Aktivitäten. Mit einer speziellen Halterung kann sie an Helmen oder einer Karosserie angebracht oder mit einem Gurt vor die Brust geschnallt werden. Leider übertragen sich so alle größeren Bewegungen und auch kleinere Vibrationen direkt auf die Kamera, was zur Folge hat, dass die Aufnahme sehr unruhig wirkt und bei empfindsamen Mitmenschen sogar ein flaues Gefühl in der Magengegend auslösen kann. Deshalb ist der Bildstabilisator so wichtig: Er gleicht die Ruckler und Vibrationen aus und sorgt für ein deutlich ruhigeres und damit professionelleres Bild.

Die allermeisten Actioncams stecken nicht nur heftige Stöße weg sondern sind auch wasserdicht. Wer also im strömenden Regen oder beim Wildwasser-Raften filmen möchte, muss keine besonderen Schutzmaßnahmen für die Kamera ergreifen. Auch Schnorcheln ist kein Problem, denn die allermeisten Actioncams halten den Wasserdruck bis zu sechs Metern, oft auch bis zu neun Metern Tiefe stand. Wichtig ist lediglich, dass Kamera und auch eventuelles Zubehör nach dem Einsatz mit sauberem Wasser gespült wird. Das gilt vor allem bei aggressivem Salzwasser. Für ernsthafte Tauchgänge empfiehlt sich jedoch ein separates Unterwasser-Gehäuse.

Alternativen zur Actioncam

Neben Actionkameras gibt es eine weitere Kategorie robuster Kameras, die sogenannten Outdoorkameras. Sie sind Actioncams aber nur auf dem Papier ähnlich: Anders als diese, kommen sie nicht aus der Camcorder- sondern aus der Foto-Ecke, bieten also vor allem Eigenschaften für alle, die in Extremsituationen fotografieren möchten.

Filmen können sie zwar auch, allerdings sind sie größer und schwerer sowie mit deutlich mehr Bedienelementen ausgestattet als Actioncams. Dadurch haben sie ihren eigenen, klar abgegrenzten Einsatzbereich für Fotofans, die es extrem mögen oder sich schlicht keine Sorgen um ihre teure Ausrüstung machen wollen.

Fazit

Die Wahl der richtigen Actioncam hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ihrem Budget ab. Ob Sie atemberaubende Sportaufnahmen machen, Ihre Motorradtouren dokumentieren oder einfach nur robuste und vielseitige Kameras suchen - der Markt bietet eine große Auswahl an Modellen für jeden Anspruch. Achten Sie auf eine gute Videoqualität, eine effektive Bildstabilisierung, eine lange Akkulaufzeit und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen beim Filmen im öffentlichen Raum.

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