Werden Auto- und Motorradführerschein im direkten zeitlichen Zusammenhang erworben, ergibt sich daraus grundsätzlich immer eine Kostenersparnis. Der Umfang ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Alter, bereits vorhandenem Führerschein oder angestrebter Fahrzeugklasse des Motorrads. Wer den Motorradführerschein gleich zusammen mit dem Autoführerschein macht, kann viel Geld sparen.
Kombipreis: Sparen beim doppelten Führerschein
Wenn beide Fahrerlaubnisse gleichzeitig absolviert werden, lässt sich während des Führerscheinerwerbs an einigen Stellen sparen. Der Kombipreis beträgt in unserem Beispiel lediglich 3.318,36 Euro. Wenn Du also den Autoführerschein zwei Jahre vor dem Motorradführerschein erwerben möchtest, belaufen sich die Gesamtkosten auf 3.744,25 Euro.
Kostenfaktoren und regionale Unterschiede
Die Beispielpreise dienen nur zur Veranschaulichung. In diesem Beispiel sind die Grundgebühren und die Prüfungsgebühren der Fahrschule für alle Klassen gleich. Das Preisgefüge variiert jedoch von Anbieter zu Anbieter. Eine Tendenz ist im direkten Vergleich der Bundesländer erkennbar: die Fahrschulen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind vergleichsweise günstig, während Du in Baden-Württemberg oder Bayern weitaus mehr bezahlst.
Voraussetzungen und Möglichkeiten
Grundsätzlich kannst Du Dich ein halbes Jahr vor Erreichen des jeweiligen Mindestalters in der Fahrschule anmelden. Die theoretische Prüfung ist ab drei Monaten und die praktische Prüfung ab einem Monat vor dem Stichtag möglich.
Für den Erwerb der „Klasse A“ musst Du mind. 24 Jahre alt sein oder bereits 2 Jahre lang einen Führerschein besitzen. In diesem Fall kannst Du nach zwei Jahren oder nach Vollendung des 24. Lebensjahres die Fahrerlaubnis erweitern. Wenn Du schon mit 16 die Fahrerlaubnis A1 erworben hast, kannst Du beim späteren Autoführerschein immerhin sechs der vorgeschriebenen zwölf Doppelstunden Theoriegrundausbildung einsparen.
B196: Die kostengünstige Alternative
Über 130.000 Autofahrer nutzen bereits die Möglichkeit des B196 seit der Einführung Anfang 2020. Mit dem Autoführerschein können so einfach und kostengünstig auch Motorräder der Klasse A1 gefahren werden. Es genügt eine Fahrerschulung, und es ist keine theoretische und praktische Prüfung nötig. Allerdings gilt B196 nur in Deutschland.
Voraussetzungen für B196:
- Fahrerschulung mit mindestens vier theoretischen und fünf praktischen Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten
- Vorbesitz der Pkw-Klasse B für mindestens 5 Jahre
- Mindestalter 25 Jahre
Da es sich bei B196 um eine Erweiterung der Klasse B mit der nationalen Schlüsselziffer 196 handelt, wird die Klasse nur in Deutschland anerkannt. Im Ausland wird diese nicht akzeptiert.
Die Kosten im Detail
Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC ist der Pkw-Führerschein in den vergangenen zwei Jahren deutlich teurer geworden. Nachdem Sie alle bürokratischen Angelegenheiten hinter sich gebracht haben, wird es Zeit für den tatsächlichen Unterricht. Wenn Sie den Führerschein der Klasse B machen, also ab 18 Jahren oder schon mit B17 ab 17 Jahren, dann sind zwölf Doppelstunden Theorie-Unterricht für den Grundstoff Pflicht. Wie viele Fahrstunden Sie benötigen, ist ziemlich individuell und hängt davon ab, wie schnell Sie Fortschritte machen. In der Fahrschüler-Ausbildungsverordnung gibt es sogenannte Pflichtfahrten, die Sie machen müssen, und Übungsstunden.
Sonderfahrten bei Dämmerung bzw. Fahrschulen müssen laut Gesetz klare Preise angeben: Das heißt, sie müssen für jede Leistung einen festen Preis nennen und sich auch daran halten. Es gibt keine feste Gebührenordnung, das heißt jede Fahrschule kann ihre Tarife selbst bestimmen. Die Fahrschulen nehmen eine Grundgebühr, durch die auch die Theoriestunden abgedeckt sind. Der Preis für eine reguläre Fahrstunden à 45 Minuten liegt zwischen 55 und 77 Euro. Wie viele Übungsfahrten Sie brauchen, hängt von Ihnen ab. 12 Sonderfahrten sind Pflicht. Sowohl der Theorie- als auch der Praxisteil laufen über eine externe Prüfstelle wie TÜV oder DEKRA.
Die Kosten für den Führerschein-Kosten hängen auch davon ab, welche Führerschein-Klasse Sie machen wollen. Die Kosten für den Mofa-Führerschein (bis 25 Km/h) sind moderat: Es ist keine praktische Prüfung erforderlich ist und die Anzahl der theoretischen Unterrichtsstunden ist begrenzt. Rechnen Sie mit Ausgaben von etwa 100 Euro. Die Kosten für den Roller-Führerschein (bis 45 Km/h) variieren je nach Bundesland und Fahrschule. Sie liegen zwischen 500 und 1.200 Euro.
Fahrerlaubnis Klasse A: Für das Führen eines schweren Motorrads ohne Beschränkungen bei Hubraum, Leistung und Geschwindigkeit benötigen Sie eine Fahrerlaubnis der Klasse A. Das Mindestalter hierfür liegt bei 24 Jahren. Die Kosten für den Motorradführerschein Klasse A bewegen sich laut ADAC zwischen 1.900 und 4.000 Euro.
Kosten sparen: Tipps und Tricks
Angesichts der stolzen Summe, die sich aus den Preisen für die Ausbildung an der Fahrschule und sämtlichen Nebenkosten ergibt, suchen viele Fahranfänger nach Wegen, die finanzielle Belastung wenigstens teilweise zu reduzieren.
Wer sparen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden, um den Führerschein innerhalb einer Saison machen zu können. Kommt es zu einer Unterbrechung durch die Winterpause, kostet das Übung und damit auch Geld.
Wie Sie sparen können:
- Fahrschulen vergleichen
- Paketangebote nutzen
- Stufenführerschein
- Fahrpraxis sammeln
- Theorie aufbessern
Die richtige Fahrschule finden
Die Wahl der Fahrschule kann einen erheblichen Einfluss auf die Dauer und die Kosten des Führerscheinerwerbs haben. Neben den Preisen für Fahrstunden spielen auch die Qualität des Unterrichts, die Erfahrung der Fahrlehrer und die allgemeine Organisation der Fahrschule eine Rolle.
Fünf Tipps bei der Suche nach der richtigen Fahrschule:
- Vergleiche die Preise: Setze nicht auf den günstigsten Anbieter - eine gute Ausbildung kann dir Fahrstunden und Prüfungswiederholungen ersparen.
- Nutze Empfehlungen: Lese Online-Bewertungen und Erfahrungsberichte. Persönliche Empfehlungen von Freunden oder Familie sind am wertvollsten.
- Absolviere Probeunterricht: Vereinbare ein Beratungsgespräch, um Fahrlehrer und Lernumfeld kennenzulernen. Erkundige dich bei Fahrschülern nach der Lernumgebung.
- Prüfe die Flexibilität: Frage nach, ob Fahrstunden auch abends oder am Wochenende möglich sind. Eine Fahrschule mit mehreren Fahrlehrern bietet die Möglichkeit zu wechseln, falls die Chemie nicht stimmt.
- Berücksichtige die Erreichbarkeit: Eine Fahrschule in der Nähe erspart dir Zeit und Fahrtkosten.
Kosten für unterschiedliche Führerscheinklassen im Überblick:
| Führerscheinklasse | Erlaubte Fahrzeuge | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Klasse B | Pkw bis max. 3,5 t, max. 8 Sitzplätze | 2.400-4.400 € |
| Klasse BE | Pkw mit Anhänger über 750 kg (max. 3,5 t) | 500-1.500 € |
| B96 Erweiterung | Pkw mit Anhänger: Gesamtmasse zwischen 3.500 kg und 4.250 kg | 300-500 € |
| Klasse A | Motorräder ohne Leistungsbeschränkung | 1.500-3.500 € |
| Klasse A2 | Motorräder bis 35 kW | 1.200-2.500 € |
| Klasse A1 | Leichtkrafträder bis 125 cm³ | 1.000-2.000 € |
| Klasse AM | Kleinkrafträder bis 50 cm³ | 500-1.200 € |
| Klasse C | Lkw über 3,5 t (ohne Anhänger) | 2.500-5.000 € |
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