Als Radfahrer ist es wichtig, regelmäßige Wartungsarbeiten an Ihrem Fahrrad durchzuführen, einschließlich der Wartung der Fahrradkassette. Eine gut gewartete Kassette sorgt für sanftes Schalten und optimale Leistung, unabhängig vom Gelände, auf dem Sie fahren. Was oft vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass eine Fahrrad-Kassette ein Verschleissartikel ist. Je nach Witterungseinfluss und Beanspruchung hat eine Kassette eine gewisse Haltbarkeit. Auch die gelegentliche Reinigung und Pflege des Antriebs verhilft der Kassette zu einem längeren Leben.
Wartung der Fahrradkassette
Die Wartung von Fahrradkassetten ist entscheidend, um ihre Lebensdauer zu verlängern und die Gesamtleistung Ihres Fahrrads zu erhalten. Folgen Sie den oben genannten Wartungstipps, reinigen Sie Ihre Kassette regelmäßig, schmieren Sie die Zahnräder mit hochwertigem Schmiermittel und überprüfen Sie auf Verschleißerscheinungen. Vergessen Sie nicht, die Kassette rechtzeitig zu ersetzen, um weitere Schäden zu vermeiden.
Reinigung der Kassette
Ein erster Schritt in der Wartung einer Fahrradkassette ist die regelmäßige Reinigung. Dies hilft, Schmutz und Schlamm zu entfernen, die sich zwischen den Zahnrädern ansammeln. Verwenden Sie einen Kettenentfetter, um die Kassette zu entfetten. Sprühen Sie die Kassette mit dem Kettenentfetter ein und lassen Sie ihn einige Minuten einwirken, bevor Sie den Schmutz mit einer Bürste entfernen. Achten Sie darauf, dass der Kettenentfetter nicht in Ihre (Hinter-)Lager gelangt. Als allgemeine Richtlinie können Sie von einer Reinigung alle paar hundert Kilometer ausgehen, abhängig von den Fahrbedingungen.
Die Reinigungsschritte im Detail:
- Besprühen Sie die Kassette mit einem Kettenentfetter und lassen Sie ihn einige Minuten einwirken. Achten Sie darauf, dass dieses Mittel nicht in Ihre (Hinter-)Lager gelangt.
- Bürsten Sie anschließend kräftig zwischen den verschiedenen Ritzeln, und zwar entgegen der Fahrtrichtung. Verwenden Sie dafür einen biologischen Entfetter.
- Sie können dies tun, indem Sie alle Ritzel in ein Gefäß legen und mit einem Pinsel alles sauber bürsten. Oder Sie können ein Tuch mit Entfetter benutzen, um Ritzel für Ritzel wieder zum Glänzen zu bringen.
- Es ist nicht notwendig, die Kassette zu schmieren, dies wird sogar abgeraten, da eine fettige Kassette zusätzlichen Schmutz anzieht.
- Verwenden Sie ein mildes Reinigungsmittel, vorzugsweise eines, das speziell für Fahrräder entwickelt wurde, gemischt mit Wasser, um Ihre Fahrradkassette zu reinigen.
Nach der Reinigung der Fahrradkassette tragen Sie eine dünne Schicht Schmiermittel auf die Zahnräder auf. Stellen Sie sicher, dass Sie das Schmiermittel gleichmäßig auftragen und überschüssiges Schmiermittel entfernen, um Schmutzansammlungen zu vermeiden.
Überprüfung auf Verschleiß
Überprüfen Sie regelmäßig die Zähne der Kassette auf Anzeichen von Verschleiß, wie abgeflachte Zähne, scharfe Kanten oder Verformungen. Ja, wenn die Zahnräder der Kassette abgenutzt aussehen, ist es Zeit, die Kassette zu ersetzen. Eine abgenutzte Kassette kann nicht nur die Schaltleistung negativ beeinflussen, sondern auch weiteren Schaden an der Kette und anderen Antriebsteilen verursachen.
Auswahl der richtigen Kassette
Es ist wichtig, die richtige Kassette zu wählen, die zu Ihrem Fahrrad und Fahrstil passt. Auch gibt es verschiedene Qualitätsstufen in der Kassettenauswahl. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Radfahrern gerecht zu werden, bieten Marken wie Campagnolo, Shimano, Sram, Sunrace und XLC eine breite Palette von Fahrradkassetten an. Unsere Empfehlung: Beste Schaltvorgänge erzielt man, wenn man Kette und Kassette vom gleichen Herstellen wählt. Das heisst: Shimano Kassette zu Shimano Kette, Sram Kassette zu Sram Kette und Campagnolo Kassette zu Campagnolo Kette.
Verschiedene Kassetten-Marken
- Campagnolo: Campagnolo bietet eine vielfältige Palette an Kassettenmodellen, jedes davon entworfen, um die spezifischen Bedürfnisse von Rennradfahrern und Fahrradbegeisterten zu erfüllen. Unter den beliebten Modellen befinden sich die Super Record, konzipiert für ultimative Leistung und Leichtigkeit, und die Record, bekannt für ihr zuverlässiges und geschmeidiges Schaltverhalten. Die Chorus-Kassette bietet ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Leistung und Haltbarkeit, ideal für diejenigen, die nach hoher Qualität ohne den höchsten Preis suchen. Für den enthusiastischen Radfahrer, der die bewährte Campagnolo-Qualität zu einem zugänglicheren Preis schätzt, ist die Centaur eine ausgezeichnete Wahl.
- XLC: XLC bietet eine Reihe zuverlässiger Kassetten wie die CR-E01 und CR-E02, die für ihre Langlebigkeit und Leistung bekannt sind, geeignet sowohl für Rennräder als auch für Mountainbikes.
- Sram: Und nicht zu vergessen, die neuen 12-fach Kassetten, mit dem Namen Eagle, aus dem Hause Sram.
Kassettenaufbau und Schalthilfen
Eine Kassette besteht aus vielen zusammen gefügten einzelnen Ritzeln. Diese Ritzel sind verschraubt, vernietet oder ggf. bei hochwertigeren Kassetten auch auf einem Alu-Spider befestigt. Der Alu-Spider bewirkt, noch „steiferere“ Ritzel und noch weniger Verformung beim Schalten. Dann kommen Schalthilfen ins Spiel: Bei Shimano heißt es Hyperglide, bei Sram Powerglide und bei Campagnolo ist es das Ultra Shift. Diese genau positionierten Schalthilfen in der Kassette ermöglichen auch bei Belastung zu Schalten, um den richtigen Gang zu finden.
Freilauf
Der Freilauf ist ein weiteres Thema: Shimano und Sram Kassetten haben den gleichen Freilauf, Camapagnolo hat seinen eigenen Freilauf und ist entsprechend auch nicht mit Shimano oder Sram kompatibel. Umgekehrt gilt das gleiche.
Die richtige Übersetzung
Bei der Übersetzung handelt es sich um die Abstufung der Schaltung, also die Kombination aus der Anzahl der Zähne an den Kettenblättern und der Kassette. Diese entscheidet, wie schwer und leicht du treten musst. In Kombination mit dem Umfang des Reifens kannst du für jeden Gang die entsprechende Entfaltung pro Kurbelumdrehung berechnen. Auch bei Nabenschaltungen kann die Übersetzung verändert werden.
Was möchstest du an der Übersetzung ändern? Diese Frage ist sehr wichtig. Daher sollte man sich vorab bewusst sein, was anders sein soll. Wenn du aktuell ein Fahrrad besitzt, dann stell dir die Frage, ob die Übersetzung so gut ist, oder ob die Gänge eventuell zu schwer sind und du viel lieber leichter treten würdest; oder gehen dir die Gänge aus und du könntest eigentlich viel schneller fahren? Mach dir darüber Gedanken und überlege, wo und wie du das Fahrrad hauptsächlich nutzt. Diese Faktoren spielen eine große Rolle.
48-36-26 Kurbel und 11-34 Kassette - was ist das?
Die Hersteller geben die Zähnezahl der Kurbel und Kassette an. Diese Angaben sind wichtig, um zu wissen, wie leicht und schwer die Gänge sind. Bei der Angabe der Kurbel sieht man hier zunächst, dass es sich um eine 3-Fach-Kurbel handelt, da 3 Angaben gemacht werden (48-36-26). Somit hat das große Kettenblatt 48, das mittlere Kettenblatt 36 und das kleinste Kettenblatt 26 Zähne. Damit ist die Abstufung der Kurbel bekannt.
Bei der Kassette hingegen findet man nur die Angaben des kleinsten und größten Ritzels. In diesem Fall verfügt das kleinste Ritzel über 11 und das größte Ritzel über 34 Zähne. Somit ist die Bandbreite der Kassette bekannt. Hierbei sollte man jedoch noch darauf achten, um wie viele Ritzel (Gänge) es sich handelt. Denn es ist möglich, dass es die 11-34 Kassetten in verschiedenen Ausführungen gibt - so kann es sich z.B. um ein 8,- 9,- 10,- oder 11-Fach-System handeln. Je mehr Ritzel (Gänge) eine Kassette hat, desto feiner ist sie in der angegebenen Bandbreite abgestuft.
Die richtige E-Bike Übersetzung
Im E-Bike-Bereich werden, je nachdem, ob es sich um ein Mountainbike, Trekking-, Urban- oder Citybike handelt, Kettenschaltungen oder Nabenschaltungen verwendet. Meist sind dort schon optimale Übersetzungen verbaut. Durch die zusätzliche Unterstützung ist es auch im MTB-Bereich kein Problem, mit einer 1x11-Übersetzung zu fahren.
Bei Nabenschaltungen kann die Primärübersetzung, also das Ritzel an der Kurbel und der Nabe, verändert werden. Die Übersetzung in der Nabe selbst kann nicht verändert werden. Da die Unterstützung des Motors nur bis 25 km/h erfolgt, muss die Bandbreite nichts so groß sein, wie bei anderen Fahrrädern.
Auch bei der Kettenschaltung kann eine andere Kassette mit einem größeren oder kleinen Ritzel ausgewählt werden, falls die Standardübersetzung nicht ausreichen sollte. Entsprechend lässt sich auch das Kettenblatt wechseln.
Die perfekte City und Trekking Übersetzung
Im Trekkingbike-Bereich wird vorrangig auf die Kettenschaltung mit einer 3-Fach-Kurbel gesetzt. Da das Trekkingbike für das zügige Fahren im Überland und auch für bergige Strecken ausgelegt ist, benötigt es eine große Bandbreite sowie eine große Vielfalt an Gängen. Hier haben sich die beiden Abstufungen 48-38-28 und 48-36-26 durchgesetzt. In Kombination mit einer 11-32 oder 11-34 Kassette ist die Bandbreite an Gängen sehr groß. Sollte dir diese Übersetzung noch zu schwer sein, so kannst du z.B. die Kassette gegen eine 11-36 und die Kurbel beispielsweise gegen eine 42-32-22 tauschen.
Im Citybike- bzw. urbanen Bereich wird viel auf die Nabenschaltung gesetzt. Durch die Eingrenzung auf die Fahrten in der Stadt muss die Bandbreite nicht so groß sein wie beim Trekkingbike. Das liegt daran, dass in der Stadt selten extrem bergtaugliche oder abfahrtsorientierte Gänge benötigt werden. Trotzdem sollte man auch hier darauf achten, welche Primärübersetzung (direkter Antrieb über Kurbel und Kassette) verbaut ist. Ist man eher gemütlich unterwegs, dann ist es ratsam, eine Übersetzung mit einem kleinen Kettenblatt (wenig Zähne vorne) und einem großen Ritzel hinten zu wählen. Ist man eher sportlich unterwegs, dann kann ein großes Kettenblatt (mehr Zähne vorne) und ein kleines Ritzel bevorzugt werden.
Die perfekte Mountainbike Übersetzung
Im Mountainbike-Bereich ist die Auswahl an verschiedenen Varianten extrem groß, zwischen 1x12 und 3x11 Schaltungen ist hier alles möglich. So können zwischen verschiedenen MTB-Typen unterschiedliche Übersetzungen verbaut sein.
Im Einsteigerbereich bzw. preisgünstigen Segment werden weiterhin 3-Fach-Kurbeln, mit der Abstufung 40-30-22 Zähne vorne und einer 11-36 Kassette, verbaut. Diese Übersetzung hat sich bewährt und sollte eigentlich keine Wünsche offen lassen.
Im sportiven Bereich werden 1-Fach- und 2-Fach-Kurbeln gefahren, beim Trial zum Teil noch 3-fach, die Tendenz geht aber auch zu 2-fach. Bei den 2-Fach-Varianten hat sich die Kombination aus 36-26 Zähnen vorne und einer 11-42 Kassette etabliert. Sollte diese Übersetzung zu schwer oder zu leicht sein, dann können Kettenblatt-Kombinationen wie 38-28 oder 34-24 ermöglicht werden.
1x11 wird sowohl von Shimano als auch von Sram angeboten. Shimano bietet diese mit einer 11-42 Kassette an, Sram hingegen mit einer 10-42. Das Maß der Dinge ist jedoch die Sram Eagle mit der 1x12, die mit einer 10-50 Kassette kombiniert und für jedes Terrain einsetzbar ist. Alle 1-Fach-Varianten lassen sich nur über den Austausch eines Kettenblatts verändern. Hier hat man vom 24er bis hin zum 40er Kettenblatt eine breite Auswahl.
Die richtige Übersetzung für dein Rennrad und Triathlonrad
Im Rennrad-Segment gibt es von der Industrie 3 festgelegte Kurbelabstufungen: die Standard Kurbel mit 53-39, die Semi-Kompakt mit 52-36 und die Kompaktkurbel mit 50-34 Zähnen. Am häufigsten ist an Rennrädern eine Kompaktkurbel verbaut, entsprechend ist eine klare Tendenz des Einsatzgebietes festgelegt. Hier kann man zwischen einigen verschiedenen Kassetten wählen: Von 11-25 bis 11-36 ist alles möglich. Häufig ist eine 11-28 Kassette verbaut, da diese ein guter Kompromiss zwischen leichten Gängen und einer feinen Abstufung ist.
Das Triathlonrad ist für das Fahren gegen die Uhr konzipiert, daher ist die Übersetzung meist sportiv gewählt. Häufig sind 53-39 oder Semi-Kompaktkurbeln mit 52-36 verbaut, kombiniert mit einer 11-28 Kassette. Auch hier lassen sich wie beim Rennrad nahezu alle möglichen Kombinationen fahren.
Die Gravel und Cyclocross Übersetzung
Das Gravel Bike hat meist eine Kompakt- oder 1-Fach-Kurbel mit einer größeren Kassette. 11-36 oder sogar 11-42 sind hier gut möglich und eine ideale Möglichkeit, um auch im Gelände flott unterwegs zu sein. Im Cyclocross-Bereich sind 2-Fach- und 1-Fach-Kurbeln das Maß der Dinge. Jedes hat seine Berechtigung sowie Vor-, und Nachteile.
Das 2-Fach-System ist meist mit einer Abstufung 46-36 und einer 11-28 oder einer 11-32 Kassette ausgestattet, sodass es für einen sehr breiten Einsatzbereich eingesetzt werden kann. Durch eine Änderung der Kettenblätter und Kassette kann man das persönlich anpassen.
Im sportiven Segment wird immer mehr auf die 1-Fach Variante gesetzt. Hier ist die Abstufung durch die Kassette schon stärker vorgegeben. Trotzdem kann diese durch das Kettenblatt nochmals individuell angepasst werden. So kann zwischen einem 34er bis hin zu einem 42er Kettenblatt gewählt und so die Übersetzung individuell angepasst werden.
Für den Beginn empfehlen wir eine leichte Abstufung von 38 Zähnen in Kombination mit einer 11-42 Kassette. Schwerere Übersetzungen sind nur für sehr sportliche Fahrer zu empfehlen.
Welche Rolle spielt die Schaltwerkslänge?
Als ob es nicht schon genug wäre, dass es für die unterschiedliche Anzahl an Gängen verschiedene Schaltwerke gibt, kommen auch noch unterschiedliche Längen des Schaltwerks hinzu. In Extremfällen bieten Hersteller bis zu 3 unterschiedliche Schaltwerkslängen an. Diese unterscheiden sich meist zwischen kurz, mittel und lang. Wieso die unterschiedlichen Längen benötigt werden, kann einfach erklärt werden. Das Schaltwerk ist nicht nur für das Schalten selbst zuständig, sondern es spannt auch die Kette. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann.
Wann welches Schaltwerk benötigt wird, ist leichter herauszufinden als man denkt. Jedes Schaltwerk verfügt über verschiedene Angaben. Neben dem maximal größten Ritzel, was gefahren werden kann, ist auch die Gesamtkapazität angegeben. Diese ist entscheidend, ob das Schaltwerk passt.
Wie kann man die Kapazität berechnen?
Kurbel: Die Kurbel hat eine Abstufung von 42-32-22 Zähnen. Subtrahiere das größte durch das kleinste Kettenblatt, also 42 - 22 = 20.
Kassette: Dasselbe macht man bei der Kassette. Wenn diese z.B. eine Abstufung von 12-32 hat, rechnet man auch hier: 32 - 12 = 20.
Um nun die Gesamtkapazität zu erhalten, werden beide Werte addiert. Die Gesamtkapazität ist also 20 + 20 = 40. Das Schaltwerk muss also eine Gesamtkapazität von 40 aufweisen, damit die im Beispiel genannte Abstufung gefahren werden kann.
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