Katalysatorpflicht für Motorräder in Deutschland: Was ist erlaubt und was nicht?

Vor allem die Optimierung vom Sound des Fahrzeuges ist Ziel beim Auspuff-Tuning. Änderungen am Auspuff fürs Sound-Tuning können schnell zu folgenschweren Sanktionen führen. Doch welche Umbauten am Auspuff sind zulässig, welche verboten? Wie kann ich meine Auspuffanlage verändern?

Ein Tuning ist grundsätzlich an den Schalldämpfern, am Endrohr und am Katalysator möglich. Die Auspuffanlage umfasst nicht nur das sichbare Endrohr, sondern noch zahlreiche weitere Bestandteile. Über dieses komplexe System werden die Abgase, die bei der Kraftstoffverbrennung entstehen, gefiltert und an die Umwelt abgegeben.

Bestandteile der Auspuffanlage

Der Abgaskrümmer ist dabei das eigentliche Verbindungsstück zwischen Verbrennungsmotor und Auspuff. Er ist direkt am Motor angebracht und leitet die durch die Kraftstoffverbrennung entstehenden Abgase in das Auspuffsystem. Er hat meist die Form eines einfachen, leicht gekrümmten Rohres, kann aber auch kompliziertere Strukturen aufweisen. Im Rennsport oder bei sportlichen und hochpreisigen Fahrzeugen finden sich etwa sogenannte Fächerkrümmer.

Der Katalysator - kurz Kat - ist wichtiger Bestandteil der Abgasanlage. Die Verbrennungsgase werden in diesem Kfz-Bauteil gefiltert und so weit wie möglich von schädlichen Bestandteilen befreit. Dies geschieht über chemische Umwandlungsprozesse innerhalb des Katalysatorgehäuses. Der sogenannte Drei-Wege-Katalysator (G-Kat) z. B. findet bei Fahrzeugen mit Ottomotor Anwendung.

Bei der Verbrennung in Dieselmotoren entsteht häufig ein großer Luftüberschuss. Der Restsauerstoff wird in sogenannten Dieseloxidationskatalysatoren sodann für die Oxidation von Kohlenstoffmonoxid und Kohlenwasserstoffen genutzt. Die Reduktion von Stickoxiden ist hingegen bei Dieselkats nicht möglich. Hierzu bedarf es zusätzlicher Einrichtungen wie beispielsweise Stickoxid-Speicherkatalysatoren. Aus diesem Grunde sind die steuerlichen Abgaben bei Dieselfahrzeugen in der Regel höher.

Bei Auspuffsystemen finden sich unterschiedliche Schalldämpfer, die die Mündungsgeräusche minimieren und so die Lärmemission senken sollen. Die einzelnen Elemente, sind dabei über das gesamte Rohrsystem der Abgasanlage verteilt. Es gibt Vorschall-, Mittelschall- und Endschalldämpfer.

Reflexionsschalldämpfer bestehen in der Regel aus mehreren Kammern, durch die der Schall hindurchgeht. Beim Absorptionsschalldämpfer wird der Abgasschall durch eine Kammer geleitet, die mit Materialien wie Glaswolle oder -fasern gefüllt ist. Diese porösen Strukturen absorbieren den Schalldruck - nehmen ihn auf - und die Lautstärke wird gemindert. Bei Fahrzeugen finden sich in der Regel parallel beide Systeme.

Sportschalldämpfer erfreuen sich vor allem im Tuningbereich großer Beliebtheit. Sie lassen besonders die tieferen Tonfrequenzen durch und erzeugen so einen sportlicheren Fahrzeugsound. Dieser wiederum erzeugt die subjektive Empfindung, dass die Leistung des Autos gesteigert sei. Insbesondere bei Motorrädern ist zudem ein sogenannter Dezibel- bzw. dB-Killer - auch dB-Eater oder -Absorber - im Sportschalldämpfer verbaut. Sie sind austauschbar, dürfen jedoch nicht komplett ausgebaut werden.

Darf ich den dB-Killer ausbauen?

Nein. Ohne dB-Killer ist der Auspuff in der Regel zu laut, weswegen er vorgeschrieben ist.

Das Vorhandensein von funktionsfähigen Abgasschalldämpfern ist im deutschen Straßenverkehr verpflichtend. Grund hierfür ist vor allem der Lärmschutz. Besonders für Tuner (oder auch Autoposer) ist jedoch der Umbau oder die Manipulation an den Schalldämpfern von Interesse. Viele möchten über derlei Anpassungen einen besseren Sound und tieferes Röhren der Fahrzeuge gestalten. Allerdings sollten Sie bei diesen Maßnahmen stets darauf achten, dass Sie die Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) einhalten. Andernfalls können Sie die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug verlieren.

Optische Veränderungen am Auspuff

Modifikationen am Fahrzeug sind im Bereich des Tunings zahlreich vertreten. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze - abhängig von der jeweiligen Zielführung. Neben leistungsorientierten und akustischen Veränderungen sind vielen Tunern auch optische Aspekte wichtig. In diesen Bereich fällt auch das Tuning des sogenannten Endrohrs - den eigentlich Auspuff. Dieser Teil ist bei der Abgasanlage der einzig eindeutig sichtbare. Normalerweise ist die serienmäßige Einrichtung der Anlagen eher unscheinbar. Aus diesem Grunde finden sich für Tuner auf dem Markt zahlreiche Möglichkeiten, die Optik ihres Fahrzeughecks zu verschönern.

Der einfachste Weg bei optischen Anpassung von Ihrem Kfz-Auspuff ist die Anbringung einer sogenannten Auspuffblende. Diese fungiert gewissermaßen als Maskierung für das eigentliche Endrohr und wird lediglich über dieses montiert. Hierbei sollten Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass die Blende nicht über das eigentliche Endrohrende am Auspuff übersteht. Dadurch wäre ein Verstoß gegen die festgelegten Fahrzeugmaße wahrscheinlich. Bei einem Verstoß gegen die zulässigen Abmessungen von Fahrzeugen - ohne entsprechende Erlaubnis - können ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg drohen.

Die Anbringung von einem Austauschendrohr ist eine weitere Möglichkeit der Änderung vom Auspuff. Hierbei wird das werkseigene Endrohr abgenommen und ein anderes Endrohr angeschweißt. In jedem Falle bedarf es bei der Änderung jedoch gewisser Voraussetzungen, um nicht die Betriebserlaubnis aufs Spiel zu setzen. Neben der Betriebszulassung für Fahrzeugteile benötigen Ersatzrohr und Blende ein beim Kauf beigefügtes Teilegutachten. Der Prüfer erstellt ein Prüfzeugnis, das darüber Auskunft gibt, dass alle Vorschriften eingehalten und der Anbau des Zubehörs entsprechend vorgenommen wurde. Das Gutachten sollte stets von einer namhaften und seriösen Prüforganisation stammen. Das Prüfzeugnis sollten Sie stets bei sich führen, wenn Sie mit Ihrem modifizierten Fahrzeug unterwegs sind. Das Fehlen einer entsprechenden Bescheinigung kann Sie nicht nur 10 Euro Verwarnungsgeld kosten, sondern auch den Verlust der Fahrzeugzulassung nach sich ziehen. Die Änderung bei der Anbringung eines neuen Endrohrs muss jedoch durch TÜV, DEKRA o.a. abgenommen werden. Besonders auch die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zum Lärmschutz muss mittels eines Prüfzeugnisses nachgewiesen sein.

Sportauspuff und seine Auswirkungen

Wenn im Tuning von einem Sportauspuff die Rede ist, dann ist zumeist nur der Endtopf gemeint. Der Sportauspuff ist beim Tuning besonders beliebt. Er garantiert einen satteren Sound und soll gar die Leistung des Fahrzeuges steigern. Um dieses Ziel jedoch wirklich zu erreichen, bedarf es in der Regel des Wechsels des gesamten Systems gegen Sportauspuffanlagen. Das macht sie widerstandsfähiger und auch die Ableitung der entstehenden Wärme ist optimiert. Zudem sind die Endrohre oftmals angebohrt wodurch der Luftdruck in dem Rohrsystem insgesamt gemindert ist.

Der Austausch einzelner Komponenten der Auspuffanlage von Fahrzeugen ist dabei in den seltensten Fällen sinnvoll. Die Fahrzeughersteller haben diese nämliche zumeist auf die jeweiligen Motoren angepasst und dahingehend optimiert. Der Sportauspuff sollte daher im Ganzen neu montiert werden. Der Umstieg auf den Sportauspuff (i. S. v. Endtopf) ist in der Regel unkompliziert. Solange die notwendigen Belege - vor allem ABE und Teilegutachten - beigefügt sind, dürfen Sie die Vorrichtung montieren. Die Abnahme des Anbaus kann möglich sein. Doch ist die leistungssteigernde Wirkung dadurch verringert, dass das restliche Auspuffsystem und neuer Endtpf nicht ideal aufeinander abgestimmt sind. So ist eine tatsächlich Steigerung der Motorenleistung kaum spürbar.

Manipulationen am Katalysator

Doch seien Sie gewarnt: Derartige Veränderung sind illegal. Sowohl Manipulationen an zulässigen Bauteilen als auch selbstgebaute Ersatzteile sind laut StVZO nicht zulässig. Immer häufiger stellen die zuständigen Prüforganisationen fest, dass viele Fahrzeughalter den eigentlichen Katalysator ausbauen und zum Teil sogar gegen Attrappen austauschen. Die Grenzwerte in Deutschland liegen jedoch so hoch, dass die Feststellung von Manipulationen am Katalysator im Rahmen der Abgasuntersuchung (AU) - mittlerweile Teil der Hauptuntersuchung (HU) - nur schwer feststellbar sind. Dennoch können Verstöße und die besondere Luftverschmutzung zu Sanktionen führen. Selbst durch den erhöhten Schadstoffausstoß halten derart getunte Fahrzeuge die gesetzlichen Bestimmungen zumeist noch ein.

Über den Ausbau des Katalysators soll der Luftwiderstand im Abgaskreislauf verringert werden. Die Kolben des Motors müssen dann nicht mehr so viel Arbeit leisten, um die Verbrennungsgase zum Auspuff abzuleiten. Neben dem Verlust der Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug und der Nutzungsuntersagung kann Ihnen auch das Finanzamt zu Leibe rücken. Ein Steuerverfahren ist in derlei Fällen häufige Konsequenz. Dadurch ist der Tatbestand der Steuerhinterziehung nach § 370 der Abgabenordnung (AO) gegeben: Sie haben eine geringere Kfz-Steuer abgeführt, als aufgrund der veränderten Schadstoffklasse Ihres getunten Autos anzusetzen gewesen wäre.

Dieses Auspuff-Tuning ist besonders häufig bei Mopedfahrern anzutreffen. Doch auch Autofahrer greifen auf diesen Trick zurück. Im Vordergrund des Schalldämpfer-Tunings steht insbesondere die akustische Anpassung des Fahrzeuges. Der Sound soll sportlicher, voller und satter werden. Durch die Verminderung des Luftwiderstands durch schalldurchlässigere Dämpfermodelle verringert sich auch die aufzubringende Kraft der Kolben beim Einpressen der Abgase in das Auspuffleitsystem.

Lärmschutzbestimmungen

Im Jahre 2013 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Geräusch-Grenzwerte innerhalb der Europäischen Union schrittweise zu drosseln. Bis zum Jahre 2028 sollen dann nur noch Neufahrzeuge mit einem Lärmausstoß von maximal 68 Dezibel zugelassen werden können. Diese gesetzlichen Bestimmungen betreffen jedoch nur die Neuwagenproduktion. Heutzutage liegt der deutschlandweite Grenzwert des Lärmausstoßes durch Kraftfahrzeuge bei 74 Dezibel.

Doch warum ist der Lärmschutz von so großem Interesse für die Gesellschaft? In den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Studien aufgezeigt, dass dauerhafter und enormer Lärm die Menschen auf Dauer krank machen kann. Mittlerweile finden sich jedoch auch umfangreiche Untersuchungen, die den Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit wesentlich weniger Bedeutung zumessen. Doch besonders Menschen, die im Einzugsgebiet von Flugzeugen bzw. an Bahnstrecken leben oder an Hauptverkehrsstraßen wohnen, können subjektiv nachempfinden, dass durch Lärm Stress entstehen kann. Besonders wenn rund um die Uhr zahlreiche Lärmquellen auf sie einprasseln. Die Schmerzgrenze liegt in der Regel bei 130 Dezibel.

Motorradauspuff und dB-Killer

Motorräder sind aufgrund der geringeren Maße in vielerlei Hinsicht anders gebaut als mehrspurige Fahrzeuge. Auch der Auspuff beim Motorrad ist dabei oft anders aufgebaut. Der Endschalldämpfer ist in der Regel im Endrohr integriert. Diese sind - ähnlich wie bei Autos - oftmals durch Löcher in der Außenhülle gekennzeichnet. Die Akustik beim Abgasausstoß wird so verstärkt. Doch auch hier gilt es zahlreiche Aspekte zu beachten - besonders in Bezug auf den sogenannten dB-Killer. Diese Vorrichtung ist im Sportschalldämpfer verbaut und passt die Lautstärke der Vorrichtungen an die Vorschriften der StVZO an. Sie dürfen den Sportschalldämpfer in der Regel an Ihrem Motorrad anbringen, jedoch nicht weiter manipulieren. Das bedeutet, dass auch der Ausbau vom dB-Killer nicht zulässig ist. Die so erzeugte Lautstärke würde gegen die erlaubten Grenzwerte verstoßen.

Fahren ohne dB-Eater? Die Strafe kann hoch sein

Neben Fahren ohne Betriebserlaubnis - mit einem Bußgeld von 50 Euro veranschlagt - kommt auch ein Verstoß gegen den Lärmschutz hinzu, für denin der Regel meist weitere 10 Euro fällig sind. Achten Sie beim Kauf eines Sportschalldämpfers für Ihr Motorrad daher stets darauf, dass die entsprechenden Bescheinigungen beigelegt sind. Hierzu gehören insbesondere die ABE und ein Gutachten für Fahrzeugteile. Die Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile sollten Sie stets bei sich führen, um bei einer möglichen Kontrolle die notwendigen Belege stets zur Hand zu haben. Haben Sie an Ihrem Motorrad einen Auspuff ohne entsprechende ABE montiert drohen ebenfalls Strafen. Das Teilegutachten müssen Sie bei TÜV, DEKRA und Co. vorzeigen um die Änderung an Ihrem Fahrzeug abnehmen zu lassen. Der Prüfer untersucht das Bauteil hinsichtlich der korrekten Anbringung am Fahrzeug und der korrekten Funktionsweise.

Fahren Sie ein Motorrad ohne dB-Killer?

Tuning-Fans, die den dB-Killer ausbauen, wollen vor allem eines dadurch erreichen: einen satteren Auspuff-Sound. Das Tuning soll jedoch auch noch eine Leistungssteigerung mit sich bringen. Doch wie schon in diesem Bereich ist die tatsächliche Steigerung der Motorenleistung, wenn Sie ohne dB-Killer fahren, nur gering. Die drohende Nutzungsuntersagung ist so kaum gerechtfertigt. Wenn der sattere und sportlichere Sound dem Fahrer suggeriert, dass sein Gefährt wesentlich kräftiger ist, so macht eben dieser auch die Polizeibeamten schnell hellhörig. Ein Verstoß gegen den Lärmschutz ist leicht auch schon mit bloßen Ohren wahrzunehmen. Widerstehen Sie daher dem Drang, an Ihrem Motorrad den Auspuff unbegrenzt lauter machen zu wollen. Sind ABE und Gutachten mit entsprechendem Prüfzeugnis vorliegend, so ist auch das Tuning der Auspuffanlagen zulässig. Weitere Manipulationen an den einzelnen Bestandteilen führen jedoch dazu, das die Belege nichtig sind. Lassen Sie sich sicherheitshalber in einer professionellen und seriösen Tuning-Werkstatt beraten.

Was passiert, wenn man ohne Kat fährt?

Der Katalysator soll die Abgase, welche ein Verbrennungsmotor erzeugt, nachbehandeln. Dadurch lässt sich die Schadstoffemission im Abgas deutlich reduzieren. Ist kein Kat vorhanden, gelangen die Schadstoffe ungefiltert in die Luft, was wiederum schlecht für die Umwelt ist. Rein technisch ist das Fahren ohne Kat möglich. Allerdings ist das in Deutschland verboten, sodass keine Werkstatt dieses Teil ausbauen wird.

Daher droht Ihnen, wenn Sie ohne Kat fahren, eine Strafe in Form eines Bußgeldes von 90 Euro. Zudem ist es möglich, dass ein Strafverfahren gegen Sie eingeleitet wird. Es ist rechtlich umstritten, ob das Fahren ohne Kat eine Steuerhinterziehung darstellt oder nicht. Sollte ein entsprechendes Verfahren gegen Sie eingeleitet werden, empfiehlt es sich, einen Anwalt für Steuerrecht zu konsultieren.

Kraftfahrzeuge produzieren Schadstoffe, wenn sie im Straßenverkehr betrieben werden. Daher gibt es allerhand Vorgaben, um den Schadstoffausstoß so weit wie möglich einzudämmen. Dieser soll die Schadstoffe chemisch umwandeln und dafür sorgen, dass die Umwelt in einem deutlich geringeren Maße belastet wird. Gerade in der Tuning-Szene kann es vorkommen, dass der Katalysator ausgebaut wird. Dadurch soll die Motorleistung verbessert werden.

Wichtig: Zwar kann man ohne Katalysator fahren, allerdings ist dieser gesetzlich vorgeschrieben. Doch welche konkreten Sanktionen erwarten Sie, wenn Sie dabei erwischt werden, wie Sie ohne Kat fahren? Zum einen wird ein Bußgeldverfahren gegen Sie eingeleitet. Eine Fahrt ohne Katalysator kann allerdings auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der Kat ist nämlich ein wichtiges Kriterium, um zu berechnen, wie hoch die Kfz-Steuer für ein Fahrzeug ausfällt. Ist dieser nicht mehr vorhanden, stimmt auch der Steuersatz nicht mehr. Dadurch kann der Vorwurf der Steuerhinterziehung im Raum stehen. Für diese Straftat droht eine Freiheits- oder Geldstrafe.

Euro 5+ für Motorräder ab 2025

Ab 1. Januar 2025 kann kein Motorrad unterhalb von Euro 5+ mehr erstmals neu zugelassen werden. Ausnahmen für "auslaufende Serien" gibt es; sie müssen aber vom Hersteller, vom Händler oder einer Privatperson beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragt werden und umfassen nur sehr begrenzte Stückzahlen, die dann noch bis Ende 2026 neu zugelassen werden können.

In der zweiten Jahreshälfte von 2024 könnte es für Schnäppchenjäger interessant werden. Denn der Motorradhandel kommt dann in Zugzwang: Euro 5-Modelle ohne +-Zusatz (ersichtlich aus Punkt 14 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 und der für die Erstzulassung wichtigen Konformitätserklärung CoC) müssen vom Hof. Was zum Beispiel durch Rabattaktionen oder eben durch vermehrt angebotene Tageszulassungen beschleunigt werden kann.

Modelle, bei denen sich die Nachrüstung und Neu-Homologierung nach der neuen Norm nicht mehr lohnt, lassen die Hersteller bei der Gelegenheit auslaufen. Sie werden dann schlicht nicht mehr erhältlich sein.

Modelle, die die Euro 5+-Norm bereits erfüllen, sind äußerlich an den 2 Lambdasonden erkennbar - eine vor und eine nach dem Katalysator.

Was beinhaltet die Euro 5+ eigentlich?

Per Onboard-Diagnose-System (OBD) II müssen alle abgasrelevanten Faktoren neuer Motorräder elektronisch überwacht und hinterlegt werden. Sie können dann im Falle einer Fehlfunktion, angezeigt durch Aufleuchten der Motorkontrolle, über eine normierte Schnittstelle ausgelesen werden - wichtig für die Werkstatt.

Woran erkenne ich, ob ein Motorrad Euro 5+ erfüllt?

Modelle, die die Euro 5+-Norm bereits erfüllen, sind unter anderem äußerlich an den 2 Lambdasonden erkennbar - eine vor und eine nach dem Katalysator, da ein defekter Kat vom Diagnosesystem erkannt werden muss.

Realistischere Fahrgeräuschmessung ab Euro 5+

Euro 5+ schreibt das per UN-Verordnung bereits 2023 geänderte Prüfverfahren bei der Bestimmung des maximalen Fahrgeräusches vor. Dessen zulassungsrelavantes Limit bleibt zwar 77 dB(A). Deren tatsächliche Einhaltung wird aber durch das noch realistischer gewordene Prüfverfahren ASEP 2.0 weitaus besser überwacht.

Wann kommt Euro 6 für Motorräder?

2028 könnte es so weit sein. Und zwar mit einer ABS-Pflicht für Leichtkrafträder und einer Absenkung des Fahrgeräuschgrenzwerts neuer Motorräder.

Schlüsselnummern und Katalysatorpflicht

Wenn im Fahrzeugschein die letzten beiden Ziffern im Feld 14.1 12 oder weniger betragen, benötigt man keinen Katalysator. Ganz richtig ist eigentlich die Schlüsselnummer. Da will ich aber gar nicht näher drauf eingehen, weil es für dich mit der CBR125R mit Euro-3 Abgasnorm keine Rolle spielt. Wenn dein Zweirad einen Katalysator hat - und den hat es, wenn es sich dabei nicht um ein sehr altes Fahrzeug handelt - dann darf man den auch nicht ausbauen. Machst du es dennoch, dann erlischt die Betriebserlaubnis - das auch mit einem Zubehör-Auspuff ohne Katalysator.

TÜV NORD Mobilität informiert: Welche Austauschschalldämpfer darf ich nutzen? (02.06.2006)

Für Motorräder, die serienmäßig mit Katalysator ausgerüstet sind, dürfen auch EG-genehmigte Austauschschalldämpfer ohne Katalysator verwendet werden. Dies geht aus der EU-Gesetzgebung hervor und gilt, obwohl sich das Abgasverhalten durch den fehlenden Katalysator häufig verschlechtert. Motorradfahrer dürfen nach wie vor alle Schalldämpferanlagen mit einer EG-Typgenehmigung kaufen und verwenden, sofern sie für den betreffenden Motorradtyp zugelassen sind.

Bei allen neuen Schalldämpferanlagen, die eine EG-Typgenehmigung erhalten sollen, ist allerdings zu berücksichtigen, dass die EG-Richtlinie zur Genehmigung von Austauschschalldämpfern aktuell um den Prüfpunkt „Abgasverhalten“ erweitert worden ist. „Schalldämpferanlagen mit Katalysator und geprüftem Abgasverhalten sind nun durch Ziffern, die der vierstelligen Genehmigungsnummer folgen, erkennbar. Diese Ziffern sind jeweils in einem Kreis angeordnet“, erklärt Roger Eggers, Motorrad-Fachmann bei TÜV NORD Mobilität.

Die Abgasuntersuchung (AUK) an Motorrädern, die serienmäßig einen geregeltem Katalysator haben, aber mit einem Austauschschalldämpfer ohne Kat ausgerüstet sind, nehmen die Mobilitätsberater wie folgt vor:

  • Bei Abgaseinstufung bis Euro 2: Abgasprüfung im Leerlauf wie bei Krad ohne Kat: maximal zulässiger CO-Wert 4,5 Vol. %
  • Bei Abgaseinstufung ab Euro 3: Abgasprüfung im erhöhten Leerlauf: Maximal zulässiger CO-Wert 0,3 Vol. % (oder Vorgabe des Motorradherstellers)

Motorräder bis zur Abgaseinstufung Euro 2 sind im alten Fahrzeugschein in Ziffer 1, 2. Zeile durch die Schlüsselnummern 00, 09 und 10 gekennzeichnet und im neuen Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) unter Feld 14.1 mit 020, 029 und 0210 beschrieben.

Trotz dieser Möglichkeit, empfiehlt TÜV NORD Mobilität Motorradfahren, deren Motorrad serienmäßig mit Katalysator ausgerüstet ist, nur noch Austauschschalldämpfer mit Katalysator zu verwenden: „Damit ist man auch künftig auf der sicheren Seite und trägt außerdem zum Schutz der Umwelt bei“, so Eggers.

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