Ken Jebsen und die Kontroversen um seine Auftritte

In den vergangenen Jahren sorgte der deutsche Ex-Radiomoderator Kayvan Soufi-Siavash, besser bekannt als Ken Jebsen, immer wieder für Kontroversen. Seine Auftritte und Vorträge, in denen er Verschwörungstheorien verbreitet und пропаганда anprangert, stießen auf Kritik und Ablehnung.

Auftritt in Dormagen

Am Sonntagabend, dem 27. Oktober, sprach Kayvan Soufi-Siavash in Dormagen. Mehr als 300 Interessierte kamen, um seinen Vortrag zu hören. Bürgermeister Lierenfeld zeigte sich im Nachgang zufrieden, dass es seiner Kenntnis nach keine Auseinandersetzungen in der Nähe des Veranstaltungsortes gegeben habe.

Lierenfeld bedauerte allerdings, dass es überhaupt so weit gekommen war, dass Soufi-Siavash in Dormagen einen Veranstaltungsort buchen konnte. Michael Dries, Vorsitzender der Dormagener SPD-Fraktion, betonte, es sei seiner Partei wichtig gewesen, sich kritisch zur Veranstaltung zu äußern.

„Soufi-Siavash ist dafür bekannt, dass er mit seinen Aussagen Misstrauen in die Demokratie und ihre Institutionen säht. Und in der Stimmung, die momentan im Land herrscht, könnte das auf fruchtbaren Boden fallen.“

Veranstaltungen im Alten Erbkrug in Godensholt

Im Alten Erbkrug in Godensholt (Landkreis Ammerland) fanden in den vergangenen Wochen Veranstaltungen von Coronaleugnern und Verschwörungsideologen statt. Vor kurzem hielt der bekannte Querdenker Ken Jebsen, gegen den es Antisemitismusvorwürfe gibt, einen Vortrag.

Die Inhaber der Gaststätte, Annegret und Bernd Rothenburg, haben nun alle geplanten Vorträge abgesagt, wie die NWZ berichtete. Matthias Huber (SPD), Bürgermeister von Apen, sei „natürlich besorgt“, wenn im Erbkrug „Verfassungsfeinde, Verschwörungsideologen und Antisemiten“ zusammenkämen.

Hinweise auf strafrechtliche Inhalte liegen hingegen nicht vor, sagt ein Sprecher der Polizei Oldenburg-Stadt/Ammerland. Auch wenn die Veranstaltungen auf dem Portal „Krasser Guru“ nicht mehr zu finden sind, die NWZ hatte Einsicht darauf.

Pax Terra Musica Festival

Ein weiteres Beispiel für Jebsens umstrittene Auftritte ist seine Teilnahme am Festival „Pax Terra Musica“. Unter den Gruppen, denen das „Pax Terra Musica“ eine Plattform bietet, finden sich etliche Mitglieder einer deutschlandweiten Szene, in der sich Verschwörungstheoretiker, esoterische Hetzer und Israel-Hasser tummeln.

Der Veranstalter des „Pax Terra Musica“ möchte sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich äußern. Allerdings ist Malte Klingauf selbst kein Unbekannter in der Szene. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden sind für das Wochenende eine Menge Konzerte geplant.

Zu den Unterstützern dieses Plans gehört auch der ehemalige RBB- Moderator Ken Jebsen. Seine umstrittene Internetplattform „Ken.FM“ wird ebenfalls bei „Pax Terra Musica“ vertreten sein.

Verschwörungstheorien und Antisemitismusvorwürfe

Erich Hambach, einer der prominenteren Redner des „Pax Terra Musica“, nennt sich selbst „Querdenker, Finanzexperte und Wahrheitsforscher“. Zudem wird Ken Jebsen selbst Antisemitismus vorgeworfen.

Jebsen bestreitet, Antisemit zu sein. Seine Überzeugung, die Mächtigen der USA würden von Menschen mit jüdischen Wurzeln gesteuert, deren Ziel die „Schaffung eines israelischen Großreichs“ sei, hält er nicht für judenfeindlich. In einem aktuellen Video vermutet Jebsen, die Proteste des sogenannten Womens March seien vom jüdischen Investor George Soros gelenkt worden.

Engagement gegen die Vereinnahmung der Friedensbewegung von Rechts

Es gab auch Bemühungen, zu verhindern, dass die Friedensbewegung von rechten Strömungen vereinnahmt wird. Wir haben uns unter anderem wegen den über Ramstein gesteuerten, weltweiten Drohneneinsätzen und der Vernetzung von Militärbasen zur Sicherung der weltwirtschaftlichen Ressourcen an Stop Airbase Ramstein 2017 beteiligt.

Dass einer Person wie Ken Jebsen bei Stop Airbase Ramstein 2017 eine Plattform geboten wird, wurde vom Organisationskomitee unterschlagen und war uns deshalb vorab nicht bekannt. Wir sind in der Rückschau auf Stop Airbase Ramstein 2017 zu der Überzeugung gelangt, dass Jebsens Auftritt bewusst verschwiegen wurde, er erschien selbst auf der internen Redeliste nicht.

Wir konnten jedoch nicht verhindern, dass Personen wie Daniele Ganser und Ken Jebsen bei Stop Airbase Ramstein 2017 sprechen durften.

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