Das Anbringen eines Kennzeichens am Motorrad ist ein wichtiger Schritt, der sowohl die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als auch ästhetische Aspekte berücksichtigt. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung zur Montage von Motorradkennzeichen, einschließlich der geltenden Vorschriften, verschiedener Befestigungsmethoden und praktischer Tipps zur Auswahl der passenden Halterung.
Kennzeichen: Ausgestaltung und Anbringung
§ 12 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) schreibt genau vor, welche Vorschriften bei der Anbringung von Kennzeichen zu befolgen sind. Diese Vorschriften gelten nicht nur für übliche Nummernschilder, sondern auch für besondere Kennzeichen und rote Händlerkennzeichen.
Jeder Fahrzeughalter muss sein Kennzeichen sichtbar anbringen. Die Sichtbarkeit eines Kfz-Kennzeichens muss unter allen Umständen gewährleistet sein. Es darf durch nichts verdreckt oder dauerhaft verschmutzt sein und muss reflektieren, darf aber nicht spiegeln. Jedes Nummernschild muss vollständig dem Normblatt DIN 64069 entsprechen, welches die Größenvorgaben für alle Kennzeichenvarianten festlegt.
Der Halter eines Kraftfahrzeugs muss auf der Vorder- und Hinterseite des betreffenden Gefährts ein Kennzeichen anbringen. Die Autonummer auf der Hinterseite muss zudem mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein, die das Kennzeichen bis auf 20 Meter Entfernung erkennbar macht. Auch Höhe und Winkel einer Kennzeichenbefestigung wird in § 12 FZV festgelegt.
FAQ: Kennzeichen anbringen
Hier sind einige häufig gestellte Fragen zur Anbringung von Kennzeichen:
- Worauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Kennzeichen anbringen? Das Kennzeichen darf durch nichts verdeckt oder beschmutzt sein und muss mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein.
- Welche Möglichkeiten gibt es bei der Kennzeichenanbringung? Die gängigste Methode ist die Verwendung einer Kennzeichenhalterung. Alternativ können magnetische Schilder, Kennzeichen mit Klettbändern oder die altmodische Methode mit Schrauben verwendet werden.
Wie lässt sich ein Kennzeichen befestigen?
Die Art und Weise, wie Halter ein Kennzeichen anbringen sollen, ist im Gesetz nicht genau festgeschrieben. Es muss lediglich fest sein, sodass sich jedem Kfz-Besitzer verschiedene Möglichkeiten bieten.
Kennzeichenhalterung
Ein Kennzeichenhalter hat den Vorteil, dass einzelne Kennzeichen leicht angebracht und ausgetauscht werden können. Zudem sind keine extra Schrauben am Nummernschild erforderlich.
Direktes Anschrauben
Hierbei werden Löcher in das Schild gebohrt, nachdem der Abstand der Bohrpunkte genau festgelegt wurde. Diese Festlegung muss besonders gewissenhaft erfolgen, damit das Kennzeichen später gerade und fest am Auto sitzt. Vorteil: Autonummern sind auf diese Weise sicher am Fahrzeug befestigt. Nachteil: Das Auswechseln eines Schilds ist recht zeitintensiv.
Alternative Methoden
Es gibt magnetische Schilder und Kennzeichen mit Klettbändern. Entsprechend werden Schilder aus Kunststoff schon in der Herstellung mit einem textilen Flausch auf der Rückseite versehen. Fahrer können diese Kennzeichen mit speziellen Verschlüssen dann einfach am Auto montieren. Es muss eine Außentemperatur von über 15 °C herrschen, wenn ein Fahrzeugbesitzer ein Nummernschild mit Klettband anbringen möchte - nur dann verbinden sich die Pads richtig mit der Oberfläche. Vorteil: Kennzeichen lassen sich schnell wechseln. Nachteil: Schilder können je nach Material durch häufiges Wechseln verbiegen.
Individuelle Lösungen und Tipps
Manchmal sind die Standardlösungen nicht ideal, besonders wenn Bohrungen durch TÜV- oder Landkreisstempel verlaufen würden. In solchen Fällen kann man individuelle Lösungen in Betracht ziehen:
Verstärkung mit Aluminiumblech
Eine dünne Tafel Aluminiumblech wird als Verstärkung auf die Rückseite des Kennzeichens verpasst, da sich das Kennzeichenblech leicht verbiegen lässt.
- Aluminiumblech im Baumarkt besorgen (20 cm x 100 cm).
- Zuschnitt auf 18 cm x 20 cm mit einer Flex und Metalltrennscheibe.
- Ecken abrunden und entgraten.
- Gewindeeinschlaghülsen (M6) in das Blech einsetzen und verkleben.
- Blech und Kennzeichen mit Montagekleber oder Silikon verbinden.
Motorrad-Kennzeichen: Besonderheiten
Für das Anbringen von Motorrad-Kennzeichen bzw. Motorrad-Kennzeichenhalter gibt es spezielle Vorschriften. Auf Motorrad-Kennzeichen dürfen höchstens acht Zeichen stehen: Bis zu drei Buchstaben in der oberen Zeile und maximal fünf Zahlen und Buchstaben in der unteren Zeile. Die Zeichenbegrenzung gilt auch für Sonderkennzeichen wie das E-Kennzeichen für Elektro-Motorräder oder das H-Kennzeichen für Oldtimer-Motorräder. Wer ohne Motorrad-Kennzeichen fährt oder es nicht ordnungsgemäß bzw. gut lesbar anbringt, riskiert bei einer Verkehrskontrolle ein Bußgeld.
Motorrad-Versicherung
Genauso wie das Kennzeichen ist eine Motorrad-Versicherung für jedes Bike in Deutschland Pflicht. Als Basisschutz ist Kfz-Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. Je nach persönlichem Absicherungsbedarf und Alter bzw. Wert der Maschine kann sich zusätzlich eine Kaskoversicherung lohnen.
Wunschkennzeichen
Ob Ihr Motorrad-Wunschkennzeichen noch frei ist, prüfen Sie auf der Webseite der für Sie zuständigen Kfz-Zulassungsstelle. Ist die gewünschte Zahlen-Buchstaben-Kombination verfügbar, können Sie das Wunschkennzeichen reservieren.
Wichtig: Nummernschilder für Krafträder dürfen nur an Krafträdern montiert werden.
Bußgeldtabelle zu § 12 FZV
Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Sanktionen bei falscher oder fehlender Kennzeichenanbringung:
| Verstoß | Bußgeld |
|---|---|
| Fahren ohne Kennzeichen | 60 Euro |
| Kennzeichen nicht ordnungsgemäß angebracht | 10 Euro |
| Kennzeichen verdeckt oder verschmutzt | 5 Euro |
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