Die Sicherheit auf zwei Rädern hängt maßgeblich von der Bremsanlage ab. Motorrad Bremsbeläge sind dabei ein entscheidendes Element, das oft unterschätzt wird. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Arten von Bremsbelägen für Motorräder und erläutert, worauf man beim Kauf achten sollte. Egal ob für den sportlichen Einsatz oder für lange Touren, die richtige Wahl kann den Unterschied ausmachen.
Was sind Motorrad Bremsbeläge?
Motorrad Bremsbeläge sind essentielle Komponenten der Bremsanlage. Sie sorgen dafür, dass das Motorrad sicher und effizient zum Stillstand kommt. Bremsbeläge bestehen in der Regel aus einer Verbundstruktur, die aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt ist, darunter organische, semi-metallische und keramische Komponenten.
- Organische Bremsbeläge: Diese sind aus natürlichen Materialien wie Gummi, Harz und Kevlar gefertigt. Sie bieten eine gute Bremsleistung bei niedrigen Temperaturen, sind jedoch weniger haltbar bei intensiver Nutzung.
- Semi-metallische Bremsbeläge: Diese kombinieren Metallpartikel mit organischen Materialien. Sie bieten eine konstante Bremsleistung unter verschiedenen Bedingungen und zeichnen sich durch eine gute Wärmeableitung aus.
- Keramische Bremsbeläge: Diese bieten eine hervorragende Bremskraft und halten auch hohen Temperaturen stand.
Bei der Betätigung der Bremse kommt es zu einem engen Kontakt zwischen den Bremsbelägen und der Bremsscheibe. Der Druck, der auf den Bremshebel ausgeübt wird, aktiviert den Bremssattel, der die Bremsbeläge gegen die Scheibe drückt. Diese Reibung erzeugt die notwendige Verzögerung, um das Motorrad abzubremsen.
Der Verschleiß von Bremsbelägen ist unvermeidlich. Faktoren wie Fahrstil, Einsatzbereich und Material beeinflussen die Lebensdauer. Regelmäßige Inspektionen sind entscheidend, um die Bremsleistung zu gewährleisten.
Montage und Einfahren
- Montage: Es ist wichtig, die Bremsbeläge gemäß Herstelleranleitung einzubauen.
- Einfahren: Neue Bremsbeläge benötigen eine Einfahrzeit, um optimale Leistung zu erreichen.
Motorrad-Bremsbeläge Vergleich 2025
Hier ist eine Übersicht der besten Motorrad-Bremsbeläge im Vergleich:
| Modell | Vergleichsergebnis | Kundenwertung bei Amazon | Preisvergleich | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trw Lucas MCB704SV | Sehr gut | 35 Bewertungen | Preisvergleich | Mehrere Motorradtypen | 2er-Set, keine Einbremszeit nötig, ABE inklusive | Kein TÜV |
| Trw Lucas MCB669SV | Sehr gut | 9 Bewertungen | Preisvergleich | Mehrere Motorradtypen | 2er-Set, keine Einbremszeit nötig, ABE inklusive | Kein TÜV |
| Trw MCB792SV | Sehr gut | 19 Bewertungen | Preisvergleich | Mehrere Motorradtypen | 2er-Set, keine Einbremszeit nötig, ABE inklusive | Nicht für hinten geeignet |
| Brembo 07KA13.SA | Sehr gut | 4 Bewertungen | Preisvergleich | Mehrere Motorradtypen | 2er-Set, keine Einbremszeit nötig, ABE inklusive | Kein TÜV |
| Brembo 07BB37SA | Sehr gut | Noch keine Bewertungen | Preisvergleich | Mehrere Motorradtypen | Keine Einbremszeit nötig, ABE inklusive | Nicht für hinten geeignet |
| Trw MCB707SH | Gut | 191 Bewertungen | Preisvergleich | BMW | Auf allen Stahlscheiben nutzbar, vollmetallischer Sinterbelag, TÜV-geprüft | Kein KBA |
| Sommet LT226-226-174 | Gut | 87 Bewertungen | Preisvergleich | Honda CB 600 F Hornet | Für vorne und hinten geeignet, keine Einbremszeit nötig, besonders dicke Bremsklötze | Kein KBA |
Detaillierte Betrachtung ausgewählter Bremsbeläge
Trw Lucas MCB704SV
Der Hersteller TRW bietet mit seinen Motorrad-Bremsbelägen ein Produkt an, das mit einer allgemeinen Betriebserlaubnis ausgestattet ist. Diese müssen beim Einbau nicht extra eingetragen werden. Im Set sind zwei Bremsbeläge enthalten, die für das Vorderrad bestimmt sind. Ebenfalls positiv ist, dass sie keine Einbremszeit benötigen. Allerdings sind sie mit 7,9 mm relativ dünn und nutzen sich somit schneller ab, als einige andere Produkte.
Trw Lucas MCB669SV
Der TRW Lucas MCB669SV Scheibenbremsbelag ist eine ausgezeichnete Wahl für Fahrzeugbesitzer, die hohe Ansprüche an ihre Bremsleistung stellen. Dieser speziell für Sport- und Bigbikes konzipierte Bremsbelag zeigt seine Stärken vor allem im normalen Straßen- und Tourenbetrieb. Ein herausragendes Merkmal ist die Verzögerungswirkung, die für eine verbesserte Sicherheit und Kontrolle während der Fahrt sorgt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Belag keine Einbremszeit benötigt. Es ist zu beachten, dass dieser Belag für den hinteren Teil des Fahrzeugs nur bei Custom-Bikes empfohlen wird.
Trw MCB792SV
Die Lucas TRW Sinter MCB792SV Bremsbeläge vorne sind eine ausgezeichnete Wahl für Ducati Multistrada 1200 / S Modelle von 2015 bis 2017. Diese Bremsbeläge zeichnen sich durch bewährte TRW-Lucas-Qualität und eine hohe Haltbarkeit aus, dank des robusten Sintermaterials. Ein wichtiger Vorteil dieser Bremsbeläge ist ihr hoher Reibwert, der eine hervorragende Bremsleistung gewährleistet. Sie sind auf fast allen Bremsscheiben einsetzbar, was ihre Vielseitigkeit unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist die Empfehlung, diese Beläge nur zu verwenden, wenn bereits Sinter-Beläge in der Erstausrüstung verbaut waren. Diese Bremsbeläge sind bedingt auch im Rennsport einsetzbar, da sie eine Hitzeresistenz bis zu 400 °C bieten.
Brembo 07KA13.SA
Die Brembo Bremsbeläge Typ SA zeichnen sich durch eine Dicke von 8,1 mm aus, was im Vergleich zu den dickeren gehört. Mit einem Gewicht von 200 g sind sie für das Vorderrad in einem 2er-Set erhältlich. Gut gefällt, dass keine Einbremszeit nötig ist. Sie verfügen über eine inkludierte ABE. Preislich liegen sie im oberen Drittel im Vergleich.
Brembo 07BB37SA
Wer Motorrad-Bremsbeläge mit allgemeiner Betriebserlaubnis sucht, sollte sich die 07BB37SA von Brembo ansehen. Es handelt sich um einen Bremsbelag für das Vorderrad. Eine Einbremszeit benötigt das Produkt nicht, was positiv ist. Da sie nach dem KBA ebenfalls zugelassen wurden, eignen sie sich zum Motorradfahren im gesamten EU-Raum. Es wird empfohlen, die Bremsbeläge somit für Motorradfahrer, die Deutschland häufiger verlassen.
Sommet LT226-226-174
Die Sommet-Motorrad-Bremsbeläge für Honda CB 600 F Hornet besitzen keine ABE, KBA oder TÜV-Gutachten. Trotzdem sind sie für beide Bremsen geeignet, ohne Einbremszeit. Die deutlich dickeren Bremsklötze sorgen für verbesserte Leistung. Ein besonderer Hinweis ist der günstige Preis im Vergleich, jedoch sollte man die fehlenden Gutachten beachten.
Motorrad-Bremsbeläge-Kaufberatung
Die wohl wichtigste Entscheidung, wenn Sie einen Bremsbelag für das Motorrad kaufen wollen, ist die Kategorie des Materials. Hierbei unterscheidet man hauptsächlich in zwei Arten: organische oder Sinter-Motorrad-Bremsbeläge.
Organische Bremsbeläge
Der Begriff „organisch“ ist im Zusammenhang mit Bremsklötzen etwas irreführend, denn diese sind nicht aus natürlichem Material hergestellt. Vielmehr bestehen organische Bremssteine meist aus einer Mischung von Gummi-, Glas- und anderen Fasern. Diese werden mit Harzen zu Bremsklötzern verklebt. Diese Art von Bremsbelägen ist eine einfache, damit aber auch kostengünstige Bremsstein-Variante, die dennoch als zuverlässiger Standard gilt.
Aufgrund des weicheren Materials beanspruchen organische Bremsbeläge die Bremsscheibe nicht so stark wie halbmetallische Bremsklötze. Das kommt wiederum der Haltbarkeit der Bremsscheiben zugute. Doch Achtung: Organische Motorrad-Bremsbeläge müssen Sie einfahren. Genauer gesagt, müssen diese eingebremst werden. Das bedeutet, dass Sie bei erstmaliger Benutzung die Bremse auf den ersten 50 km sanfter betätigen sollten. Auch bei jeder weiteren Fahrt ist es empfehlenswert, die organischen Bremsbeläge zwei- bis dreimal einzubremsen.
Sinter Bremsbeläge
Während organische Bremsklötze zum Standard für die Straßennutzung zählen, kommen halbmetallische Sinter-Motorrad-Bremsbeläge ursprünglich aus dem Rennsport. Im Regelfall werden Sinter-Bremsbeläge aus einer Mischung von Kupfer, Stahl und einer Vielzahl von anderen Metallen sowie Keramiken oder Füllstoffen hergestellt. Der Grund für die Beliebtheit im Sportbereich liegt in der Griffigkeit und der besseren Bremsleistung des Sinter-Materials. Sinter erlaubt ein deutlich aggressiveres Bremsverhalten und ist gleichzeitig wesentlich hitzebeständiger.
Sollten Sie viele Bergfahrten - vielleicht sogar bei Nässe - absolvieren, sind Sinter-Bremsbeläge die bessere Wahl.
ATE Ceramic Bremsbeläge
Die Belagmischung des ATE Ceramic Bremsbelags enthält keramische Reibmittel, Fasern, Füllstoffe und Bindemittel, die dem Belag seinen charakteristischen Namen verleihen. Die Vorteile dieser keramischen Bestandteile liegen in der geringeren Geräuschentwicklung beim Bremsen, dem geringeren Verschleiß sowie einer geringeren Bremsstaubentwicklung im Vergleich zu normalen Bremsbelägen.
ATE Ceramic Bremsbeläge sind sehr “sanfte” Beläge, die sogar die Bremsscheiben schonen. Durch einen so genannten blau-grauen “Transferfilm” der sich auf der Oberfläche der Bremsscheibe bildet, wird der Verschleiß und somit die Bremsstaubentwicklung deutlich reduziert.
Um ihre volle Leistung zu entfalten, bilden die ATE Ceramic Bremsbeläge einen blau-grauen Transferfilm (Transferlayer). Die Bremsung erfolgt also nicht mehr direkt auf der Metalloberfläche der Bremsscheibe, sondern auf diesem Transferfilm. Bei rostigen Bremsscheiben kann sich dieser Transferlayer nicht oder nur unvollständig bilden, was zu verringerter Effektivität und Bremsrubbeln führen könnte.
Um dieser Gefahr entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, die alten Scheiben zusammen mit den Bremsbelägen zu erneuern. Nur so können die Vorteile des ATE Ceramic Bremsbelags vollständig genutzt werden.
ATE Ceramic im ADAC-Test
Im ADAC-Vergleichstest von sechs Bremsscheiben mit Belägen hat die ATE Ceramic Bremse den Wettbewerb buchstäblich ausgebremst. Gesamtnote 1,7. Grund dafür waren die hervorragende Bremsleistung (im Test erzielte sie Bestwerte beim Reibwert) und der einmalig geringe Verschleißwert: Im Test unter realistischen sowie hoch belasteten Bremsenzyklen sicherte sich die Ceramic Bremse die Bestnote 1,0.
ATE Ceramic Bremsbeläge bieten hohe Sicherheit und Langlebigkeit. Durch die besondere Belagmischung erzeugt ATE Ceramic nur sehr wenig Abrieb und damit auch weniger Bremsstaub. Das reduziert nicht nur den Verschleiß, sondern ist auch ein Plus für die Umwelt.
Weitere wichtige Aspekte beim Kauf von Bremsbelägen
- Materialwahl: Organisch, Sinter oder Keramik - jedes Material hat seine Vor- und Nachteile.
- Einsatzbedingungen: Sportliches Fahren, lange Touren oder Alltagsgebrauch erfordern unterschiedliche Bremsbeläge.
- Prüfsiegel: ABE- und KBA-Kennzeichnungen ersparen Ihnen eine zusätzliche Eintragung in die Fahrzeugpapiere.
- Dicke: Schrumpft Ihr Motorrad-Bremsbelag auf eine Dicke von unter 4 mm, ist ein Wechsel nötig.
- Identische Bremsbeläge: Achten Sie darauf, dass Sie nur identische Bremsbeläge an Ihrem Motorrad verbauen.
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