Motorradkette Wartung: Eine Ausführliche Anleitung

Seit den Anfängen des motorisierten Zweirads ist die Kette ein wesentlicher Bestandteil, da sie die kostengünstigste Möglichkeit der Kraftübertragung vom Motor zum Hinterrad darstellt. Viele Versuche, sie als Sekundärantrieb zu ersetzen, sind gescheitert. Einzig die Kardanwelle war von Anfang an eine Alternative, jedoch schwer, teuer und leistungsmindernd. Erst der Zahnriemen stellt eine ernsthafte Konkurrenz dar und könnte in Zukunft noch erfolgreicher werden.

Die Entwicklung der Kette

Die Kette wurde ständig weiterentwickelt und hat mit der Einfachrollenkette der Gründerzeit nichts mehr gemein. Noch in den späten 60er Jahren war das Schmieren der Kette eine Wissenschaft für sich. Es gab spezielle Kettenfette, in denen die Kette eingelegt und erhitzt werden musste, damit das Fett in alle Rollen eindringen konnte.

Vorbereitung zur Kettenwartung

Vor dem Schmieren, wenn wir den Scottoiler einmal außen vorlassen, steht das Aufbocken der Maschine, damit das Hinterrad sich drehen kann, idealerweise mit eingelegtem ersten Gang. Wenn die Maschine keinen Hauptständer hat, benötigt man eine Aufbockhilfe.

Reinigung der Kette

Ist die Kette stark verschmutzt, muss sie gereinigt werden. Dazu gibt es heute schnell verdunstende Sprays, die das alte Fett und den Schmutz lösen - eine Auffangwanne ist dabei unerlässlich. Alternativ kann man ein System mit Bürsten verwenden, das um die Kette befestigt wird, durch welches die Kette gezogen wird. Es ist effektiver, mit der Hand und einem Pinsel zu arbeiten.

Schmierung der Kette

Nach der Reinigung greifen wir zum Schmiermittel unserer Wahl, meist aus der Spraydose. Mittlerweile gibt es unzählige Kettensprays auf dem Markt, von denen jeder Hersteller behauptet, seines sei das Beste. Ich selbst verwende ein auch im Maschinenbau eingesetztes Spray von Klüber. Bei einem groß angelegten Test der Zeitschrift "Motorrad" schnitt 2011 das hauseigene weiße Kettenspray von Tante Louise trotz seines günstigen Preises ausgezeichnet ab, ebenso wie ein Produkt mit dem Aufdruck "S".

Grundsatz für Kettensprays

Ein gutes Kettenspray sollte sich gut verteilen, hochgradig haftbar sein, hohen Drücken standhalten und eine rostschützende Wirkung haben. Selbstverständlich dürfen die Dichtringe (O-Ring/XW-Ring - Kette) nicht angegriffen werden. Ein Röhrchen im Spraykopf ist wünschenswert, um gezielter arbeiten zu können.

Dazu sprühen wir bei drehendem Hinterrad (Gang eingelegt/Motor läuft) kurz vor dem Kettenrad am unteren Kettentrumm die Innenseite der Kette ein und lassen das Rad ein bis zwei Minuten weiterdrehen. Damit ist die Kette außen geschmiert, und es hat sich ein Schmierfilm zwischen den äußeren Rollen der Kette und den Zähnen des Ritzels und des Kettenrades aufgebaut. Die Schmierung in den Rollen ist bei heutigen O- oder XW-Ring-Ketten dauerhaft gesichert.

Mein Fazit zu den Kettensprays: Das beste Mittel muss noch erfunden werden, denn abgeschleudert werden sie alle - früher oder später ist die Felge wieder versaut. Weißes Kettenspray hilft meist nur optisch ein wenig weiter. Allerdings habe ich in Frankreich 2009 notgedrungen auf ein relativ teures weißes Produkt zurückgreifen müssen, das mich völlig positiv überrascht hat. Laut Aufschrift verfügte es über Keramikbestandteile und hatte ein immenses Schmier- und Haftungsvermögen.

Prüfung des Kettendurchhangs

Nach dem Schmieren können wir den Kettendurchhang prüfen. Meist beträgt dieser 20 - 30mm, gemessen in der Mitte des unteren Kettentrumms bei frei drehendem Hinterrad (Rad darf nicht auf dem Boden stehen). Diese Messung muss an mehreren Stellen der Kette durchgeführt werden. Der Durchhang muss an der strammsten Stelle 20-30mm betragen, damit beim Einfedern des Hinterrades noch minimal Spiel bleibt.

Die Kette längt sich im Alltagsbetrieb unterschiedlich, sodass sie an einer Stelle weniger und an einer anderen Stelle mehr Durchhang haben kann. Würde die Kette ohne Durchhang gespannt, könnte das vordere Ritzel und dessen Lager zerstört werden. Der Grund dafür ist, dass der Drehpunkt der Hinterradschwinge ein anderer ist als der Umkehrpunkt der Kette. Beim Einfedern vergrößert sich der Weg der Kette vom Kettenrad zum Ritzel, und die Kette wird gespannt.

Einstellung der Kettenspannung

Hier wird mit dem Bordwerkzeug zunächst die Achse des Hinterrades gelockert. Die Achse wird zum Spannen der Kette über die Einstellvorrichtung in einem Langloch der Schwinge nach hinten gezogen. Dazu wird die Schraube am Kettenspanner beidseitig eingedreht. Immer wieder das Spiel der Kette prüfen! Ist der gewünschte Durchhang eingestellt, anhand der am Spanner angebrachten Striche prüfen, ob auch beide Seiten gleichmäßig angezogen worden sind, denn sonst sitzt das Hinterrad schief in der Schwinge - es fluchtet nicht.

Ganz gut ausgerüstete Schrauber nutzen jetzt ein Lasergerät, um damit den korrekten Sitz des Rades zu prüfen. Jetzt langsam die Achsmutter anziehen - und unbedingt erneut prüfen, bevor sie mit dem Drehmomentschlüssel angezogen wird. Es kann sich etwas verstellen, dann das Ganze noch einmal. Wenn auf diese Weise keine korrekte Einstellung zu erreichen ist (d.h. die Kette ist außerhalb der 30mm Grenze und an anderer Stelle bombenfest), dürfte sie verschlissen sein.

Neben dieser am häufigsten vertretenen Spezies der Einstellung gibt es teurere Varianten bei z.B. Ducati mit normaler Schwinge.

Kettenschutz

Der Schutz der Kette hat entscheidenden Anteil an ihrer Lebensdauer. Der vom Hinterrad auf die Kette geschleuderte Schmutz mit feinen Sandanteilen wirkt wie Schmirgel. Deshalb soll gerade dort ein wirksamer Schutz der Kette vorhanden sein, wo das Rad am meisten mit Dreck "wirft". Das ist der vordere Teil der Schwinge. In meinen Augen eine Todsünde, den hinteren Kotflügel genau an dieser Stelle enden zu lassen.

Tipp: Je nach Fahrleistung und Schmutzauftrag regelmäßig die vordere Kettenabdeckung demontieren (Deckel über dem Ritzel), wenn die Kenntnisse dazu ausreichen.

Alternative Schmiersysteme

Für Vielfahrer lohnt es sich, einen Scottoiler oder ähnliches zu installieren (ca. 100,- bis 300 €), der gleichmäßig besonders haftfähiges Öl auf die Kette leitet und sie so zuverlässig schmiert. Da sich die benötigte Schmiermittelmenge gezielt einstellen lässt, kommt man mit einer Menge von ca. 50ccm bis 1000km weit. Die Laufleistung der Kette steigt dadurch bis zum Doppelten. Heute sind weitere Schmiersysteme auf dem Markt, die auf elektronischem Weg eine noch genauere Dosierung ermöglichen- oder automatisch die Schmiermittelmenge steuern. Der Preis bewegt sich aktuell zwischen 90,- und 300,- Euro. Ich bleibe bei meinen Maschinen aus guten Gründen (Schönwetterfahrer) beim einfachen NEMO Kettenöler, gelegentlich auch Spray.

Ganz neu auf dem Markt sind federbelastete Graphitblöcke, die z.T. etwas schmaler als die Kette sind und so auf der Schwinge montiert werden, dass die Rollen der Kette das Graphit mitnehmen. Ein solcher Block soll wohl 20.000km halten, bevor er aufgebraucht ist. Die 2012 auf den Markt kommende Horex war schon damit ausgerüstet. Das System soll nachträglich auch für andere Motorräder vom Zubehörhandel angeboten werden. Einige Kommentare in Fachzeitschriften sind durchaus positiv- insbesondere die Sauberkeit soll kein Thema mehr sein- ebenso wird eine deutlich verlängerte Kettenlebensdauer attestiert.

Alternativen zur Kette

Als Alternative zur Kette kann man in manchen Fällen einen Zahnriemen einbauen lassen. Doch die dabei entstehenden Kosten (bis 1000 €) sprengen meist das Budget. Problem des Zahnriemens ist die erforderliche Breite der Zahnräder und des Riemens - er passt nicht in jede Schwinge und schon gar nicht an die Stelle des Ritzels.

Kettenarten und Kaufhinweise

Auf jeden Fall eine hochwertige - denn eine gerissene Kette kann das Motorgehäuse durchschlagen oder zum Blockieren des Hinterrades führen. Grundsätzlich werden auf dem Markt Rollenketten mit Schloss (Nietschloss, gesichertes Schloss mit Splint oder ähnlich) und Endlosketten angeboten. Vor dem Kauf ist sicherzustellen, dass die Länge der Kette und ihre Dimension (z.B. 5/8x3/8) den Herstellervorgaben entsprechen. Das kann man heute in den Katalogen des Zubehörs (Tante Luise, Polo usw.) ebenfalls nachlesen.

Da die Endloskette in der Regel nicht ohne Ausbau der Schwinge aufgezogen werden kann, würde ich eine Kette mit Nietschloss vorziehen. Ich habe noch gelernt, ohne spezielle Werkzeuge zu trennen und zu vernieten. Mit einem Trenngerät und einem ebenfalls im Zubehör erhältlichen Vernietwerkzeug geht es aber besser. Ist die alte Kette getrennt, kann man mit dem neuen Nietschloss die neue Kette lose an die alte Kette koppeln und so sauber und einfach über das vordere Ritzel (erneuert?) ziehen. Dann erst wird die neue Kette nach Prüfung der richtigen Länge vernietet. Andere Schlösser sind mir suspekt, denn ich wurde schon fern der Heimat durch eine gelöste Sicherung (sog. "Floh") ins Unglück gestürzt.

Ich stelle fest: Gekauft wird eine O- oder XW-Ringkette der richtigen Dimension und Länge mit einem Nietschloss. Außerdem wird darauf geachtet, ob Kettenrad- und Ritzel nicht auch getauscht werden müssen. Dann kauft man sich das Ganze als Kettensatz - je nach Qualität und Dimension zwischen 120- und über 200 €.

Wie in einigen Fällen Kettenrad und Ritzel zu montieren sind, ist von Hersteller und Motorradtyp abhängig. Daran kann ein Anfänger scheitern - und sollte sich nicht zu viel zutrauen.

Bekannte Kettenhersteller sind D.I.D.

Tipp: Kluge Leser wissen nun, dass sie beim Kauf einer Gebrauchten die Kette in genau der gleichen Art und Weise prüfen können - und was es an Geld und Arbeit kostet, wenn die Kette verschlissen ist. Ein todsicheres Symptom von Kettenverschleiß ist der starke Verschleiß der Zähne des hinteren Kettenkranzes. Durch einen prüfenden Blick kann man starken Verschleiß anhand der "Haifischzahn" - Bildung erkennen. Die Zähne sind spitz abgenutzt und der Zahngrund entsprechend wie ein Ei (elyptisch) ausgeweitet.

Die Kette der hier gezeigten FZS mit offener Leistung (95 PS) hat in diesem Jahr mit 38.000km ihr Leben hinter sich. Deshalb habe ich die Winterpause genutzt, um einen Komplettsatz hoher Qualität zu kaufen und zu montieren. Ich habe mich für eine D.I.D 5/8 x 3/8 Kette entschieden. Ist der Verpackungskarton mit einem E und VM gekennzeichnet, hat man es mit einer Endloskette in verstärkter Ausführung zu tun. Darauf sollte man grundsätzlich achten - auch bei Maschinen unter 50 PS. Bei Louis gibt es diesen Kettensatz zum Normalpreis von ca. 169,- €, (herabgesetzt für ca. 140,-€).

Nachteil des D.I.D. - Louis- Kettensatzes ist, dass es ihn bei Louis nur als Endlosversion gibt, während er z.T. im Internet auch offen angeboten wird. Das heißt, man muss bei geschlossenen - sogenannten Endlosketten`entweder die Schwinge demontieren oder die neue Kette öffnen und anschließend mit dem zusätzlich zu kaufenden Nietschloss wieder verbinden. Die zu diesem Zweck angebotenen Werkzeuge bei Louis (Kettentrenner und Nieter) machen auf mich keinen besonders professionellen Eindruck, sollen aber leidlich funktionieren. Ich selbst verfüge über stabilere Werkzeuge. Das nachfolgend abgebildete Set gibt es z.B. Mit diesem Werkzeug oder einem ähnlichen (im blauen Kasten) habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Werkzeug wird unter verschiedenen Namen angeboten und ist in der Regel für unter 50,-€ zu haben.

Das Trennen der alten Kette ist problemlos - sie wird einfach mit der Flex durchgeschnitten. Für die neue (Endloskette) ist etwas Feingefühl notwendig. Sie wird stabil aufgelegt, damit sich die Köpfe der beiden Nieten einer Lasche abschleifen lassen. Dann dient ein Schraubstock als Gegenlager für die darauf zu legende Kette. Mit einem Durchschläger entsprechenden Durchmessers (4 mm) für die Nieten werden die abgeschliffenen Nieten ausgetrieben.

Merke: Sie lassen sich oft nicht einzeln austreiben, sondern kommen gemeinsam mit der noch vernieteten unteren Lasche heraus. Wenn das nicht klappt, untere Lasche mittig vorsichtig mit der Flex trennen- dann kommen die Nietbolzen auf jeden Fall einzeln mit den durchgeflexten Hälften der unteren Lasche heraus. Hat man das oben gezeigte Werkzeug, erledigt man diese Arbeit mit dem Trennsatz.

Jetzt endlich kann die neue Kette ohne Ausbau der Schwinge über das vorher neu montierte Kettenritzel gezogen werden. Das neue Ritzel hat hoffentlich eine neue Sicherung (Sicherungsblech) bekommen - oder das alte Blech wurde an zwei neuen Stellen um die Ritzelschraube herum gebördelt.

Zum Ritzel wäre noch zu sagen, dass man dessen Halteschraube löst, wenn der alte Kettensatz noch eingebaut ist. Dann lässt sich eine festsitzende Ritzelmutter mit eingelegtem Gang und festgelegtem Hinterrad (oder Treten der Hinterradbremse durch Helfer) besser lösen.

Ich hoffe nun, dass sich das Hinterrad mit dem neuen Kettenkranz problemlos montieren lässt und gehe davon aus, dass derjenige, der sich traut diese Arbeit nachzumachen, nicht vergisst, alle Schrauben und Muttern des Rades und der Bremse mit dem nötigen Drehmoment anzuziehen. Dabei sollte an einigen Muttern mittlerer Schraubenfestiger (Loctide) nicht vergessen werden.

Auch die neue Kette muss noch eingestellt werden - Wie ----das hatten wir schon. Besondere Einfahrvorschriften gibt es nicht, die neue Kette ist auch gefettet.

Reinigung der Kette im Detail

Die Reinigung der Kette stellt im Zeitalter moderner Chemie zwar kein Problem mehr dar- ist aber immer noch Dreckarbeit. Auch ist der Umweltschutz ein wichtiger Faktor. Ich demontiere dazu grundsätzlich die vordere Ritzelabdeckung, weil sich dort eigentlich immer der dickste Schmand ansammelt- ein Gemisch aus abgeschleudertem Kettenspray und Sand. Das entferne ich so gut wie möglich mit saugstarkem Papier und unterlege dann das auf dem...

Die Bedeutung der Kettenpflege

Die ordnungsgemäße Wartung deiner Motorradkette ist entscheidend für optimale Fahrleistung und maximale Sicherheit auf der Straße. Regelmäßige Pflege verlängert nicht nur die Lebensdauer deiner Kette, sondern sorgt auch für ein geschmeidiges Fahrgefühl und verhindert teure Reparaturen.

Wie oft sollte die Motorradkette gereinigt werden?

Etwa alle 2.000 Kilometer, bei im Gelände bewegten Fahrzeugen deutlich häufiger, sollten spezielle Reinigungsmittel zum Einsatz kommen - scharfe Reinigungsmittel oder gar Benzin können die O-Ringe zerstören.

Die Anwendung von Kettenreinigern ist sehr einfach: auftragen, eventuell mit Pinsel oder Bürste nacharbeiten, einwirken lassen und anschließend abwischen oder gegebenenfalls abspritzen. Erst nachdem die Kette wieder völlig trocken ist, kommt Kettenfett zum Einsatz.

Wie lange ist die Einwirkzeit von Kettenspray?

Alle Motorradketten benötigen regelmäßig eine Portion Schmiermittel, um nicht frühzeitig zu verschleißen.

Das Einsprühen selbst benötigt weniger als eine Minute, die Einwirkzeit beträgt je nach Produkt bis zu 15 Minuten. Wir empfehlen: Das Motorrad-Kettenspray sollte minimal 30 Minuten ablüften. Grundsätzlich gilt: lieber häufig und sparsam auftragen als selten und dick.

Wie schmiere ich die Motorradkette richtig?

Die Kettenglieder bei langsam drehender Kette innen so einsprühen, dass der Strahl nicht auf den Hinterreifen treffen kann.

Was passiert, wenn die Motorradkette zu locker oder zu straff ist?

Zu lockere Ketten (meist alte, übermäßig verschlissene Exemplare) können von den Kettenblättern/Ritzeln rutschen, sich verklemmen und dadurch abreißen. Zu straff gespannte Ketten halten die extrem hohen Belastungen vor allem bei Einfederbewegungen des Fahrzeugs nicht dauerhaft aus und bersten. Außerdem leiden die Getriebeausgangslager sehr stark unter zu straffen Ketten, was im Extremfall zu Undichtigkeiten und Getriebeschäden führt. Deshalb: Kettenspannung regelmäßig kontrollieren, gegebenenfalls einstellen und alte, verschlissene Ketten rechtzeitig austauschen.

Wann muss eine Motorradkette getauscht werden?

Eine Motorradkette ist spätestens dann reif für den Müll, wenn sie sich bis zu den Zahnspitzen des Kettenblatts abheben lässt oder sich sogenannte Haifischzähne gebildet haben. Kette, Ritzel und Kettenrad übrigens immer gemeinsam tauschen, sonst verschleißen die neuen Teile viel schneller, das kurzfristige Sparen entpuppt sich als Reinfall.

Wie straff muss die Motorradkette gespannt sein?

Wie die Kettenspannung richtig eingestellt wird und wie viel Spiel vorhanden sein muss, steht in jedem Fahrzeughandbuch. Enduros mit viel Federweg benötigen meist viel mehr Spiel im Antriebsstrang als Sportbikes. Als Faustregel gilt jedoch immer: In voll eingefedertem Zustand muss noch minimales Spiel vorhanden sein, dann kann nichts schiefgehen.

Verschleißprüfung an der Motorradkette

Eine Kette ist verschlissen, wenn sie sich ungleichmäßig oder zu stark gelängt hat. Manche Motorräder verfügen über einen praktischen Verschleißanzeiger. Wenn die Markierung im roten Bereich angekommen ist, muss die Kette gewechselt werden. Alternativ kann man prüfen, ob man die korrekt gespannte Kette im Stand mit einem Schraubenzieher am Ende des Kettenrads mehr als drei Millimeter vom Kettenrad abheben kann.

Das wird für die Kettenpflege benötigt

  • Kettenspray
  • Abdeckschutz
  • Kettenreiniger
  • Bürste/Kettenmax
  • Werkzeug für das Lockern der Hinterachse/Kettenspanner
  • Liftstick/Heber
  • Handschuhe
  • Reparaturanleitung

Warum ist es wichtig, die Motorrad-Kette zu reinigen?

  • Minimierung von Reibungsverlusten: Eine regelmäßige Reinigung und Wartung der Motorrad-Kette minimiert Reibungsverluste.
  • Weniger Verschleiß: Eine korrekt gespannte und gut geschmierte Motorrad-Kette reduziert die Abnutzung der einzelnen Bauteile des Kettenantriebs. So sorgt die richtige Kettenpflege für weniger Verschleiß und verlängert die Lebensdauer von Kette, Kettenrad und Ritzel.
  • Reduzierung von Reparaturkosten: Eine regelmäßige Reinigung und Pflege der Motorrad-Kette spart Reparaturkosten, die durch abgesprungene oder gerissene Ketten entstehen.
  • Besserer Fahrkomfort: Wenn die Kette sauber und ausreichend geschmiert ist, arbeitet das Getriebe zuverlässig und ruckfrei.

Wie wird die Motorrad-Kette richtig gereinigt?

  1. Vorbereitung: Zuerst das Bike auf dem Hauptständer oder sicher auf dem Seitenständer aufbocken und ein Stück Pappe oder Papier unterlegen. Außerdem Reifen, Felge und Bremsanlage mit einem Tuch abdecken. Bereitliegen sollten Lappen oder Bürste sowie die notwendigen Pflegeprodukte.
  2. Motorrad-Kette reinigen: Mit einem Lappen oder alten Handtuch lassen sich die öligen Ablagerungen außen an der Motorrad-Kette entfernen. Feste Dreckkrusten zwischen den Rollen lassen sich mit einer nicht zu harten Bürste oder Handbürste beseitigen.
  3. Motorrad-Kette schmieren: Nachdem der Schmutz entfernt ist, muss die Motorrad Kette konserviert und geschmiert werden. Dafür bietet sich Sprühöl oder spezielles Kettenspray für Motorräder an. Dazu immer die Anleitung auf den Verpackungen der Produkte beachten.

Die Antriebskette ist eine entscheidende Komponente eines Motorrads, die eine regelmäßige Wartung erfordert, um eine optimale Leistung und Langlebigkeit zu gewährleisten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Wartung der Motorrad-Kette

  1. Vorbereitung des Motorrads
  2. Reinigung der Kette
  3. Schmieren der Kette
  4. Prüfung und Spannung der Kette
  5. Abschluss und Nachkontrolle

Die regelmäßige Wartung und Pflege der Antriebskette sind entscheidend, um die Lebensdauer deines Motorrads zu verlängern und die Sicherheit während der Fahrt zu gewährleisten.

Kettensatz Preise

Die Preise für einen kompletten Kettensatz liegen je nach Qualität und Dimension zwischen 120 und über 200 Euro.

Kettenspray Test Motorrad Zeitschrift

Bei einem groß angelegten Test der Zeitschrift "Motorrad" schnitt 2011 das hauseigene weiße Kettenspray von Tante Louise trotz seines günstigen Preises ausgezeichnet ab, ebenso wie ein Produkt mit dem Aufdruck "S".

Tabelle: Übersicht zur Motorradkettenwartung

Schritt Beschreibung Häufigkeit
Reinigung Entfernung von Schmutz und Ablagerungen Alle 2.000 km oder bei Bedarf
Schmierung Auftragen von Kettenspray oder -öl Nach jeder Reinigung und alle 300-500 km
Spannungsprüfung Kontrolle und Anpassung des Kettendurchhangs Regelmäßig, idealerweise bei jeder Schmierung
Verschleißprüfung Überprüfung auf abgenutzte Zähne oder ungleichmäßige Längung Bei jeder Wartung

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