Wenn die Kette am Rad beim Fahren abspringt, beim Schalten nicht sauber umspringt oder das Treten in die Pedale durch zu hohe Spannung erschwert ist, sorgt das Einstellen der Kettenspannung für Besserung. Die Fahrradkette ist als bewegliches Teil ein wichtiges Element, damit du mit dem Fahrrad beim Treten vorwärts kommst.
Wann ist es Zeit, die Kettenspannung zu überprüfen?
Die Gründe für eine durchhängende oder zu straff gespannte Fahrradkette sind vielfältig. Du erkennst dieses Problem daran, dass beim Fahren die Kette öfter von den Ritzeln rutscht, das Treten in die Pedale sehr mühsam erfolgt oder am Rad die Schaltung nicht mehr sauber funktioniert.
Die Ursache findest du bei der Prüfung der Fahrradkette. Sie verfügt in diesen Fällen wahrscheinlich nicht mehr über die nötige Spannung und hängt sichtbar durch. Auf der anderen Seite darf die Fahrradkette auch nicht zu straff gespannt sein. Bei einem Fahrrad mit einer Kettenschaltung sorgt das Schaltwerk für die korrekte Spannung der Fahrradkette. Anders ist das bei Rädern mit Nabenschaltung. Hier ist regelmäßig eine Kontrolle der Kettenglieder sinnvoll.
Die nachlassende Kettenspannung entsteht durch die permanente Beanspruchung der Glieder, die dadurch verschleißen. Die Kette wird immer länger. Du löst dieses Problem selbst, indem du die Fahrradkette nachspannst. Läuft die Fahrradkette nicht rund, musst du sie nicht sofort wechseln. Zunächst prüfst du die Spannung deiner Kette. Musst du sie nur nachspannen, ist das mit dem richtigen Werkzeug schnell erledigt.
Wie spannt man die Kette?
Wir empfehlen, das Rad auf den Kopf zu stellen. So kannst du bequem an der Fahrradkette arbeiten. Um die Fahrradkette zu spannen, verschiebst du das hintere Rad im Ausfallende. Mit dem Maulschlüssel lockerst du vorher die Schrauben rechts und links an der Hinterachse. Die richtige Länge der Kette erkennst du, indem du sie ohne Kraftaufwand etwa 1,5 bis zwei Zentimeter nach oben und nach unten anheben kannst. Ist das nicht der Fall, ziehst du das Hinterrad so weit nach hinten, bis die richtige Kettenlänge vorliegt.
Das Nachspannen der Fahrradkette geht schneller von der Hand, wenn du das Hinterrad gerade nach hinten bewegst und das Laufrad dabei gleichzeitig beim Spannen der Kette drehst. Mit dem Drehmomentschlüssel ziehst du die Schrauben hinten wieder fest. Bei einer Kettenschaltung besitzt das Schaltwerk eine Feder. Sie hält die Spannung der Kette hoch. Das Schaltwerk gleicht zusätzlich die Unterschiede in der Länge der Fahrradkette aus. Diese Funktion ist vor allem beim Schalten zwischen den Kettenblättern nützlich, wenn die Kette die Ritzel wechselt.
Wenn eine Fahrradkette bei Zweirädern mit Kettenschaltung oder Nabenschaltung trotz Kettenspanner dennoch leicht durchhängt, ist der Kettenspanner entweder defekt oder verschmutzt. Abhilfe schafft dann, den Kettenspanner und die Fahrradkette zu reinigen. Bringt das keine Besserung, ist möglicherweise die Feder im Schaltwerk gebrochen.
Kette kürzen
Es hilft nicht immer, die Kette einfach nur zu spannen. Ist sie zu lang, musst du die Fahrradkette kürzen. Mit Werkzeug ist das eine leichte Aufgabe. Vor allem neue Fahrradketten in Standardgröße sind meist länger als notwendig. Nimm die alte Kette und zähle die einzelnen Glieder ab. Die neue Kette kürzt du so ein, dass genau dieselbe Anzahl an Gliedern vorhanden ist.
Ist die alte Fahrradkette bereits entsorgt, nutzt du die zweite Variante. Lege die neue Kette auf das größte Kettenblatt und das größte Ritzel. Führe sie dabei nicht durch das Schaltwerk. Ziehe anschließend die auf dem Kettenblatt und Ritzel sauber aufliegende Kette straff. Die zweite Methode ist bei vielen Fahrrädern wie Citybikes, Trekkingrädern oder Hardtails möglich. Bei Bikes mit Hinterbaudämpfer ist dieses Vorgehen nicht möglich.
Schritte zum Kürzen der Fahrradkette
- Zuerst musst du zum Kürzen die Fahrradkette öffnen. Dazu benutzt du eine Zange, mit der du das Kettenschloss entriegelst. Es ersetzt die äußeren Laschen und Bolzen eines normalen Gliedes. Hake den Greifer der Zange rechts und links des Schlosses ein und drücke sie locker zusammen.
- Falls deine Fahrradkette über kein Kettenschloss verfügt, nutzt du einen Kettennieter zum Öffnen. Lege die nicht gespannte Kette in den Träger des Kettennieters, der weiter weg ist vom Drehgriff. Nun drehst du solange am Griff, bis du einen Widerstand spürst. Der Bolzen hat jetzt Kontakt zum Nietstift. Rotiere vorsichtig weiter, bis der Bolzen am Kettennieter auf den Stift drückt und die Niete hinausschiebt. Entferne den Stift aus der äußeren Lasche und entsorge ihn. Um später die Kette wieder zu vernieten, nimmst du neue Nietstifte.
- Im nächsten Arbeitsschritt entfernst du die überzähligen Kettenglieder. Verwende dazu den Kettennieter. Setze ihn an das entsprechende Glied und drehe den Bolzen des Nieters herein, bis sich der Stift in der Niete langsam nach außen schiebt.
- Nachdem die Fahrradkette gekürzt ist, muss sie nun wieder verbunden werden. Bei einer Fahrradkette mit Kettenschloss schließt du das Schloss wieder. Bei einer Kette ohne Schloss legst du die Enden der Kette zusammen, um mit den Fingern einen neuen Nietstift in die Öffnung zu schieben.
- Stelle den Griff des Kettennieters zurück in die Ausgangsposition und lege die Enden der Kette auf den Träger. Führe den Bolzen nun so lange in das Kettenglied, bis der Nietstift wieder komplett festsitzt. Die korrekte Position ermittelst du, indem der Widerstand beim Einführen kurz nachlässt, wenn der Stift richtig sitzt.
- Bevor du nun mit dem Rad wieder fahren wirst, prüfe abschließend noch einmal die Beweglichkeit der neu verbundenen Kettenglieder. Du kannst steife Glieder wieder beweglich machen, indem du sie mit den Fingern in alle Richtungen drehst.
Arbeite immer sorgfältig und ruhig, wenn du die Fahrradkette kürzen oder nachspannen willst. Gerade die sensiblen Teile wie Nieten und Kettenglieder sind sehr empfindlich. Achte bei einer alten Kette immer mit auf den Zustand.
Weitere Ursachen und Lösungen
Nun habe ich immer wieder das Problem das mir die Kette vom vorderen Kettenrad abspringt. Also ist wohl die Kette zu lang, so dass das Schaltwerk nicht genug spannt. Oder das Schaltwerk spannt aus anderen Gründen nicht richtig. Das sähe man ggf.
Wie ist denn die Federkraft wenn Du, vor allem bei Kette auf dem kleinen Ritzel, von hinten das Schaltwerk nach vorne drückst? Vielleicht muss das Schaltwerk mal gereinigt und wieder gängiger gemacht werden, damit mehr Spannung auf die Kette kommt.
Wenn die Kette beim Fahrradfahren schleift oder rattert, sobald man zu treten beginnt, ist häufig eine falsch eingestellte Schaltung das Problem. Was nach einem teuren Werkstattbesuch klingt, lässt sich meist mit wenigen Handgriffen selbst beheben.
Schaltung einstellen: Schritt-für-Schritt
- Fahrrad am Montageständer fixieren: Am besten spannen Sie das Fahrrad dazu in einen Montageständer ein, sodass Kurbel und Räder sich frei bewegen können. Zur Not kann aber auch eine zweite Person helfen, die das Fahrrad bei Bedarf anhebt bzw.
- Einstellen des unteren Anschlags: Hierfür schalten Sie zunächst in den kleinsten Gang (größtes Ritzel), vorne an der Kurbel schalten Sie (wenn vorhanden) auf das kleine Kettenblatt. Nun soll die obere Leitrolle exakt unter das große Ritzel des Hinterrads: Dafür drehen Sie diesmal die L-Schraube (L für low) mit dem Kreuzschlitzschraubendreher bzw. Inbusschlüssel.
- Zugspannung erhöhen oder senken: Mit der Einstellschraube am Schalthebel lässt sich die Zugspannung der Schaltung erhöhen oder senken. Das ist nötig, wenn sich die Kette nur schwer in den jeweils höheren oder niedrigeren Gang schalten lässt. Auch hier reicht in der Regel wenig Drehung nach vorne (Spannung erhöhen) oder hinten (Spannung senken): Springt die Kette nur schwer vom kleineren auf das größere Ritzel, sollte die Spannung erhöht werden.
Überprüfung und Einstellung des Schaltwerks
Bereits leichte Verbiegungen können dazu führen, dass die Schaltung nicht mehr präzise arbeitet. Ursachen für ein verbogenes Schaltauge sind häufig Stürze, Umfaller oder der Kontakt mit Fremdkörpern. Für die Überprüfung und das Richten sind spezielle Werkzeuge erforderlich. Bei Unsicherheiten ist es ratsam, einen Fachmann zu konsultieren.
Überprüfung des Schaltauges
Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen. Für eine präzisere Diagnose empfiehlt sich die Verwendung einer Schaltauge-Kontrolllehre oder eines Richtwerkzeugs, mit dem die genaue Ausrichtung überprüft werden kann.
Richten oder Austausch des Schaltauges
Ist das Schaltauge nur leicht verbogen, kann es mit einem speziellen Richtwerkzeug vorsichtig zurückgebogen werden. Achtung: Das Material kann brechen, insbesondere wenn es bereits vorgeschädigt ist. In vielen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, das Schaltauge auszutauschen. Ersatz-Schaltaugen sind modellabhängig und können bei Fachhändlern oder online bezogen werden. Der Austausch erfordert in der Regel das Entfernen des Schaltwerks und eine präzise Montage des neuen Schaltauges.
Kompatibilität und Komponentenprüfung
Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden.
Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden. Dies führt unweigerlich zu Problemen bis hin zur kompletten Fehlfunktion. Auch wenn andere Hersteller kompatible Teile anbieten, schwöre ich persönlich auf Originalbauteile des jeweiligen Gruppen-Herstellers, um die beste Performance zu gewährleisten. Für beste Performance ist ein markenreines, in sich kompatibles System obligatorisch.
Pflege und Schmierung
Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein. Sind sie verdreckt oder ist die Schmierung durch häufiges Waschen mit dem Hochdruckreiniger nicht mehr gegeben, darfst Du ihnen nach dem Säubern gern einen Tropfen Kettenöl spendieren. Dasselbe gilt für die Lager der Schalträdchen.
Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.
Bauteile prüfen
Nimm Dir zuerst die Kassette vor: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden.
Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt. Auf bockigen Abfahrten kann das Schaltwerk schon mal anecken und beim Kontakt gewinnt in aller Regel der Felsen. Durch das Gerüttel auf den Trails schlägt es auch irgendwann in seinen Gelenken aus. Dies spürst Du, wenn Du den Käfig unten fasst und seitlich bewegst.
Nur ein spielfreies Schaltwerk kann die Gänge sicher, schnell und präzise wechseln. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her. Das Schaltwerk ist dann nicht mehr in der Lage, die Kette sauber unter dem gewünschten Ritzel in Position zu bringen und sie in der Flucht zu den Ritzeln zu halten.
Die Kassette muss korrekt auf dem Freilaufkörper montiert werden und spielfrei sein. Dann kannst Du gleich noch den Zustand der Zähne an den Schalträdchen checken: Genau wie bei der Kassette und dem vorderen Kettenblatt dürfen die Zähne der Schalträdchen ebenfalls nicht verschlissen oder beschädigt sein.
Möchtest Du die Kette weiter benutzen und keine neue verbauen, solltest Du sie vorher mit einer Kettenlehre auf Längung prüfen. Gerade am Mountainbike schlägt die Kette durch die starken Vibrationen und Schläge zusätzlich seitlich aus. Spürst Du beim seitlichen Tordieren der Kette starkes Spiel und lässt sich die Kette sehr weit „biegen“, muss sie getauscht werden.
Reibungsdämpfer
Moderne 11- und 12-fach-Schaltwerke von Shimano und SRAM beherbergen eine Mechanik zur Erhöhung der Kettenspannung, die in der Verbindung von Schaltwerkskörper zum Käfig steckt. Mit einer Art Überlastkupplung im Gelenk des Schaltkäfigs wird durch Reibung die Kette gestrafft und so das Kettenschlagen deutlich abgemildert.
Bei Stößen aufs Bike und Landungen von Sprüngen beispielsweise kann der Käfig nicht mehr unkontrolliert nach vorne ausschwingen und dadurch die Kette zum Schlagen bringen, wie es bei Schaltwerken ist, bei denen lediglich die Feder für Spannung des Käfigs sorgt. Dadurch wird der Antrieb im ruppigen Gelände deutlich ruhiger und die Kette kann kaum noch vom Kettenblatt fallen.
Bei SRAM ist die Funktion permanent aktiv - bei Shimano kann man sie mit einem kleinen Hebel ein- und ausschalten. Da diese Technik ebenfalls einem Verschleiß unterliegt, kontrolliere die Funktion bzw. die Wirkung der Kupplung: Der Käfig darf sich nur mit spürbarem Kraftaufwand nach vorne bewegen lassen - Du spürst ein deutliches Losbrechmoment im Gelenk, bevor du gegen die Federkraft andrückst. So soll es sein!
Schaltauge
Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, verbiegt das Schaltauge auch gerne mal, obwohl das Schaltwerk selbst vielleicht gar nicht viel abbekommen hat. Dafür ist es schließlich auch da: Als „Sollbruchstelle“ zwischen Rahmen und Schaltwerk. Wenn etwas kaputt geht, dann besser so ein günstiges Teil als das Schaltwerk oder gar der Rahmen.
Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
Schaltzug und Außenhülle
Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen. Beim Kürzen einer neuen Außenhülle ist wichtig, dass sie sauber und im 90°-Winkel abgeschnitten wird. Nimm hierzu auf keinen Fall einen Seitenschneider oder die Kombizange, da die Hülle hierbei gequetscht wird.
Ein Bowdenzugschneider schert die Außenhülle sauber und quetschfrei ab. Mit einem speziell beschichteten Schaltzug verringerst Du die Reibung nochmals spürbar. Prüfe die Reibung des Schaltzugs in der Außenhülle. Präzises Schalten geht nur mit wenig Reibung! Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden.
Die Endkappe muss kräftig auf die Hülle gedrückt werden, damit sie später nicht noch weiter nachgibt, was die Schaltzug-Spannung wiederum verändern würde. Manche Fahrer:innen schmieren die Schaltzüge beim Einbau, doch wenn, dann sei sparsam und verwende ein dünnflüssiges Schmiermittel wie Gabelöl oder Nähmaschinenöl.
Überblick der Einstellschrauben
Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Die Schrauben und deren Funktion sind bei SRAM und Shimano aber gleich, auch deren Anordnung ist sehr ähnlich.
- B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
- L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
- H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.
Endanschlag unten (H-Schraube)
Schaltest Du das Schaltwerk in den leichtesten oder schwersten Gang, besteht bei schlechter Justierung die Gefahr, dass sich die Kette unten zwischen dem kleinsten Ritzel und dem Rahmen oder oben zwischen dem größten Ritzel und den Speichen verklemmt, sollte sie über das jeweilige Ritzel springen. Hierzu lässt sich der Schwenkbereich des Schaltwerks in beide Richtungen mit sogenannten Endanschlägen begrenzen.
Dies sind kleine Haken am Schaltwerkskörper, die bei Bewegung des Schaltwerk-Parallelogramms als Endanschlag fungieren und jeweils gegen eine Schraube fahren, die man individuell justieren kann. So wird das Schaltwerk daran gehindert, zu weit auszulenken und die Kette über die Kassette hinaus zu werfen.
Zuerst wird der „untere“ Endanschlag eingestellt, also für die Begrenzung auf dem kleinsten Ritzel. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren.
Am besten geht diese erste Einstellung vonstatten, wenn noch kein Bowdenzug und keine Kette montiert sind. Wichtig: der Schaltgriff muss auf den schwersten Gang geschaltet sein. Willst Du die Begrenzung nur kontrollieren oder nachjustieren, dann geht das aber auch mit Kette und Zug. Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.
Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen
Von hier aus wird nun die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus. So hast Du in beide Richtungen Spielraum beim Einstellen.
Ist der Schaltzug in dieser Einstellung am Schaltwerk zu stark gespannt, zu sehr entspannt oder befindet sich das Schalträdchen nicht exakt unter dem kleinsten Ritzel, muss die Klemmung des Zuges am Schaltwerk nachgestellt werden. Wurde ein Schaltzug schon mehrfach an- und wieder abgeklemmt, sollte er getauscht werden, da dann einzelne Drähte oft zertrennt sind und der Zug zu reißen droht.
Ist der Schaltzug korrekt angeklemmt, kann der überschüssige Teil mit einem Bowdenzugschneider abgeschnitten werden. Zum Schutz des abgeschnittenen Endes wird eine Endtülle auf den Zug gequetscht.
Endanschlag oben (L-Schraube)
Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert. Sitzt die Kette auf dem größten Ritzel, versuche, das Schaltwerk durch Drücken des Schalthebels noch etwas weiter in Richtung Speichen fahren zu lassen.
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