Die Motorradkette ist ein unverzichtbares Bauteil, das die Kraft vom Motor auf das Hinterrad überträgt. Damit das Motorrad sicher und effizient läuft, ist es wichtig, dass die Kette richtig gespannt und korrekt ausgerichtet ist. Eine korrekt gespannte Kette sorgt nicht nur für eine optimale Kraftübertragung, sondern schützt auch die Komponenten des Antriebsstrangs vor übermäßigem Verschleiß.
Warum ist die richtige Kettenspannung wichtig?
Die Kette überträgt die Kraft deines Motors auf das Hinterrad. Wenn sie zu locker ist, kann sie abspringen und schwere Schäden oder Unfälle verursachen. Ist sie zu straff, steigt der Verschleiß, und du hast weniger Fahrkomfort. Die perfekte Spannung sorgt dafür, dass du sicher und geschmeidig unterwegs bist.
Ein paar Millimeter zu viel oder zu wenig Spiel können bereits negative Auswirkungen haben:
- Zu lockere Kette: Kann vom Ritzel abspringen und verursacht ein unruhiges Fahrverhalten. Zudem verschleißt die Kette schneller.
- Zu straffe Kette: Überlastet Lager, Ritzel und die Kette selbst, was den Verschleiß beschleunigt und die Lebensdauer der Teile verkürzt.
Darüber hinaus spielt die Ausrichtung der Kette eine ebenso wichtige Rolle.
Vorbereitung zur Prüfung der Kettenspannung
Das Motorrad muss so aufgebockt sein, dass sich das Hinterrad frei drehen lässt. Also NICHT auf dem Seitenständer abstellen! Motor AUS, Getriebe im Leerlauf. VOR dem Messen der Kettenspannung sollte die Kette gereinigt und auch geschmiert werden. Man kann sie auch danach schmieren, weil sich der Durchhang einer sauberen Kette auf sauberen Kettenrädern um ein paar Prozentpunkte exakter messen lässt, als wenn frisches Fett auf den Rollen und den Kettenrädern ist und deswegen „aufträgt“.
Prüfen Sie, ob der Kettenschleifschutz (wird auch „Kettenschleif-Führungsteil“ oder „Schwingenschutz“ genannt) vorne auf der Schwinge genügend dick und an keiner Stelle durchgeschliffen ist. Wenn der Kettenschleifschutz beschädigt ist, muss er unbedingt erneuert werden, sonst wird die Schwinge von der Kette angeschliffen - das bringt zusätzlichen Kettenverschleiß und kann sogar die Schwinge sehr empfindlich beschädigen.
Die richtige Kettenspannung finden
Die vorgeschriebene Kettenspannung (Kettendurchhang) ist je nach Hersteller und Modell unterschiedlich; sie liegt meistens im Bereich 20 bis 40 mm oder 30 bis 50 mm. Die exakte Angabe finden Sie im Handbuch Ihres Fahrzeugs. Bei einigen Maschinen steht der Kettendurchhang auch auf einem Kleber an einem der Schwingenholme (logischerweise meistens auf der Kettenseite).
So messen Sie den Kettendurchhang
- Stelle das Motorrad auf den Hauptständer oder benutze einen Montageständer, um das Hinterrad frei drehbar zu machen.
- Die meisten Hersteller geben in der Bedienungsanleitung an, wie viel Spiel die Kette haben sollte - üblicherweise zwischen 20 und 40 Millimeter.
- Miss den Durchhang der Kette in der Mitte zwischen dem vorderen und hinteren Ritzel, indem du die Kette nach oben und unten drückst.
Kettenspannung einstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung
- Löse die Achsmutter des Hinterrads mit dem passenden Schlüssel. Achte darauf, sie nur so weit zu lockern, dass sich das Rad leicht bewegen lässt.
- Die Kettenspanner befinden sich auf beiden Seiten der Schwinge. Drehe die Einstellschrauben vorsichtig, um die Spannung der Kette zu erhöhen oder zu verringern.
- Damit die Kette gerade läuft, muss das Hinterrad exakt ausgerichtet sein. Die meisten Motorräder haben Markierungen an der Schwinge, die dir dabei helfen, die Position des Rads auf beiden Seiten zu überprüfen. Stelle sicher, dass die Markierungen auf beiden Seiten identisch sind. Dies garantiert, dass das Rad parallel zur Schwinge steht und die Kette nicht schiefläuft.
- Nachdem du die Kettenspanner justiert hast, überprüfe erneut den Kettendurchhang.
- Ziehe die Achsmutter wieder fest, sobald die Kettenspannung und Ausrichtung stimmen.
- Drehe das Hinterrad von Hand, um sicherzustellen, dass die Kette gleichmäßig läuft und keine ungewöhnlichen Geräusche entstehen. Wenn alles in Ordnung ist, kannst du das Motorrad wieder absenken.
Wichtige Hinweise und Tipps
Eine exakte Kettenflucht ist die erste Voraussetzung, damit Hinter- und Vorderrad in einer Spur laufen.
- Merke 1: Beim aufgebockten, unbelasteten Motorrad mit voll ausgefedertem Hinterrad ist die Kette am lockersten.
- Merke 2: Wenn durch das Gewicht des Fahrers, einer Sozia und dann vielleicht noch des Gepäcks das Hinterrad einfedert, bewegt sich die Hinterachse (das ist der Mittelpunkt des Hinterrads und damit auch des Kettenblatts) von der Getriebeabtriebswelle (auf ihr sitzt das Ritzel) weg, und die Kette wird straffer.
Kettenspannung, Markierungen
Am Ende der Schwinge sind Markierungen zu finden, meistens eine Skala mit mehreren Strichen. Bezugslinien sind z. B. eine Einkerbung auf der Achsaufnahme oder das Ende der Achsaufnahme selbst. Bei einigen Marken (z. B. Honda) sind rote und grüne Verschleißmarkierungen darüber angebracht: Ist die Skala auf der Achsaufnahme im grünen Bereich, ist die Kette in Ordnung. Kommt die Skala jedoch in den roten Bereich, ist die Kette verschlissen und muss erneuert werden.
Kettenspanner / Kettenspannung einstellen
Das Einstellen der Kettenspannung ist bei allen Motorrädern prinzipiell gleich: Wenn die Hinterachse nach hinten verschoben wird, wird die Kette gespannt. Die Achsaufnahme wird durch eine Einstellschraube nach hinten gezogen, der Stehbolzen zieht die Achsaufnahme durch eine Mutter nach hinten, die Achsaufnahme wird durch eine Schraube nach hinten gezogen, oder die Achse sitzt in einem Exzenter (Kawa-saki-Spezialität), der um einen bestimmten Winkel verdreht wird.
Zusätzliche Tipps zur Kettenpflege
Genauso wichtig wie die richtige Kettenspannung ist es, die Kette gut zu pflegen.
Fazit
Das Spannen und Ausrichten der Kette an einem Motorrad ist eine wichtige Wartungsaufgabe, die regelmäßig durchgeführt werden sollte, um eine optimale Leistung und Sicherheit deines Motorrads zu gewährleisten. Achte dabei immer darauf, dass die Kette nicht nur korrekt gespannt, sondern auch sauber und gut ausgerichtet ist, um unnötigen Verschleiß zu vermeiden und eine reibungslose Fahrt zu genießen.
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