Sobald der Frühling in Sicht ist, holen Biker das Motorrad aus dem Winterschlaf. Bad Essener Berge, Vogtland oder Traumtour durch die Alpen: Auf jeden Fall mit dem Bock in die richtige Schräglage und dann der Sonne entgegen. Andere kaufen - neu oder gebraucht - die langerträumte Maschine für das große Freiheitsgefühl. Ob Könner oder Fahranfänger - für viele Biker lohnt es sich, Tarife zu vergleichen. Um günstig in die Saison zu starten, lohnt sich für manchen ein Wechsel des Versicherers. Wie unser Test zeigt, sind oft mehrere hundert Euro Ersparnis im Jahr drin.
Wichtige Aspekte der Motorradversicherung
Motorradfahrer müssen genauso wie beim Pkw eine entsprechende Versicherung nachweisen, um dieses legal zu führen. Eine Versicherung ist beim Motorrad genauso vorgeschrieben wie beim Auto und bei anderen Fahrzeug-Typen auch. Diese lassen sich in der Regel schnell und unkompliziert online abschließen. Im Falle eines Unfalls oder eines Schadens bietet diese Ihnen eine finanzielle Absicherung und übernimmt die daraus resultierenden Kosten. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Tarifen teilweise deutliche Unterschiede in den versicherten Schäden und im monatlichen Beitrag.
Welche Leistungen sind wichtig?
Eine Kfz-Versicherung fürs Motorrad sollte einen umfassenden Schutz bieten und möglichst viele verschiedene Schäden absichern. Abhängig ist der Leistungsumfang unter anderem vom gewählten Tarif. Haftpflichtschäden beispielsweise bei anderen Verkehrsteilnehmern zählen dabei zum standardmäßigen Grundleistungsumfang der verschiedenen Versicherungen. Welche unterschiedlichen Schadens-Kategorien gängig sind und welche Schäden von einer guten Versicherung übernommen werden, fassen wir von welt.de Ihnen hier zusammen:
| Schadens-Typ | Beispiele |
|---|---|
| Selbst verursachte Schäden | Unfall durch Bremsfehler, Sturz beim Rangieren |
| Schäden durch Vandalismus | Mutwillige Beschädigung der Lackierung, zerstochene Reifen |
| Schäden durch den Zusammenstoß mit Tieren | Kollision mit einem Reh, Unfall durch Ausweichen eines Hundes |
| Diebstahl des Motorrads | Kompletter Diebstahl des Fahrzeugs, Diebstahl einzelner Teile wie Spiegel oder Scheinwerfer |
| Schäden an Schutzhelm und Schutzkleidung | Helm beschädigt durch Sturz, Schutzkleidung zerrissen bei einem Unfall |
| Schäden durch Naturereignisse | Hagelschäden an der Verkleidung, Überschwemmungsschäden durch Starkregen, Brand- und Explosionsschäden |
Kosten einer guten Motorradversicherung
Viele Versicherungen für Motorräder können in verschiedenen Tests mit einem guten Leistungsumfang punkten, unterscheiden sich je nach Anbieter allerdings teilweise deutlich in den monatlichen Kosten. Vor der Auswahl eines bestimmten Tarifs empfehlen wir von welt.de Ihnen einen Preisvergleich verschiedener Motorradversicherungen durchzuführen. Über die jeweilige Homepage des Anbieters können Sie in der Regel die Kosten für die Motorradversicherung vorab berechnen. Hierbei gilt es darauf zu achten, dass viele Versicherer mehrere Motorradversicherungen in unterschiedlichen Tarifen anbieten. Wie teuer eine Motorradversicherung durchschnittlich ist und welche Faktoren die monatlichen Kosten beeinflussen, finden Sie in den folgenden Abschnitten.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Die Kosten einer Motorradversicherung werden insbesondere durch die jeweilige Versicherungsart (Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko) beeinflusst. Neben dieser und dem damit verbundenen Leistungsunterschied gibt es jedoch auch weitere Faktoren, die einen Einfluss auf den Monatsbeitrag haben. So wirken sich unter anderem die Marke, das Modell und die Leistung Ihres Motorrads auf den Preis aus. Beispielsweise ist eine Versicherung für ein Motorrad der Klasse A1 typischerweise günstiger als eine Versicherung für Motorräder der Führerscheinklasse A oder A2. Zudem wirken sich auch die jeweilige Marke und das Modell auf die Höhe Ihrer Beiträge. Hierzu werden Motorräder von den Versicherungen in verschiedene Typklassen eingeteilt. Auch Ihr jeweiliger Wohnort wird in Form der Regionalklassen einbezogen. Beide Werte werden in der Regel statistisch erstellt und richten sich unter anderem nach der Unfallhäufigkeit des jeweiligen Modells.
Ebenfalls einen enormen Einfluss auf den Beitrag hat Ihre Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse). Diese gibt an, wie viele Jahre sie bereits ohne Schaden auf den Straßen unterwegs sind. Haben Sie noch nie ein Fahrzeug auf sich versichert, steigen Sie in der Regel mit der SF-Klasse 0 ein. Dies bedeutet, dass Sie beim jeweiligen Tarife keinerlei Rabatte erhalten. Nach zehn unfallfreien Jahren werden Sie hingegen in der SF-Klasse 10 eingestuft und erhalten für gewöhnlich 50 bis 60 % Rabatt im Vergleich zu SF-Klasse 0. Neben den genannten Punkten wirkt sich schließlich auch die gewählte Selbstbeteiligung auf die Kosten aus. Je höher diese ist, desto günstiger wird in der Regel die Motorradversicherung.
Möchten Sie ein 2. Motorrad versichern, greift die sogenannte Zweitfahrzeugregelung. Oft wird das zweite Motorrad nicht in die gleiche Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) eingestuft wie das erste Fahrzeug, sondern beginnt in einer niedrigeren SF-Klasse.
Was kostet eine gute Motorradversicherung?
Die monatlichen Kosten einer Motorradversicherung unterscheiden sich nach den genannten Faktoren teilweise stark. Viele Versicherer bieten außerdem unterschiedliche Tarife in verschiedenen Preisklassen an. Günstige Motorradversicherungen gibt es bereits für unter 100 Euro jährlich. Teurere Tarife mit einer höheren Abdeckung können jedoch auch 600 Euro und mehr kosten.
Motorrad-Teilkasko oder -Vollkasko: Was ist sinnvoller?
Motorradversicherungen sind als Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen erhältlich. In der Regel stehen Ihnen daher bei den meisten Motorradversicherungen beide Tarife zur Auswahl. Unterschiede zwischen Teil- und Vollkasko gibt es sowohl in den versicherten Schäden als auch bei den Kosten. Eine Teilkaskoversicherung fürs Motorrad ist typischerweise einiges günstiger als eine Vollkasko, bietet allerdings auch eine geringere Abdeckung.
| Typ der Motorradversicherung | Übernommene Schäden |
|---|---|
| Motorradversicherung Teilkasko | Diebstahl des Motorrads, Schäden durch Naturereignisse, Brand- und Explosionsschäden, Zusammenstoß mit Tieren |
| Motorradversicherung Vollkasko | Schäden durch Vandalismus, Selbst verursachte Schäden am eigenen Motorrad, Alle Leistungen der Teilkasko |
Zusätzliche Unterschiede im Vergleich der Motorradversicherungen
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Punkten unterscheiden sich viele Tarife auch zum Beispiel in deren jeweiliger Laufzeit und der Kündigungsfrist. Mit welcher Frist sich eine Motorradversicherung kündigen lässt, hängt dabei vom jeweiligen Tarif beziehungsweise den Versicherungsbedingungen ab. Üblich ist es, dass bei einer Laufzeit von einem Jahr die Kündigung einer Motorradversicherung mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres möglich ist.
Ein weiterer Unterschied zwischen den einzelnen Versicherungen ist zudem in verschiedenen Zusatzleistungen zu finden. So bieten manche Tarife beispielsweise einen Schutzbrief, welcher Pannenhilfe, Abschleppdienst und Rücktransport im In- und Ausland beinhaltet oder kommen durch eine vereinbarte Neupreisentschädigung nach einem Unfall für die Kosten an Ihrem Motorrad vollständig auf und ersetzen dieses bei Bedarf.
Weitere Fragen und Antworten
Gibt es spezielle Motorradversicherungen für Fahranfänger?
Einige Versicherer bieten spezielle Tarife für Fahranfänger an, die meist höhere Prämien haben, da das Unfallrisiko als höher eingeschätzt wird. Versicherer bieten oft sogenannte Telematik-Tarife an, bei denen sich sicheres Fahrverhalten positiv auf die Prämien auswirkt. Zusätzlich werden Fahranfänger bei vielen Versicherungen Rabatte für Sicherheitstrainings gewährt.
Kann ich ein Motorrad versichern, wenn ich keinen Führerschein habe?
Grundsätzlich ist es auch ohne Führerschein möglich, eine Versicherung für ein Motorrad abzuschließen. Die Höhe der Kosten richten sich dabei allerdings nach der Fahrerfahrung des Fahrers. Diesen müssen Sie nämlich typischerweise angeben, um sicherzustellen, dass diese Person einen gültigen Führerschein besitzt. Möchten Sie jedoch selbst das Motorrad fahren, ist dies nur mit gültigem Führerschein erlaubt.
Was braucht man, um ein Motorrad zu versichern?
Möchten Sie ein Motorrad versichern, benötigen Sie hierfür verschiedene Unterlagen. Der Abschluss der Versicherung ist dabei problemlos online möglich. Benötigt werden in der Regel:
- Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) für die Fahrzeugdaten
- Personalausweis oder Reisepass für deine persönlichen Daten
- Bankverbindung für den Lastschrifteinzug der Versicherungsprämie
- Führerschein für die Fahrerinformationen
Woran lässt sich eine gute Motorradversicherung erkennen?
Eine gute Motorradversicherung lässt sich an Eigenschaften wie einem umfassenden Versicherungsschutz, fairen Prämien und flexiblen Tarifoptionen erkennen. Wichtige Kriterien sind unter anderem eine ausreichende hohe Deckungssumme, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie Leistungen wie eine Teil- oder Vollkaskoversicherung.
Gibt es auch Oldtimer-Versicherungen für historische Motorräder?
Ähnlich wie bei den Autos gibt es auch bei Motorrädern spezielle Oldtimer-Versicherungen. Diese Versicherungen sind darauf ausgelegt, den besonderen Wert und die speziellen Bedürfnisse von historischen Motorrädern zu berücksichtigen. Oldtimer-Versicherungen bieten in der Regel angepasste Prämien, die oft günstiger sind als bei regulären Versicherungen, da Oldtimer meist weniger gefahren und gut gepflegt werden.
Lässt sich eine Motorradversicherung als Quad-Versicherung nutzen?
Eine Motorradversicherung kann in der Regel nicht direkt als Quad-Versicherung genutzt werden, da Motorräder und Quads unterschiedliche Fahrzeugtypen sind und unterschiedliche Risiken und Versicherungsanforderungen haben. Quads benötigen eine eigene Versicherungspolice, die speziell auf die Eigenschaften und den Einsatzbereich von Quads zugeschnitten ist.
Spartipps für Ihre Motorradversicherung
- Saisonkennzeichen: Wer nur von März bis Oktober fährt, zahlt etwa ein Drittel weniger.
- Selbstbeteiligung: Durch eine höhere Selbstbeteiligung können Sie die Versicherungsprämie deutlich reduzieren.
- Fahrerkreis einschränken: Vor allem lohnt es sich, den Fahrerkreis für das Zweirad einzuschränken.
- Zweitfahrzeugversicherung: Holen Sie sich ein Angebot bei Ihrem Autoversicherer für eine Zweitfahrzeugversicherung ein und vergleichen Sie, ob das günstiger ist.
- Computeranalyse nutzen: Nutzen Sie eine Computeranalyse, um eine günstige Versicherung für Ihr Motorrad, Ihr Leichtkraftrad oder Ihren Roller zu finden.
Wechseln können Biker immer, wenn ihnen der Versicherer gerade den Beitrag erhöht hat. Fahrer mit Saisonkennzeichen, die ihre Maschine von November bis Februar oder März ruhen lassen, können sich manchmal auch ohne Preissteigerung zum Saisonstart einen neuen Versicherer suchen. Sie müssen in ihrem Vertrag nachlesen, ob die Kündigungsfrist zum Beispiel Ende Februar abläuft oder doch erst - wie bei Kfz-Policen üblich - am 30. November . Wenn ein schneller Wechsel möglich ist, hilft die Analyse der Stiftung Warentest beim individuellen Vergleichen und Sparen.
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