Als Mountainbike-begeisterte Eltern kennen Sie das Problem: Das Kind wird müde oder kann nicht mithalten. Eine Lösung ist die Kombination aus Selber-Radeln und Mitfahren auf Frontkindersitzen. Hier stellen wir Ihnen fünf Möglichkeiten vor, wie Sie ein Kinderfahrrad oder Laufrad zusätzlich transportieren können.
5 Möglichkeiten, ein Kinderfahrrad oder Laufrad zu transportieren
Die Transportmethoden unterscheiden sich in Komfort, Stabilität, Manövrierfähigkeit und einfacher Umsetzung:
- Einfach tragen: Die einfachste, aber unhandlichste Variante ist es, das Kinderfahrrad einfach in der Hand bzw. am Lenker zu transportieren. Die Gefahr eines Sturzes ist bei dieser Variante definitiv erhöht, besonders wenn man eh schon noch ein Kind mit am Fahrrad transportiert.
- Fahrradanhänger mitnehmen: Wenn Sie einen Kinderfahrradanhänger besitzen, ist das eine angenehme Lösung. Der einzige Nachteil am Fahrradanhänger ist, dass dieser nicht wirklich für schmale oder holprige Trails geeignet ist und somit die Streckenwahl etwas eingegrenzt wird.
- Fahrrad-Gepäckträger verwenden: Gepäckträger sind auf Stadt- & Bikepackingrädern Standard, machen sich auf Mountainbikes allerdings nicht so gut. Sollten Sie einen Gepäckträger auf Ihrem Bike besitzen, ist eine passable Möglichkeit das Kinderrad mit Spanngummis am Gepäckträger zu befestigen.
- Fahrrad-Transport mittels Tragegurt: Es gibt auch spezielle Fahrrad-Trage-Gurte zu kaufen. Im Grunde handelt es sich dabei um Taschenriemen, die am Hinterrad und am Rahmen des Laufrads oder Kinderfahrrads befestigt werden und es damit ermöglichen, das Fahrrad wie eine Umhängetasche über der Schulter zu tragen. Diese Tragegurte sind recht günstig und eine verhältnismäßig einfache Lösung zum Transport des Fahrrads. Unserer Meinung eignet sich das allerdings eher zum Gehen als zum Fahren, da das Kinderbike stark hin- und herschwingt.
- Das Fahrrad am Rucksack transportieren: Unser persönlicher Favorit zum Transport der Kinderräder ist es, diese am Rucksack zu befestigen. Diese Option empfinden wir persönlich am bequemsten und auch am einfachsten umzusetzen. Einerseits ist diese Variante eine einfach umzusetzende, da jede*r einen Rucksack besitzt und die Fahrräder damit halbwegs bequem am Rücken zu transportieren sind und man in der Variante auch auf Trails fahren können.
Fahrradtransport am Rucksack: Drei Varianten
Der Transport am Rucksack ist eine bequeme und einfache Lösung. Hier sind drei Varianten:
- Variante 1: Ein Laufrad oder Kinderfahrrad am Rucksack mit Außenriemen transportieren. Leg den Rucksack auf den Rücken und öffne die Riemen. Leg das Laufrad mittig auf den Rucksack. Fädle die Riemen über kreuz durch den Rahmen, sodass das Fahrrad nicht wegrutschen kann.
- Variante 2: So transportierst du ein Laufrad oder Kinderfahrrad am MTB-Rucksack. Die meisten Mountainbiker unter euch werden die bike-spezifischen Rucksäcke von EVOC, Deuter, etc. kennen. Diese eignen sich oft für eine weitere besonders bequeme Variante. Hier wird das Kinderfahrad vertikal, mit dem Lenker nach unten am Rucksack befestigt. Lege den Rucksack auf den Rücken, öffne das Helmfach und die Riemen am unteren Ende (Protektorenriemen) Stelle das Laufrad nun mit dem Lenker nach unten auf den Rucksack Nutze die Protektorenriemen um den Lenker zu fixieren Überkreuze die Riemen des Helmfachs hinter dem Sattel und schließe die Schnallen.
- Variante 3: Befestigung eines Laufrads oder Kinderfahrrads an einem Rucksack ohne Außenriemen. Du beötigst dafür einige verstellbare Gummibänder. Diese werden durch die am Rucksack verfügbaren Laschen/Griffe/Clips gezogen. Leg das Rad auf den Rucksack und spanne die Gummibänder über Kreuz (x-förmig) und befestige das Rad so, dass es nicht wegrutschen kann.
Profi-Tipps zum Fahrradtransport am Rucksack
- Am besten funktioniert das mit einem leichten Fahrrad.
- Sichere das Vorderrad, wenn du auf unebenem Geländer unterwegs bist. Verwende dafür einen zusätzlichen Spanngurt.
- Bequemer ist diese Variante, wenn der Rucksack befüllt ist, da das Rad dann nicht direkt am Rücken aufliegt. Auch Protektorenrucksäcke sind hier im Komfort-Vorteil.
- Nimm auch eine Abschleppmöglichkeit mit.
Abschleppmöglichkeiten für Radelkinder
Wenn Kinder müde werden, sind Abschlepplösungen ideal. Hier sind einige Optionen:
- Tow Whee: Ein Bungee-Seil zum Abschleppen, einfach zu montieren und vielseitig anwendbar.
- Trax MTB Abschleppsystem: Mit einem mechanischen Wickelsystem, um das Seil gespannt zu halten.
- Bike Taxi von Zéfal: Funktioniert nach demselben Prinzip wie das Trax Abschleppseil und ist einfach zu montieren.
Tandemstangen im Vergleich
Mit einer Tandemstange kann das Kinderfahrrad am Erwachsenenfahrrad befestigt werden. Das Vorderrad des Kinderfahrrads befindet sich in der Luft, und das Kind kann sich abschleppen lassen oder selbst in die Pedale treten. Preislich musst du 80 bis 240 Euro für eine Tandemstange ausgeben.
Wichtige Aspekte beim Kauf einer Tandemstange
Sicherheit steht an erster Stelle. Die Konstruktion muss gut fixiert werden können, und nicht jede Tandemstange passt auf jedes Fahrrad.
Empfehlenswerte Tandemstangen
- Follow Me Tandemkupplung: Passend für Kinderfahrrad-Größen von 12″ bis 20″. Das Kinderrad kann mit nur wenigen Handgriffen in die Halterung geschoben und fixiert werden. Von den von uns getesteten Möglichkeiten, ist dies bestimmt die stabilste. Auch bei der Stiftung Warentest wurde das FollowMe Testsieger und mit „Gut“ bewertet.
- Tandemstange Trailgator: Eine günstige Alternative zum Follow Me. Ein Erwachsenenrad kann hiermit ein 16″ oder 20″-Kinderrad ziehen. Der Lenker wird fixiert, damit das Kind nicht lenken kann. Will das Kind dann wieder eigenständig fahren, wird der Schnellspanner geöffnet und das Kinderrad von der Halterung genommen.
Alternativen zum Kindertransport: Lastenräder und Fahrradanhänger
Neben Tandemstangen und Abschleppseilen gibt es auch Lastenräder und Fahrradanhänger als Alternativen für den Kindertransport.
Fahrradanhänger
Fahrradanhänger sind praktische Kindertaxis und oft auch als Buggy zu nutzen. Der ADAC hat je einen gefederten und ungefederten Fahrradanhänger geprüft: Insgesamt schnitten beide in puncto Komfort und Handhabung besser ab als die anderen Systeme.
Vorteil: Deutlich einfacher ist das Ziehen eines Anhängers natürlich mit einem E-Bike.
Lastenräder
Lastenrad ist nicht gleich Lastenrad - es gibt etliche Varianten. Die ADAC-Tester vergaben für Handhabung und Fahrverhalten vielfach gute Noten.
Varianten:
- Handhabung und Fahrverhalten dieser Variante kommt einem normalen Fahrrad am nächsten.
- Bei zweispurigen Lastenrädern sitzt eine Transportbox zwischen zwei Vorderrädern, sodass die Kinder während der Fahrt stets im Blickfeld sind. In den Sicherheitstests bot dieses System dagegen die beste Standsicherheit.
- Das „Long John“ ist ein Lastenrad-Typ mit je einem Rad vorne und hinten, wobei zwischen den Rädern ein großer Abstand besteht. Die Transportbox sitzt bei dieser Variante zwischen Lenker und Vorderrad. Das Fahrverhalten des Long John fand der ADAC durchweg in Ordnung.
Nachläufer
Ein besonders kompaktes System sind sogenannte Nachläufer, bei denen ein Kinderfahrrad über eine Kupplung an das Fahrrad eines Erwachsenen angehängt wird. Zwei Kinder lassen sich transportieren, wenn auf dem Gepäckträger noch ein Kinderfahrradsitz montiert wird.
ADAC Systemvergleich
Der ADAC hat Handhabung, Komfort, Fahrverhalten und Sicherheit verschiedener Systeme zum Kindertransport getestet. Das Ergebnis: Es gibt nicht das eine, herausragende System, das jedem zu empfehlen wäre. Vielmehr besitzt jedes einzelne seine Vorzüge, aber auch Nachteile.
Crash-Test Ergebnisse
Die beiden Systeme mit Transportbox (Lastenfahrrad "Long John" und dreirädriges Lastenfahrrad) kippten in Folge des Aufpralls auf die Seite und schlitterten auf Grund der glatten Oberfläche der Transportboxen deutlich weiter als die Systeme ohne Transportbox. Das schlechteste Bild gibt der Nachläufer ab.
Fahrverhalten und Komfort
Das Lastenfahrrad "Backpacker", der Fahrradanhänger und das Nachläufersystem lassen sich sehr konventionell bewegen. Insbesondere das eher träge Fahrverhalten des dreirädrigen Lastenfahrrads fällt negativ auf, wie auch das einspurige "Long John", das sich bei geringer Geschwindigkeit als etwas wackelig erweist.
Empfehlungen des ADAC
- Wer hohe Sicherheit für seine Kinder sowie ein gutes Fahrverhalten und einfache Handhabung möchte, entscheidet sich für den Backpacker.
- Wer gute Sicherheit, Flexibilität und hohen Komfort möchte, greift zum gefederten Fahrradanhänger.
- Wer einen Autoersatz möchte, auch längere Strecken fährt und Einkäufe transportiert, greift zum einspurigen Lastenrad Long John.
- Wer einen Autoersatz möchte und eher Kurzstrecken mit vielen Zwischenstopps fährt und Einkäufe transportiert, greift zum dreirädrigen Lastenrad.
- Wer meist nur ein Kind transportiert und das zweite Kind nur gelegentlich und zeitlich begrenzt mitnimmt (z.B. am Berg), für den ist der Nachläufer die richtige Wahl.
ADAC Tipps vor dem Kauf
- Vor dem Kauf sollte man grundsätzlich eine Probefahrt machen, da sich die Fahreigenschaften im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrrad unterscheiden können.
- Die vorhandenen Rückhaltevorrichtungen müssen fest an den Kindern sitzen und dürfen nicht über die Schultern rutschen.
- Der gewählte Luftdruck spielt beim Fahrkomfort eine große Rolle.
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