Kindersitze für Gravelbikes: Sicher unterwegs mit den Kleinsten

Wir sind vieles: wir sind begeisterte Mountainbiker:innen, Surfer:innen und Snowboarder:innen, und wie du vielleicht auch, sind wir (naja, ein Teil des Teams) auch Eltern. Deshalb wollten wir natürlich auch unbedingt den Shotgun Mountainbike-Frontsitz testen. In dieser Ausgabe dreht sich alles um die unendlichen Möglichkeiten auf dem Gravelbike! Auf 100 Seiten stürzen wir uns ins offroad Abenteuer auf zwei Rädern. Dafür liefern uns die Frauen in dieser Ausgabe jede Menge Stoff zum Träumen und berichten über ihre Abenteuer off the beaten track.

Warum ein Kindersitz für das Gravelbike?

Für die Fahrt in die Kita, zum Einkaufen in die Stadt oder für einen kurzen Abstecher zum Badesee: Mit einem Kindersitz am Fahrrad hast Du Deinen Nachwuchs immer dabei. Ein Kinderfahrradsitz ist eine gute Transportlösung für alltägliche Wege. Die Sitze sind praktisch, preiswert und vor allem platzsparend. Sie nehmen, im Gegensatz zum Kinderanhänger, kaum mehr Raum ein als Dein Stadtrad - ein Vorteil in Mietshäusern oder an großen Radparkplätzen.

Außerdem sind sie schnell zu montieren und fix abgenommen, wenn Du sie nicht brauchst. Und sie haben relativ wenig Einfluss auf das Fahrverhalten Deines Fahrrades. Dennoch solltest Du bedenken, dass sich ruckartige Bewegungen des Kindes gerade beim Anfahren oder bei langsamer Fahrt bemerkbar machen können. Damit Du nicht überrascht wirst, kommuniziere deshalb am besten ständig mit Deinem Kind. So weißt Du, was hinter Dir los ist, Deinem Kind wird nicht langweilig und Du kannst ihm auch wichtige Verkehrssituationen erklären. Ein sinnvoller Schritt für das eigenständige Radfahren mit dem ersten Laufrad oder Kinderrad.

Verschiedene Arten von Kindersitzen

Es gibt verschiedene Arten von Kindersitzen, die sich für unterschiedliche Zwecke und Fahrräder eignen:

  • Front-Kindersitze: Diese werden am Steuerrohr oder Gabelschaft montiert.
  • Heck-Kindersitze: Diese werden entweder am Sattelrohr oder am Gepäckträger befestigt.
  • MTB-Kindersitze: Speziell für Mountainbikes konzipierte Sitze, die eine Montage vor dem Fahrer ermöglichen.

Front-Kindersitze

Unter Mountainbikern ist der Kindersitz für die Frontmontage sehr beliebt. Hier sitzt der Nachwuchs vor dem Fahrer, das erhöht den Fun-Faktor gleich doppelt! Der bikebegeisterte Fahrer hat das Kind direkt vor sich, das verbessert neben der Kommunikation auch die Sicherheit. Der kleine Passagier bekommt definitiv mehr mit als hinten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Kindersitz für vorn auf die allermeisten Mountainbikes und E-MTBs passt - unabhängig von Gepäckträger und davon, ob es ein Hardtail oder Fully ist. Generell unterscheidet man bei Front-Kindersitzen Modelle, die direkt am Rahmen montiert werden (z.B. von Shotgun) und solche, die am Steuerrohr bzw. Gabelschaft per Adapter montiert werden (z.B. Thule, Mac Ride). Die letztgenannte Kategorie erfordert je nach Hersteller mindestens 20 mm Platz am Gabelschaft für den Adapter.

Heck-Kindersitze

Heckkindersitze, die am Sitzrohr oder dem Gepäckträger montiert werden, sind auf ein Gewicht von bis zu 22 Kilogramm zugelassen. Das entspricht im Durchschnitt einem Kindesalter von bis zu etwa sechs Jahren. Übrigens ist es rechtlich vorgeschrieben, dass die Sitze so konstruiert sind, dass Füße oder Hände nicht in die Speichen kommen können. Deshalb sind die Fußteile mit zusätzlichen Rasten ausgestattet, damit Du die Füße fixieren kannst.

Falls Dein Sitzrohr nicht geeignet ist, weil Du beispielsweise eine kleine Rahmengröße fährst und die Befestigungsstange zu lang ist, kannst Du auch Kinderfahrradsitze für die direkte Befestigung am Gepäckträger nutzen. Dabei ist es wichtig, dass Du bei der Montage die Breite Deines Gepäckträgers beachtest und einen Kindersitz mit passenden Maßen wählst. In der Regel sind die Sitze allerdings für Gepäckträger von 110 bis 170 Millimetern Breite und somit für die gängigsten Modelle geeignet. Behalte außerdem die maximale Zuladung Deines Gepäckträgers im Auge!

MTB-Kindersitze

Wenn Du Deine Begeisterung fürs Mountainbiken mit Deinem Sprössling teilen möchtest, dann sind MTB-Kindersitze eine wunderbare Möglichkeit. Das Kind nimmt auf einem Sattel direkt hinter Deinem Lenker Platz und ist so mittendrin im Geschehen. Kindersitze fürs Mountainbiken werden entweder am Rahmen montiert oder mit einer Haltestange, die an Sattelstütze und Gabelschaft fixiert wird. Für das Kind gibt es außer dem Sattel noch Fußrasten und optional einen eigenen kleinen Lenker, der auf Deinem montiert wird und es mehr am Geschehen teilhaben lässt.

Sicherheitsaspekte

Die Anforderungen an einen Kinderfahrradsitz regelt die Norm DIN EN 14344. Sie gibt Auskunft über Materialbeschaffenheit, die nötigen Sicherheitsgurte oder auch das zulässige Höchstgewicht. Alle Fahrrad-Kindersitze in unserem Sortiment sind auf Basis dieser Norm getestet. Zudem achten wir auf hochwertige Produkte namhafter Hersteller wie Thule, bobike und andere. So kannst Du sicher sein, dass sichere Materialien verwendet werden und dass für den Komfort der jungen Mitfahrer:innen gesorgt ist.

Bei vielen Kindersitzen kommt eine Federung zum Einsatz. Damit wird die Wirbelsäule der Kinder beim Überfahren von Hindernissen besser geschont. Trotzdem solltest Du mit einem Kindersitz Trails oder Rumpelpisten meiden, um Verletzungen auszuschließen. Eine Ausnahme sind Kindersitze, die speziell fürs Mountainbiken konstruiert sind. Dazu weiter unten mehr.

Da Dein Nachwuchs - so wie Du - während der Fahrt Wind und Wetter ausgesetzt ist, braucht er auf alle Fälle passende Kleidung. Aber Regenjacke, Regenhose oder warme Schuhe hat Dein Kind sicherlich eh im Kleiderschrank - wenn nicht, findest Du bei uns auch passendes Equipment. Für die Radfahrausstattung sinnvoll ist auf alle Fälle ein geeigneter Fahrradhelm. Die meisten Unfälle mit Kindersitzen passieren nämlich im Stehen beim An- und Abschnallen, dann kann das Rad schaukeln und umfallen.

Montage und Kompatibilität

Probleme hatten wir im Test jedoch damit, die Kinder­sitze an verschiedene Fahr­räder zu montieren. Fahr­radrahmen sind mitt­lerweile so unterschiedlich gebaut, dass die Stan­dard-Adapter nicht immer passen. Außerdem zeigen wir im Detail für jeden Kinder­fahr­radsitz im Test, unter welchen Voraus­setzungen er sich an welches Rad montieren lässt. Tipp: Egal, für welchen Sitz Sie sich entscheiden - der Helm ist ein Muss.

Einige Rahmen sind rund, andere oval. Mal sind sie dick, mal dünn, mal aus Stahl gefertigt, mal aus Aluminium oder Carbon. Mit diesen Modellen bist Du unabhängig von Gepäckträgern und kannst Dein Kind auch auf dem Gravelbike mitnehmen - allerdings nur an Alu- oder Stahlrahmen. Die Befestigung an Carbonrahmen kann zu schweren Beschädigungen führen, da für den Kindersitz mit seinen zwei Stangen ein Halteblock am Sitzrohr festgeschraubt wird. Bitte beachte den erlaubten Rohrdurchmesser, der in der Regel bei 28 bis 40 Millimetern liegt.

Top 10 Fahrrad-Kindersitze

Hier eine Auswahl von Kindersitzen, die sich besonders bewährt haben:

  1. Hamax Observer: Solider Kindersitz für die Front-Montage.
  2. Thule Yepp Nexxt Mini: Bietet Platz und Komfort für Kleinkinder.
  3. Polisport Guppy Mini+: Ein echter Preis-Leistung-Tipp für die Front-Montage.
  4. Polisport Guppy Maxi CFS: Komfortabler Fahrrad-Kindersitz für die Montage auf dem Gepäckträger.
  5. Mac Ride: Für Kids im Alter von 2-5 Jahren geeignet und trägt maximal 27 kg.
  6. Hamax Carees: Bequemer Kindersitz für die Montage am Fahrradrahmen oder am Gepäckträger.
  7. Römer Jockey 3 Comfort: Einfach in der Handhabung, sicher und komfortabel für den Nachwuchs.
  8. Urban Iki: Ein praktischer und sicherer Fahrradsitz für die Gepäckträger-Montage.
  9. Bobike Go MIK HD: Innovativer Kindersitz für rund 100 Euro.
  10. Shotgun: Ebenfalls speziell fürs Mountainbike erfunden und eignet sich für kleine Rocker im Alter von 2-5 Jahren und bis maximal 22 kg Körpergewicht.

Checkliste: Was du vor dem Kauf beachten solltest!

  • Qualität & Sicherheit: Achte auf Prüfzertifikate wie TÜV- oder GS-Siegel
  • Zulässiges Gewicht: Beachte die Herstellerangabe zum maximalen Gewicht
  • Flexible Anpassbarkeit: Kopfstütze und Fußrasten sollten verstellbar sein
  • Gurtsystem: Wähle zwischen 3-Punkt oder 5-Punkt Anschnallgurten
  • Alter: Beachte die Altersangabe des Kindersitz-Herstellers
  • Montage: Versichere dich, dass der gewünschte Kindersitz zu deinem Fahrrad oder E-Bike passt
  • Probefahrt: Bestimmt kennst du jemandem, der dich mit seinem Fahrrad inkl. montiertem Sitz und Probegewicht z.B. Rucksack eine Testfahrt unternehmen lässt. Denn der Einfluss des Zusatzgewichts auf die Fahreigenschaften ist nicht zu unterschätzen!

ADAC Testurteil

Testergebnis gesamt: 2,9

Kriterium Gewichtung Bewertung
Montage 15 % 2,1
Handhabung und Fahren 35 % 1,9
Eignung für das Kind und Komfort 25 % 2,4
Sicherheit und Haltbarkeit 25 % 3,9
Schadstoffe 0 % 2,5

Hinweis: Die Noten reichen von sehr gut (0,6 - 1,5) bis mangelhaft (4,6 - 5,5).

Abschließende Tipps

Wenn der Kindersitz an verschiedenen Fahrrädern montiert werden soll, ist eine Zweithalterung sehr empfehlenswert. So kannst du problemlos zwischen den Fahrrädern wechseln und musst nicht umständlich die Befestigungshalterung ab- und am zweiten Fahrrad anmontieren.

Für Dein Kind kann das ungewohnte Stillsitzen schnell unangenehm werden. Lege bei längeren Strecken deshalb ein paar Pausen ein. Wenn Du einen Sattel mit Federung fährst, decke vorsichtshalber die Federn ab. Dein Kind könnte sich dort die Finger einklemmen. Und noch ein Tipp zum Abstellen: Ein Überwurf-Regenschutz hilft, den Kindersitz bei Regen trocken zu halten. Dein Kind wird es Dir danken.

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