Kinderwagen Dreirad Gelände Test Vergleich

Jogger-Buggys und Laufkinderwagen zeichnen sich durch größere Räder und Luftbereifung aus. Vom Renngerät bis zur Komfortkutsche: Wir haben aktuelle Modelle getestet.

Kaufberatung Babyjogger: Das sollten Sie beim Kauf eines Laufkinderwagens beachten

Konstruktion

Im Gegensatz zu normalen Kinderwagen sind spezielle Laufkinderwagen größer: Ihre Spurweite (Hinterachse) ist breiter und der Radstand ist länger, damit der Wagen besser und stabiler geradeaus läuft.

Gleichzeitig sollten sie aber auch möglichst leicht sein, weshalb auf Alltags-Komfortmerkmale mitunter verzichtet wird. Entscheidend für den Komfort des Kindes und für die Laufeigenschaften sind die Räder.

Räder und Bereifung

Größere Räder bieten bessere Laufeigenschaften - und zwar sowohl für Sie als Läufer, als auch für das Kind.

Denn größere Räder laufen besser über Unebenheiten hinweg; das ist wie zu Urgroßvaters Zeiten: da hatten Kinderwagen immer große Räder, es gab auch viel mehr schlechte Straßen. 16 bis 20 Zoll sollten es beim Babyjogger sein. Am leichtesten rollen die großen 20-Zoll-Räder.

Die Speichen der Räder können aus Kunststoff oder aus Metall sein, auf jeden Fall müssen sie einen stabilen Eindruck machen.

Die Luftbereifung (keine Vollgummireifen!) dient zur besseren Federung des Wagens und erhöht den Komfort für das Kind.

Wichtig: Ein niedrigerer Luftdruck erhöht den Komfort, da die Reifen dann besser federn.

Der Luftdruck sollte nur zwischen 0,75 und 1,5 bar liegen, je nach Gewicht von Kind und Wagen - in jedem Fall aber deutlich niedriger als bei einem Fahrradreifen, der einen Erwachsenen trägt; viele Eltern pumpen die Reifen des Kinderwagens zu stark auf, weil sie sich am Luftdruck ihres Fahrrads orientieren.

Das Reifenprofil sollte möglichst einen Laufsteg in der Mitte haben für bessere Spurteue und ruhiges Rollverhalten auf Asphalt.

Fahr-/Laufverhalten

Oft haben (preisgünstigere) normale Kinderwagen schlechte Radlager: Laufkinderwagen dagegen haben meist hochwertige, gedichtete Lager.

Dies merkt man beim Kauf, wenn man ein Rad anhebt und anstößt, es sollte leicht und geräuschlos laufen. Auch sind diese Lager belastungsfähiger und verschleißärmer.

Ein Laufkinderwagen muss nicht besonders wendig sein, für die engen Regalreihen eines Supermarktes ist er nicht konstruiert: Aber der lange Radstand sorgt für sicheren Geradeauslauf, deshalb ist das Vorderrad auch starr (oder die Spur lässt sich arretieren).

Am besten vor dem Kauf mit Gewicht im Wagen das Handling testen.

Schiebegriff

Der Schiebegriff sollte möglichst in der Höhe verstellbar sein. Unter- und Oberarm sollten annähernd einen rechten Winkel zueinander bilden, so wie beim normalen Laufen.

Bei der Schiebetechnik sollten Sie es sich einfach machen. Der Griff sollte etwa in Höhe des Bauchnabels eingestellt sein; hier ist der ideale Kraft-Ansatzpunkt.

Ein sehr oft zu beobachtender Fehler: Der Griff wird beim Laufen mit beiden Händen gegriffen, mitunter sich sogar auf den Griff gestützt. Dies behindert erheblich die Laufökonomie.

Viel besser ist es, den Wagen nur mit einer Hand am Griff zu schieben, die andere Hand schwingt frei im Lauftakt.

Schiebetechnik

Der Wagen wird grundsätzlich nur mit einer Hand geschoben, damit die andere Hand frei (wie beim normalen Laufen) schwingen kann und der Oberkörper aufrecht bleibt.

Manche Eltern lehnen sich zu weit vor oder stützen sich gar mit beiden Händen auf den Schiebegriff, das ist unökonomisch.

Zum Steuern drückt man den Wagen leicht in die gewünschte Richtung, nur bei Richtungswechseln müssen beide Hände am Griff sein, um das Vorderrad zu entlasten oder zu lupfen und in die gewünschte Richtung zu steuern.

Auf geraden, abgesperrten Strecken kann man dem Wagen sogar alle paar Schritte einen Schubs geben und dann quasi hinterherlaufen.

Zur Sicherheit verfügen die Laufkinderwagen auch über eine Handschlaufe am Griff, damit der Wagen stets kontrollierbar ist; ideal wäre es allerdings, die Sicherheitsleine an der Hinterachse (oder in ihrer Nähe) zu befestigen.

Sollte der schiebende Läufer einmal stürzen und sich mit den Händen auf dem Boden abfangen, stoppt die Leine den Wagen.

Wenn die Leine am Griff befestigt ist, könnte der Wagen umstürzen. Bester Schub: Nur ein Arm schiebt am Griff, der andere Arm schwingt frei.

Gurt

Um Ihrem Kind die größte Sicherheit zu gewährleisten, wählen Sie einen größenverstellbaren 5-Punkt-Gurt. Der Gurt sollte einen Sicherheitsverschluss haben und dennoch leicht zu bedienen sein, dass Sie ihn auch mal mit einer Hand öffnen können.

Die Gurte sollten zudem weich gepolstert sein, so ist das Kind auch bei längeren Läufen sicher und bequem mit von der Partie. Die Gurte müssen nicht nur längenverstellbar sein, sondern die Aufnahmepunkte sollten sich auch verstellen und an die Größe des Kindes anpassen lassen - ein Qualitätsmerkmal guter Laufkinderwagen.

Sicherheit

Das Kind muss immer angegurtet sein, und zwar so, dass es auch beim Umkippen des Jogger-Buggys nicht heraus fällt.

Im Idealfall ist es dann durch die Rahmenkonstruktion (Überrollbügel) des Wagens geschützt. Allerdings sollte ein guter Jogger-Kinderwagen im Laufbetrieb gar nicht erst dieser Gefahr unterliegen.

Wer viel bergauf und bergab unterwegs ist oder auf unebenen Wegen, sollte auf einen niedrigen Schwerpunkt achten.

Das Kind muss zudem gut in den Sitz passen. Ein weiches Kopfpolster stützt den Kopf auch seitlich, damit der Kopf beim Einschlafen angelehnt werden kann und gleichzeitig geschützt ist.

Für kleine Kinder gibt es zudem Sitzadapter; allerdings sollten Kinder erst zum Laufen im Jogger mitgenommen werden, wenn sie selbst gut sitzen können und das Köpfchen sicher halten.

Bremsen

Die Bremse dient beim Laufen zum Abbremsen den Kinderwagens - nicht für den Läufer!

Deshalb reicht meist die Felgenbremse am Vorderrad, leicht und intuitiv bedienbar muss sie aber sein.

Trommel- oder Scheibenbremsen an den Hinterrädern sind für Lauf-Geschwindigkeiten vielleicht überdimensioniert, aber natürlich eine sinnvolle Ausstattung und bei hügeligen Laufstrecken mit vielen Bergab-Passagen sicherheitsrelevant; außerdem sind sie in städtischen Laufgegenden sehr empfehlenswert, wo der Kinderwagen oft abgebremst oder gar gestoppt werden muss, was bei teils über 30 kg (Wagen + Kind + Gepäck) komfort- und auch sicherheitsrelevant ist.

Wichtig ist in jedem Fall eine Feststellbremse: So kann das Kind gefahrlos ein- und aussteigen und der Jogger-Buggy rollt beim Anschnallen nicht weg. Es gibt verschiedene Arten von Feststellbremsen, etwa mit dem Fuß zu bedienende an der hinteren Achse oder auch am Griff.

Federung

Babyjogger und Laufkinderwagen sind an der Hinterachse gefedert, damit das Kind komfortabel und sicher mitfährt und der Wagen besser in der Spur bleibt.

Die Federung sorgt in Kombination mit Luftreifen dafür, dass feine Vibrationen und Erschütterungen abgefangen werden und das Kind dadurch bequem sitzt - auch auf Feld- oder Waldwegen.

Bei vielen Lauf-Buggys kann die Federung je nach Gewicht des Kindes individuell eingestellt werden - die richtige Stufe sorgt für besten Komfort für Ihren kleinen Mitfahrer.

Viele Eltern machen jedoch den Fehler, dass sie die Reifen zu hart aufpumpen, sie denken dabei an Fahrradreifen - der Druck muss aber an dem geringen Gewicht von Wagen und Kind orientiert sein.

Transport

Achten Sie beim Kauf eines Jogger-Buggys darauf, dass er sich leicht zusammenklappen bzw. auseinander- und zusammenmontieren lässt.

Dies erleichtert sowohl den Transport im Auto als auch die Aufbewahrung zuhause.

Preis

Entscheidend ist unter dem Strich, welchen Nutzen Sie von dem Laufkinderwagen haben. Wenn Zeit Geld ist, ist der Preis Nebensache.

Und der meist höhere Preis für einen Laufkinderwagen macht sich bezahlt: Wenn Sie Ihr Kind ein paarmal zum Laufen mitnehmen können, brauchen Sie keinen Babysitter. Und dass Sie Dank des Laufkinderwagens mit bestem Gewissen überhaupt laufen können, ist ein unbezahlbarer Vorteil.

Die besten Laufkinderwagen und Babyjogger im Test

Hier stellen wir unsere Favoriten unter den aktuell erhältlichen Laufkinderwagen und Jogger-Buggys vor. Wir haben sie genau unter die Lupe genommen und auf Praxistauglichkeit und Fahrverhalten getestet.

Jogging-Buggy Thule Urban Glide 2

Der Urban Glide 2 soll laufenden Eltern die Entscheidung leichter machen: Er ist als Multitalent ausgelegt. Mit großen, luftgefüllten Rädern und feststellbarem Vorderrad ist er lauftauglich.

Der Schiebegriff lässt sich in der Höhe justieren und die Hinterräder sind per Drehgriff abbremsbar. Das Kind sitzt bis zu einer Größe von 105 cm sehr komfortabel.

Der Sitz ist zwar nicht größenjustierbar, aber die 5-Punkt-Sicherheitsgurte lassen sich verstellen, genauso wie die Rückenlehne. Das weit verstellbare Verdeck bietet sehr guten Sonnenschutz und etwas Schutz bei leichtem Regen.

Ein separater Wind- und Wetterschutz ist aber unbedingt empfehlenswert, da das Kind sonst recht ungeschützt im Fahrtwind sitzt und bei Regen nass wird. Durch ein Sichtfenster mit Klappe hat man das Kind auch beim Laufen immer im Blick.

Das Lauf- und Fahrverhalten ist tadellos. Der Thule Urban Glide läuft zwar nicht so ruhig in der Spur wie rein für das Laufen entwickelte Laufkinderwagen (mit größeren Rädern, breiterer Spur und längerem Radstand), aber für festen Untergrund oder einigermaßen befestigte Wege taugt der Urban Glide 2 allemal.

Die Spur lässt sich buchstäblich im Handumdrehen einstellen, was auch dringend empfohlen ist, damit man sich lästiges Nachjustieren der Laufrichtung spart.

Ein großes Plus ist die Alltagstauglichkeit. Da die Abmessungen gering sind (bis 69 cm Türbreite passt der Urban Glide 2 hindurch) und das Vorderrad schwenkbar (optional), lässt sich der Kinderwagen auch beim Einkauf oder in der Innenstadt gut einsetzen.

Der große Gepäckkorb mit Reißverschluss-Abdeckung plus eine Netztasche sorgen für reichlich Stauraum. Die Feststellbremse ist jederzeit ein sicherer Anker und lässt sich einfach mit dem Fuß betätigen.

Das Zusammenklappen erfolgt tatsächlich mit einem Handgriff.

Wo gibt es Kritik? Wer sehr viel mit dem Kind läuft - oder lange Strecken - der ist mit der reinen Läufer-Version, dem Thule Glide 2 (siehe unten), besser ausgerüstet.

Und da das Kind relativ hoch sitzt (53 cm), wackelt es auf schlechten Wegen trotz guter Federung des Wagens doch etwas hin und her.

Immerhin ist aber die Kippgefahr sehr niedrig; auch dank des geringen Gewichts (11,5 kg) lässt sich der Wagen auch auf Feld- und Waldwegen gut kontrollieren, und in der Stadt auf Bürgersteigen oder asphaltierten Flächen läuft er sehr gut geradeaus und lässt sich leicht dirigieren, auch mit arretiertem Vorderrad: Da das Kind fast über der Hinterachse sitzt, lässt sich das Vorderrad leicht lupfen und die Richtung ändern.

Fazit: Ein vielseitig einsetzbarer Jogging-Buggy mit hohem Komfort fürs Kind, großem Gepäckfach und guter Bremse. Super für Läufer-Eltern, die einen Babyjogger wünschen, den sie auch als Kinderwagen für jeden Tag nutzen können. Negativ: Wagen verschmutzt leicht, Vorderrad ist etwas sperrig beim Zusammenklappen

Jogging-Buggy Thule Glide 2

Der nur 9,9 kg leichte Thule Glide 2 punktet mit sehr gutem Geradeauslauf und guter Federung bei den Laufeigenschaften. Der Lauf-Buggy weist eine hohe Material- und Fertigungsqualität auf, und der gut gepolsterte Sitz lässt sich fast waagerecht absenken.

Die Bremse des Thule Glide wirkt sehr effektiv und bremst auch aus hoher Geschwindigkeit sicher, gut dosierbar und schnell ab. Der Griff des Glide weist ein sehr hohes Maß an Höhenverstellbarkeit auf.

Dadurch ist es für Läufer jeder Größe möglich, den Sport-Buggy komfortabel zu schieben. Die Fahrgestellfederung des Thule Glide sorgt für eine gute Dämpfung von Stößen bei unebener Straße und im Gelände.

Mit einem Fußtritt lässt sich die Feststellbremse (rot) einrasten.

Einzige Kritik: Einzelne Kunststoffteile und der Bezug sind kratz- oder schmutzempfindlich, der Wagen benötigt entsprechende Pflege. Und: Für windige, kalte oder nasse Laufbedingungen benötigt das Kind unbedingt einen weiteren Schutz, sonst sitzt es zu exponiert.

Fazit: Kaum ein anderer Laufkinderwagen ist so kompromisslos fürs Laufen ausgelegt - und so durchdacht konstruiert. Bei häufigem Betrieb macht sich das geringe Gewicht des Glide 2 sehr positiv bemerkbar. Und im Dauereinsatz überzeugt die hohe Verarbeitungsqualtität.

Das Kind könnte freilich besser geschützt sein gegen Wetter- und Windeinfluss. In punkto Laufeigenschaften ist der Thule Glide 2 ein absolutes Spitzenmodell.

Laufkinderwagen Croozer Kid Vayaa

Laufende Eltern suchen immer das Schweizer Messer unter den Laufkinderwagen: Einen, der alles kann. Hersteller Croozer fährt mit dem Kid Vayaa da ganz vorne mit (hier in Jungle Green).

Das Kind hat viel Platz, ist gut geschützt, das Gepäckfach ist üppig (52 l) und mit dem drehbaren Buggyrad ist man im Alltag ausreichend mobil. Der sehr gut verarbeitete Vayaa hat einen stabilen Aluminiumrahmen, Luftbereifung in 20“-Größe und eine „Air Pad“-Federung an der Hinterachse, die sich an die Belastung von Kind und Wagen anpasst.

Dazu lässt sich anstatt des kleinen 6“-Buggyrades (wie im Foto) oder der Fahrradkupplung ein luftbereiftes 16“-Rad vorne einsetzen (97 €): Dann ist er perfekt für Läufe auf Fußwegen, Asphalt oder Parkwegen. Die zusätzliche Anschaffung ist sehr ratsam und macht sich schon bei wenigen Läufen bezahlt; auch bei längeren Fußwegen oder Spaziergängen greift man immer zum schnell montierten Luftrad. Der Umbau benötigt nach 2-3 maligem Üben weniger als eine Minute.

Auch ausgebaute Feld- oder Waldwege sind Dank Federung und sehr guter Kindersitz-Konstruktion (5-Punkt-Gurt) kein Problem. Mit dem langen Radstand läuft er super geradeaus, nur zu kurvig oder zu schmal darf es nicht werden, der Wagen hat recht große Abmaße.

Auch sehr bergige Strecken meidet man eher, allein der Wagen ohne Kind wiegt üppige 18 kg. Und bergab fehlt eine Betriebsbremse, der Vayaa hat nur eine Parkbremse. Ansonsten ist die Sicherheit top.

Außen am Griff sind LED-Lampen (weiß/rot) an beiden Seiten, die sich per Lichtsensor sogar selbst einschalten können.

Fazit: Der Vayaa ist ein Multisportler und eine Top-Empfehlung für Eltern, die einen Rad-Anhänger suchen, der sich auch als Lauf-Kinderwagen eignet.

Als Fahrradanhänger ist der Vayaa sehr gut geeignet, Dank einfacher Kupplung und Handhabung am Rad. Zum Laufen ist er gut geeign...

Buggy-Test: 8 beliebte Buggys im direkten Vergleich

Buggy Belastbarkeit Gewicht Liegeposition Schieber höhenverstellbar Besonderheiten
Maxi-Cosi Buggy Soho 22,0 kg 8,1 kg Testsieger im Buggy-Test von Stiftung Warentest (2024), Verdeck mit Sichtfenster
Gesslein Smiloo Happy+ Buggy 25,0 kg 9,7 kg Testsieger bei Stiftung Warentest (2021), geländetauglich
Hauck Runner 2 Dreirad Jogger Buggy 25,0 kg 11,0 kg Topseller
Kinderkraft Grande Plus 22,0 kg 9,8 kg Top Preis-Leistung
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