Klappräder sind die heimlichen Helden des Alltags - und vielleicht auch deines kommenden Urlaubs: Sie lassen sich kompakt zusammenfalten, nehmen wenig Platz weg und sind - besonders mit E-Motor - auf dem Papier sehr breit einsetzbare Fahrräder. Wir haben uns beliebte Modelle näher angesehen und geben wichtige Tipps und Tricks, worauf du beim Kauf achten solltest.
Was ist ein Kompakt-E-Bike?
Die E-Kompakten haben ihre eigene Nische gefunden, weil sie einiges sehr gut können. Allen voran: Familienrad sein. Die meisten Kompakten sind sehr gut auf einen breiten Größenbereich einstellbar - sprichwörtlich im Handumdrehen. Meistens reicht der Bereich von etwa 1,60 bis knapp 1,90 Meter Körpergröße. Aufgrund ihrer kleinen Laufräder laufen die Kompakt-E-Bikes wieseliger als andere Bikes, was im City-Gewühl und beim Rangieren am Radständer praktisch ist und Spaß macht.
Vorteile von Kompakt-E-Bikes
- Breiter Größenbereich: Einstellbar für Körpergrößen von 1,60 bis 1,90 Meter.
- Wendigkeit: Ideal für den Stadtverkehr und enge Radständer.
- Tiefer Einstieg: Bequemer Aufstieg, besonders für ältere Menschen.
- Stabilität: Robuste Rahmen und hohe Tragfähigkeit.
Fehleinschätzungen über Kompakt-E-Bikes
Eines der klassischen Vorurteile zu Rädern mit kleinen Pneus, das sich hartnäckig hält. Wir haben daher die fünf wichtigsten Fehleinschätzungen gesammelt und klären im Folgenden, was es im Einzelnen damit auf sich hat.
Fehleinschätzung 1: So kleine Reifen und Felgen sind nicht stabil genug.
Doch, kleine Räder sind sogar stabiler als die großen. Je kleiner ein Laufrad, desto stabiler ist es bei gleichem Aufbau. Eine Acht in so ein Laufrad hineinzubekommen ist fast schon eine Herausforderung. Verständlich: Je länger etwas ist, desto leichter lässt es sich verbiegen - und das trifft auf Felgen auch zu.
Fehleinschätzung 2: Da muss man so viel treten.
Das war schon ein beliebtes Argument gegen die Eingang-Klappräder der 70er-Jahre. Und: Es traf dort zu. Durch die kleinen Räder kam man flugs vom Fleck, aber in Sachen Geschwindigkeit waren diese Räder ein Malheur. Für über 20 Stundenkilometer musste man ein Meister der hohen Trittfrequenz sein. Doch das wäre auch damals schon anders möglich gewesen: mit Gangschaltungen wie bei unseren Testboliden.
Fehleinschätzung 3: E-Bikes mit so kleinen Rädern sind unkomfortabel.
Richtig ist zunächst, dass kleinere Reifendurchmesser kleine Hürden wie eine Bordsteinauffahrt weniger leicht “schlucken”. Etwa so, wie für ein kleines Kind eine 30-Zentimeter-Stufe aufgrund der kürzeren Beine eine größere Herausforderung darstellt als für Erwachsene. Doch haben unsere Zwanzigzöller grundsätzlich dicke Reifen von mindestens 50 Millimetern Breite.
Fehleinschätzung 4: One Size fits all - das geht nicht!
Können Kompakträder wirklich für Körpergrößen zwischen 1,60 und 1,90 Metern passen? Und wieso geht das bei anderen Rädern nicht? Die erste Frage ist einfach zu beantworten. Können Sattelhöhe, Lenkerhöhe und eventuell auch Lenkerneigung ausreichend breit verstellt werden, fühlen sich Menschen innerhalb dieses Größenspektrums ergonomisch tatsächlich wohl.
Fehleinschätzung 5: Das spart nicht wirklich Platz.
Doch, und zwar lang wie breit. Ein 28er-Fahrrad hat eine Gesamtlänge von etwa 195 Zentimetern. Bei unseren Falträdern kommen wir im Mittel auf etwa 165 Zentimeter.
Kompakt-E-Bikes mit Riemenantrieb
Bei manchen Bikes gibt es eine teilbare Hinterbaustrebe, die das Einfädeln eines Antriebsriemens erlaubt. Das Tinker erledigt das noch eleganter durch einen speziellen Hinterbau. Die Kettenstrebe verläuft hier nicht innerhalb, sondern oberhalb des Riemens. Das ist wichtig, denn für ein Alltags-Cityrad ist der Riemenantrieb, mit einer Schaltnabe kombiniert, die perfekte Antriebsoption.
Vorteile des Riemenantriebs
- Wartungsarm
- Leise
- Sauber
Komfort und Ausstattung von Kompakt-E-Bikes
Wer mehr Komfort will, als ihn die breiten Reifen bieten können - was schon einiges ist -, sollte auf eine Federstütze wie am Kalkhoff setzen. Sie spricht gut an und ist per Lenkerhebel absenkbar. An der Ampel anhalten und beide Beine sicher auf den Boden stellen, Hebel drücken, fertig. Beim Losfahren den Sattel wieder kurz entlasten, und die Stütze rastet in der richtigen Höhe ein.
Die meisten unserer Testboliden setzen auf Varianten des Bosch-Performance-Line-Motors mit bis zu satten 85 Newtonmeter. Da diese Räder häufig mit etwas Gepäck gefahren werden, ist das manchmal sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig. Sparsam und trotzdem stark ist der Auto-Modus der neuen Smart-System-Ausführung des Motors, der sich auch beim Kompaktrad bewährt. Wer etwas mehr erfahren oder gar Navigation integrieren will, kommt mit Displays wie dem Kiox 500 am I:sy besser weg. Alle Anzeigen sind auch bei schlechten Lichtverhältnissen ausreichend gut abzulesen.
Sicherheit bei Kompakt-E-Bikes
Auch in Sachen Sicherheit werden die Kompakt-E-Bikes wie Große behandelt werden. So finden wir an den Vorderrädern teilweise große 180er-Bremsscheiben, mit denen die Räder durchweg knackig und wohldosiert verzögern, aber auch mit 160ern wie am Tinker und Cooper ist die Verzögerung angemessen. Der City-Affinität kommt das Rahmenschloss wie am I:sy oder Cooper zugute.
Gepäcktransport auf Kompakt-E-Bikes
Fast immer sind Kompakt-E-Bikes mit Gepäcktaschen-tauglichen Heckträgern ausgestattet. Wegen der kleinen Räder und vor allem bei Trägern mit zweiter Reling hängen die Taschen sehr tief, was dem Schwerpunkt und damit dem sicheren Handling zugutekommt. Grundsätzlich sollte man die Taschenhaken und den Sicherungswinkel genau einstellen und testen, ob die Taschen dann ausreichend Fersenspiel bieten.
Klappräder: Die flexiblen Alltagshelden
Klappräder sind die heimlichen Helden des Alltags - und vielleicht auch deines kommenden Urlaubs: Sie lassen sich kompakt zusammenfalten, nehmen wenig Platz weg und sind - besonders mit E-Motor - auf dem Papier sehr breit einsetzbare Fahrräder.
Vor- und Nachteile von Klapprädern
- Vorteile:
- Zusammengefaltet meist klein und kompakt
- Ohne Zusatzticket in der Bahn transportierbar
- Oft auch mit Motor-Unterstützung zu haben
- Meist vielseitig einsetzbar - von Brötchenholen bis hin zur Tour
- Nachteile:
- Verschmerzbare Stabilitätseinbußen zu normalen Fahrrädern
- Besonders mit Motor oftmals keine Leichtgewichte
- Meist nur für kurze Strecken wirklich bequem
- Besonders mit Motor vergleichsweise teuer
Top-Test: Sechs moderne E-Klappräder im Test!
Im großen BikeX-E-Klapprad-Test wurden verschiedene Modelle auf Herz und Nieren geprüft:
- Cube Fold Hybrid Comfort 500: Ein Tiefeinsteiger-Tourer, der erfolgreich geschrumpft und faltbar gemacht wurde.
- Eovolt Afternoon Pro: Ein stylisches und minimalistisches Klapprad mit Motor.
- Gudereit EC-45 Evo Compact: Ein zweifach faltbarer Kompakt-Tourer mit Bosch-Antrieb für City und Urlaub.
- Hercules Rob Fold R5: Ein simples E-Klapprad, das einfach in der Mitte zusammengeklappt wird.
- Tern Vektron Q9: Ein sportliches Klapprad mit Bosch-Mittelmotor.
- Vello Bike+ Automatic: Ein E-Klapprad mit außergewöhnlichem Design und innovativen Funktionen.
ADO Air: Ein leichtes und dynamisches E-Faltrad
Mit dem Air bringt der Billiganbieter ein toll ausgestattetes Faltrad auf den Markt, das nur 16 kg wiegt. Zudem ist es mit einem Heckantrieb von Mivice inklusive Drehmomentsensor, einem Riemenantrieb und einem Farbdisplay mit Navigationsfunktion über eine App ausgestattet. Die Akkukapazität ist für ein E-Faltrad mit 345 Wh ebenfalls gut dimensioniert.
Fahrgefühl und Antrieb
Das leichte ADO Air fährt sich dadurch sehr dynamisch, spritzig, toll abgestimmt und überaus natürlich in jeder Situation. Hier setzt ADO auf einen wartungsarmen Riemen. Durch die fehlende Gangschaltung ist die richtige Übersetzung immer ein schmaler Grat.
Engwe P20: Ein erschwingliches E-Faltrad mit sportlichem Fahrkomfort
Engwe verbaut im P20 einen 250 W starken Hinterradnabenmotor mit Drehmomentsensor und 42 Nm Drehmoment. Auf eine Schaltung musst du beim Engwe P20 verzichten. Stattdessen ist ein Carbonriemen mit fester Übersetzung verbaut.
Fahrkomfort und Reichweite
Insgesamt hinterlässt das Engwe P20 im Test allerdings einen recht stabilen Eindruck. Die Reichweite des Engwe P20 mit seinem 345 Wh (36 V, 9,6 Ah) großen Akku gibt der Hersteller mit bis zu 100 km an. In der Praxis liegt der Wert für gewöhnlich eher darunter. 70 km dürften aber je nach Belastung und Unterstützungsstufe recht problemlos möglich sein.
ADAC Test: Klapp- und Falträder im Vergleich
Der ADAC hat acht Räder getestet. Dabei offenbarten sich große Unterschiede - und teils deutliche Schwächen.
Testergebnisse
Im Test wurde schnell offenbar, wer in diesem Fahrradsegment bereits auf langjährige Erfahrung zurückblicken kann. Das Konzept von Brompton ist beim getesteten Modell G Line durchdacht bis ins Detail und setzte sich auch gegenüber (fast) allen Konkurrenten im Vergleich durch. Mit einer soliden 2,3 im Gesamtergebnis kann sich das Fahrrad an die Spitze im Vergleichsfeld setzen.
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil |
|---|---|---|
| Brompton G Line | 2969 | 2,3 |
| Riese & Müller Birdy touring | 1289 | 2,4 |
| Coast Bikes Hightide No. | Nicht angegeben | 2,5 |
Haltbarkeit und Sicherheit
Hierzu wurden die sogenannte Wiegetrittprüfung und die horizontale Festigkeit am Rahmen überprüft, sowie die Dauerhaltbarkeit an Lenker und Sattelstütze. Dabei gibt die Wiegetrittprüfung Aufschluss über die Rahmensteifigkeit beim Treten.
Wichtige Kaufkriterien für Falträder mit Riemenantrieb
Viele Käufer unterschätzen die Bedeutung von Qualität und Langlebigkeit. Lass dich nicht täuschen!
- Rahmenmaterial: Achte darauf, dass der Rahmen aus hochwertigen Materialien wie Aluminium oder Stahl besteht.
- Faltmechanismus: Ein einfacher und schneller Faltmechanismus ist entscheidend.
- Antriebsriemen: Der Riemenantrieb sollte aus langlebigem Material bestehen und wartungsarm sein.
- Gewicht: Achte auf ein geringes Gesamtgewicht des Faltrads, um den Transport und das Handling zu erleichtern.
- Komfortmerkmale: Komfortable Extras wie verstellbare Lenker und Sattelstützen sind wichtig.
ADO Air Carbon: Ein innovatives Faltrad mit Elektromotor
Neben auf maximale Leichtigkeit hin entwickelte Rahmen aus Aluminium und Carbon ist auch die Integration smarter Features ein hervorzuhebendes Merkmal der Air-Serie. Das vor uns stehende Air Carbon besticht mit seinem glänzenden sowie in einem Stück gefertigten ultrahochfesten Monocoque-Rahmen in Island Schwarz auf Anhieb in puncto stilvoll-eleganter Optik.
Fahrgefühl und Komfort
Dass der Antrieb mit einem weichlaufenden Carbonriemen abgerundet wird, zahlt auch auf die geringe Wartung sowie angestrebte Langlebigkeit des E-Falters ein. Als weiterer Bestandteil des Antriebssystems sitzt die 370 Wattstunden speichernde Batterie im Sattelrohr.
E-Bike-Klapprad Test - Die besten Modelle im Überblick
Für meinen E-Bike-Klapprad Test habe ich 16 moderne 20 Zoll Elektro-Klapp- und Falträder von namhaften Herstellern ausführlich getestet und bewertet.
Die Top-Modelle
- Meine Empfehlung: Vakole VT4
- smartEC Camp-20D und Camp-20H: Meine Empfehlung der Mittelklasse
- Tern Vektron S10: Ein leichtes E-Klapprad
- SAXONETTE Compact Plus: Ein leichtes Elektro-Klapprad mit Rücktrittbremse
- MYVELO Rio und Palma: Testsieger in der Kategorie Elektro-Fatbike-Klapprad
- MYVELO Molinar: Mein aktuelles Lieblings-Klapprad für den Wald und die Berge
- Hitway BK6S: Mein Preistipp und der Kompromiss zwischen Faltrad und Fatbike
- Engwe L20 SE: Entspannt mit großer Ausstattung und viel Komfort unterwegs
Die Vielfalt der Falträder: Für jeden Bedarf das richtige Modell
Ein Gang über die letzte Eurobike in Frankfurt beweist: Der Faltrad-Boom hält an. Die Hersteller werden nicht müde, den Markt mit neuen Konzepten, Faltmechanismen und Rahmenkonstruktionen zu bereichern.
Modelle im Überblick
- Ahooga A-Max: Verwindungssteifes und robustes Faltrad mit wartungsarmer Schaltung für Touren aller Art.
- Tern BYB P8: Wie ein Wohnzimmer auf zwei Rädern, mit solider Komplettausstattung für Vielnutzer.
- Brompton G Line: Robustes und hochwertig ausgestattetes Faltrad für den Stadt- und Geländeeinsatz.
- Decathlon Btwin Fold Light 1: Kompaktes und wendiges Faltrad mit innovativen Detaillösungen für kürzere Strecken.
- Licorne Phoenix 2D: Sehr günstiges, komplett nach StVO ausgestattetes Faltrad für Kurzstrecken und kleine Personen.
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