Klickpedale sind vor allem bei Mountainbikes und Rennrädern beliebte technische Unterstützer, mit denen die Kraftübertragung beim Treten in die Pedale noch effektiver wird. Damit alles reibungslos funktioniert, stellen Sie die Cleats auf die für Sie optimale Position ein und montieren die Platten an den Fahrradschuhen. Die richtige Einstellung deiner Cleats sorgt für eine optimale Kraftübertragung und reduziert das Risiko von Verletzungen und Schmerzen. Falsch eingestellte Pedalplatten können zu Knie- und Fußproblemen sowie zu Problemen an den Zehen führen. Dies alles kann dein Fahrerlebnis beeinträchtigen.
Warum Klickpedale verwenden?
Schuhe mit Cleats und Klickpedalen sorgen dafür, dass deine Füße auf den Pedalen optimalen Halt haben und du drücken bzw. ziehen kannst, ohne dass sich die Füße bewegen. Dein Tritt wird hierdurch flüssiger und effizienter. Da deine gesamte Kraft auf die Pedale übertragen wird, wirst du schneller und hast mehr Energie übrig.
Vorbereitung und Werkzeuge
Bevor du mit der Einstellung beginnst, benötigst du das richtige Werkzeug und eine Cleat-Einstellungsschablone oder ein Cleat Tool. Die TP1 Serie von Ergon bietet verschiedene Cleat Tools für alle gängigen Cleat Systeme, die einfach zu bedienen sind.
- Einen 3-4 mm großen Innensechskantschlüssel oder ein Multitool
- Einen Satz Cleats
- Einen Filzstift
- Ein Klebeband
- Ein Tuch
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage und Einstellung der Cleats
1. Markierung des Großzehengelenks
Beginnen wir mit der Markierung des Großzehgelenks. Mit einer zweiten Person ist das etwas einfacher. Klebt zuerst ein Stück Klebe- oder Isolierband auf den Schuh im Bereich des Großzehgelenks und markiert die Position des Gelenks mittig mit einem kleinen Strich. Das Großzehgelenk ist innenliegend der breiteste Knochen am Fuß und kann durch die Schuhe ertastet werden.
2. Ganganalyse
Für die Einstellung der Rotation ist eine kleine Analyse der Fußstellung wichtig. Geht ein paar Meter und lasst euch von einer zweiten Person beobachten. Eure AnalystIn kann euch dann sagen, wie sich eure Füße stellen/rotieren, wenn ihr in Bewegung seid. Das wird wichtig für die Rotationseinstellung. Einfach gesagt geht es darum zu erkennen, ob eure Zehen parallel zueinanderstehen oder nach innen bzw. außen rotieren.
3. Montage: Positionierung des Großzehengelenks
Orientiert euch an eurer Markierung und positioniert das Großzehgelenk 1,5 - 2 cm vor der Pedalachse. Damit gleicht ihr den diagonalen Verlauf der Zehen aus und nutzt die ganze Fläche des Fußes. Wenn man keine Schablone hat, dann kann man die Position zur Pedalachse auch an den Cleats ablesen. Die Pedalplatten haben an den Seiten eine kleine Markierung, die die Pedalachse simulieren soll.
4. Montage: Justierung der Rotation
Die Rotation ist der zweite wichtige Teil bei der Justierung der Pedalplatten. Für die Rotation ist die Fußstellung wichtig. Die Grundposition der Cleats sollte dem natürlichen Gangbild bzw. der natürlichen Fußstellung nachempfunden sein. Wenn man z.B. außenrotierte Füße und eine gerade Einstellung der Cleats hat, dann führt das zu Scherkräften im Knie, weil der Fuß in seine natürliche Haltung will, auf dem Pedal dreht und somit das Knie verdreht.
Es gibt drei Szenarien für die Rotation: Neutralstellung, Außen- und Innenrotation.
5. Cleats positionieren
Setze die Cleats locker auf die Sohle deiner Fahrradschuhe.
6. Position anpassen
Stelle sicher, dass die Cleats so positioniert sind, dass der Ballen deines Fußes, also das Grundgelenk deiner Zehen, direkt über der Pedalachse liegt. Dies ist entscheidend für eine effiziente Kraftübertragung. Das gilt selbst, wenn eine Schuhsole aus steifem Carbon hergestellt ist.
Mit dem Ergon Cleattool gehst du bei der Einstellung in drei Schritten vor:
- Längseinstellung: Schiebe den Schuh in die Position, dass sich das Cleat bzw. Pedal unter dem Fußballen befindet.
- Quereinstellung oder Q-Faktor-Justage: Je nach Beinachse und Tretlagerbreite bzw. Pedalachse sollte der Schuh nach innen oder außen geschoben werden. Beim Fahren sollten Hüfte, Knie und Fuß eine gedachte Linie beim Treten bilden.
- Der Fersenwinkel: Durch Drehen des Schuhs auf dem Cleattool wird der Fußwinkel in Längsrichtung eingestellt. Damit wird das Knie richtig in der Bewegungsachse ausgerichtet.
7. Cleats fixieren
Ziehe die Schrauben deiner Cleats mit einem Inbusschlüssel fest.
8. Einstellungsprüfung
Raste deine Schuhe auf den Pedalen ein und prüfe, ob sich die Cleats in der gewünschten Position befinden. Am besten testest du die Einstellung auf einem Rollentrainer. Dreh deine Füße nach innen und außen bis zum Anschlag des Pedals, ohne auszuklicken. Beide Richtungen sollten zu deiner Fahrposition etwas Luft haben.
9. Ausrichtung korrigieren
Verändere die Position der Cleats, falls nötig, um sicherzustellen, dass deine Knie und Füße in einer natürlichen Position bleiben.
10. Probefahrt
Mache eine kurze Probefahrt und achte auf dein Fahrgefühl. Die Knie und die Muskulatur sollten ein harmonisches Gefühl beim Treten vermitteln.
11. Knieausrichtung
Achte darauf, dass deine Knie während des Tretens gerade bleiben und nicht nach innen oder außen zeigen. Dies hilft, Knieproblemen vorzubeugen.
12. Fersenposition
Die Fersen sollten anfangs möglichst neutral stehen, also in Linie zur Fahrtrichtung zeigen, um eine natürliche Fußstellung in der richtigen Knieausrichtung zu gewährleisten. Fühlst du dich damit unwohl, kannst du den Fußwinkel in kleinen Schritten, nach innen oder außen ändern.
13. Cleat-Einstellhilfe
Nutze die Schablonen des Ergon-Einstellungs-Tools TP1, um die optimale Position zu finden. Diese erleichtert die korrekte Ausrichtung und Fixierung der Cleats.
14. Auslösehärte der Pedale einstellen
Nicht nur, dass es (gut gefettet) fest im Kurbelarm verschraubt sein sollte, an dem meisten Klickpedalen kannst du die Auslösehärte einstellen. Auch diese solltest du für dich optimal einstellen. Wähle die Einstellung der Auslösehärte, die dir komfortabel und sicher erscheint. Wenn du noch nicht gut mit dem Klicksystem vertraut bist, wähle eine geringere Federspannung. Bist du ein routinierter Radsportler und benötigst viel Halt, dann erhöhe die Federspannung.
Die richtige Cleat-Position finden
Am Ende sollte die Mitte des Cleats zentral unter dem sogenannten Quergewölbe des Fußes sitzen, das entspricht dem Verlauf vom Großzehgelenk, auch als Fußballen bekannt, zum entsprechenden Pendant am Kleinen Zeh. Die Fußspitzen sollten später von oben betrachtet neutral nach vorn oder in einem leichten „V“ nach außen zeigen, das entspricht am ehesten der natürlichen Fußstellung und Biomechanik beim Gehen und ist damit besonders schonend.
Auch zu Fuß wird die Kraft beim Abdruck über dieses Quergewölbe in den Boden geleitet, eine andere Positionierung, zum Beispiel mit dem Mittelfuß auf der Pedalmitte, könnte Taubheit, Muskelbrennen und vorzeitige Ermüdung der Füße mit sich bringen.
Anpassungen und Feinkorrekturen
Die exakt mittige Positionierung kann im Nachhinein in Grenzen an persönliche Bedürfnisse angepasst werden und muss rechts und links nicht identisch sein. Wer schon länger mit Klickpedalen fährt, möchte seine Schuhplatten nach dem verschleißbedingten Tausch meistens an die gleiche Position montieren, hier sind die TP1-Schablonen von Ergon beim Übertrag sogar eine noch größere Hilfe.
Sportliche Radfahrer und Radfahrerinnen können das Cleat etwas weiter außen auf der eingezeichneten Linie montieren, damit die Füße für einen kleineren, effizienten Q-Faktor* nah an die Kurbel rutschen, kräftig gebaute Biker*innen können für etwas mehr Platz zwischen Rahmen und Schenkeln die Platten zwei, drei Millimeter weiter einwärts verschieben.
Cleat-Systeme im Überblick
Drei Pedalbauarten stehen zur Wahl, die jeweils andere Pedalplatten erfordern:
- Drei-Loch-System: Am weitesten verbreitet bei Rennradschuhen, typische Pedale von Shimano (SPD SL) und Look (Kéo).
- Speedplay (Vier-Loch-System): Besonders leichte und minimalistische Pedale mit sehr leichtgängiger, einstellbarer Drehfreiheit.
- SPD-MTB-System (Zwei-Loch-System): Geeignet für Mountainbikes, Gravelbikes und Rennräder, kleine und verschleißfeste Stahlplatte.
Woran erkennst du Rennradschuhe und Cleats?
Cleats und Fahrradschuhe für Rennräder erkennst du daran, dass sowohl die Schuhsohlen als auch die Cleats mit 3 Löchern versehen sind. Diese 3 Löcher dienen zur Befestigung der Cleats mithilfe der mitgelieferten Schrauben.
Die unterschiedlichen Gradangaben der Cleats
Bei der Suche nach der passenden Rennradausrüstung wirst du feststellen, dass es mehrere Marken mit verschiedenen Farbcodierungen gibt. Die Farben entsprechen jeweils einem bestimmten Winkel zwischen Pedal und Cleat, also in anderen Worten wird ausgedrückt, wie weit sich der Fuß im Pedal bewegen lässt. Es gibt feste Verbindungen, Verbindungen mit wenig Spiel und solche mit viel Bewegungsfreiheit.
Hier eine Liste mit den bekanntesten Marken und ihrer Farbcodierung:
| Marke | Fest verbunden | Etwas Bewegungsfreiheit | Viel Bewegungsfreiheit |
|---|---|---|---|
| Look | Schwarz (0°) | Grau (4,5°) | Rot (9°) |
| Shimano | Rot (0°) | Blau (2°) | Gelb (6°) |
| BBB | Grau (0°) | Rot und Schwarz (6°) | Rot (9°) |
| Time & Spidlay | Keine Farbcodierung, Gradangabe direkt auf den Cleats (0° bis 15°) | ||
Welche Gradangabe ist für dich geeignet?
- Starre Cleats: Empfohlen für Radprofis bzw. Sportler mit einem gewissen Niveau, optimale Kraftübertragung bei Sprints, geeignet für Radsportler ohne Knieprobleme.
- Cleats mit „etwas Bewegungsfreiheit“: Geeignet für Fahrer, die bereits über Erfahrung mit Cleats mit viel Bewegungsfreiheit verfügen oder keine starren Cleats fahren können, bieten ein wenig Bewegungsfreiheit und sind beim Treten trotzdem noch sehr effizient.
- Cleats mit „viel Bewegungsfreiheit“: Empfohlen für Radsportler, die den Einstieg in das Fahren mit Klickpedalen wagen, ermöglichen es Fahrern, ihre Füße relativ frei zu bewegen und bieten dank des großen Bewegungswinkels nur wenig Beschränkungen für die Gelenke.
Wie weißt du, ob deine Cleats richtig eingestellt sind?
Gut eingestellte Cleats verbinden Komfort mit guter Kraftübertragung! Logischerweise verspürst du mit gut eingestellten Cleats keinerlei Schmerzen und gehst kein Verletzungsrisiko ein. Falsch eingestellte Pedalplatten können hingegen schmerzhaft und sogar gefährlich sein.
Falsch eingestellte Cleats kannst du an den folgenden Hinweisen erkennen:
- Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats leicht nach außen drehen.
- Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats ein wenig nach innen verstellen.
- Schmerzt dein Bein im Bereich der Achillesferse, solltest du deinen Fuß weiter nach vorne bringen, indem du die Pedalplatte nach hinten schiebst.
- Montiere deine Cleats mithilfe des Klebebands ruhig noch einmal ganz neu, wenn du mit der Einstellung nicht zufrieden bist.
- Wenn du dich für starre Cleats bzw. Pedalplatten mit wenig Bewegungsfreiheit entschieden hast, dann empfehlen wir dir bei Schmerzen auf solche mit viel Bewegungsfreiheit umzusteigen, damit deine Knie mit weniger Beschränkungen auf natürlichere Weise die richtige Position einnehmen.
Unterschätzt nicht die Einstellungsmöglichkeiten eurer Cleats oder Pedalplatten. Also nochmal kurz zusammengefasst: Durch die Anwendung dieser Tipps und Techniken stellst du sicher, dass deine Cleats optimal eingestellt sind, was zu einem angenehmeren und effizienteren Fahrerlebnis führt.
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