Fahrradkoffer Test: Der Thule RoundTrip Pro XT im Detail

Wer mit dem eigenen Renner ins Trainingslager möchte, braucht einen guten Koffer. Wichtigste Voraussetzung dafür, vor allem wenn eine Flugreise ansteht: ein solider Radkoffer oder eine gut gepolsterte Tasche, damit der Renner unbeschadet und einsatzbereit am Ziel ankommt. Wir haben sieben Modelle getestet. Dazu geben wir Tipps zum richtigen Verstauen des Rennrads im Koffer selbst, sowie eine kurze Übersicht an Airlines, die eine Fahrradmitnahme ermöglichen.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten: als klassische Hartschalen-Radkoffer oder als Radtaschen aus robustem (Nylon-)Stoff. Erstere bringen ein klares Plus in Sachen Schutz, benötigen aber sowohl vor Ort im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung wie auch im eigenen Keller deutlich mehr Platz als eine Radtasche, die sich bei Nichtgebrauch meist deutlich kleiner zusammenfalten lässt.

Ein erster Blick auf den Thule RoundTrip Pro XT zeigt: Mit einem Preis von 459 Euro liegt mein Thule RoundTrip Pro XT genau in der Mitte unseres Testfelds. Anders als der evoc-Koffer, den mein Kollege Fabian getestet hat, ist der Thule kein reiner Rennrad-Transporter, sondern wendet sich an Rennradfahrer, Cross- und Gravel-Piloten sowie Mountainbiker gleichermaßen. Gerade für Biker, die in mehreren Disziplinen zu Hause sind, kann das ein entscheidender Vorteil sein.

Die Konstruktion und Vorteile des Thule RoundTrip Pro XT

Die Transportspezialisten aus dem südschwedischen Malmö setzen beim RoundTrip Pro XT auf eine sogenannte Softshell-Konstruktion mit festem Boden. Für den Schutz des wertvollen Inhalts sorgen Verstrebungen und Polster. Das hat einige Vorteile.

  • Sie können z. B. einfach entnommen werden, der Thule-Koffer lässt sich so bei Nichtgebrauch platzfreundlich verstauen.
  • Zudem spart diese Konstruktion Gewicht, ohne den Schutz zu vernachlässigen.

Das ist bei knausrigen Airlines hilfreich, ermöglicht aber vor allem den absoluten Clou des Thule RoundTrip Pro XT:

Integrierter Montageständer: Ein Geniestreich

Die Idee, einen Montageständer in den Radkoffer zu integrieren, halte ich für einen Geniestreich. Gerade wer längere Zeit im Trainingslager verbringt und die Gelegenheit auch für Materialtests nutzt, profitiert enorm. Teiletausch, Reparatur und Service: Alles geht dank des stabilen und durchdachten Ständers viel leichter, schneller und materialschonender von der Hand - und das ganz rückenfreundlich auf Arbeitshöhe.

Besonders clever finde ich das voll-modulare Konzept. Der Ständer nutzt den Fahrradhalter, auf dem das Rad ohnehin montiert wird und bringt deshalb relativ wenig Mehrgewicht auf die Waage. Wenn ich trotzdem aufs letzte Gramm achten muss, lasse ich den Montageständer einfach zu Hause.

Das Ein- und Auspacken: Einfach und durchdacht

Beim Verpacken müssen Laufräder, Lenker und je nach Radlänge ggf. das Schaltwerk demontiert werden. Die Laufräder verschwinden dabei in gut gepolsterten Laufradtaschen, während der Lenker am Rahmen befestigt wird. Tipp: Am besten nimmst Du den Lenker inklusive Vorbau ab, so musst Du am Zielort nicht mühsam alle Winkel wieder richtig einstellen. Aber vergiss nicht, die Gabel mit der Aheadschraube zu fixieren!

Sehr klug gelöst finde ich die Montage der Gabel auf dem Fahrradhalter. Das funktioniert mit den beiliegenden Adaptern sowohl für Steck-, als auch für Schnellspannachsen und dank durchdachter Längenverstellung völlig universell. Zusammen mit dem Block unter dem Tretlager steht das Rad bombenfest im Koffer, und zwar unabhängig von Front-Center-Länge, Rohrformen oder Geometrien.

Bei den Ratschen und Verstellhebeln hat sich Thule offenkundig an den hauseigenen Radträgern aus dem Automobilbereich orientiert. Alles ist sehr wertig, einfach zu bedienen, materialschonend und trotzdem sicher fixiert.

Lediglich etwas mehr Polstermaterial und einige extra Fächer für Kleinteile oder Zubehör hätte ich mir gewünscht, um den positiven Eindruck abzurunden. Allerdings ist das nichts, was ich nicht mit etwas Rohrisolierung, Luftpolsterfolie und ein paar Kabelbindern improvisieren konnte.

Sicherheit, Handling und Komfort auf Top-Niveau

So verpackt hatte ich nicht die geringsten Bedenken, meinen BMC-Carbonrenner mit auf Reise zu nehmen - und der Thule-Koffer hat mein Vertrauen nicht enttäuscht. Dank seiner gut platzierten Griffe lässt sich der RoundTrip Pro XT jederzeit gut handhaben, egal, ob ich ihn durch die endlosen Gänge irgendeines Airports ziehen oder auf ein Gepäckband wuchten muss.

Positiv überrascht hat mich der schräg verlaufende Reißverschluss, der sich angenehm leicht bedienen lässt. Auch das Softshell-Material macht einen absolut langlebigen Eindruck, auch wenn sich die üblichen Kratzer und Abriebspuren nach dem Flug nicht vermeiden lassen.

Besonders gut gefällt mir zudem die effiziente Raumausnutzung des stabilen Schweden. Trotz eher kompakter Außenmaße bietet der Koffer viel Platz im Innenraum.

Weitere getestete Radkoffer im Überblick

Im Rahmen des Tests wurden auch andere Radkoffer untersucht, die sich in ihren Eigenschaften und Vorzügen unterscheiden:

B&W International Bike.Bag 2.0

  • Preis: 529 Euro
  • Gewicht: 9,5 kg
  • Maße: 136 x 85 x 30 cm
  • Vorteile: guter Rund-um-Schutz, Montagematte, sehr leicht
  • Nachteile: Lenker-Fixierung recht hakelig
  • Geeignet für: Besitzer von Rennrädern mit klassischem Lenker/Vorbau und kleinerem Budget

Elite Borson

  • Preis: 699 Euro
  • Gewicht: 11,8 kg
  • Maße: 130 x 90 x 36 cm
  • Vorteile: Lenker kann montiert bleiben, Platz für vier Laufräder, Schutzkappe für Discs
  • Nachteile: stramm zu schließen
  • Geeignet für: Räder mit schmaleren One-Piece-Cockpits und alle, die mit einem zweiten Laufradsatz reisen

Evoc Sports Road Bike Bag Pro

  • Preis: 945 Euro
  • Gewicht: 12,1 kg
  • Maße: 139 x 91 x 50 cm
  • Vorteile: sehr bequemes Packen, sehr guter Schutz, Lenker und Sattel können bleiben
  • Nachteile: Streben sehr schwergängig
  • Geeignet für: Alle Räder mit integrierten One-Piece-Cockpits und höheren Sitzrohren

PRO Transporttasche Mega

  • Preis: 659,95 Euro
  • Gewicht: 9,3 kg
  • Maße: 135 x 21 x 81 cm
  • Vorteile: herausnehmbare Schiene, Taschen für Pedale, für Road- und Mountainbikes
  • Nachteile: hakelige Streben
  • Geeignet für: Alle Fahrer, die einen Koffer suchen, der sowohl Straßen- als auch Mountainbikes aufnimmt

Scott Bike Transport Road/ Tri Tasche

  • Preis: 999,95 Euro
  • Gewicht: 13,2 kg
  • Maße: 152 x 50 x 105 cm
  • Vorteile: Lenker und Sattel bleiben dran, guter Schutz auch für Triathlonräder
  • Nachteile: schert beim Ziehen gerne aus
  • Geeignet für: Rennradfahrer und Triathleten, die einen guten Koffer für One-Piece-Cockpits suchen

Thule RoundTrip

  • Preis: 799,95 Euro
  • Gewicht: 12,6 kg
  • Maße: 124 x 33 x 85 cm
  • Vorteile: schnelles und bequemes Packen, guter Schutz, viel Zubehör
  • Nachteile: sehr kompakte Bauform
  • Geeignet für: Räder mit klassischer Vorbau-Lenker-Kombination, dank Montageständer mit perfekter Arbeitshöhe

Topeak PakGo EX

  • Preis: 799,95 Euro
  • Gewicht: 11,8 kg
  • Maße: 120 x 35 x 80 cm
  • Vorteile: sehr guter Schutz dank Hartschale, viel Zubehör, üppiger Stauraum
  • Nachteile: großer Platzbedarf
  • Geeignet Für: Alle, die den Schutz eines Hartschalenkoffers wünschen und über genügend Platz verfügen

Checkliste für den Kauf eines Fahrradkoffers

Beim Kauf einer Fahrradbox sollten folgende Merkmale beachtet werden:

  • Material: Metall, Kunststoff oder Holz
  • Größe: Ausreichend Platz für Fahrräder und Zubehör
  • Bauart: Stabile Konstruktion, passend zum Untergrund
  • Sicherheit: Hochwertiges Schloss
  • Witterungsschutz: Schutz vor Regen, Schnee und UV-Strahlung
  • Preis: Angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis

Materialien von Fahrradboxen

Die am meisten genutzten Werkstoffe sind Metall, Kunststoff und Holz:

  • Metall: Hohe Stabilität, korrosionsresistent und wetterbeständig.
  • Kunststoff: Schutz vor Feuchtigkeit, formstabil, langlebig und pflegeleicht.
  • Holz: Natürliche Optik, erweiterbar und einfach zu bearbeiten.

Wie Roadbike die Radkoffer testet

Kernaufgabe ist der Schutz, der dementsprechend mit 40 % in die Endnote eingeht. Die von uns höher bewerteten Modelle schützen den Inhalt und sensible Bereiche wie Schaltwerk oder Bremshebel besser als die anderen Modelle. Die Außenhülle ist dank Verstärkungen oder angebrachten Pads stabiler und schützt besser vor Stößen. Außerdem haben wir bewertet, wie gut und bequem die Radkoffer zu packen sind - mit 20 %: Geht das schnell von der Hand oder erfordert es Geschick und viel Werkzeug? Ebenfalls mit 20 % geht in die Endnote ein, wie gut sich der Koffer transportieren lässt: Hat er ausreichend und gut platzierte Griffe und gute Rollen? Weitere 10 % der Endnote entfallen je aufs Gewicht und auf die Ausstattung.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0