Eine Messung der Kompression kann aus unterschiedlichen Gründen notwendig sein. Zum einen kann man eine Messung regelmäßig durchführen, um die Verschleißentwicklung eines Motors im Blick zu haben. Welche Werte ein Motor erreichen sollte, gibt der jeweilige Hersteller in der Wartungsanleitung vor.
Vorbereitung der Kompressionsmessung
Die Voraussetzungen für eine Messung sind simpel!
- Die Fahrzeugbatterie sollte wie der Anlasser in einem guten Zustand sein.
- Das Ventilspiel muss ordnungsgemäß eingestellt sein.
- Der Test sollte bei betriebswarmem Motor stattfinden.
Die Kompression sollte im betriebswarmen Zustand geprüft werden, da sich die Kolbenringe leicht ausdehnen und somit besser abdichten.
Den Motor muss man durch Fahren auf normale Betriebstemperatur bringen.
Durchführung der Kompressionsmessung
Für die Messung benötigt man ein geeignetes Messgerät, das es im Zubehörhandel gibt.
- Bei verschmutzten Motoren die Zündkerzen 1 bis 2 Umdrehungen lösen und Motor 5 bis 10 Sek. durchdrehen, damit Schmutz abgeblasen wird. Das geht natürlich auch mit Druckluft, wenn man einen Kompressor hat.
- Kompressionstester fest auf das Zündkerzenloch aufsetzen bzw. einschrauben, so dass die Verbindung absolut dicht ist.
- Drosselklappe der Vergaser vollständig öffnen, also Vollgas geben.
- Dann Motor mit dem Anlasser etwa 4 -6 mal durchdrehen und Druckanzeige beobachten, bis diese nicht mehr steigt.
Interpretation der Messergebnisse
Beim Verdichtungstakt sind die Ventile geschlossen und der Kolben komprimiert das angesaugte Gemisch stark. Damit steigt der Druck im Zylinderraum bis auf etwa 1400 kPa (entspricht etwa 14 kp/cm² bzw. bar) an. Damit sind die Voraussetzungen für eine gute Verbrennung gegeben.
Der Verdichtungsdruck, man spricht auch von Kompressionsdruck, ist damit ein guter Indikator für den Innenzustand des Motors.
Nimmt man eine Kompressionsprüfung in regelmäßigen Abständen vor und notiert die Ergebnisse, erhält man eine Liste, mit der man bestimmen kann, wann eine Motorüberholung ansteht.
Normalwerte und Abweichungen
Der erste Kompressionshub (A) ergibt etwa 3 - 5 kp/cm². Danach wird der Druck bis auf den spezifizierten Wert (B) erhöht. Dieser sollte bei der GPZ 500 S lt. Werkstatthandbuch zwischen 8,85 - 13,5 kp/cm² (Bar) sein.
Bei überholten Motoren (neue Kolben und/oder Ringe) werden die spezifizierten Werte meist nicht sofort erreicht, sondern erst nach der Einfahrperiode.
Mögliche Ursachen für niedrige Kompression
Es gibt verschiedene Gründe für eine niedrige Kompression:
- Undichte Ventile: Die Ventile sind wahrscheinlich undicht (Sitz beschädigt; Ventilspiel zu eng).
- Verschlissene Kolbenringe oder Zylinder: Die Zylinder und/oder Kolben bzw. die Kolbenringe sind verschlissen.
- Defekte Zylinderkopfdichtung: Die Zylinderkopfdichtung ist wahrscheinlich undicht bzw. verbrannt, die Dichtfläche nicht plan ist oder die Zylinderkopfschrauben nicht korrekt angezogen sind.
Differenzdruckmessung bei Mehrzylindermotoren
Da es sich bei einem Boxermotor um einen 2-Zylinder Motor handelt, ist es wichtig einen Differenzdruck zu ermitteln. Die Differenz zwischen beiden Zylindern sollte nicht größer als 1 Bar sein.
Zusätzliche Hinweise
- Motoröl: Neben der Wahl des richtigen Motoröls und der regelmäßigen Wechselintervalle, sind die Warmlaufphasen von großer Bedeutung.
- Ventileinstellung: Auch das regelmäßige einstellen der Ventile ist in besonderer Weise entscheidend.
- Fahrweise: Wer seinen Motor ständig am Maximum bewegt, mit extremen Lastwechseln oder Beschleunigungen fährt, sorgt so erfolgreich für die Verkürzung der Lebensdauer.
Kompressionsmessung am Einzylinder
Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob eine Kompressionsmessung bei Einzylindermotoren sinnvoll ist.
Einige argumentieren, dass der Wert selbst relativ nichtssagend ist und es primär auf den Kickerwiderstand ankommt. Andere wiederum betonen, dass auch bei Einzylindern eine Kompressionsmessung Aufschluss über den Zustand des Motors geben kann.
Verwandte Beiträge:
- Radtour Strecke messen: GPS-Apps & Tipps für perfekte Tourenplanung
- Rahmenhöhe messen Mountainbike: Die richtige Größe finden – So geht's
- Kopfumfang messen: Der perfekte Fahrradhelm für Ihre Sicherheit
- Ultimative Motorrad Rundreise durch Schottland: Planung, Tipps & Geheimtipps für Dein Abenteuer
- Leichtes Zelt für Radfahrer: Test, Vergleich & Kaufberatung
Kommentar schreiben