Königstour am Hochkönig: Das MTB-Abenteuer

Die Bike-Region Hochkönig im Salzburger Land startet mit frischen Impulsen in den Sommer 2025: Ab sofort können Radbegeisterte mit der neuen „Königstour Bike“ eine dreitägige Rundtour erleben, die durch einige der schönsten Winkel rund um Maria Alm, Dienten und Mühlbach führt.

Viele offizielle Mehrtagestouren gelten als nahezu "Trail-befreit". Für eine neue Runde im Salzburger Land wurden sogar extra Flowtrails gebaut und natürliche Pfade freigegeben. Wir haben sie getestet!

Eine neue, Trail-lastige Runde am Hochkönig? Angelegt auf drei Tage in drei Ausdauer-Schwierigkeitsgraden zwischen rund 70 und 170 Kilometern? Und wir dürfen diese Königstour genannte Etappenfahrt vorab testen? Na wenn das mal kein Privileg ist!

Als unseren Autor die Einladung der Region Hochkönig erreicht, musste er nicht lang überlegen. Umso mehr, da diese Region bisher ein blinder Fleck auf seiner MTB-Landkarte war.

Die Königstour: Ein Erlebnis für jeden Biker

Die Königstour ist ein Erlebnis. Durch die Schwierigkeitsgrade "light", "medium" und "big" ist es Bikern jedes Fitness- und Fahrlevels möglich, in Etappen die beeindruckende Bergwelt des Hochkönigs zu "erfahren". Egal, ob mit E- oder klassischem MTB.

Wer das offizielle Paket bucht, bekommt neben dem Starterpaket inklusive GPX-Tracks, Stempelkarte à la Stoneman und Annehmlichkeiten wie vorgebuchten Hotels und dem praktischen Gepäcktransport am Ende sogar eine Urkunde sowie eine Trophäe in Gold, Silber oder Bronze - je nach Variante und ein tolles Andenken.

Man kann die Königstour von drei möglichen Startpunkten aus beginnen. Die Uphills sind gut ausgeschildert, auf dem Weg kann man an vielen möglichen Almwirtschaften Halt machen um die Akku's von Mensch und Maschine wieder aufzutanken.

"Die enorme Vielfalt der Wege, der Ausblicke, der Landschaften und der Auswahlmöglichkeiten beim Verlauf macht die Königstour einzigartig.", findet Adrian Greiter, der diese Geschichte für uns fotografiert hat.

Die drei Varianten der Königstour

  1. Königstour "big"
  2. Königstour "medium"
  3. Königstour "light"

Ein wesentliches Merkmal der Königstour sind die vielen Natur- und Flowtrails.

Neben den mega Trails gibt es dort atemberaubenden Ausblicke und kulinarischen Schätze der Region.

Das neue Highlight im Tourenangebot ist die „Königstour Bike“. In drei wählbaren Schwierigkeitsstufen - von der gemütlichen Light-Version mit Seilbahnnutzung bis zur sportlichen „Big“-Variante über den 2.117 Meter hohen Hundstein - erschließen sich zwischen 70 und 170 Kilometer feinster Bikegenuss. Wer lieber bergab die Kurven zählt, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Vier Flowtrails - darunter der „Flowtrail Hochkönig“ und der „Flowtrail Nani & Mariedl“ - sorgen für sportliche Abwechslung. Auch Einsteiger:innen und Familien finden hier passende Routen.

Kulinarische Touren verbinden sportliche Aktivität mit ausgewählten Geschmackserlebnissen: Bei der „Kulinarischen Königstour Bike & Hike“ warten Drei-Gänge-Menüs auf drei Hütten, Kräuterköstlichkeiten und der klassische Gipfelschnaps auf Genießer:innen. Mit der HochkönigCard und dem neuen Guest Mobility Ticket ab Mai 2025 setzt die Region auf komfortable und umweltfreundliche Mobilität.

Die härteste der drei Königstour-Varianten führt über 170 km durch die schönsten Ecken der Region Hochkönig. Bei dieser Variante dürfen außer beim Start keine Lifte mitgenutzt werden. Vielfältige und anspruchsvolle Bikestrecken erwarten dich bei der Königstour Bike BIG.

Die Etappen der Königstour Big

Tag 1: Nachdem wir in Dienten am Hochkönig unser Basislager bezogen, fuhren wir gleich weiter nach Maria Alm, wo wir für die kommenden 3 Tage unsere Autos abstellten. Pünktlich um 10 Uhr starteten wir bei Traumwetter und hochsommerlichen Temperaturen. Nach ein paar Kilometern zum Einradeln folgte gleich der erste Anstieg mit rund 600 HM auf die Abergalm. Von dort aus ging es hinab nach Bachwinkel. Kurz überlegten wir noch, ob wir den für Sonntag geplanten Anstieg zum Hundsstein auch gleich mitnehmen sollten. Weiter ging es entlang der Bundesstraße nach Hintertal und weiter über Asphalt und Schotter zur Aueralm. Obwohl die letzte Einkehr noch gar nicht lange her war, ließ Wuz es sich nicht nehmen, uns auf eine Runde einzuladen. „Gestärkt“ fuhren wir weiter über Forststrassem bis wir den Filzensattel erreichten. Von hier aus führte uns der vermeintlich letzte Anstieg des Tages in angenehmer Steigung auf den Gabühl. Trotz moderater Steigung waren wir aufgrund der Hitze natürlich völlig dehydriert und waren somit zu einer Einkehr auf der Gabühlhütte nahezu gezwungen. Die Kellnerin fragte uns, ob wir auch über Wiesen fahren und gab uns dann den Tipp zu einer Abkürzung zur Jausenstation Grünegg. Der Wiesenweg war ein ausgetretener Wanderpfad und für die meisten von uns nicht/kaum fahrbar. Speedy packte das Trailfieber und war weg. Nach der kurzen Einkehr in der Jausenstation mussten wir nur noch runter zur Bundesstrasse und dann nach links um 700 m später unser Hotel zu erreichen und den ersten Tag abzuschließen. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber aus unerklärlichen Gründen bin ich nach rechts abgebogen und Knedl, Meino und Wuz folgten mir. Die kurz aufkommenden Zweifel, ob wir hier tatsächlich richtig sind, wurden aufgrund des enstandenen Flows, mit dem wir uns gegenseitig die kurvige Strasse runterjagten, umgehend verworfen. Die Ernüchterung kam dann in Lend, wo wir den Wegweiser „Dienten 10 km“ in die Richtung, aus der wir kamen, erspähten.

Tag 2: Der zweite Tag war geprägt von schlechten Wetterprognosen, die uns unser Wirt am Vorabend unterbreitete. Laut Vorhersage wurden bereits für frühen Nachmittag starke Gewitter erwartet. Neben dem ständigen Blick aufs Wetter, mussten wir auch ständig aufs Handy schauen, um die richtige Route zu finden. Der Tourismusverband Hochkönig bewirbt zwar diese Tour, schafft es aber offenbar nicht sie auszuschildern. Der zur Verfügung gestellte GPS Track ist ebenso mit Vorsicht zu genießen. Die folgende Schiebe- Tragepassage war allerdings planmäßig. Auch das war irgendwann erledigt und wir erreichten noch immer bei strahlendem Sonnenschein die Bürgelalm. Da wir heute unter Zeitdruck standen fuhren wir jedoch schleunigst weiter. An der Zapferlalm war es dann aber doch an der Zeit eine kurze Rast einzulegen. Zum Glück wollten wir heute keine Zeit vertrödeln, denn hier hätte es richtig gemütlich werden können. Die empfohlene Route stellte sich diesmal sogar als wahrer Glückstreffer heraus und führte uns über einen kurzen Trail weiter zur Bundesstrasse, die wir auch an Ort und Stelle überqueren konnten. Als nächstes Ziel stand das Arthurhaus auf dem Plan. An einer Weggabelung mussten wir uns für den leichteren, oder den steileren Weg entscheiden. Ein heimischer Mountainbiker mahnte uns aufgrund der Steilheit, die er aber fahren könnte. Herausforderung angenommen und auch wir haben es geschafft. Die restlichen Höhenmeter ging es weiter auf Asphalt und bei so manchen wurden Erinnerungen an den Schulskikurs wach, als wir den damaligen Mitterfeldlift und das Hochkeilhaus passierten. Eingekehrt sind wir in einer kleinen Wirtschaft hinter dem Arthurhaus, wo wir erstmal unsere durchgeschwitzten Sachen trocknen mussten. Mit dem ständigen Blick aufs Wetter war die anschließende Runde um den Hochkeil rasch erledigt. Da wir es vermeiden wollten in ein Gewitter zu kommen, entschieden wir uns dazu, die heutige Runde etwas abzukürzen und über die Bundesstrasse den Dientnersattel zu überqueren. Was aber so manchem die gute Laune nicht vertrieb. Nach ca 1500 Hm und gut 40 km hatten wir alle trocken das Hotel erreicht. Das eine oder andere Bierchen später begann es dann auch schon ziemlich heftig zu schütten.

Tag 3: Am letzten Tag unserer Tour stand mit dem Hundstein das eigentliche Highlight auf dem Programm. Von „Juhu heut geht’s auf den Hundstein“ bis „geh leckts mich doch am A…, i mag nimma“ war an diesem Morgen alles dabei. Es half jedoch alles nichts und über den Filzensattel ging es nach Bachwinkel. Dort wo wir am ersten Tag runter kamen ging es diesmal rauf … und sogar ziemlich rauf!!! Nach den ersten schweißtreibenden Höhenmetern erreichten wir die Abergalmen. Das Wetter war trocken aber bewölkt, was sich im Nachhinein als sehr wertvoll herausstellte. Weiter ging es in wechselndem Auf und Ab in Richtung Grießbachalm. Auf dem Weg dorthin wollte Wuz den zahlreichen Wanderern noch eine kleine Show bieten, was aber beinahe zu einem kapitalem Sturz geführt hätte. Nur mit viel Akrobatik, Fahrkönnen und einer mächtigen Portion Glück konnte er den ungewollten Abgang von seinem Bike noch vermeiden. Ab der Grießbachalm schraubten wir uns dann über zum Teil sehr knackige Serpentinen hoch. Bis dahin war es jedoch noch ein ordentlich schweißtreibender Weg. Speedy zog uns allen davon und erreichte als erster den Hundsteingipfel. Fürsorglich wie er ist, bestelle er schon mal eine Runde Bier .. warm werden konnte es an diesem Tag ja nicht. Nachdem wir erstmal alles angezogen hatten, was so im Rucksack war, stärkten wir uns noch ein wenig, ehe wir uns unfallfrei ins Tal stürzten. Alles in allem war es ein gelungenes und mit viel Spaß gespicktes Wochenende in einer Traumhaften Gegend.

Tipps für einen Ausflug in die Region Hochkönig

Lage & Charakter

Die österreichische Region Hochkönig teilt sich im Norden mit Deutschland die Berchtesgadener Alpen, während im Süden die Salzburger Schieferalpen verlaufen. Letztere sind deutlich niedriger und zugänglicher als die schroffen Kalkriesen im Norden und von zahlreichen Forststraßen und Pfaden durchzogen. Daher eignen sie sich hervorragend für weitläufige MTB-Touren. Zusätzlich zur bestehenden Wegeinfrastruktur sind in den letzten Jahren einige Flowtrails entstanden und fünf der Sommerbergbahnen transportieren Fahrräder. Drei Orte gibt es in der Region: Maria Alm, Dienten und Mühlbach.

Anreise

Die Anreise von Deutschland in die Region erfolgt ab München entweder über die Tauernautobahn, die man bei Bischofshofen nach Westen verlässt, oder über die Inntalautobahn und über St. Johann. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist man zunächst mit dem Zug nach Wörgl, wo man in Richtung Saalfelden umsteigt. Das letzte Stück wird am besten mit dem Bus bewältigt.

Anreise von Salzburg kommend: Auf der Autobahn A10 bis Ausfahrt Bischofshofen, dann auf der B311 in Richtung Bischofshofen. Der Hochkönig Bundesstraße/B164 nach Mühlbach und weiter nach Dienten folgen. Anreise von Innsbruck/ Kufstein kommend: Auf der Loferer Straße/B178 Richtung St. Johann i.T., dann über die Hochkönig Bundesstraße/B164 über Saalfelden und Maria Alm nach Dienten bzw. Für die Nutzung des österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetzes ist eine gültige Vignette erforderlich. Ebenfalls gilt eine Mitführpflicht von Verbandszeug, Warndreieck und Warnweste.

Beste Reisezeit

Das Klima in der Region Hochkönig ist alpin, mit kalten Wintern und milden Sommern. Die Temperaturen können im Winter stark sinken, während die Sommer angenehm warm sind. Die beste Reisezeit zum Biken ist von Ende Mai/Anfang Juni bis Anfang/Mitte Oktober. Davor und danach muss man in den Hochlagen noch beziehungsweise schon mit Schnee rechnen.

Übernachtung

In Maria Alm, Dienten und Mühlbach gibt es zahlreiche Hotels, Pensionen und Apartments aller Preisklassen. Am besten informiert man sich auf der zentralen Webseite (hochkoenig.at) der Region. Alle Infos zur Königstour inklusive eines Buchungsportals für die Partnerunterkünfte findet man unter: koenigstour.bike

Guiding

Wer auf der Runde von einem Guide begleitet werden möchte, findet einige Anbieter in der Region wie etwa Franz Mayer von der eBike Academy in Hintersee. Bei ihm kann man auch gleich ein bestens gepflegtes E-Bike ausleihen. ebike-academy.at

Tipps für abseits der Trails

Straßenfest

Wenn man schon einmal in der Region ist, sollte man sich keinesfalls die Großglockner Hochalpenstraße entgehen lassen: Über 48 Kilometer windet sich das spektakuläre Bauwerk in 36 Kehren bis auf 2571 Meter hinauf - und auf der anderen Seite über Kärntner Gebiet in Richtung Osttirol hinab. Achtung: die lange Wintersperre beachten!

Skispaß

Die Königstour gibt es nicht nur im Sommer für Biker.

Wichtige Hinweise

  • Bleib auf den Wegen!
  • Respektiere Weidezäune!
  • Achte auf die Straßenverkehrsordnung!
  • Sicher überholen!
  • Sei rücksichtsvoll!
  • Wildtiere schonen!
  • Keinen Müll hinterlassen!
  • Verantwortungsbewusst fahren!
  • Wetterlage prüfen!

Weitere Informationen

Für detaillierte Informationen über Wanderkarten, die Öffnungszeiten der Bergbahnen sowie der Hütten und Almen im Sommer empfehlen wir dir, das Servicecenter vor Ort zu besuchen. Dort erhältst du nicht nur die Wanderkarte, sondern auch wertvolle Tipps zu den besten Wanderrouten und aktuellen Bedingungen.

Öffnungszeiten der Bergbahnen im Sommer

Die Bergbahnen bieten während der Sommermonate verschiedene Öffnungszeiten an, die je nach Wetterlage und Saison variieren können. Bitte informiere dich im Voraus über die aktuellen Betriebszeiten.

Öffnungszeiten der Hütten&Almen im Sommer

Die Hütten und Almen in der Region sind ideale Raststätten für Wanderer. Auch hier können die Öffnungszeiten je nach Saison und Wochentag unterschiedlich sein. Lass dich von den freundlichen Wirten über die Angebote und Spezialitäten vor Ort beraten.

Für weitere Informationen besuche bitte unsere Webseite: www.hochkoenig.at.

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