Auf dem Rennrad entscheiden sich viele Rennen bergauf - erst an den Anstiegen trennt sich die Spreu vom Weizen. Dies gilt für die Tour de France genauso wie für Jedermannrennen oder Gruppenfahrten mit Freunden. Gerade bergauf macht sich jedes Kilogramm weniger bemerkbar. Der Wert, der letztendlich zählt, heißt: Watt pro Kilogramm. Es geht also um die Leistung in Relation zum Systemgewicht, das sich aus dem Fahrer, seiner Kleidung und seinem Rad zusammensetzt.
Physikalisch gesehen bringt ein Gewichtstuning für eine konstante Geschwindigkeit in flachem Terrain fast gar nichts. Ein Beispiel: Bewegt ein Fahrer ein Systemgewicht von 85 Kilogramm an einem fünf Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich sechs Prozent Steigung mit einer konstanten Geschwindigkeit von 15 km/h, so muss er dafür durchschnittlich 236 Watt leisten. Ein um 0,5 Kilogramm minimiertes Systemgewicht spart 1,2 Watt. Ergo kann der Fahrer 0,1 km/h schneller fahren. Fährt man generell schneller oder beschleunigt zwischendurch einige Male, gewinnt man noch mehr Zeit dazu.
Das Problem jedes Material-Gewichtstunings ist: der Preis. Denn je leichter ein Teil ist, desto teurer ist es in der Regel auch. Häufig kommen in diesem Bereich Hightech-Carbon und -Fertigungstechniken zum Einsatz - und manchmal auch sehr viel Handarbeit. Zum Vergleich: Das durch den Weltverband UCI vorgegebene Mindestgewicht von Rennrädern beträgt 6,8 Kilogramm. Mit den meisten der Räder dieses Tests dürften die Profis demnach gar nicht bei Rennen starten.
Zwei unserer Testräder werden so auch von Radprofis gefahren: das Ridley Helium und das Argon 18 Gallium. Letzteres wurde als Team-Replica in den Farben des Spitzenteams Astana geliefert. Es rollt auf Schlauchreifen und Corima-Carbon-Laufrädern. Einen anderen Ansatz - hin zu viel Komfort und Langstreckentauglichkeit selbst für Einsteiger - geht hingegen Trek mit seinem Emonda SLR 9 Disc: Das Steuerrohr ist eher lang, die Sitzposition eher kompakt und leicht aufrecht. Das günstigste Rad des Testfeldes, das ROSE X-Lite Six, kostet rund 3400 Euro - bei einem Gewicht von 6,6 Kilogramm und einer robusten und durchdachten Ausstattung. Sowohl die Rahmen- als auch die Fahreigenschaften sind top.
Auch das leichteste Rad kommt von einem deutschen Hersteller - es wird sogar in Deutschland und in Handarbeit produziert: das AX-Lightness Vial Evo Race. Sein Gewicht: 5,5 Kilogramm. Allerdings haben die deutschen Leichtbau- und Carbonspezialisten sogar noch leichtere Versionen des Vial Evo im Programm. Der Rahmen des getesteten Modells wurde an manchen Stellen, vor allem am Tretlager, noch einmal verstärkt - das maximal zulässige Fahrergewicht liegt bei 120 statt 100 Kilogramm.
Gravel Bikes: Eine wachsende Beliebtheit
Gravel Bikes erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Sie sind eine relativ neue Kategorie in der Fahrradlandschaft. Sie sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike und können sowohl auf der Straße als auch im Gelände eingesetzt werden. Aber wie findet man das perfekte Fahrrad? Genau das ist die Frage, die wir in dieser Kaufberatung beantworten möchten.
Wir stellen dir einen umfassenden Gravel Bike Test vor, der dir hilft, das Bike zu finden, das am besten zu dir passt. Dabei gehen wir auf die wichtigsten Kriterien ein, die du beim Kauf eines Gravel Bikes beachten solltest, wie das Gewicht, die Rahmengröße und -material, die Schaltung, die Bereifung und die Bremsen. Ebenso vergleichen wir die beliebtesten Marken und stellen einige Modelle im Detail vor. So findest du dein perfektes Bike für dein neues Abenteuer auf und abseits der Straße.
Top Gravel Bikes 2023 im Vergleich
Diese Räder sind unsere Highlights in der aktuellen Saison. Sie zeichnen entweder besondere Funktionalität, Verarbeitungsqualität oder ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis aus.
- Airtracks R2000 Modell 2024: Vielseitigkeit für Straße und Gelände, 16 Gang Shimano Claris R2000 Schaltwerk.
- Rose Backroad AL GRX RX 400: Vielseitig für Singletrail, Commuting, Bikepacking, Unterrohrschutz und Anschraubmöglichkeiten, Gewicht ca. 9,5 kg.
- Marin Gravelbike Gestalt 1: Leichtgewichtiger 6061er Aluminiumrahmen und Carbon-Gabel, Shimano Sora 2x9 Kettenschaltung, robuste, mechanische Tektro Scheibenbremsen, Schwalbe G-One Reifen für Sicherheit und Kontrolle.
- Bergsteiger Tourmalet 28 Zoll Rennrad: Leichtgewichtiger Rahmen mit nur 11 kg, Shimano 14-Gang-Schaltung, geeignet für Herren und Damen ab einer Körpergröße von 170 cm.
- Kootu Berserker GRX 400 Carbon: Ausgestattet mit einem Shimano GRX 400 2×10-Gang-System, Continental Ultra Sport 700×40C Reifen.
- MBM KERES: Leichtgewichtiger Aluminiumrahmen mit klaren Linien, Carbon-Multifunktionsgabel, SRAM Apex 1 11-Gang Schaltwerk, hydraulische SRAM Apex 1 Scheibenbremsen, WTB Riddler 700x37C Reifen.
- Rose Backroad APEX AXS XPLR: Leichtgewichtiger Aluminium-Rahmen, SRAM APEX AXS 12-fach Schaltung, robuste ROSE G-THIRTY LIGHT Laufräder, breite WTB Gravel-Reifen für Sicherheit und Komfort, Gewicht ca. 8,8 kg.
- Triban GRVL 120: Vielseitiges und einfach zu handhabendes Bike, speziell für den Einstieg in den Gravel-Sport entwickelt, Rahmen aus Aluminium 6061 T6 und Carbongabel mit Aluminiumschaft.
Was unterscheidet Gravel Bikes von Mountainbikes oder Rennrädern?
Sie stellen einen Kompromiss zwischen Rennrädern und Mountainbikes dar, indem sie die schnelle Effizienz des einen und die Offroad-Fähigkeiten des anderen vereinen. Die Fahrräder zeichnen sich durch ihre robuste Bauweise aus, die für eine Vielzahl von Untergründen geeignet ist. Sie sind mit breiteren Reifen ausgestattet, die sowohl auf asphaltierten Straßen als auch auf unbefestigten Wegen eine gute Traktion bieten. Ebenso verfügen sie über eine entspannte Geometrie, die auf längere Fahrten und Fahrkomfort ausgelegt ist, sowie über ausreichend Befestigungspunkte für Gepäckträger und Flaschenhalter.
Die Rahmen eines Gravelrades sind oft aus Materialien wie Aluminium oder Carbon gefertigt und bieten eine Mischung aus Widerstandsfähigkeit und Gewichtsersparnis. Sie sind in der Regel etwas schwerer und widerstandsfähiger als die eines Rennrades, was sie ideal für holprige Wege macht, und bieten gleichzeitig mehr Komfort und Stabilität. Im Vergleich zu Mountainbikes sind Graveles in der Regel leichter und verfügen über schmalere Reifen. Ihre Geometrie ist weniger aggressiv, was sie für lange Fahrten auf unterschiedlichen Terrains angenehmer macht.
Die Unterschiede zu Rennrädern liegen hauptsächlich in der größeren Reifenfreiheit, der robusteren Bauweise und der entspannteren Sitzposition. Während Rennräder in erster Linie auf Geschwindigkeit und Aerodynamik ausgerichtet sind, liegt der Fokus bei Gravel Bikes eher auf Vielseitigkeit und Komfort. Diese einzigartige Kombination von Eigenschaften macht Gravel Bikes zur idealen Wahl für Fahrer, die in einer Vielzahl von Umgebungen unterwegs sein möchten, von asphaltierten Straßen hin zu Waldwegen und Schotterpisten. Sie sind die perfekten Fahrräder für alle, die sich nicht auf einen bestimmten Fahrradtyp festlegen möchten und die Freiheit suchen, überall hinfahren zu können.
Die Wahl der richtigen Gravel-Reifen
Die Wahl der richtigen Reifen ist ein wesentlicher Faktor beim Gravel Biking, da sie maßgeblich das Fahrverhalten und die Performance des Fahrrads beeinflussen. Gravel Bike Reifen sind in der Regel breiter und haben mehr Profil als Straßenreifen, um Traktion auf unbefestigten Wegen und Pfaden zu bieten. Die Größe und Art des Profils kann jedoch stark variieren, abhängig von den spezifischen Bedingungen, für die der Reifen ausgelegt ist.
Gängige Arten von Gravel-Reifen:
- All-Round Reifen: 35-40 mm breit, gemäßigtes Profil für Schotter, Dirt Roads und Pflastersteine.
- Mud Reifen: 40-45 mm breit, tieferes, aggressiveres Profil für schlammige, nasse Bedingungen.
- Sand oder Schnee Reifen: 45 mm und mehr, sehr großes Profil für weiche, lose Oberflächen.
- Slicks oder Semi-Slicks: 30-35 mm, leichtes Profil oder glatt, für asphaltierte Straßen oder harte Schotterwege.
Die Auswahl des richtigen Reifens hängt stark davon ab, wo du vorwiegend mit dem Gravel Rad unterwegs sein wirst. Unterscheidet sich der Untergrund deiner geplanten Touren stark, lohnt es sich mehrere Sätze an Reifen parat zu haben, um dein Fahrrad vor der nächsten Tour perfekt dafür auszurüsten. Für den Einstieg ins Gravel Bike fahren lohnt sich ein Satz Allround Reifen als Erstausstattung aber immer.
Bremsen und Schaltung
Ein Gravelbike mit hydraulischen Scheibenbremsen bietet eine überlegene Bremsleistung im Vergleich zu Felgenbremsen. Die Verwendung von Rotoren ermöglicht eine erweiterte Reifenfreiheit und trägt dazu bei, die Abnutzung der Felgen zu minimieren. Scheibenbremsen haben sich bereits seit Jahren bei Mountainbikes in herausforderndem Gelände bewährt und bieten somit auch auf Gravelbikes eine bewährte und zuverlässige Bremslösung.
Bei einem Gravel Bike bezieht sich eine 1-fach oder 2-fach-Schaltung auf die Anzahl der Kettenblätter, welche die Kette treiben. Eine 1-fach-Schaltung hat nur ein einzelnes Kettenblatt vorn, was die Gefahr von Kettenabwürfen reduziert und weniger Wartung notwendig macht. Eine 2-fach-Schaltung hat zwei Kettenblätter vorn, was eine größere Gangvielfalt ermöglicht und sich besser an eine breitere Palette von Geländearten und -steigungen anpassen kann.
Rahmenmaterial: Carbon oder Aluminium?
Gravel Bikes sind in verschiedenen Rahmenmaterialien erhältlich, wobei Carbon und Aluminium die am häufigsten verwendeten sind. Carbon ist leicht und steif, bietet eine hervorragende Energieübertragung und kann so gestaltet werden, dass es bestimmte Fahreigenschaften verbessert. Aluminium ist etwas schwerer, bietet aber eine gute Mischung aus Steifigkeit und Haltbarkeit und ist in der Regel weniger teuer als Carbon.
Der richtige Lenker
Gravelbike-Lenker kommen in verschiedenen Formen und jede, egal ob rund, kompakt oder ergonomisch, hat ihre Vorteile. Die runde Form ist klassisch und fördert eine dynamische Haltung. Ein kompakter Lenker hingegen hat geringere Höhe und Tiefe, was die Körperhaltung bequemer gestaltet. Ergonomische Lenker ähneln den runden, sind jedoch mit einem geraden Bereich ausgestattet, der eine optimierte mitteltiefe Haltung ermöglicht.
Kootu Rennräder im Detail
Das aerodynamisch optimierte Design und die qualitativ hochwertigen Komponenten bieten eine ausgewogene Mischung aus Geschwindigkeit und Komfort.
Vergleich ausgewählter Carbon-Rennräder
| Modell | Preis (ca.) | Reifengröße | Rahmengröße | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|
| Kootu Rider 3.0 | 1.589 € | 28 Zoll | 47 cm | Extrem leicht, hochwertige Shimano-Schaltung, TORAY T800 Kohlefaser | Keine besonders zuverlässige Felgenbremse |
| Head I-Speed Team | 1.840 € | 28 Zoll | 52 cm | Extrem leicht, sehr zuverlässige Scheibenbremse, hochwertige Shimano-Schaltung, Vollcarbongabel | Nicht STVO-konform |
| Kabon Stealth7.0 | 2.899 € | 28 Zoll | 50 cm | Extrem leicht, hochwertige Shimano-Schaltung, TORAY T800 Kohlefaser | Nicht STVO-konform, schwerere Scheibenbremse |
| Rinos Odin1.0 | 1.499 € | 28 Zoll | 50 cm | Extrem leicht, hochwertige Shimano-Schaltung, TORAY T800 Kohlefaser, sehr zuverlässige Scheibenbremse | Nicht STVO-konform, hohes Eigengewicht |
| Kabon Model C-22S | 1.399 € | 28 Zoll | 50 cm | Extrem leicht, hochwertige Shimano-Schaltung, sehr zuverlässige Scheibenbremse, vollständig interne Kabelführung | Nicht STVO-konform, geringere Anzahl an Gängen |
Weitere empfehlenswerte Modelle
- Kootu Rider 7.1: Hochwertige Shimano-Schaltung, viele Gänge, TORAY T800 Kohlefaser.
- Kootu Rider Jack 7.1: Hochwertige Shimano-Schaltung, viele Gänge, sehr zuverlässige Scheibenbremse.
- Kootu Saber Ace 7.1: Komplettes Shimano Di2 R7170 Set, vollständig interne Kabelführung, Shimano hydraulische Scheibenbremsen.
- Savadeck Herd6.0: Extrem leicht, viele Gänge, leichte Felgenbremse, viele Farben wählbar.
- Savadeck Phantom3.0: Extrem leicht, viele Gänge, leichte Felgenbremse, sehr viele Farben wählbar.
- Savadeck R08: Sehr leicht, viele Gänge, sehr zuverlässige Scheibenbremse.
- Savadeck R11 Rot: Viele Gänge, sehr zuverlässige Scheibenbremsen.
Rennrad-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt aus
Damit viele Kilometer mit einem Rennrad effizient zurückgelegt werden können, sollte das Rad leicht sein und die nötige Aerodynamik vorweisen. Abhängig von Ihren sportlichen Ambitionen können Sie ein klassisches Rennrad in robuster Optik, ein Langstrecken-Bike oder ein leichtes Aero-Bike wählen. Bei Ihrer Suche nach einem Rennrad sollten Sie wissen, dass die ultraleichten Räder nicht für den Straßenverkehr geeignet sind.
Wie erkenne ich gute Rennräder?
Ein Rennrad sollte mit einem leichten Rahmen und schmalen Reifen ausgerüstet sein. So haben Sie beim nächsten Rennen oder Triathlon eine Chance. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Modelle und die Bedeutung der Qualitätsmerkmale.
Größe und Rahmen
- Passend zur Körpergröße: Richten Sie sich nach Ihrer Schrittlänge oder nach der Körpergröße.
- Reifengröße: Bei einer mittleren Rahmenhöhe von 54 oder 56 cm liegt diese bei 28 Zoll.
- Rahmendesign: Leichte Aluminium- oder Carbonrahmen sind die richtige Wahl für schnelle Bikes.
Schaltung und Bremssystem
- Schaltung: Vor allem Marken wie Shimano und Campagnolo erhalten in den Tests der Rennräder gute Bewertungen. Ebenfalls beliebt ist der Hersteller SRAM, der eine kabellose elektronische Schaltung bereithält.
- Bremssystem: Als Bremssystem am Rennrad bieten sich Scheibenbremsen oder Felgenbremsen an. Rennräder mit Scheibenbremsen haben eine starke Bremsleistung und bieten viel Sicherheit.
Lenker und Zubehör
- Lenker: Der Lenker am Rennrad hat eine ergonomische Form und macht einen schnellen Griffwechsel möglich.
- Zubehör: Rollentrainer, Fahrradbrille, Handyhalterung.
Was für unterschiedliche Rennräder gibt es?
Rennräder gibt es in diversen Bauarten. Hier stellen wir Ihnen die 3 beliebtesten Modelle vor: Das Zeitrad, das Race-Bike und das Endurance-Bike. Weitere Modelle sind das Fitness-Rennrad für Freizeitsportler und das Gravel Bike, ein flexibles und robustes Modell.
- Das Aero-Rennrad: Leichtgewichtige Bike im sportlich-aggressiven Design, geeignet für ambitionierte Rennradfahrer.
- Das Race-Rennrad: Die Auswahl an Rahmen und Materialien ist groß, mit Rädern für Damen, Herren und Kinder.
- Das Endurance-Rennrad: Für lange Touren von 100 km und mehr geeignet, mit Spezialrahmen und Scheibenbremsen.
Welche Rennrad passt zu mir?
- Das aerodynamische Rennrad: Für den sportlichen Zeitfahrer.
- Das klassische Race-Rennrad: Für Freizeitfahrer.
- Das Endurance-Rennrad: Für Langstreckenfahrer.
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