Die Kategorie der Open-Ear-Kopfhörer ist recht neu, wird aber schon jetzt von fast allen großen Kopfhörerherstellern bespielt. Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, auch beim Musikhören die Umgebung wahrzunehmen. So kann man trotz Musik guten Gewissens am Verkehr teilnehmen und beim Sport die Umgebung hören.
Wir haben etwa 20 dieser offenen Modelle getestet und zeigen hier die zehn besten Open-Ear-Kopfhörer.
Was sind Open-Ear-Kopfhörer?
Open-Ear-Kopfhörer halten die Ohren frei. Der erste kommerziell erfolgreiche Kopfhörer, der beim Musikhören den Gehörgang offen lässt, kam von Shokz. Dabei setzen die Shokz Openrun Pro auf eine Tonübertragung per Knochenschall. Mittlerweile gibt es bei den Kopfhörern mit offenem Gehörgang eine erfolgreiche Gegenbewegung - die besten Open-Ear-Kopfhörer nutzen Luft- statt Knochenschall.
Die besten Open-Ear-Kopfhörer im Überblick
Hier ist eine Übersicht der besten Open-Ear-Kopfhörer, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind:
Testsieger: Anker Soundcore Aerofit 2
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind vielseitige Open-Ear-Kopfhörer mit außergewöhnlich gutem Sound, hohem Tragekomfort und umfangreichen App-Funktionen. Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind richtig gute Open-Ear-Kopfhörer, die klanglich zur Spitzenklasse gehören. Sie bieten einen kraftvollen, klaren Sound mit überraschend gutem Bass - das ist selten bei offenen Kopfhörern.
Vorteile:
- Hervorragender Sound für Open-Ear
- Hoher Tragekomfort mit mechanischer Anpassungsmöglichkeit
- Umfangreiche App-Funktionen
- Lange Akkulaufzeit
Nachteile:
- Open-Ear-Buds etwas zu wuchtig
- Ladecase wirkt wenig hochwertig
- Empfindliche Touch-Steuerung am Earbud
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind unter anderem bei Mediamarkt und Saturn ab 123 Euro zu haben.
Design und Verarbeitung
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind in den Farben Schwarz, Weiß, Blau und Grün erhältlich. Wir haben die schwarze Version zum Test, die sich optisch eher dezent und unauffällig zeigt. Die Kopfhörer sind komplett einfarbig. Sie sitzen am oberen Teil des Ohrs, wobei ein schmaler Silikonbügel den hinteren Akku-Teil mit dem vorderen Akustikteil verbindet. Der Akustikteil sitzt dabei direkt vor dem Gehörgang. Rein optisch wirken die Kopfhörer gerade an zierlichen Ohren etwas zu groß.
Die Verarbeitung der Aerofit 2 macht einen hochwertigen Eindruck, was auch die IP55-Zertifizierung bestätigt. Das Ladecase ist vergleichsweise dick und schwer. In unserem Fall ist es mattschwarz, Fingerabdrücke sind darauf nicht zu sehen. An der Rückseite befinden sich der USB-C-Ladeanschluss und ein Knopf zum Aktivieren der Bluetooth-Verbindung. Der Kunststoffdeckel wirkt jedoch nicht besonders hochwertig, das Scharnier ist aus Kunststoff statt Metall gefertigt.
Tragekomfort, Bedienung & App
Die Aerofit 2 sitzen bequem. Auch nach längerem Tragen spürt man sie kaum. Sie halten gut am Ohr, wenn auch nicht ganz so sicher wie etwa die Nothing Ear (Open). An den Ohrteilen befindet sich eine vierstufige Mechanik, um die Akustik optimal auf den eigenen Gehörgang auszurichten. Das soll sowohl die Klangqualität als auch den Halt verbessern.
Die Steuerung erfolgt über eine Touch-Oberfläche an den Ohrteilen. Wir bevorzugen zwar physische Knöpfe oder eine Bedienung per Druck. Die umfangreiche App erlaubt die vollständige, individuelle Belegung der Touch-Gesten - für viele ein wichtiges Feature. Zudem gibt es einen umfangreichen Equalizer mit vielen Presets. Wer möchte, kann im benutzerdefinierten 8-Band-Equalizer auch eigene Einstellungen vornehmen und speichern.
Die App bietet einen Latenzmodus für Gaming. Dazu kommt die Möglichkeit, die Lautstärke des linken und rechten Audiokanals für ein ausgewogenes Hörerlebnis anzupassen. Mit der „Gerät finden“-Funktion lässt sich ein verlorener Earbud durch ein akustisches Signal wiederfinden - und das deutlich lauter als bei vielen Konkurrenzmodellen.
Klang und Akku
Die Aerofit 2 verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten. An Codecs stehen AAC, SBC und der Hi-Res-Codec LDAC zur Verfügung.
Sitzt der Kopfhörer dank der verstellbaren Mechanik optimal vor dem Gehörgang, ist der Klang für einen Open-Ear-Kopfhörer außergewöhnlich gut. Der Sound wird über die Luft und nicht per Knochenschall übertragen. Die Aerofit 2 spielen insgesamt laut auf und bieten sogar einen spürbaren Bass - eine Seltenheit in dieser Gerätekategorie. Hier hat Soundcore hervorragende Arbeit geleistet. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke der Kopfhörer einiges vom Inhalt mit.
Beim Telefonieren schneiden die Aerofit 2 richtig gut ab. Zwar hat der Gesprächspartner einen leicht halligen Effekt, aber weniger als bei vielen Konkurrenzmodellen. Umgebungsgeräusche werden zuverlässig herausgefiltert, auch wenn die eigene Stimme für das Gegenüber dann weniger gut verständlich ist.
Jeder Kopfhörer hat eine Kapazität von 70 mAh, der Akku im Ladecase fasst 750 mAh. Bei mittlerer Lautstärke sollen die Aerofit 2 sowohl beim Musikhören als auch beim Telefonieren rund 8 Stunden durchhalten. Mit dem Ladecase beträgt die Gesamtlaufzeit laut Anker etwa 42 Stunden. Diese Angaben können wir im Test bestätigen - die Kopfhörer halten wirklich sehr lange durch. Soundcore hat zudem eine Schnellladefunktion integriert und das Ladecase unterstützt kabelloses Qi-Laden. Ein Netzteil liegt nicht bei.
Bestes Design: Nothing Ear (Open)
Die Nothing Ear (Open) sind rundum gelungene Open-Ear-Kopfhörer. Mit den Nothing Ear (Open) zeigt Nothing seine ersten Open-Ear-Kopfhörer. Sie sollen den Gehörgang freilassen und dennoch einen tollen Klang bieten.
Vorteile:
- Edles Design
- Bequemer und sicherer Halt
- Guter Klang für Open-Ear
- Anpassbare Bedienelemente & Equalizer
- Gute Akkulaufzeit
Nachteile:
- Beim Telefonieren leichter Hall
- Kein kabelloses Qi-Laden
- Keine Hi-Res-Codecs
Aktuell sind sie etwa bei Amazon für 99 Euro erhältlich.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es so, auch beim Musikhören die Umgebung wahrzunehmen. Das ist nicht nur praktisch, sondern in einigen Situationen sogar Pflicht. So dürfen Radfahrer nur dann Kopfhörer tragen, wenn sie dabei noch genug von ihrer Umgebung mitbekommen. Hier kommen Open-Ear-Kopfhörer wie die Nothing Ear (Open) ins Spiel.
Optik und Verarbeitung
Die Nothing Ear (Open) sehen typisch für den Hersteller Nothing einfach wunderschön aus. Die Ohrteile bestehen größtenteils aus einem weißen, gummierten Kunststoff. Sie halten über einen eleganten, schmalen und flexiblen Bügel am oberen Teil des Ohrs. Am Ende des Bügels sitzt ein silberner Metallzylinder, in dem sich der Akku befindet. Der Akustikteil, der vor dem Gehörgang platziert ist, erinnert optisch an klassische In-Ear-Kopfhörer. Transparentes Plexiglas erlaubt den Blick auf das Innenleben des Kopfhörers mit seiner Platine. Ein roter Punkt markiert das rechte Ohrteil, während das linke mit einem weißen Punkt gekennzeichnet ist. Ein einzelner Open-Earbud wiegt nur 8 g. Zusammen mit dem Ladecase bringen es beide Ohrhörer auf 64 g.
Auch die Verarbeitung der Nothing Ear (Open) macht einen hochwertigen Eindruck. Alles wirkt wie aus einem Guss gefertigt. Dank IP54-Zertifizierung sind die Kopfhörer staub- und wasserbeständig. Das Ladecase ist zwar etwas größer als bei typischen In-Ear-Kopfhörern, aber immer noch kompakter als viele Ladehüllen anderer Open-Ear-Modelle. Der Deckel besteht aus transparentem Plexiglas, sodass man stets die schicken Kopfhörer in der Hülle sieht. Auch der knackige Schließmechanismus des Cases überzeugt.
Tragekomfort, Bedienung & App
Der Tragekomfort der Nothing Ear (Open) ist hoch. Unser Tester hat recht empfindliche Ohren, spürt die Kopfhörer aber selbst nach vielen Stunden des Tragens kaum. Sie sitzen zudem sicher und lösen sich auch bei heftigem Kopfschütteln nicht - das ist etwa für Sport ideal.
Gesteuert werden die Nothing Ear (Open) über Druckflächen an den Ohrteilen. Damit lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Start/Stopp, lauter/leiser et cetera direkt an den Kopfhörern zuverlässig ausführen. Bei uns kommt es im Test nicht vor, dass wir versehentlich eine Funktion auslösen. Die zugehörige App ermöglicht es, die Tastenbelegung individuell anzupassen.
Besonders gut gefällt uns der umfangreiche Equalizer in der App. Neben vier einfachen Presets bietet er zudem acht frei einstellbare Bänder. So lässt sich der Klang optimal an die eigenen Hörvorlieben anpassen.
Zudem gibt es einen Latenzmodus für Gaming, der die Verzögerung minimiert. Praktisch ist auch die „Finde meine Kopfhörer“-Funktion, bei der die Ohrhörer einen Ton abspielen. Dieser könnte aber etwas lauter sein.
Preis-Leistungs-Sieger: Earfun Openjump
Die Earfun Openjump kosten unter 80 Euro, manchmal gar nur 60 Euro und bieten dennoch einen ordentlichen Klang, perfekten Halt, viele Features, eine tolle App und eine überragende Akkulaufzeit. Unser Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile:
- Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden
- Komfortables, leichtes Design
- Umfangreiche App
- LDAC-Codec und kabelloses Laden
- Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile:
- Mäßige Qualität bei Telefongesprächen
- Empfindliche Touch-Steuerung
- Schwächerer Bass im Vergleich teureren Modellen
Ratgeber: Welcher Open-Ear-Kopfhörer ist der beste für Radfahrer?
Die Wahl des besten Open-Ear-Kopfhörers hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Der Anker Soundcore Aerofit 2 ist für die meisten Käufer am besten geeignet. Er kostet 123 Euro und bietet einen für diese Bauart sehr guten Klang, perfekten Halt, eine lange Akkulaufzeit und eine umfangreiche App. Zu kritisieren gibt es außer dem etwas uninspirierten Design nur wenig. Das machen die Nothing Ear Open für 99 Euro besser. Sie sehen nicht nur super aus, sondern klingen auch so. Wer sparen will, greift zu den Earfun Openjump für 60 Euro bis 80 Euro, muss aber vor allem beim Klang Kompromisse eingehen.
Weitere empfehlenswerte Sportkopfhörer
Neben den Open-Ear-Modellen gibt es auch andere Sportkopfhörer, die sich für verschiedene Aktivitäten eignen:
- Sony Linkbuds Fit: Absolut sicherer Sitz, komfortabel und klanglich kaum zu toppen.
- Sennheiser Momentum Sport: Bieten neben tollem Sound und Außengeräuschunterdrückung auch die Messung von Pulsfrequenz und Körpertemperatur.
- EarFun Free Pro 3: Schön klein, Noise Canceling und Transparenzmodus.
- Suunto Wing: Arbeiten nach dem offenen Knochenschall-Prinzip.
- Shokz OpenSwim Pro: Eignet sich sehr gut für Wassersport.
Worauf sollte man beim Kauf von Sportkopfhörern achten?
Kopfhörer, die beim Sport zum Einsatz kommen, müssen gewisse Rahmenbedingungen erfüllen:
- Sicherer Sitz: Ein Sportkopfhörer soll so sicher im Ohr oder auf dem Kopf sitzen, dass er selbst bei dynamischen Bewegungen nicht herunterfällt und womöglich verloren geht.
- Schweißresistenz: Die Sportkopfhörer sollten unbedingt wasser- und schweißresistent sein, sodass sie weder während eines anstrengenden Parcours noch unter der anschließenden Dusche Schaden nehmen.
- Wahrnehmung der Umgebung: Zum Schluss ist es wichtig, dass man die Umgebungsgeräusche noch wahrnehmen kann, zumindest sollte die Möglichkeit bestehen. Es kann fatale Folgen haben, wenn man beim Joggen oder Fahrradfahren die Umgebung vollkommen aussperrt.
Gesetzliche Bestimmungen beim Tragen von Kopfhörern im Straßenverkehr
Das Tragen von Kopfhörern oder Headsets im Straßenverkehr ist in Deutschland nicht generell verboten. Allerdings ist der Nutzer laut § 23 (1) der Straßenverkehrsordnung dafür verantwortlich, dass das Gehör nicht beeinträchtigt wird. Das bedeutet, dass wenn Kopfhörer oder Headset das Gehör beeinträchtigen, sie nicht erlaubt sind, weil Hupen von anderen Verkehrsteilnehmern oder die Sirene von Polizei oder Feuerwehr nicht mehr wahrgenommen werden und dadurch diese behindert werden. Das gilt für alle Fahrzeuge gleichermaßen, also auch für Radler.
Wer zu laut Musik hört, der schafft sich eine künstliche Schwerhörigkeit und blendet Umgebungsgeräusche aus. Wer dabei erwischt wird, dem droht ein Verwarngeld bis zu 20 Euro. Richtig teuer kann es werden, sollte man mit der Disco auf dem Kopf in einen Unfall verwickelt werden. Dann kann ein Mitverschulden vorliegen, selbst dann, wenn das eigene Verhalten nicht schuldhaft war. Das sollte jeder bedenken, der auf dem Renner nicht aufs Musik hören verzichten möchte.
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