Motorradhelme: Arten und worauf Sie beim Kauf achten sollten

Es gibt viele verschiedene Arten von Motorradhelmen. Der wichtigste Faktor bei der Auswahl eines Helms ist seine Fähigkeit, Ihren Kopf im Falle eines Sturzes zu schützen. Verschiedene Motorradhelme sind für unterschiedliche Arten von Unfällen ausgelegt. Bei der Auswahl eines Motorradhelms ist es wichtig, die Art des Fahrens zu berücksichtigen. Wenn Sie mit hohen Geschwindigkeiten auf offener Straße unterwegs sind, benötigen Sie einen anderen Helm als im Stadtverkehr. Sie müssen auch das Klima in Ihrem Wohnort berücksichtigen.

Die verschiedenen Helmtypen im Überblick

Die Auswahl verschiedener Helmarten am Markt ist groß. Die Entscheidung wird durch die große Auswahl erschwert.

Integralhelm

Der Klassiker unter den Motorradhelmen! Der Integralhelm bietet Ihnen die maximale Schutzwirkung für Kopf und Gesicht. Die Helmart der Wahl für Tourenfahrer und besonders sicherheitsbewusste Motorradfahrer ist der Integralhelm. Breites Einsatzspektrum von Alltagsfahrten bis hin zur Rennstrecke. Mit ihrer festen Kinnpartie und verschließbarem Visier bieten sie aufgrund ihrer Bauart den bestmöglichen Schutz für Motorradfahrer. Ihr Kopf- und Kinnschutz fühlt sich an als wäre er aus einem Guss. Nicht nur aus diesem Grund werden die Integralhelme auch als Vollvisierhelme bezeichnet. Trotz eines geringen Eigengewichtes von durchschnittlich weniger als 1,5 Kilogramm sorgt der Motorradhelm für einen guten Schutz.

Mittels moderner Schnellverschlüsse lassen sich die Helme mühelos verschließen und öffnen. Sie zählen wohl seit den 1970ern zur verbreitetsten Helmform in Deutschland, nachdem sie den offenen Helm als Standardhelm ablösten.

Klapphelm

Der Klapphelm ist nicht nur für Brillenträger eine perfekte Wahl. Der Typus Klapphelm ist eine Variation des Integralhelmes. Bei ihnen lässt sich die Kinnpartie hochklappen. Universell einsetzbar und besonders passend für Brillenträger. Tourenfahrer schwören auf diesen Helmtypen.

Klapphelme sind so konzipiert, dass sie sich leicht öffnen lassen, sodass der Fahrer mit Menschen sprechen oder essen kann, ohne den Helm abnehmen zu müssen. Sie bieten mehr Schutz als Jethelme, aber weniger als Integralhelme.

Jethelm

Jethelme sind die leichteste und kompakteste Helmart. Jethelme sind offene Helme ohne Kinnteil. Sie haben ein minimalistisches Design und bieten wenig Schutz vor Stößen. Lange Zeit galten sie als unmodern und wurden aufgrund des stetig steigenden Sicherheitsbewusstseins mehr und mehr von anderen Helmtypen verdrängt. Doch in den letzten Jahren ließen besonders Retro-Fans diesen Helm-Klassiker wiederaufleben. Stilecht werden die Halbschalenhelme mit (Retro-)Brille getragen, oft praktischer ist allerdings ein angebrachtes Visier. Beliebt bei Besitzern von City-Rollern und im Sommer.

Crosshelm und Endurohelm

Perfekt für den Offroad-Ausflug! Wer öfters im Gelände unterwegs ist, braucht etwas Sportlicheres. Crosshelme und Endurohelme eignen sich hierfür besonders gut. Mit ihrer leichten Bauweise und dem fehlenden Visier zur besseren Belüftung sind sie wie gemacht für den sportlichen Einsatz abseits der Straße. Aufgrund des fehlenden Visiers sollten Enduristen bei der Fahrt eine Schutzbrille tragen. Enduro- oder Crosshelme mit Visier sind eher eine Seltenheit. Für wen eignet sich ein Cross- bzw. Für sportliche Fahrer mit Ambitionen im Gelände.

Ein Enduro-Helm ist eine besondere Variante vom Motocross-Helm und besitzt eine verbesserte Tourentauglichkeit. Im Handel gibt es spezielle Sonnenschutzvisiere, die Sie bei Bedarf vorklappen. Wählen Sie anschließend eine geeignete Konstruktionsart aus. Das Visier soll den Sonneneinfluss beim Fahren minimieren.

Weitere wichtige Aspekte beim Helmkauf

Zudem gibt es eine ganze Reihe von weiteren Faktoren, die man beim Kauf eines Motorradhelmes beachten sollte. Damit der Motorradhelm auch den Sicherheitsstandards für den Straßenverkehr genügt, muss seine Zulassung der jeweils aktuellen ECE-Norm entsprechen. Die neuesten Helme sind gemäß ECE-Norm 22-05 zugelassen. Hinweise dazu findet man beim Onlinekauf in der Produktbeschreibung, ansonsten im entsprechenden Hinweis am Kinnriemen oder Innenfutter.

ECE-Norm

Der Helm muss mit einem Etikett versehen sein, aus dem hervorgeht, dass er der Norm DIN EN 1078 entspricht. Außerdem muss der Helm mit einem CE-Zeichen versehen sein. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Material

Es gibt eine Vielzahl von Materialien, die in Motorradhelmen verwendet werden. Der wichtigste Faktor für die Sicherheit von Helmen ist die Art des Materials, aus dem die Schale hergestellt wird. Kunststoffhelme sind günstiger, aber auch schwerer und weniger haltbar als Kohlefaserhelme. Kohlefaserhelme beziehungsweise Motorradhelme aus Carbon sind teurer, aber leichter und stärker als Kunststoffhelme. Sie zerbrechen auch weniger wahrscheinlich beim Aufprall.

Moderne Motorradhelme aus Thermoplasten oder Duroplasten hergestellt.

  • Thermoplaste: Sind anfälliger für Außeneinflüsse und müssen regelmäßig erneuert werden.
  • Duroplaste: Sie weisen eine enorme Stabilität auf und entsprechen so den höchsten Sicherheitsstandards. Sie verfügen auch über ein leichteres Gesamtgewicht als Helme aus Thermoplasten und verleihen daher hohes Tragekomfort.

Passform und Größe

Beim Kauf eines Motorradhelms ist es wichtig, dass dieser richtig passt. Die meisten Motorradhelme werden mit einer Größentabelle geliefert, die Ihnen bei der Auswahl der richtigen Größe hilft. Der Helm sollte eng anliegen, aber nicht zu eng sein. Zwischen Helm und Kopf sollten zwei Finger passen. Es ist wichtig, verschiedene Marken und Modelle von Motorradhelmen anzuprobieren, um den am besten zu Ihnen passenden zu finden.

Die Größe der Helme richtet sich nach dem Kopfumfang. Um herauszufinden, welche Größe Sie benötigen, messen Sie am besten Ihren Kopf. Sie können ein Stoffbandmaß oder ein Stück Schnur verwenden und es anschließend mit einem Lineal messen. Die meisten Helme sind in Größen von XS bis XXL erhältlich, sodass es relativ einfach sein sollte, die richtige Größe zu finden. In der Regel gibt der Hersteller auch eine Größentabelle an.

Sind Ihre Motorradklamotten älter als zehn Jahre? Dann wird es Zeit für ein Update. Die richtige Motorrad-Schutzkleidung und der korrekte Helm können Leben retten und verhindern, dass im Fall eines Unfalls Ansprüche gekürzt werden.

Visier

Sie verfügen über ein Visier, welches die Augen vor Wind, Staub und Schmutz schützt. Einige Modelle verfügen sogar über ein verspiegeltes Visier. Motorradhelm-Visiere bestehen aus dem Kunststoff Polycarbonat, welches äußerst schlagfest und wasserabweisend ist. Es schützt den Fahrer so vor Steinschlag oder anderen Außeneinflüssen. Pinlock-Visiere: Diese besonderen Visiere verfügen über eine separate Scheibe mit Silikondichtung, die das Beschlagen verhindern sollen. Dem Vorteil der Beschlaghemmung steht allerdings die doppelte Lichtbrechung gegenüber.

Belüftung

Achten Sie auf eine ausreichende Belüftung. Ein zu starkes Schwitzen unter dem Motorradhelm sorgt für Ablenkung und wirkt sich negativ auf die Fahrsicherheit aus. Ein Motorradhelm mit einem modernen Belüftungssystem verhindert die Bildung von Schweiß und erhöht den Komfort.

Motorradhelme für spezielle Bedürfnisse

Motorradhelme für Brillenträger

Motorradhelme für Brillenträger können einige wichtige Vorteile bieten. Zum Teil übertreffen Sie sogar günstige Motorradhelme, die Fahrern zur Verfügung stehen, die keine Brille tragen. Die erste Überlegung ist die Sicherheit. Ein guter Motorradhelm für Brillenträger hat einen festen Sitz, damit die Brille im Falle eines Unfalls nicht verrutscht. Es ist auch wichtig, dass der Helm einen Gesichtsschutz hat, der leicht angehoben und abgesenkt werden kann.

Motorradhelme für Damen

Motorradhelme für Frauen gibt es in verschiedenen Formen und Größen, um sich an unterschiedliche Kopfformen anzupassen. Motorradhelme für Damen sind oft mit feminineren Kurven und Farben gestaltet, um die Merkmale einer Frau zu ergänzen. Einige Motorradhelme für Damen verfügen über integrierte Sonnenblenden und Belüftungssysteme, um Ihren Kopf an heißen Tagen kühl zu halten. Andere haben eine spezielle Polsterung, die so konzipiert ist, dass sie sich eng und bequem an den Kopf einer Frau anpasst. Motorradhelme für Damen in einem höheren Preissegment sind zum Teil sogar mit Bluetooth ausgestattet. Wenn Sie nach einem Motorradhelm für Damen suchen, sollten Sie sich umsehen und die Preise vergleichen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Tragen eines Motorradhelms der beste Weg ist, sich im Falle eines Unfalls vor schweren Verletzungen oder dem Tod zu schützen. Laut offiziellen Statistiken verringert sich die Sterblichkeit durch das Tragen von einem Motorradhelm um knapp 40 Prozent. Die Gefahr eines Schädel-Hirn-Traumas sinkt um bis zu 70 Prozent.

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