Kosten einer neuen Fahrradkette: Alles, was Sie wissen müssen

Wenn du eine neue Fahrradkette suchst, solltest du dir trotzdem darüber im Klaren sein, dass Kette nicht gleich Kette ist. Jedes Schaltsystem erfordert eine andere Art von Kette.

Bevor du dich für eine bestimmte Fahrrad Kette entscheidest, solltest du sicher gehen, dass diese zu deinem Bike passt. Das entscheidende Kriterium ist die Art der Schaltung. Nabenschaltungen erfordern andere Ketten als Kettenschaltungen.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Kettenarten:

  • Hülsenketten: Für Nabenschaltungen werden heutzutage in der Regel Hülsenketten verwendet.
  • Lagerkragenketten: Bei Kettenschaltungen kommen Lagerkragenketten zum Einsatz.
  • Spezialketten: Außerdem gibt es spezielle Ketten für Fixies, Singlespeed Bikes und E-Bikes. Diese sind nicht kompatibel mit anderen Fahrrad- und Schaltungstypen.

Die richtige Fahrradkette finden

Es ist im Grunde genommen sehr leicht, die richtige Fahrradkette zu finden - sie muss nur zu deinem Bike und deinem Schaltsystem passen.

Bei Fahrradketten kommt es auf zwei Maße an:

  1. Abstand zwischen den Gliedern: Er sollte in der Regel 1/2 Zoll betragen, bei älteren Fahrrädern trifft man auch die Norm 5/8 Zoll an.
  2. Innenmaß der Breite: Zähle dafür die Zahnräder der Schaltkassette an der Hinterachse. Je mehr Ritzel vorhanden sind, desto schmaler muss die Kette ausfallen. Auf der Verpackung ist zumeist angegeben, für welche Anzahl an Ritzeln die Kette geeignet ist.

Bei Kettenschaltungen kommt hinzu, dass die Anzahl der Ritzel und Kettenblätter die Breite der Kette beeinflusst. So benötigt eine 10-fach Schaltung eine etwas breitere Kette als eine 9-fach Schaltung. Im Zweifel solltest du bei Nabenschaltungen übrigens immer eine etwas breitere Kette wählen, da diese auf jeden Fall passt.

Die passende Länge kannst du auf zweierlei Arten ermitteln:

  • Durch Abzählen der Kettenglieder der alten Kette.
  • Indem du die neue Kette über das größte Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten legst. Nachdem du die Kette straff gezogen hast, sollte sich die neue Kette um zwei Kettenglieder überlappen.

Fahrradkette Kosten

Qualität hat ihre Preis - das gilt auch für Bikeketten. Die Fahrradkette Kosten liegen dennoch meistens in einem moderaten Bereich - zwischen 10 und 40 EUR.

Eventuell musst du hin und wieder Einzelteile austauschen. Dabei fallen zusätzliche Kosten an. So zahlst du etwa für drei Kettennietstifte rund 6 EUR sowie für ein Kettenschloss circa 4 EUR.

Um beim wechseln der Fahrradkette Kosten zu sparen, empfiehlt es sich, Kette und Schaltwerk vom selben Hersteller zu erwerben.

Kosten für den Wechsel in der Werkstatt

In einer Werkstatt, liegen die Kosten für einen Fahrradketten-Wechsel in der Regel zwischen 20 und 50 Euro. Dieser Preis beinhaltet sowohl das Material als auch die Arbeitszeit. Die genauen Kosten können je nach Fahrradtyp und Region unterschiedlich ausfallen.

Kosten für den Selbstwechsel

Wird die Fahrradkette selbst gewechselt, fallen lediglich die Materialkosten an. Eine neue Fahrradkette kostet in der Regel zwischen 10 und 30 Euro. Werkzeuge wie ein Kettennieter oder eine Kettenverschleißlehre, die möglicherweise zusätzlich benötigt werden, können einmalige Anschaffungskosten von etwa 10 bis 20 Euro verursachen. Auf lange Sicht sind die Kosten für das Wechseln der Fahrradkette also günstiger.

Falls du eine spezielle Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung hast und in dieser Verschleiß versichert ist, werden die Kosten für eine neue Kette übernommen.

Wann sollte die Fahrradkette gewechselt werden?

Ein Wechsel ist immer dann erforderlich, wenn die Kette sichtbar ausgeleiert ist oder die Schaltung aufgrund verschlissener Ritzel nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Hier sind einige Anzeichen für eine abgenutzte oder defekte Fahrradkette:

  • Die Kette springt beim Schalten nicht mehr richtig rüber auf das nächste Ritzel.
  • Die Kette vibriert beim Treten.
  • Ein lautes Knacken ist zu hören, wenn du stärker in die Pedale trittst.

Warte nicht, bis die Fahrradkette reißt. Dies kann zu schwerwiegenden Unfällen führen. Wirf lieber regelmäßig einen Blick auf die Kette und prüfe ihren Zustand. Wenn Risse oder andere Defekte sichtbar sind, muss die Fahrradkette sofort gewechselt werden.

Außerdem solltest du regelmäßig den Verschleiß der Fahrradkette messen. Den Fahrradketten-Verschleiß zu messen, ist ohne Hilfsmittel aber nicht so einfach. Nutze dafür am besten eine Kettenverschleißlehre oder eine Kettenmesslehre.

Ein weiteres Indiz für einen bevorstehenden Kettentausch ist ein hörbares Knacken beim Schalten. Wenn die Kette nicht gut einrastet und über die Ritzel rutscht, läuft das Rad unrund und es herrscht Handlungsbedarf.

Wer die Kette zu spät austauscht, riskiert nicht nur einen Unfall, sondern auch teure Folgeschäden am Fahrrad. Wenn die Fahrradkette unsauber läuft, werden die Ritzel in Mitleidenschaft gezogen. Es kann passieren, dass die Zahnräder beschädigt werden und ebenfalls ausgetauscht werden müssen.

Wie oft muss man die Fahrradkette wechseln?

Wie lange halten eigentlich Fahrradketten? Wie oft solltest du die Fahrradkette wechseln? Die Lebensdauer einer Kette hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Hier die wichtigsten Faktoren auf einen Blick:

  • Material- und Verarbeitungsqualität der Kette
  • Kilometerlaufleistung
  • Nutzung des Fahrrads
  • Wartung
  • Schutzblech

Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.

Biker, die ihre Kette am Fahrrad nach jeder Fahrt reinigen und dadurch den Verschleiß minimieren, dürfen sich sogar auf bis zu 6.000 Kilometer mit einer einzigen Kette freuen. Heutige Ketten für Fahrräder sind technisch ausgereifte Produkte mit einer langen Haltbarkeit. 3.000 Kilometer sind selbst mit relativ wenig Pflege (Reinigen und Ölen) ohne Probleme machbar.

Werkzeug für den Wechsel der Fahrradkette

Wer selbst die Fahrradkette wechseln will, braucht dafür das passende Werkzeug. Einige der benötigten Dinge sollten in einer kleinen Werkzeugtasche mitgeführt werden, damit du die Kette notfalls auch unterwegs austauschen kannst. Achte darauf, ob die Ersatzkette die passende Größe hat und für den Fahrradtyp geeignet ist.

Von der Art der Kette hängt auch ab, welches und wie viel Werkzeug man benötigt. Hier eine Liste der benötigten Werkzeuge:

  • Kettennieter
  • Neue Fahrradkette
  • Schraubendreher
  • Blechschere oder Seitenschneider
  • Schraubenschlüssel
  • Kettenöl
  • Arbeitshandschuhe

Anleitung zum Wechseln der Fahrradkette

Neue Fahrradketten kommen grundsätzlich in geöffneter Form daher. Für einen sachgemäßen Gebrauch benötigst du demzufolge immer einen Nietstift oder ein Kettenschloss. Der Nietstift verbindet die beiden letzten Kettenglieder miteinander. Das Kettenschloss erfüllt die gleiche Funktion, sieht aber optisch wie ein zusätzliches Kettenglied aus. Das Kettenschloss hat den Vorteil, dass du die Kette damit immer und überall öffnen kannst.

Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du die Fahrradkette wechselst:

  1. Alte Kette entfernen: Durch seitliches Drücken auf das Glied und leichtes Zusammenschieben der Kette springt das Schloss auf. Hat die Kette kein Schloss, ist es korrodiert oder findet man es vor lauter Schmutz nicht, kommt der Nietstift zum Einsatz. Er wird an einem beliebigen Kettenglied angelegt und mithilfe seiner Stellschraube auf der einen Seite fixiert. Von der anderen Seite wird nun durch Eindrehen eines Gewindes der Nietstift herausgeschoben und die Kette springt auf.
  2. Richtige Kettenlänge ermitteln: Davon ausgehend, dass die alte Kette einst die richtige Länge besaß, kann sie als Referenz für die neue Kette dienen. Es gibt Fahrradketten mit unterschiedlicher Anzahl an Kettengliedern, üblicherweise zwischen 108 und 126 Gliedern. Die Länge der einzelnen Glieder ist bei allen Fahrradketten gleich. Die Anzahl der Kettenglieder der alten Kette muss auch die neue Kette aufweisen - hier hilft nur sorgfältiges Abzählen. Entsprechend muss eine zu lange Kette gekürzt werden.
  3. Fahrradkette kürzen: Bevor die Kette gekürzt wird, gilt es noch, ein Detail zu beachten: Abwechselnd gibt es breite und schmale Kettenglieder. Soll die Kette später mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden, müssen auf beiden Seiten der neuen Kette schmale Glieder übrig bleiben. Wird die Kette dagegen mit einer Niete verschlossen, muss das eine Kettenende ein breites (Außenlasche) und das andere ein schmales Glied (Innenglied) aufweisen. Ist der exakte Ort der Kürzung bestimmt, kommt wieder der Kettennieter zum Einsatz. Analog zum Entfernen der alten Kette wird er an der entsprechenden Stelle angesetzt und der Nietstift herausgepresst.
  4. Neue Kette auflegen: Oft muss zum Beispiel der Schriftzug auf der Radaußenseite laufen. Beginnend mit dem vorderen Zahnkranz wird die Kette nun auf das Ritzel gelegt, auf dem zuletzt auch die alte Kette war. Dann geht es durch den Umwerfer und in das hintere Schaltwerk - auch hier wieder auf das gleiche Ritzel, wo zuvor die alte Kette lag.
  5. Kette schließen: Soll die Kette mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden, wird das Verbindungsglied über die beiden freien Innenlaschen der Kette gesteckt und zusammengeklipst. Das geht in jeder beliebigen Position. Um sie ganz zu verschließen, muss die Kette so bewegt werden, dass sich das Schloss auf der Fahrradoberseite befindet. Sobald das Fahrrad dann wieder auf seinen Rädern steht, hilft es, aufzusteigen und einmal kräftig in die Pedale zu treten, damit sich das Kettenschloss mit einem hörbaren Klicken vollständig verschließt. Soll die Kette dagegen mit einem Nietstift zusammengeführt werden, werden händisch die Kettenenden zusammengeführt und der Kettennieter kommt zum Einsatz - diesmal zum Eindrücken des Nietstifts.

Verschleißarm fahren

Damit du nicht alle drei bis vier Monate eine neue Kette oder gar einen komplett neuen Kettensatz für das Fahrrad brauchst, empfiehlt es sich, verschleißarm zu fahren. Die Kette ist ein typisches Verschleißteil und reagiert empfindlich auf mangelhafte Pflege, schlechte Schmierung und extreme Witterungseinflüsse. Durch einen passiven Fahrstil (sachtes Anfahren, keine überflüssigen Schaltvorgänge, bei Schnee und Regeln das Rad lieber im Keller lassen) erhöhst du die Lebensdauer deiner Kette.

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