Die Geschichte der Krause Motorräder mit Beiwagen: Ein Blick auf die BMW R12

Krause Motorräder mit Beiwagen haben eine lange und bewegte Geschichte, insbesondere die BMW R12, die eine bedeutende Rolle spielte. Diese Motorräder waren nicht nur für ihre Langlebigkeit, Robustheit und Wartungsfreundlichkeit bekannt, sondern auch für ihren Wertbestand. In den USA wurden sie oft als "King of the Road" bezeichnet.

Die Anfänge von BMW Motorrädern

Anfang der 1930er Jahre befand sich BMW in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Mitarbeiter wurden entlassen, und die Zukunft des Unternehmens war ungewiss. Doch diese Situation sollte sich bald ändern. Die steigende Nachfrage nach Motorrädern brachte dem Werk neue Aufträge und beschäftigte bald 4300 Arbeiter und Angestellte.

BMW konkurrierte mit Zündapp auf dem Markt für hubraumstarke Maschinen in Deutschland und brachte Modelle wie die R11 mit 750er-SV-Triebwerk und die R16 mit 750er-OHV-Triebwerk heraus. Diese Modelle teilten sich identische Fahrwerke und eine starre Hinterradführung. Ein Hebel zur Betätigung der Kardanbremse sorgte für eine zeitgemäße Verzögerung.

Revolutionäre Fahrwerkstechnik: Die Telegabel

BMW nutzte den Motorsport zur Erprobung neu entwickelter Bauteile. Ein wichtiger Fortschritt war die Telegabel, die die Fahrwerkstechnik revolutionierte. Im Modelljahr 1935 präsentierte BMW die neue R12 und R17 mit Telegabel, die die Vorgängermodelle R11 und R16 ablösten. Die Telegabel bot einen bis dahin ungekannten Komfort und ermöglichte einen längeren Federweg. Das Vorderrad rollte feinfühlig über die Straße, und die BMW lag auch bei Kurvenfahrt deutlich sicherer. Das Ausfedern gehörte nun der Vergangenheit an. Die Telegabel fand ihren festen Platz in der Fahrwerkstechnik.

Weitere Modifikationen und Details der BMW R12

Die BMW R12 verfügte über weitere beachtenswerte Modifikationen. Durch die Konstruktion war sichergestellt, dass die Telegabel vor Verschmutzung oder äußeren Beschädigungen geschützt war. Bei der Chassis-Ausführung blieb es bei der bewährten Pressstahlfertigung. Das Motorrad verfügte über einen Millimeter Federweg im Heck. An das Krad konnte ein Beiwagen angeschlossen werden, und die Räder waren untereinander austauschbar. Sogar ein Reserverad für den Beiwagen war vorhanden. Die BMW R12 war alltagstauglich, und das Bordwerkzeug war entsprechend gut sortiert. Der Kickstarter befand sich links im Getriebegehäuse, was die Handhabung erleichterte. Bei der Zweivergaser-Version war eine "Vorwärmung" installiert. Zwei Heizleitungen führten von den Auspuffkrümmern bis zum Vergaser, um ein Vergaser-Vereisen im Winter zu vermeiden.

Die BMW R12 im Kriegseinsatz

Die BMW R12 wurde nicht nur an zivile Kunden verkauft, sondern auch an die Wehrmacht und andere Behörden. Die Maschine bewährte sich im Kriegseinsatz und trug zum Ruf der BMW Motorräder bei. Im Jahr 1938 wurden etwa 450 Exemplare gebaut.

Ein Sammler und seine Leidenschaft: Christian Krause und die BMW R12

Christian Krause, Jahrgang 1969, arbeitet im "Technischen Landesmuseum in Wismar" und ist dort für Kulturgüter zuständig. Er hat eine besondere Leidenschaft für BMW Vorkriegs-Modelle, insbesondere die R12. In seiner Schrauberwerkstatt stand ein 60 Jahre altes Wehrmachtsgespann, das er aufwendig restaurierte.

Krause erzählt: "Die R12 wurde am 19. April 1940 ausgeliefert. Sie hatte im Schwarzwald einen neuen Besitzer." Seine Zweiradambitionen begannen 1985 mit einer MZ TS150, später kam eine Harley-Davidson Shovelhead von 1977 hinzu. Die erste Ausführung des Wehrmachtsgespanns hatte breite Schutzbleche, die die Handhabung behinderten. Schmalere Radabdeckungen brachten Abhilfe. Da Krause das ganze Jahr über mit den Maschinen unterwegs war, auch im Winter auf verschneiten Straßen, wurden Schneeketten aufgezogen.

Nachdem Krause das Wehrmachtsgespann nach seinen Vorstellungen restauriert hatte, schnurrt der Oldtimer inzwischen wie eine Eins. "Mit dem R12-Gespann sind für mich Zeitreisen in die Vergangenheit möglich", sagt Krause. Besonders schätzt er die gemütliche Fahrweise und die Motorcharakteristik. Im Nu sind die Gänge durchgeschaltet.

Produktionszahlen der BMW R12
Jahr Produzierte Stückzahl
1938 450

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