Wer ein E-Bike von KTM besitzt, ist wahrscheinlich viel im Gelände oder in der Natur unterwegs. Sportliche Elektrofahrräder wie Enduros, Downhill und Fatbikes sowie Trekking E-Bikes sind ideal, um ausgiebigen Fahrspaß zu genießen. Aber auch auf städtischen Straßen sind KTM E-Bikes zu finden. Die kraftvollen E-Bike Antriebe dieser Fahrräder unterliegen je nach Fahrweise starken Beanspruchungen. Bei allem Fahrspaß, müssen hin und wieder gewisse Verschleißteile ausgetauscht werden, damit Motor und Getriebe auch langfristig leistungsstark und zuverlässig laufen. Gerade durch die hohe Kraftübertragung bedarf es speziellen KTM E-Bike Ersatzteilen. Deshalb gibt es eine große Auswahl an KTM Ersatzteilen, die genau auf die Bedürfnisse eines KTM E-Bikes zugeschnitten sind.
Laufradtypen und ihre Eigenschaften
Drahtspeichenrad
Ein Drahtspeichenrad ist oftmals mit 32 oder 36 Speichen ausgestattet. Ein Vorteil dieser Konstruktion ist, dass die Laufräder leicht sind. Denn eine Speiche ist in der Regel nur etwa 2 Millimeter dick und wiegt häufig weniger als 15 Gramm. Ein weiterer Vorteil dieser Laufräder ist, dass sie reparierbar sind. Wenn das Rad ein bisschen eiert, kann man es zentrieren, indem man die Speichennippel an der richtigen Stelle mit einem Speichenschlüssel anzieht. Zudem verteilen die Speichen die Kräfte ideal auf die Felge und können so die Kräfte, die bei starken Stößen entstehen, gut absorbieren.
Um ein Laufrad zusammenzubauen, werden die Speichen zuerst in die Löcher eingefädelt, die sich am Flansch der Nabe befinden. Anschließend wird das Ende mit einem Speichennippel an der Felge festgeschraubt. Die Speichen können unterschiedlich angeordnet werden. Meistens werden sie jedoch 3-fach gekreuzt. Der Name kommt daher, dass eine Speiche über drei andere verläuft. Weit verbreitet sind auch zweifach gekreuzte oder radial eingespeichte Laufräder. Letztere Bezeichnung bedeutet, dass sich die Speichen nicht kreuzen, sondern vom Nabenflansch gerade und direkt zur Felge laufen.
Aerolaufrad
Aerolaufräder sind hochwertige Laufräder, die vorwiegend an Rennrädern zu finden sind. Durch eine komplexe Geometrie wird nicht nur die Aerodynamik, sondern auch die Stabilität beim Fahrradfahren verbessert. Erkennen kann man Aerolaufräder an der hohen Felge, die Verwirbelungen an den Speichen verringert. Viele gehen davon aus, dass die hohen Seitenwände eine große Angriffsfläche für Seitenwind bieten, der einen beim Fahren behindert oder sogar abbremst. Das ist jedoch ein Trugschluss, tatsächlich unterstützt der Wind aufgrund des Segeleffekts die Drehbewegung.
Scheibenrad / Disc Wheel
Diese Laufräder bestehen aus einer großen, runden Scheibe. Bei Drahtspeichenrädern kann es durch den Umgebungs- und Fahrtwind zu Verwirbelungen kommen. Diese Verwirbelung können bei einem Scheibenrad nicht auftreten. Je nachdem, in welchem Winkel der Wind auf das Rad trifft, unterstützt er sogar die Drehbewegung. Daher hat ein Disc Wheel, wie das Scheibenrad auch oftmals bezeichnet wird, eine sehr gute Aerodynamik. Zudem ist es sehr steif. Weht der Wind jedoch zu kräftig von der Seite, wird das Handling dadurch negativ beeinflusst, da die auftretenden Kräfte das Fahrrad zur Seite drücken. Zudem ist ein Disc Wheel etwas schwerer als ein Speichenrad.
Die verschiedenen Speichenarten
Die meisten Fahrradspeichen werden aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Hier eine Übersicht aller Arten samt deren Eigenschaften:
- Drahtspeichen: Am weitesten verbreitet, rund, werden wegen des gleichbleibenden Durchmessers auch als Glattspeichen bezeichnet. J-Bend: Mit einem Haken zum Einfädeln (gekröpft) und einem Gewinde für den Speichennippel.
- Messerspeichen: Flache Speichen mit ovalem Querschnitt. J-Bend: Mit einem Haken zum Einfädeln (gekröpft) und einem Gewinde für den Speichennippel. Nabe mit kompatiblem Flansch notwendig.
- Konifizierte Speichen: Um die Stabilität zu erhöhen, sind die Enden dicker, da dort größere Kräfte wirken als im mittleren Teil. Werden auch als Dickend- und Doppeldickend-Speichen bezeichnet, je nachdem ob nur eine oder beide Seiten konifiziert wurden.
- Straightpull: Anstelle eines Hakens ist der Teil, mit dem die Speiche eingehängt wird, gerade. Das Laufrad ist dadurch stabiler und muss seltener zentriert werden. Sowohl als Glatt-, Messer- und Dickendspeiche erhältlich.
Den richtigen Reifen finden
Welcher Reifen zu Ihrem Fahrrad passt, hängt von der Maulweite der Felge und dem Rahmen beziehungsweise der Gabel ab. Schließlich muss genügend Platz für den gewünschten Mantel zur Verfügung stehen. In der Regel wird die maximale Reifenbreite in der Produktbeschreibung genannt. Wenn einem diese nicht bekannt ist, bleibt nur die Möglichkeit, selbst nachzumessen. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Höhe eines Reifens in etwa seiner Breite entspricht, außer er ist mit sehr hohen Stollen oder Spikes ausgestattet. Dann hilft leider nur ausprobieren.
Die Maulweite kann an der Felge gemessen werden. Dafür muss jedoch der Reifen mitsamt Schlauch demontiert werden. Nun kann mit einem Messschieber die Innenbreite der Felge ermittelt werden.
Welches Laufrad gehört zu welchem Fahrrad?
- Mountainbike: Bis vor einigen Jahren waren Mountainbikes ausschließlich mit 26“-Laufrädern ausgestattet, inzwischen sind jedoch 27,5"- und 29“-Laufräder der Standard.
- Rennrad, Gravel und Cyclocross: Die meisten Renn-, Cyclocross- und Gravelbikes sind mit 28“-Laufrädern ausgestattet. Es gibt jedoch auch 27,5“-Modelle für Jugendliche und kleine Fahrer.
- Trekking, City und Crossräder: Ebenso wie bei den Rennrädern und Gravelbikes sind 28“-Laufräder bei Trekking-, City- und Crossfahrräder am weitesten verbreitet.
- BMX: Die Laufräder haben in der Regel eine Größe von 20“. Modelle mit 24“-Rädern werden als BMX-Cruiser bezeichnet. Für Nachwuchssportler sind auch 16"- und 18“-BMX-Bikes erhältlich.
- Kinder- und Jugendräder: Um für jede Körpergröße und jedes Alter das passende Fahrrad bereitzustellen, werden Kinder- und Jugendfahrräder mit Laufradgrößen von 14" bis 24“ angeboten.
- Klapp- & Falträder: Die Laufräder haben meist eine Größe von 14" bis 20“. Allerdings gibt es vereinzelt Modelle mit 24" und sogar 26“ großen Rädern.
Einbaustandards
Wie das Laufrad befestigt wird, hängt von der Nabe ab. Allerdings müssen der Fahrrad-Rahmen und die Gabel auch mit der Befestigungsmethode kompatibel sein. Sowohl am Rahmen als auch an der Gabel werden die Enden, an denen das Laufrad befestigt wird, als Ausfallenden bezeichnet.
Schnellspanner
Bei einem Schnellspanner handelt es sich um einen Metallstift, der auf einer Seite mit einer Mutter und auf der anderen mit einem Spannhebel ausgestattet ist. Der Durchmesser ist genormt, die Einbaubreite am Vorderrad beträgt 100 Millimeter, beim Hinterrad sind es in der Regel 135 Millimeter.
Steckachse
Bei einer Steckachse handelt es sich ebenso wie bei Schnellspannern um einen Metallstift mit einem Gewinde. Jedoch sind diese wesentlich dicker und das Gewinde, mit dem sie befestigt werden, befindet sich am Ausfallende der Gabel oder des Fahrrad-Rahmes.
Boost-Standard
Eine Boost-Steckachse hat eine Einbaubreite von 110 Millimetern und einen Durchmesser von 15 oder 20 Millimetern beim Vorderrad. Am Hinterrad beträgt die Einbaubreite 148 Millimeter und der Durchmesser 12 Millimeter. Verglichen mit den Standardbreiten einer Steckachse ist die Boost-Achse somit vorne 10 Millimeter und hinten 6 Millimeter breiter.
Vollachse (geschraubte Achse)
Die Vollachse, der älteste Einbaustandard, ist ein massiver Metallstab, mit einem Durchmesser von 7 oder 9 Millimetern. Er ist in der Nabe eingebaut und auf beiden Seiten mit einem Gewinde ausgestattet.
Adapter zum Umrüsten des Einbaustandards
Wer sich eine neue Federgabel oder einen neuen Rahmen anschafft, die einen anderen Achsstandard haben als der Laufradsatz, der muss nicht unbedingt neue Laufräder kaufen. Gleiches gilt auch, wenn man sich neue Laufräder anschafft und den Rahmen oder die Federgabel behalten möchte. Denn es gibt Adapter, mit denen man die Laufräder jederzeit kostengünstig und schnell umrüsten kann.
Weitere wichtige Aspekte
- Freilauf: Er ermöglicht, dass sich das Rad weiterdreht, auch wenn man die Pedale nicht betätigt.
- Felgen- vs. Scheibenbremsen: Laufräder für Scheibenbremsen haben eine Center-Lock- oder 6-Loch-Aufnahme für die Bremsscheibe.
- Tubeless-Reifen: Benötigen spezielle Felgen, die luftdicht sind.
- Geöste Felgen: Die Löcher für die Speichennippel sind mit Ösen verstärkt, um die Felge zu schonen.
- Hookless Felgen: Felgen ohne Horn, die leichter sind und eine bessere Aerodynamik bieten.
E-Bike Umbausätze
Am Markt findet man mittlerweile zahlreiche Umbausätze / Nachrüstsätze, um sein Rad zum E-Bike beziehungsweise zum Pedelec nachzurüsten. Das reicht von Hinterrad- über Vorderrad-Motoren bis hin zu waschechten Mittelmotoren, die am Tretlager angebracht werden.
Bekannte Hersteller von E-Bike Umbausätzen
- Pendix: Mittelmotor, der am linken Kurbelarm sitzt und mit einem Akku an den Trinkhalterschrauben befestigt wird.
- Senglar: Experte für kräftige Nabenmotoren, die bereits fertig eingespeicht samt Akku, Kabelsätzen und Montagezubehör gekauft werden können.
- Go Swiss: Heckmotoren mit bis zu 500 Watt Unterstützung.
- Bafang: Chinesischer Hersteller, der zahlreiche Heck- und Frontmotoren anbietet.
- Ansmann: Heckmotoren und ein Frontmotor-Modell mit Flaschen- oder Gepäckträgerakku.
- Vivax: Sehr leichter E-Antrieb, der im Sattelrohr verschwindet.
- Binova: Motor mit 250 Watt Unterstützung und verschiedenen Akku-Optionen.
- Add-e: Leistungsstarker Motor, der an der Gepäckträgeraufnahme oder am Tretlager montiert wird.
- Electron Wheel: Vorderrad mit integriertem Motor, das einfach in die Gabel eingehängt wird.
Eignet sich mein Fahrrad für die Umrüstung zum E-Bike?
Prinzipiell eignet sich jeder Fahrradtyp zur Umrüstung zum E-Bike. Mountainbike, Citybike, Tourenrad, sogar für Klappräder gibt es Nachrüstsätze. Sinnvoll ist der Umbau aber leider nicht immer.
Was gilt es zu beachten:
- Die technische Ausstattung, die ein E-Bike ausmacht ist leider nicht in der Gewichtsklasse der Fliegengewichte beheimatet.
- Der Nachrüstsatz muss zu deinem Bike passen. Rahmenform und -material müssen sich zum Umbau eignen und nicht jede Schaltung verträgt sich mit einem Motor. Viele Umbausätze können nicht mit einer Rücktrittbremse kombiniert werden.
- Das größere Gewicht und die erhöhte Geschwindigkeit erfordern zudem absolut verlässliche Bremsen.
Experten raten dazu ein Fahrrad von weniger als 400 Euro Zeitwert nicht umzurüsten. Dein Bike sollte nicht älter sein als 4 bis 5 Jahre, Aluräder dürfen nicht mehr als 10.000 km Fahrleistung erbracht haben.
Die Motorenfrage
Es gibt drei Arten von Motoren, nämlich Front-, Mittel-, und Heckmotoren. Je nach Position greifen sie an einer anderen Stelle in den Antrieb deines Fahrrads ein. Dort sorgen sie dann für erhöhten Verschleiß.
- Heckmotoren: Funktionieren nur mit Kettenschaltung und nicht mit einer Rücktrittbremse. Sie sind leise und sorgen für ein angenehmes, direktes Fahrgefühl.
- Mittelmotoren: Verteilen das Gewicht am Fahrrad optimal und funktionieren mit Naben- oder Kettenschaltungen.
- Frontmotoren: Beeinflussen das Fahrverhalten drastisch und nehmen viele Gabeln den Verscheiß doch eher übel. Sie funktionieren aber wahlweise mit Ketten-, und Nabenschaltung, auch Rücktrittbremsen sind kein Problem.
Lohnt es sich, mein Fahrrad umzurüsten?
Ein Fahrrad, das sich für die Umrüstung eignet wird eher auch kein ganz billiges Bike sein. Die Rechnung „billiges Fahrrad plus billiger Nachrüstsatz = günstiges E-Bike“ wird daher leider eher nicht aufgehen. Diese Kombi wird in den seltensten Fällen ein harmonisches Gespann.
Wenn du ein richtig gutes Fahrrad besitzt, aber auf den Komfort eines Antriebsassistenten nicht länger verzichten willst, sieht die Sache schon anders aus. In Kombination mit einem hochwertigen Motor kann daraus durchaus ein E-Bike werden, das Spaß macht. Wenn dein Bike also ungefähr 1000 Euro oder mehr wert ist und nicht schon deiner Oma gehört hat, ist der Nachrüstsatz durchaus eine Option.
Kann ich mein Bike selbst umrüsten?
Fahrradmechaniker raten dringend davon ab. Es braucht schon einiges an Know-How um aus einem Fahrrad ein verkehrssicheres E-Bike zu machen.
Allerdings musst du beachten, dass in diesem Fall sämtliche Gewährleistung seitens der Hersteller verfällt.
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