Beim Kühlerfrostschutz kommt es weniger auf die Farbe an als auf den Inhalt. Bei dieser heiklen Frage streiten sich die "Experten" und es kursieren allerhand, zum Teil widersprüchliche Meinungen. Deshalb unser Tipp: Schauen Sie nicht auf die Farbe, die oft abhängig vom Hersteller ist, sondern auf die Inhaltsstoffe- insbesondere das "Silikat" ist zu beachten.
Die Faustregel lautet: Mischen Sie niemals silikathaltige mit silikatfreien Mitteln. Kühlerflüssigkeiten der neusten Generation sind jedoch universal einsetzbar und können sowohl mit silikathaltigen als auch mit silikatfreien Mitteln gemischt werden.
Warum ist Kühlflüssigkeit wichtig?
Wenn Kühlwasser gefriert, platzen Schläuche, Behälter oder Dichtungen - selbst in der Garage können Temperaturen nachts unter 0°C fallen. Schützen Sie Ihren wassergekühlten Motor deshalb rechtzeitig mit Frostschutzmittel, je nach Region unverdünnt bis ca. -50°C oder verdünnt mit Wasser (z.B. 1:1) bis -40°C.
Übrigens: Frostschutzmittel ist aufgrund seiner Additive nicht nur in der kalten Jahreszeit sinnvoll für Ihr Fahrzeug.
Kälterekorde in Deutschland
Hier ein Richtwert: Die in Deutschland gemessene niedrigste Temperatur war -37°C am 12. Februar 1929 in Wolnzach/ Oberbayern. Der Kälterekord aus der jüngsten Vergangenheit stammt aus Emden, wo am 04. März 2004 -17,1°C gemessen wurden.
Die verschiedenen Kühlmitteltypen
Kühlflüssigkeit wird in Typenklassen (G-Klassen) unterteilt und es ist sehr wichtig, dass Sie wissen, welche Art von Kühlmittel für Ihr Fahrzeug zugelassen ist.
Die Klassifizierung hängt vom zugegebenen Frost- und Korrosionsschutz ab, der zusammen mit destilliertem Wasser die Kühlflüssigkeit bildet. Die ersten beiden Varianten enthalten Silikat. Dies sorgt im Motor für zusätzlichen Schutz, denn das Silikat bildet eine isolierende Schicht. Lediglich Si-OAT kommt ohne Silikat aus.
Die Typenbezeichnungen stammen von den Standardkühlmitteln von VW, wobei auch BASF seinen Kühlflüssigkeiten G-Kennzeichnungen gibt.
- G11: BASF bezeichnet es mit G48. Da das Kühlmittel grün bzw. grünblau eingefärbt ist, ist es gut erkennbar, kann aber mit G33 Kühlmittel verwechselt werden, das meist eine ähnliche Farbe hat.
- G12: Von BASF gibt es hier keine Typenbezeichnung. Da das Kühlmittel rot bzw. leicht rosa eingefärbt ist, ist es leicht erkennbar. Es ist das erste VW-Kühlmittel mit OAT-Standard und silikatfrei.
- G12+/G12++: Dieses Rotviolette Kühlmittel wird von BASF mit G30 bzw. G40 gekennzeichnet. Es ist silikatfrei und Sie können es mit G11 und G12 Kühlflüssigkeit mischen.
- G13: G13 Kühlmittel ist lila. Im Vergleich zu G12++ Mittel kommt hierbei Glycerin als Frostschutz eingesetzt. Es ist umweltverträglicher und zudem günstiger.
Darüber hinaus gibt es noch spezielle G-Kennzeichnungen von BASF wie G05. Hierbei ist die Kühlflüssigkeit gelb und sie ist besonders für Graugussmotoren geeignet. G33 ist als Kühlmittel blau-grün eingefärbt und speziell für Peugeot und Citroen entwickelt, ähnelt farblich aber G11/G48 Produkten.
Seien Sie also vorsichtig beim Mischen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie die beste Kühlflüssigkeit fürs Auto oder Motorrad kaufen und sie selbst wechseln möchten, sollten Sie einige Dinge beachten, bevor Sie einen Preisvergleich durchführen oder einfach ein günstiges Kühlmittel kaufen. Sie sollten die verschiedenen Arten von Kühlmitteln kennen und genau wissen, was Sie tun.
Wenn Sie wissen, welche Art von Kühlflüssigkeit für Ihr Fahrzeug verwendet werden muss, können Sie sich für ein Produkt entscheiden. Die eine beste Kühlflüssigkeit für jeden Einsatzbereich gibt es aber natürlich nicht. Es kommt auf Kompatibilität und Ihr Budget an.
Empfehlungen für Kühlflüssigkeiten
- BASF G30: Das OAT Kühlmittel von BASF ist organisch und frei von Silikat. Da es sich um ein Konzentrat handelt, das mit Wasser vermischt werden muss, ist es sehr ergiebig.
- Mannol Kühlflüssigkeit: Bei der Kühlflüssigkeit von Mannol handelt es sich um eine hochwertige Fertigmischung, die nicht mit Wasser verdünnt werden muss.
- Prestone Kühlerschutz-Konzentrat: Bei dem Mittel von Prestone handelt es sich um ein Kühlerschutz-Konzentrat, das sehr ergiebig ist und im Test auf ganzer Linie überzeugen konnte.
- Castrol Fertigmischung: Die Fertigmischung von Castrol ist ein sehr gutes vorgemischtes Kühlmittel für alle Zweirad-Motoren aus Aluminium, Aluminiumlegierungen und Grauguss.
- Motul Kühlflüssigkeit: Bei der Motul Kühlflüssigkeit handelt es sich um eine gebrauchsfertige Mischung, die praktisch für alle wassergekühlten Motoren aus Aluminium, Aluminiumlegierungen und Grauguss geeignet ist.
- Eurolub Konzentrat: Bei dem Konzentrat von Eurolub handelt es sich um eine sehr hochwertige Kühlflüssigkeit, die durch einen sehr guten Korrosionsschutz verfügt und gute Schaumverminderungseigenschaften bietet.
- Protecton Fertigmischung: Bei der Kühlflüssigkeit von Protecton handelt es sich um eine Fertigmischung, die eine gute Schutzwirkung erreicht und sich zudem komfortabel einfüllen lässt.
- Mannol Kühlflüssigkeit (G11): Bei der Kühlflüssigkeit von Mannol handelt es sich um eine fertige Mischung, die Sie direkt in den Behälter geben können, ohne sie verdünnen zu müssen.
- Mannol Kühlflüssigkeit (AF12+): Bei der Kühlflüssigkeit von Mannol handelt es sich um einen 5 Liter Kanister mit fertiger Kühlflüssigkeit, die Sie direkt einfüllen können.
- Liqui Moly Kühlflüssigkeit: Die Kühlflüssigkeit von Liqui Moly ist eine Fertigmischung, die Sie unverdünnt einfüllen können.
Kühlmittelwechsel: Was Sie beachten müssen
Generell ist es empfehlenswert, den Wechsel der Kühlflüssigkeit einer Fachwerkstatt zu überlassen, denn es kann durchaus gefährlich sein, dies als Laie selbst zu tun. Wenn Sie es dennoch tun möchten, klären wir Sie im Folgenden über die wichtigsten Dinge auf, die Sie wissen müssen.
Das wichtigste ist, den Füllstand nie bei laufendem oder noch warmem Motor zu prüfen, denn dann sollte der Behälter für die Kühlflüssigkeit keinesfalls geöffnet werden. Das Kühlsystem steht bei warmem Motor unter hohem Druck, so dass heiße Flüssigkeit herausschießen kann. Es droht also durchaus eine große Gefahr.
Es ist sehr wichtig, das richtige und kompatible Frostschutzmittel bzw. die richtige Mischung aus destilliertem Wasser und Frostschutzmittel im richtigen Mischungsverhältnis zu verwenden.
Mischbarkeit von Kühlmitteln
Grundsätzlich ist Kühlmittel zwar mischbar, das funktioniert aber nur, wenn es sich um die gleiche oder eine kompatible Art von Kühlmittel handelt. Nutzen Sie beispielsweise G12 Kühlflüssigkeit im Ford Fiesta, können Sie sie mit G12, G12+ oder G12++ Kühlflüssigkeit mischen. Nicht jedoch mit G11.
Wartung des Kühlsystems
Prüfen Sie den Frostschutz mindestens zweimal im Jahr bei kaltem abgestellten Motor. Kontrollieren Sie den Füllstand alle drei bis vier Wochen. ist dieser unter "Min", dann füllen Sie unbedingt Flüssigkeit nach.
Mithilfe von Teststreifen können die Eigenschaften des Kühlmittels überprüft werden (Sulfat- und Chloridgehalt sowie pH-Wert).
Viele Kühlsysteme moderner Fahrzeuge sind so konzipiert, dass keine Wartungsintervalle vorgesehen sind. Im Laufe der Zeit können die Effizienz und der Korrosionsschutz jedoch nachlassen. Ob und wann dies der Fall ist, hängt jedoch vom Hersteller, der Art des Motors und dem jeweiligen Kühlmittel ab.
In jedem Fall sollten Sie die Kühlflüssigkeit wechseln, wenn der Motor nicht mehr hinreichend gekühlt wird. Prüfen Sie, ob Sie Kühlflüssigkeit verloren haben und ob der Stand der Kühlflüssigkeit zwischen Min und Max liegt. Auf jeden Fall sollten Sie auch prüfen, ob eine undichte Stelle vorhanden ist, falls Sie Kühlflüssigkeit verloren haben.
Kühlmittel-Finder
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Farben der Kühlflüssigkeit
Sicherlich haben Sie schon festgestellt, dass es viele verschiedene Farben (Orange, Rot, Blau, Grün, Gelb und Violett) Kühlflüssigkeit zu kaufen gibt. Doch welche Farbe ist nun die richtige?
Nicht nur die Farben unterscheiden sich bei dem Kühlerfrostschutz. Jedes Produkt verfügt auch über spezielle Additiv-Pakete, die jeweils auf die unterschiedlichen Kühlsysteme und auf die vom Automobilhersteller verwendeten Materialien angepasst sind.
Arten von Kühlerschutz
Grundsätzlich unterscheidet man heute zwischen drei verschiedene Arten von Kühlerschutz:
- Hybrid-Kühlerschutzmittel (silikathaltig): Bei diesen sind, vereinfacht gesagt, anorganische und organische Inhibitoren für den Korrosionsschutz im Kühler verantwortlich.
- OAT-Kühlerschutzmittel (silikatfrei): Bei diesen sind organische Salze für den Schutz vor Kühlerkorrosion verantwortlich.
- Si-OAT-Kühlerschutzmittel: Diese verbinden die Vorteile von silikathaltigen und silikatfreien Kühlerschutzmittel, also exzellenter Schutz vor Kühlerkorrosion und lange Einsatzdauer, in einer neuen Technologie.
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