Kyffhäuser Motorrad Sperrung: Gründe und Aktuelle Entwicklungen

Im Kyffhäuserkreis müssen sich Autofahrer weiterhin auf Straßensperrungen und Umleitungen einstellen. Darüber informiert die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises.

Aktuelle Straßensperrungen und Umleitungen

  • Halbseitig gesperrt ist die Bundesstraße 249 in der Ortsdurchfahrt Ebeleben.
  • In der Sondershäuser Straße erfolgt die Verkehrsregelung an der Baustelle ab dem 26. Mai mittels Ampelanlage.
  • Für den Verkehr aus Richtung Mühlhausen kommend erfolgt die Umleitung über die Werkstraße, der Verkehr aus Richtung Sondershausen kommend wird an der Baustelle vorbeigeführt. Der Grund für die Baustelle: Hier entsteht eine Fußgängerampel.
  • In der Zeit vom 10. bis 12. Juni wird die B249 (Sondershäuser Straße) in Ebeleben, wegen der Errichtung der Lichtsignalanlage dann voll gesperrt. Eine Umleitung erfolgt über die Werkstraße.
  • Aufgehoben wird die Umleitung zum Hotel Residenz in Bad Frankenhausen.
  • Bestehen aber bleibt die halbseitige Straßensperrung der Straße „Am Schlachtberg“, die es seit dem 5. Dezember gibt. Demnach werden derzeit noch Restarbeiten vorgenommen.
  • Voraussichtlich bis zum Ende des Jahres ist die Ottenhäuser Straße in Greußen voll gesperrt. Auf der Ortsdurchfahrt (L2133) finden Kanal- und Straßenbauarbeiten statt.
  • Eine weitere Vollsperrung betrifft die Landesstraße L 2083 Immenrode - Straußberg bis zum 25. Juli.

Die 36 Kurven der B 85 von Kelbra hoch zum Kyffhäuser sind gesperrt. Eine Firma führt Markierungsarbeiten in einem Bereich der Straße aus, in dem im vergangenen Jahr ein Hang gesichert wurde.

„Aufgrund der kurvenreichen Strecke und der vorhandenen Straßenbreiten sind die Arbeiten nur unter Vollsperrung möglich“, sagt Martin Wechsung, Sachgebietsleiter der Verkehrsbehörde im Kyffhäuserkreis.

Das zuständige Straßenbauamt Nordthüringen in Leinefelde hatte zwar im Vorfeld zugesichert, dass die Arbeiten am Wochenende, 23. und 24. September, unterbrochen werden. Das ist aber nicht so. Die Behörden führen dafür Sicherheitsgründe an. „Die Mittelleitlinie und die Seitenstreifen sind abgefräst“, so Wechsung. Deshalb sei auf einer Beratung des Straßenbauamts, der Polizei und der Verkehrsbehörde gemeinsam entschieden worden, die Straße auch am Wochenende dichtzumachen. „Die Unfallgefahr wäre sonst zu groß.“

Die Umleitung wird ab Kelbra über Badra, Sondershausen, Bad Frankenhausen zur B 85 und zurück geführt. Das Kyffhäuserdenkmal ist während der Sperrung aus Richtung Bad Frankenhausen erreichbar.

Gründe für Sperrungen und Maßnahmen

Landrat Peter Hengstermann (CDU) machte dieser Tage bei einem Vor-Ort-Termin deutlich, dass er davon nichts wissen will. "Nur wegen einiger unverbesserlicher Idioten werden wir den Kyffhäuser nicht sperren und damit ungezählte Motorradliebhaber wie Tagesschau-Sprecher Jan Hofer für immer abschrecken. Wir sind uns letztlich in der Kommission einig geworden, weiter nach wirksamen Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu suchen. ... aber man arbeitet dran."

Ein großes Problem für die Polizei sei zudem, dass Rasen und Missachtung des Überholverbotes lediglich als Ordnungswidrigkeit mit 20 Euro geahndet werden können. Blitzer seien nur im Bereich Wasserkunst, dem historischen Brunnen, möglich. Um die erwischten Raser zur Verantwortung ziehen zu können, müssten sie sofort angehalten werden.

Bei den derzeitigen Arbeiten sollen nach Angaben des Straßenbauamts Nordthüringen neben doppelten Mittelstreifen und Fahrbahnbegrenzungslinien auch weitere so genannte Rüttelstreifen eingebaut werden. Das Pilotprojekt soll Motorradfahrer dazu bringen, in den Kurven langsamer zu fahren und so letztlich Unfälle verhindern.

Die rechtliche Grundlage besagt, dass die Sperrung einer Straße erst zulässig ist, wenn andere, geringere Eingriffe (z.B. Beratung von Behörden und einfordern baulicher Maßnahmen) nicht ausreichen.

Reaktionen und Kritik

Andreas Hagedorn von der Biker-Oase an der B 85 in Kelbra kritisierte die Entscheidung. „Die gesamte Planung ist für mich nicht nachvollziehbar." Im vergangenen Jahr hatte Hagedorns Kiosk kräftige Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, als die Strecke Anfang Oktober kurzfristig gesperrt wurde.

Die Sperrung hatte für harsche Kritik bei Touristikern aus der Region und bei Motorradfahrern gesorgt, die wegen der vielen Kurven aus ganz Deutschland an den Kyffhäuser kommen. Damals war die Straße tagelang nicht befahrbar - obwohl an der Trasse nicht gebaut wurde.

Streckensperrung für Motorradfahrer ist eine Riesen-Sauerei, Diskriminierung und nicht zuletzt eine Einschränkung meines Grundrechts auf freie Entfaltung!

Erfahrungen und Beobachtungen

Das Verrückte ist: der Kyffhäuser ist wirklich schön zu fahren, wenn er denn mal leer wäre... aber darum passieren die Unfälle ja gerade in dieser leeren Zeit, wie im Artikel berichtet. Die Insider wissen schon, wann man da hochfährt, das dachte ich mir. Aber an Wochenenden ist der überfüllt, und da kann ich nur jedem abraten, dort überhaupt hinzufahren...

Deswegen sagte Hanjiro ja auch "Autos ausgenommen". Es war doch nur eine Frage der Zeit, bis die Überlegungen kommen.

Leer war es nie. Laune hat es immer gemacht. Man muss halt für alle mitdenkend fahren - nicht nur in der eigenen Richtung, sondern auch in der Gegenrichtung.

BVDM e.V. und sein Engagement

Der BVDM handelt: Wir reichen Klage ein, eine Demonstration ist angemeldet. Der BVDM unterstützt und finanziert die Klage von Motorradfahrern gegen die Streckensperrung für Motorräder auf der sogenannten „Sudelfeldstrecke“ in Bayern.

Leider ist es dem BVDM als eingetragener Verein nicht möglich gegen eine Sperrung zu klagen. So sind wir immer auf Mitglieder angewiesen, die ihren Namen dafür hergeben. Bevor eine Klage eingereicht wird entscheidet aber erstmal der Vorstand, ob dies überhaupt geschehen soll - allein schon aus finanzieller Sicht. Wer uns unterstützen möchte, kann Mitglied im Bundesverband der Motorradfahrer werden oder uns eine zweckgebundene Spende zukommen lassen.

Eine weitere besondere Aktion, die wir durchführen ist das jährliche „Bergische Anlassen". 2010 fand dieses erstmalig in Lindlar statt. Damals ging es um eine Demonstration gegen die Sperrung der K19 zwischen Lindlar und Engelskirchen. Zahlreiche Motorradfahrer nahmen an unserer Demofahrt teil. Leider ist die K19 mittlerweile gesperrt.

Rüttelstreifen am Kyffhäuser: Ein Erfahrungsbericht

Grundsätzlich gilt, je schneller man ist (also je besser man aus der vorigen Kurve raus kommt, es lohnt sich also, sie besonders gewissenhaft anzufahren), desto weniger machen sich die Rüttelstreifen bemerkbar und man fliegt einfach so drüber. Man hat überhaupt den Eindruck, sie sind eigentlich FÜR die Schnelleren gemacht, damit wir da unten im Schnellen Abschnitt die Langsamen die sich von den Rüttelstreifen gestört fühlen und noch langsamer werden um so leichter überholen können und dann freie Fahrt haben.

Abwärts kommen sie m. E. etwas zu nahe an den Bremspunkt ran. Bremst man spät, erst nach dem Waschbrett, ist das Fahrwerk noch etwas nervös und es könnte knapp werden. Gab auch Bremsspuren die direkt hinter dem Abschnitt an der Leitplanke endeten, aber ich weiß nicht ob sie noch von vorher sind.

Fazit: Technisch interessanter ja, aber relevant langsamer ist die Strecke nicht geworden.

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