Die Welt der E-Bikes ist ständig im Wandel, mit neuen Technologien und Designs, die das Fahrerlebnis verbessern sollen. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Innovationen, von praktischen Ladelösungen bis hin zu hochentwickelten Fahrwerken und spezifischen E-Bike-Modellen.
Supernova USB-C Charger: Universelle Ladelösung für E-Bikes
Viele E-Biker kennen das Problem: Das Smartphone benötigt dringend Strom, aber die meisten E-Bikes bieten keine Möglichkeit, mobile Geräte während der Fahrt aufzuladen. Supernova hat dieses Problem erkannt und mit dem USB-C Charger eine universelle Ladelösung für verschiedene E-Bike-Systeme entwickelt.
Funktionsweise und Installation
- Der Supernova USB-C Charger ist ein universaler Ladeport, mit dem sich unterschiedlichste mobile Geräte aufladen lassen.
- Als Ausgangsspannung sollte euer E-Bike im Idealfall zwölf Volt bereitstellen. Supernova gewährt jedoch eine bestimmte Toleranz, die sich im Bereich zwischen elf Volt und 15 Volt bewegt. Wichtig ist, dass der Antrieb als Spannungsquelle mindestens zwölf Watt leistet. Anschließen könnt ihr den Supernova USB-C Charger am Lichtsteckplatz des Motors.
- Verbunden mit dem E-Bike-System generiert das Lademodul eine Ladeleistung von zehn Watt beziehungsweise einen Ladestrom von zwei Ampere. Den normalen Strombedarf eines Smartphones decken sollte es allemal.
- Die eleganteste Variante für den Einsatz des USB-C Chargers stellt die Kombination mit dem Frontscheinwerfer M99 Pro2 von Supernova dar. Für den Fall genügt zum Verbinden mit dem E-Antrieb ein einziges nur wenige Zentimeter langes Kabel mit der Bezeichnung P2 Compact Power Connection Cable. Dieses steckt ihr am P2-Port der M99 Pro2 ein. Anschließend verbindet ihr dessen Ende mit dem Stecker, der vom Lademodul kommt. Die Halterung des USB-C Chargers misst gerade einmal zwei, drei Millimeter in der Breite. Damit könnt ihr sie locker an der Halterung des Frontscheinwerfers aufstecken. Achtet darauf, dass ihr den Port so montiert, dass die Ladebuchse zu euch zeigt.
- Viele von euch werden jedoch einen anderen Frontscheinwerfer als den Supernova M99 Pro2 am E-Bike montiert haben. Deshalb sollte sie sich an etlichen Lenkerhaltern anderer Scheinwerfer ähnlich gut montieren lassen. Das Loch der Halterung hat einen Durchmesser von elf Millimetern. Damit wäre das Anbringen am Lenker besprochen. Sitzt das Frontlicht an euerem E-Bike an der Gabelkrone, dem Frontgepäckträger oder nutzt ihr aktuell gar keine fest installierte Beleuchtung? Dann bietet sich das Montieren des Supernova USB-C Chargers mithilfe einer separaten Halterung an.
- Ausgerichtet auf die jeweiligen Voraussetzungen am E-Bike bringt Supernova den USB-C Charger in zwei verschiedenen Ausführungen auf den Markt. An dem Ende deren 1.400 Millimeter langen Kabels befindet sich ein Anschluss für den LPP am Bosch-Motor. Die zweite Variante misst dagegen nur 120 Millimeter und endet mit dem Power Connector Stecker.
Verständlicherweise hat Supernova den USB-C Charger wasserdicht verarbeitet. Ein fest mit dem Gehäuse verbundene Gummi-Klappe schützt den Port vor dem Eindringen von Schmutz und Wasser.
CHENOA MAX: Komfort und Sicherheit auf höchstem Niveau
Das CHENOA MAX setzt in Sachen Komfort und Sicherheit neue Maßstäbe. Der tiefe Durchstieg kombiniert mit dem vollgefederten Fahrwerk sorgt für echte Glücksgefühle - entspannter kann es nicht auf Tour gehen. Zusätzlich verbessert die Federung die Reifentraktion, weshalb das CHENOA MAX auch abseits der Straße seine Trümpfe ausspielt. Die perfekte Symbiose: Vollfederung und Elektrounterstützung.
Als Antrieb kommt der Bosch Performance Line CX zum Einsatz, der sich sauber ins Rahmendesign einfügt. Das Highlight des leichten Tiefeinsteigers mit Carbonrahmen ist sicherlich die Vollfederung. Diese wird über die Carbonwippe und den im breiten Sitzrohr unauffällig integrierten Dämpfer realisiert. Die neue CHENOA-Generation besitzt eine Öffnung an der rechten Carbon-Sitzstrebe und ermöglicht so die Verwendung eines Riemenantriebes.
Wie bequem es ist, Touren auf dem CHENOA MAX zu fahren, wird vor allem auf Almwegen oder Schotterstraßen deutlich. Dank der Vollfederung sind Schlaglöcher kaum merkbar, das Fahrwerk gleicht Unebenheiten gekonnt aus. Ob in den Radurlaub, ins Wochenende oder zur Arbeit: Das CHENOA MAX ist für jedes Vorhaben geeignet.
Leitungen und Züge laufen vom Lenker kommend durch einen speziellen Steuersatz in das Rahmeninnere.
Bulls Sonic EN-R: Das E-Enduro Racebike im Test
Das neue Bulls Sonic EN-R ist ein Full-Power-E-Bike, das für E-Enduro-Rennen gemacht ist. Der Name EN-R für Enduro-Racing ist also Programm. Es ist das Racebike im Lineup von Bulls. Zum zweiten Mal binnen eines Jahres sorgt ein Bulls für einen Wow-Effekt in unserer Redaktion. Im Frühjahr überraschte uns das Sonic Evo AM SL mit seinem lebendigen Handling, der messerscharfen Lenkpräzision und seinem geringen Gewicht. Jetzt legt Bulls nach - und wieder geht ein „Wow“ durch unsere Redaktion.
Wie dem Sonic EN-R dieser Spagat gelingt? Über eine Geometrieverstellung, die binnen einer Minute von der Hand geht. E-Enduro Racing ist ein Sport, der nicht nur bergab zelebriert wird. Dank kraftvollem Motorschub wird auch der Uphill zum Nervenkitzel für Fahrtechnik-Fans. Das neue Bulls Sonic EN-R soll genau diese Zielgruppe bedienen und sowohl bergauf wie bergab in anspruchsvollem Gelände punkten können.
Technische Details und Ausstattung
22,65 kg zeigt die Waage bei Rahmengröße L an. Damit ist das Bulls 1 kg schwerer als das kürzlich vorgestellte Santa Cruz Vala - mit gleichem Motor, gleicher Akkukapazität und auch gleicher Laufradgröße. Allerdings übertrumpft das Bulls das Santa mit 10 mm mehr Federweg und satten 5.000 Euro Preisunterschied. Und der wichtigste Unterschied in diesem Detail: Im Vergleich zum Santa Cruz ist der Akku sogar entnehmbar!
Der Preis ergibt sich aus der Spar-Ausstattung, mit der Bulls das Sonic EN-R 2 ins Rennen schickt. Während das Topmodell des EN-R 1 mit edlem RockShox Ultimate Fahrwerk auftrumpft, setzt das mittlere EN-R 2 auf Preis-Leistung, in Form einer RockShox ZEB und einem SuperDeluxe Dämpfer - beide auf Select Niveau. Gebremst wird mit TRP C2.3 RX Bremsen, wovon die Vorderradbremse auf eine fette 220 mm Scheibe beißt. Für Kontakt zum Boden sorgen Tacky Chan und Big Betty Reifen mit Ultra Soft Compound und Super Trail Karkasse.
Fahrverhalten und Performance
Der steile Sitzwinkel des Bulls positioniert den Fahrer trotz 25-mm-Offset an der Sattelstütze recht weit vorne über dem Bike. Dadurch bekommt das Vorderrad viel Druck ab und klettert auch steile Passagen entspannt nach oben - sogar in der tiefen Geometrie-Einstellung. Rutscht man den Dämpferschlitten der Geometrieverstellung nach hinten, hebt sich das Tretlager an und Lenk- und Sitzwinkel richten sich um 1° auf. Der Unterschied zur tiefen Position ist im Uphill nicht extrem, aber dennoch spürbar.
Der Hinterbau arbeitet erstaunlich aktiv und kann trotz hoher Last auf dem Antriebsstrang bestens Bodenkontakt halten. So bringt der 2,6“ breite Hinterradreifen die Kraft des Bosch CX Motors souverän auf die Strecke. Selbst in verblockten Uphill-Passagen fährt sich das Bulls erstaunlich handlich, womit sich das Bike agil durch enge Kehren, über Stufen und losem Boden Richtung Gipfel manövrieren lässt.
Das niedrige Gewicht erkauft sich Bulls mit Boschs neuem 600-Wh-Intube-Akku. Wer Sorgen hat, dass der kompakte Akku ausdauernden Touren in den Alpen im Weg steht, der kann aufatmen. Wer bereit ist, in den Eco-Modus zu schalten, der schafft die 2.000 Hm locker. Der neue Bosch CX Motor leistet sich auch im Bulls keine Schwächen - wobei dem System eine schwankende Geräuschkulisse attestiert werden muss. Nach wie vor ist der Motor deutlich hörbar - aber leiser als der Vorgänger. Der Bosch CX Gen 6 schiebt mit bis zu 600 Watt und hat 85 Nm Drehmoment.
Das Bulls fühlt sich lebendig an und auf dem Trail erstaunlich handlich. Vor allem schnelle Richtungswechsel kann das Bike. Wie ein Flipperball kann man sich von Kurve zu Kurve feuern und mit jedem Richtungswechsel Schwung aufnehmen. Ein Charakterzug, den man von einem expliziten Racebike so gar nicht erwartet hätte. Allerdings sollte der Untergrund nicht extrem rau werden. Vor allem der Hinterbau leitet dann nämlich den ein oder anderen Schlag an den Fahrer weiter.
Alles in allem versprüht das Sonic EN-R so ein sicheres Fahrgefühl, dass man vor allem im tiefen Geometrie-Setting genießen kann. Das Sonic EN-R ist ein souveräner Abfahrer.
Bremsen und Details
Für Verzögerung sorgen TRPs C2.3 RX Bremsen. Während das TRP „EVO“-Modell vor allem durch seine definierte Modulation heraussticht, wirkte die C2.3 RX im Vergleich etwas undefiniert. Vor allem ist viel Fingerkraft nötig, um der Bremse auf steilen Trails die nötige Bremskraft zu entlocken. Die Ergonomie des Bremshebels ist maßgeblich für diesen Eindruck verantwortlich.
Viele individuelle Details und Lösungen zeigen, dass der Hersteller hohe Kosten auf sich genommen hat, um ein rundum zu Ende gedachtes Produkt hinzustellen. Da wäre etwa der üppige Kettenstrebenschutz, der die Kettenstrebe großzügig abdeckt und der Haltbarkeit zuliebe sogar verschraubt ist. Selbst bei der Ladebuchse setzt man auf ein aufwendiges Spritzgussteil mit Deckel und nicht auf die sonst übliche Gummilippe, wie sie Bosch regulär für seine Ladeports anbietet. Doch an diesem Punkt sind die Bulls-Entwickler leider nicht die Extrameile gegangen: der Kunststoffdeckel des Ladeports wird zwar von einer Feder zurückgestellt, hat aber keinen Verschluss, wodurch er klappert. Eine Dichtlippe hat er auch nicht.
Die voll integrierte Eightpins Dropper-Post hat zwar keinen Neuheitswert mehr, aber immer noch Seltenheitswert. Die Stütze kommt bei gerade einmal fünf Herstellern zum Einsatz, darunter Liteville, Ghost und eben auch Bulls. Da das Tauchrohr der Stütze über Gleitbuchsen im Rahmen geführt wird, braucht die Stütze keine Sattelklemme. Das Einstellen der Sattelhöhe erfolgt über einen Hebel am Stützenkopf - noch nie war das Einstellen der Sattelhöhe so einfach.
Das Bulls Sonic EN-R kommt 2025 in drei Ausführungen neu auf dem Markt. Das preiswerteste Modell kostet 5.999 €, hat aber bereits den gleichen Rahmen, Motor und Akku wie das Topmodell für 9.999 €. Unser Testbike bestreitet mit einem UVP von 7.999 € den Mittelweg zwischen Einstieg und High-End. Damit dürfte es wohl sehr viele Kunden ansprechen.
Tabelle: Bulls Sonic EN-R Ausstattungsvarianten (2025)
| Modell | Preis (UVP) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Einstiegsmodell | 5.999 € | Gleicher Rahmen, Motor und Akku wie Topmodell |
| Testbike | 7.999 € | Mittelweg zwischen Einstieg und High-End |
| Topmodell | 9.999 € | Hochwertige Komponenten |
Das Bulls überrascht mit zahlreichen praktischen Details, die man an vielen Premium-Bikes vergebens sucht. Bedenkt man, wo Bulls herkommt, ist es umso beachtlicher, in welcher Liga die ZEG-Hausmarke mittlerweile spielt.
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