E-Bike Lampen im Test: So finden Sie die richtige Beleuchtung

Lichtanlagen für das Fahrrad sind für die meisten Radfahrer oft unverzichtbar. Insbesondere im Winter und Herbst beeinträchtigen Dämmerung, Nebel oder Regen die Sicht für Rad- oder E-Bike-Fahrer erheblich, weshalb eine ordentliche Beleuchtung am Rad unerlässlich ist. Es sorgt für gute Sicht vor dem Rad, aber auch von uns selbst. Auf dem Markt gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl von Rad-Lampen und -Lichtern: Lampen am Rad, Lampen am Helm, Lampen an der Bekleidung, kleine Strahler, Rück-Blinklichter und Front-Leuchten und vieles mehr.

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Gesetzliche Anforderungen und Sicherheit

Im Straßenverkehr ist blendfreies Fahrradlicht von großer Bedeutung, da blendendes Licht ein Unfallrisiko darstellt. In Deutschland müssen diese Lichter den Vorschriften der StVZO entsprechen. Die StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) schreibt daher vor, dass Fahrradbeleuchtung blendfrei sein muss und fest am Fahrrad fixiert sein sollte. Unzulässig ist eine Beleuchtung mit Blinkfunktion am Fahrrad. Helmlampen sind aufgrund ihrer fehlenden Blendfreiheit und der Beweglichkeit daher nicht StVZO-konform. Die Zulassung erfolgt durch das Kraftfahrtbundesamt.

Wichtigste Punkte der StVZO:

  • Blendfreiheit
  • Feste Montage am Fahrrad
  • Weißes Abblendlicht vorne
  • Rotes Rücklicht hinten
  • Keine Blinkfunktion

Zusätzliche Sicherheitsaspekte:

  • Reflektoren an Kleidung und Rad
  • Grelle Farben
  • Korrekte Einstellung der Frontleuchte, um den Gegenverkehr nicht zu blenden

Technische Aspekte und Auswahlkriterien

Moderne Fahrradlampen mit Akku verfügen über leistungsstarke Akkus, die auch bei voller Leuchtleistung für mehr als zwei Stunden Energie liefern. Selbst die schwächeren Leuchtstufen bieten dank moderner LEDs eine hohe Lichtausbeute. Insbesondere in gut ausgeleuchteten städtischen Gebieten reicht oft eine niedrigere Leuchtstufe aus, um von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden.

Beim klassischen Fahrrad wird das Licht mit Wechselstrom betrieben und vom Nabendynamo gespeist. Somit leuchtet die Lampe nur, solange man fährt oder eine Standlichtfunktion besitzt. Anders beim Pedelec: Hier läuft die Lichtanlage mit Gleichstrom, wird an das Stromnetz des Pedelecs angeschlossen und bezieht ihren Strom vom Haupt-Akku. Damit die Lampe bei fast leerem Akku noch Strom für die letzten Kilometer bekommt, schaltet die Motorsteuerung zuerst den Antrieb ab.

Traditionell werden Lampen mit dem Helligkeits-Wert (Einheit Lux) angepriesen, weil für die StVZO-Konformität verschiedene Lichtpunkte in einer Matrix vermessen werden. Der daraus angegebene Wert beschreibt aber lediglich den hellsten Punkt des gesamten Lichtfeldes, was zu einer falschen Interpretation der Lichtqualität einer Lampe führt. Zum Vergleich besser geeignet ist der Lichtstrom (Einheit Lumen), welcher die gesamte Licht-Emission einer Lampe angibt.

Testkriterien und Parameter

Für alle Lampen führten wir standardisierte Ausleuchtungstests durch. Die Test-Parameter umfassen:

  • Ausleuchtung des Fahrweges: Je nach Einsatzort der Fahrradlampe ist eine unterschiedliche Ausleuchtung des Fahrweges erforderlich.
  • Ausleuchtung des Bereichs vor dem Vorderrad: Einige Fahrradlampen leuchten den Bereich unmittelbar vor dem Vorderrad kaum aus. Dies kann für unerfahrene Radfahrer gefährlich sein, da sie die Distanz zum Bordstein oder anderen Hindernissen falsch einschätzen könnten.
  • Bedienung und Montage: Achten Sie darauf, dass die Montage der Fahrradlampe einfach und stabil ist. Beleuchtete Schalter und Taster sind vorteilhaft, um die Bedienung bei Dunkelheit zu erleichtern.
  • Leuchtdauer: Die Leuchtdauer wird anhand der Amperestunden des Akkus, der Wattzahl des Leuchtmittels und der Spannung ermittelt.
  • Montage: Der Montage-Vorgang an Lenkern und Sattelstützen wird sowohl an Rundrohr- als auch an Aero-Modellen getestet.
  • Bedienung und Anzeige: Meist findet sich neben dem Einschaltknopf noch eine mehrstufige Akku-Anzeige.

Kategorien von Fahrradlampen:

  • 30 bis 60 Lux: Ausreichend für Radwege und Stadtverkehr.
  • 80 bis 100 Lux: Leuchtweiten von rund 100 Metern, geeignet für die meisten Radsportler.
  • Über 100 Lux: Geeignet für passionierte Nachtfahrer und dunkle Waldabschnitte.

E-Bike spezifische Anforderungen

Wenn Du Dein E-MTB mit Licht ausstatten oder Dein vorhandenes E-Bike aufrüsten möchtest, haben wir nicht nur die richtigen Lampen für Dich im Angebot, sondern auch gute Nachrichten: Seit 2017 schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nämlich nicht mehr ausschließlich einen Dynamo als Stromquelle für Fahrräder vor. So darf auch das E-Bike seinen Akku als Energiequelle für die Beleuchtung nutzen. Natürlich darfst Du Deinen Stromer auch mit Akku-Beleuchtung zum Anstecken benutzen.

Vorteile festinstallierter Beleuchtung:

  • Kein Vergessen oder Aufladen nötig
  • Helleres und StVZO-konformes Frontlicht möglich
  • Fernlicht, Tagfahrlicht und Tastschalter am Lenker
  • Nutzung des E-Bike-Akkus als Stromquelle

Worauf Du bei der Montage von Licht am E-Bike achten musst:

Zuallererst musst Du prüfen, ob Du an Deinem E-Bike* das Licht überhaupt tauschen / montieren darfst. Das handelsübliche E-Bike ist laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) dem Fahrrad zwar gänzlich gleichgestellt. Allerdings fällt es unter die sog. Maschinenrichtlinie. Du musst also beim Tausch von Einzelteilen wie Beleuchtungskomponenten bestimmte Vorgaben beachten.

Klar sein sollte Dir auch: Die Montage oder der Austausch von Beleuchtungselementen am E-Bike ist teils deutlich komplizierter als am Fahrrad ohne Motor. Fehler können hier schwerwiegendere Auswirkungen haben und die Garantie des Herstellers erlöschen lassen. Wenn Du nicht selbst die entsprechende Erfahrung in Sachen Elektro- oder Fahrzeugtechnik mitbringst, raten wir Dir, den Job von einer Fachwerkstatt erledigen zu lassen.

Empfehlungen und Testberichte

Die Testberichte der E-Bike-Lampen lesen Sie in der ElektroRad 8/2022.

Testsieger und Preis-Leistungs-Tipps (BikeX 2024):

  • Testsieger 2024: Knog Blinder StVZO 120
  • Preis-Leistungs-Tipp 2024: Trelock LS 480 Lighthammer USB
  • Preis-Leistungs-Tipp 2024: Osram LEDsBike Race 80 Set

Weitere empfohlene Modelle:

  • Busch + Müller IQ-XM (mit Fernlicht)
  • Lezyne ebike power hb StVZO (mit Fernlicht)
  • Lupine SL X (mit Fernlicht)
  • Supernova M99 Mini Pro (mit Fernlicht)

Testfazits einiger Lampenmodelle:

  • Busch + Müller IXON Space: Erstklassiges Beleuchtungssystem mit intensiver Helligkeit und gleichmäßiger Lichtverteilung.
  • Knog Blinder 120 StVZO: Erstklassiges Fahrradlicht mit weitreichender Beleuchtung und einfacher Bedienung.
  • Trelock LS 760 I-GO Vision: Außergewöhnliche Bedienfreundlichkeit und gleichmäßige Ausleuchtung.
  • Lunivo Lynx F100 Daylight: Leistungsstarkes Fahrradlicht zu einem angemessenen Preis, vorzugsweise für städtische Umgebungen geeignet.
  • Decathlon FL510: Preiswerte StVZO-konforme Fahrradleuchte mit guter Ausleuchtung, ideal für entspannte Radfahrer.

Detaillierte Testberichte

1. Busch & Müller IQ-XM (mit Fernlicht)

  • Beschreibung: Die Busch & Müller bildet im Abblend-Modus einen langen, breiten Lichtkegel mit Spot-Beleuchtung in der Ferne. Hier hat die Lampe die stärkste Strahlkraft. Die Meter vor dem Vorderrad und links und rechts des Weges bekommen nur gedimmt Licht ab. Mit dem Zuschalten des Fernlichts blickt der Fahrer deutlich weiter in die Ferne. Die seitliche Ausleuchtung leidet darunter. Enge Kurven leuchtet die IQ-XM zuverlässig aus - wenn auch nicht mit überragender Helligkeit. Gemessen am Preis ist die Verarbeitung eher bescheiden.
  • Preis: 199 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 6 von 10
    • Fernlicht: 7 von 10
    • Abblendlicht: 7 von 10
    • Handhabung: 6 von 10

2. Lezyne ebike power hb StVZO

  • Beschreibung: Die dicke Lezyne wirkt am E-MTB-Lenker wie die Lichtleiste auf dem Dach eines Rallye-Trucks. Sie leuchtet hell und weit. Fern- und Abblendlicht unterscheiden sich in ihrer Leuchtkraft kaum. Die Lichtbilder beider Helligkeitsstufen bestehen aus zwei Feldern, die ein klarer Dunkelstreifen trennt. Der schmale Lichtkegel bündelt fast die gesamte Lichtleistung auf einen schmalen, sehr hellen Streifen. Die Breiten abseits des Streifen saufen ab. Hier wird die Kurvenfahrt wortwörtlich zum Blindflug. Ansonsten überzeugt die solide Verarbeitung.
  • Preis: 150 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 7 von 10
    • Fernlicht: 6 von 10
    • Abblendlicht: 7 von 10
    • Handhabung: 6 von 10

3. Lupine SL X

  • Beschreibung: Mit 275 Lumen Vorsprung überstrahlt die Lupine SL X im Abblend-Modus den Großteil des Testfelds um Längen. Nur die Supernova kann hier mithalten. Ausgezeichnete Reichweite, gleichmäßige Lichtverteilung, gute Ausleuchtung auch in den Randbereichen direkt vor dem Vorderrad. Wer das Maximum herauskitzeln will, schaltet das Fernlicht zu. So leuchtet die Lupine noch besser in die Ferne, der Öffnungswinkel nach oben fällt aber nur mittelmäßig aus. Enge Kurven hingegen erstrahlen in beiden Beleuchtungsstufen in hellem Glanz. Zusätzlich gibt es ein Tagfahrlicht.
  • Preis: 400 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 9 von 10
    • Fernlicht: 9 von 10
    • Abblendlicht: 9 von 10
    • Handhabung: 7 von 10

4. Supernova M99 Mini Pro

  • Beschreibung: In Sachen Fernlicht macht dem Supernova-Scheinwerfer M99 Mini Pro so schnell keiner was vor. Der Öffnungswinkel fällt nach oben fast doppelt so hoch aus wie bei den Mitstreitern - trotz eintauchender Federgabel hat man alles im Blick. Die Leuchtbilder von Abblendlicht und Fernlicht sind sehr ähnlich. Beide verfügen über ein sehr helles, homogenes Zentrum. Bei der Leuchtkraft unterscheiden sich die Modi aber deutlich. Die Randbereiche sind angenehm hell. Bei der Ausleuchtung in Kurven liegen die Freiburger mit Lupine auf einem Niveau. Sehr angenehmes Abblendlicht.
  • Preis: 260 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 10 von 10
    • Fernlicht: 10 von 10
    • Abblendlicht: 9 von 10
    • Handhabung: 7 von 10

5. Cube Pro-E 110

  • Beschreibung: Die kompakte und leichte Cube geht im direkten Leuchtvergleich mit der teureren Konkurrenz mit Fernlicht naturgemäß etwas unter. Sie liefert das schwächste Abblendlicht im Test. Für den Gebrauch im Straßenverkehr reicht sie jedoch allemal. Hohe Geschwindigkeiten sind bei der mäßigen Ausleuchtung aber nicht drin. Die Lichtverteilung konzentriert sich sehr auf das Zentrum. Am Rand des Lichtkegels fällt die Helligkeit abrupt ab. Bereiche abseits des Weges bekommen nur spärlich Licht ab, was die rasante Kurvenfahrt beeinträchtigt.
  • Preis: 99 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 7 von 10
    • Abblendlicht: 6 von 10
    • Handhabung: 8 von 10

6. Litemove SE-150

  • Beschreibung: Als zweite Lampe ohne Fernlicht im Testfeld liefert sich die Litemove ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cube. Auch wenn sie sich optisch kaum unterscheiden, nach mehrfachen Praxistests haben sich die Laborwerte bestätigt: Schaut man genau hin, ist die Litemove minimal heller. Dabei wirkt sich die höhere Lumen-Zahl besonders im vorderen Teil des Lichtkegels aus. Hier produziert der Mini-Strahler ein sehr helles Licht, das in die Weite konstant dunkler wird. Bei der Ausleuchtung sind die beiden Kontrahenten gleichauf.
  • Preis: 110 Euro
  • Bewertung:
    • Effizienz*: 6 von 10
    • Abblendlicht: 7 von 10
    • Handhabung: 8 von 10

* Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Labortests wieder. Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig.

Workshop: E-Bike-Beleuchtung am Akku anschließen

Der Strom kommt aus der Steckdose. Doch bevor ihn der Scheinwerfer in Lux und Lumen verwandelt, muss er durch den E-Bike-Akku. Das Anschließen ist nicht trivial, eventuell muss die Werkstatt helfen. Doch diese vier Check-Punkte bringen den Strahler garantiert zum Leuchten.

Checken:

Vor dem Kauf einer E-Bike-Beleuchtung gibt es zwei grundlegende Dinge zu klären: Wie viel Spannung liegt am Lichtport meines E-Bike-Motors an? Und für welche Spannung ist meine Lampe ausgelegt? Im schlimmsten Fall zerstört die falsche Kombination den Scheinwerfer. Sprich: Greift man zu einer Lampe, die nur für 6 Volt Spannung ausgelegt ist und stöpselt sie an einen Motor, an dessen Lichtport 12 Volt anliegen, leuchtet die Lampe nicht oder wird beschädigt. Viele Hersteller bieten deshalb ihre Lampen für 6 oder 12 Volt an. Manche Modelle verfügen auch über eine automatische Leistungsanpassung an die Anschlussspannung des Motors. Das bedeutet, dass die Scheinwerfer an einem 12-Volt-Anschluss genauso funktionieren wie an einem 6-Volt-Anschluss.

Anschließen:

Die Kontakte für das Verbindungskabel der E-Bike-Lampe liegen direkt am Motor. Um sie zu erreichen, muss man die Motorabdeckung entfernen. Will man von dort aus die Kabel durch den Rahmen verlegen, muss bei Bosch und Shimano der Motor ausgehängt werden. Bei Brose genügt es, die seitliche Abdeckung abzunehmen, um das Kabel durch den Rahmen zum Kontaktstecker zu führen. Beim Anschließen am Shimano-Motor müssen möglicherweise vorher die Kontakte mit einer Abisolierzange freigel...

Zusätzliche Tipps

  • Für beste Sicherheit am Tag sollte man immer mit Licht fahren.
  • Eine Lampe kann auch durch intelligent angebrachte Seitenfenster die Sicherheit erhöhen, weil man von der Seite besser erkennbar wird, was gerade in der Stadt mit vielen querenden Straßen ein Vorteil ist.
  • Wer die Lampe am Lenker oder Vorbau über Kopf montieren möchte, kann dies nur bei bestimmten Modellen tun.

Aktuelle Lampen zeigen viel Licht, aber auch Schatten. Da viele vollausgestattete City- und Trekkingräder sowieso schon mit einer guten LED-Lichtanlage ausgestattet sind, macht es am Ende nur Sinn, wenn das Upgrade auch deutliche Vorteile bietet.

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