Wer mit dem Mountainbike unterwegs ist, sollte auf eine zuverlässige Beleuchtung nicht verzichten. Beim Biken sollte die Lampe den Trail möglichst effektiv ausleuchten. Ihr solltet schon die ganze Breite des Trails erkennen können - mit maximaler Leuchtreichweite. Ein punktueller Lichtkegel, der einen gerade mal eine Wurzel erkennen lässt, hilft hier wenig. Eine ausreichende Akkulaufzeit sollte man auch nicht vergessen - wer möchte schon mitten in der Abfahrt im Dunkeln stehen? Diese Frage sollte man sich stellen, um bei der ersten Ausfahrt keine böse Überraschung zu erleben.
Worauf es bei einer Mountainbike Lampe ankommt
Leicht sollte sie sein, aber auch leuchtstark und einfach zu montieren. Außerdem sind Reichweite und Ausleuchtungsfläche der Lampen wichtige Aspekte. Auch bei eintretender Dunkelheit sind Helmlampen zu empfehlen. Für nächtliche Trail-Ausritte gehört die Lampe auf den Helm. Sitzt die Lampe am Lenker, werden Kurvenfahrten zum Blindflug, außerdem hüpft der Lichtkegel unruhig über jedes Hindernis. Neben einer soliden Halterung ist geringes Gewicht Voraussetzung für die Erleuchtung am Haupt. Ab 150 Gramm spürt man die Zusatzlast deutlich - ein Nachteil der Modelle mit integriertem Akku. Lampen mit externer Energiequelle tragen sich meist angenehmer und brauchen keine Kompromisse bei der Akku-Kapazität - hier verschwindet der Akku in der Regel im Rucksack.
Am Lenker müssen die Leuchten besonders fest sitzen, da hier Schläge intensiver ankommen und der Leuchtkegel sonst zum Flimmerkasten wird. Das stellt die Hersteller vor eine Gewissensfrage, denn Lampen ohne STVZO-Zulassung dürfen nicht als Fahrradbeleuchtung und somit auch nicht mit Lenkerhalterung verkauft werden. Die montierten Bänder werden meist als Universalhalterungen angepriesen - eine rechtliche Grauzone. Schwache Halterungen haben in unserem Praxistest einigen Lampen die Geländetauglichkeit geraubt. Die Azonic Hoss, die Knog Blinder und Sigmas Buster 600 quittierten Schläge mit einem nervig hüpfenden Leuchtkegel. Bei einigen Herstellern gibt es solidere Lenkerhalterungen aufgrund der rechtlichen Situation nur im Zubehörsortiment, z. B. bei Cateye und Sigma Sport.
Lumen und Lux: Was ist wirklich wichtig?
Das oberste Kriterium für Bike-Beleuchtung heißt Helligkeit. Was simpel klingt, stellt den Käufer vor eine echte Herausforderung. Die Hersteller geben die Leuchtstärke in Lux oder Lumen an. Unser Test zeigt, dass beide Werte keinen eindeutigen Aufschluss über die tatsächliche Leuchtkraft geben. Besser eignet sich eine Kombination. Der Lichtstrom (Lumen) gibt dabei die gesamte Strahlungsleistung einer Lampe an, grob gesagt: Wie viel Licht gibt die Lampe ab? In Lux wird die Beleuchtungsstärke angegeben, also, wie viel Licht auf einer Fläche auftrifft. Eine Aussage über die Verteilung des Lichts fehlt.
Zum Vergleich: Ein Laserpointer liefert 400000 Lux - als Wegweiser auf dem Rad ist er aber völlig unbrauchbar. In unserem Test haben wir deshalb zusätzlich die Lux-Werte im Außenbereich (zwei Meter links und rechts der Mitte, zehn Meter Entfernung) gemessen. Drastisches Beispiel für die Unklarheit einzelner Messwerte: Die M-Wave Ultra 900 liefert mittelmäßige 540 Lumen, mit einem Lux-Wert von 100 distanziert sie ihre Kompaktkonkurrenten aber um Längen. Erst der Blick auf die Werte im Außenbereich und das Leuchtbild entlarvt die schmale und in der Praxis gewöhnungsbedürftige Spot-Beleuchtung. Heißt: Die Lux- und Lumen-Angaben werden erst zusammen mit dem Blick auf die Leuchtbilder aussagekräftig.
In vergangenen Tests war der Lumen-Schummel ein großes Thema. Insbesondere günstige Lampen konnten im Labor nicht die versprochene Leistung bringen. Im aktuellen Testfeld erreichten 10 von 14 Lampen die angegebenen Lumen-Werte und überschritten sie teils sogar markant. Lediglich die beiden Modelle von M-Wave verfehlten ihre Angaben drastisch. Die Ultra 2500 lieferte in der Ulbricht-Kugel magere 730 Lumen - statt der versprochenen 2500. Weniger deutlich, aber immer noch spürbar, fiel der Kraftmangel bei Spanninga und Azonic aus.
Akkulaufzeit und Bedienkomfort
Auch die Akku-Laufzeiten können den Bike-Alltag gehörig vermiesen, denn die beste Lampe bringt nichts, wenn im entscheidenden Moment die Energie fehlt. Dabei bieten die Leuchten völlig unterschiedliche "Notlaufeigenschaften": Manche Fabrikate (Cateye 1600, M-Wave, Sigma 2000, Spanninga) lassen den Biker buchstäblich im Dunkeln stehen und schalten innerhalb von Sekunden von 100 auf Null. Das kann bei schneller Fahrt sogar gefährlich werden.
Zwar haben diese Lampen eine Ladestandsanzeige, wenn die Lampe am Helm und der Akku im Rucksack sitzt, wird man diese allerdings kaum wahrnehmen. Andere Lampen dimmen nach der angegebenen Laufzeit deutlich ab und bieten dann noch Schonzeit auf Sparflamme. Die Azonic Hoss glüht z. B. noch ganze vier Stunden, bevor sie völlig abschaltet.
Für noch mehr Bedienungskomfort kann man diverse Modellen sogar individuell mit einer Fernbedienung am Lenker oder über eine App am Smartphone steuern. Damit Lampen mit einer Fernbedienung, einem Smartphone oder Tablet verbunden werden können, besitzen einige aktuelle Modelle in diesem Test eine Bluetooth-Funktion, z. B. Lupine, Magicshine oder SIGMA. Nicht nur als Fernbedienung für den Lenker ist diese kabellose Steuerung sehr nützlich.
Testergebnisse: Kompaktklasse im Detail
Um einen detaillierten Einblick in die Leistung verschiedener Kompaktlampen zu geben, werden hier einige Modelle mit ihren Testergebnissen vorgestellt.
Azonic Hoss
- Preis: 79,95 Euro
- Gewicht: 156 Gramm
- Akkulaufzeit: 2:42 Std.
- Gemessene Lumen: 59 / 350 (nominell)
- Fazit: Für sportlichen Einsatz fehlt der Hoss die Power.
Cateye Volt 800
- Preis: k. A.
KNOG Blinder Beam 300
- Preis: 129 Euro
- Gewicht: 157 Gramm
- Akkulaufzeit: 2:14 Std.
- Gemessene Lumen: 319 / 300 (nominell)
- Fazit: Die einzige STVZO-Lampe im Test fällt mit einem eckigen Leuchtbild auf.
LEZYNE Micro Drive XL
- Preis: 49,95 Euro
- Gewicht: 94 Gramm
- Akkulaufzeit: 1:06 Std.
- Gemessene Lumen: 511 / 450 (nominell)
- Fazit: Sehr kompakte und leichte Lampe zum fairen Preis!
MOON X-Power 780
- Preis: 129,90 Euro
- Gewicht: 180 Gramm
- Akkulaufzeit: 1:43 Std.
- Gemessene Lumen: 751 / 780 (nominell)
- Fazit: Starke Lichtleistung in Labor und Praxis, die Ausleuchtung könnte etwas homogener sein.
M-WAVE Ultra 900
- Preis: 69,90 Euro
- Gewicht (Kopfteil/gesamt): 125 / 321 Gramm
- Akkulaufzeit: 5:10 Std.
- Gemessene Lumen: 540 / 900 (nominell)
- Fazit: Die einzige Lampe mit externem Akku in der Kompaktklasse überzeugt systembedingt mit starker Laufzeit.
SIGMA Buster 600 HL
- Preis: 99,95 Euro
- Gewicht: 139 Gramm
- Akkulaufzeit: 2:03 Std.
- Gemessene Lumen: 609 / 600 (nominell)
- Fazit: In der Praxis konnte die Buster 600 HL nicht ganz die soliden Laborwerte bestätigen.
Übersicht Helmlampen
Die Tage werden wieder kürzer und man musste auch schon manches Mal im Dunkeln nach Hause fahren. Wer aber im Winter nach Feierabend noch biken gehen will, braucht mehr als nur ein kleines Positionslicht. Du brauchst Lampen mit richtig Power.
Hier ein Überblick von Helmlampen verschiedener Hersteller:
| Marke | Modell | Lichtmenge | Akku | Laufzeit bei voller Leistung | Gewicht (Lampe + Akku) |
|---|---|---|---|---|---|
| CATEYE | HL-EL1000RC Volt1200 LED | 1200 Lumen | 2 Std. | 173 g | |
| Hope | Vision R2 LED Beleuchtungsset Standard | 1000 Lumen | 2-Zellen Akku | 1 Std. | 298 g |
| Hope | Vision R4+ LED Beleuchtungsset Lightweight | 1500 Lumen | 1,1 Std. | 315 g | |
| Hope | Vision R8+ LED Helmlampe Modell 2017 | 3000 Lumen | 1 Std. | 690 g | |
| Knog | Blinder Outdoor 400 USB LED Helmlampe | 400 Lumen | 2 Std. | 105 g | |
| Knog | Blinder Arc 640 USB LED Helmlampe | 600 Lumen | 1,8 Std. | 150 g | |
| Lupine | Neo 4 LED SmartCore Helmlampe Modell 2016 | 700 Lumen | 3,25 Std. | 175 g | |
| Lupine | Piko R 4 Bluetooth LED SmartCore Helmlampe Modell 2016 | 1500 Lumen | 1,75 Std. | 180 g | |
| Lupine | Wilma R 7 Bluetooth LED SmartCore Helmlampe Modell 2016 | 3200 Lumen | 1,75 Std | 360 g | |
| Lupine | Betty R 7 Bluetooth LED SmartCore Helmlampe Modell 2016 | 5000 Lumen | 1,00 Std. | 450 g | |
| Sigma | Buster 200 HL LED Helmlampe | 200 Lumen | 2,00 Std. | 104 g | |
| Sigma | Buster 600 HL LED Helmlampe Modell 2016 | 600 Lumen | 2,00 Std. | 143 g | |
| Sigma | Buster 2000 HL LED Helmlampe Modell 2017 | 2000 Lumen | 2,5 Std. | 463 g (inkl.Fernbedienung) |
Gesetzliche Bestimmungen für Fahrradbeleuchtung
Zum 1. Juni 2017 wurde §67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StvZO) grundlegend überarbeitet. Ein Teil der Änderungen ermöglicht es, batteriebetriebene sowie abnehmbare Lampen am Rad zu nutzen, solange sie weitere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Außerdem müssen sie das deutsche Prüfzeichen tragen, vergeben vom Kraftfahrt-Bundesamt.
Wo vor dem Jahre 2017 noch fest angebrachte Lichter am Rad montiert sein mussten, die zwingend über einen Dynamo mit Strom versorgt werden mussten, dürfen heutzutage auch Akku-Leuchten verwendet werden. Allerdings haben nicht alle Lampen, die man im Handel findet, die Zulassung für den Straßenverkehr, da hier gewisse Anforderungen erfüllt sein müssen. So müssen die Lampen eine vom Kraftfahrtbundesamt erteilte Zulassungsnummer aufweisen, damit die Hersteller auch mit „StVZO-zugelassen“ werben können und der Radler sie legal im Straßenverkehr einsetzen darf. So muss z. B. Für das Frontlicht gilt es, eine Höhe zwischen 40 bis 120 Zentimetern, für das Rücklicht eine Höhe zwischen 25 bis 125 Zentimetern einzuhalten. »Fahrräder müssen mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein. Wichtig ist noch, dass zwar eine ständige Anbringungspflicht entfällt, es aber je nach Bedingungen notwendig ist, die Lampen anzubringen.
Helmlampen vs. StVZO
Im Vergleich zu den StVZO zugelassenen Fahrradlichtern haben alle Helmleuchten keine Zulassung und sind somit nicht im Straßenverkehr zugelassen. Zudem verfügen diese Lampen über enorm hohe Lichtleistungen, nicht selten weit über 2000 Lumen, um so gut wie möglich den Trail sichtbar zu machen.
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