Fahrradbeleuchtung im Test: Sicher durch die Dunkelheit

Wie eine Motte folgt man als Radsportler nachts dem Licht - es ist alles. Ohne Licht sieht man im Dunkeln nichts und wird nicht gesehen. So folgt man dem Lichtkegel der Lampe, die am eigenen Lenker angebracht ist.

Doch: Wie weit reicht dieses Licht? Und wie lange kann es strahlen? Anders gesagt: Wie lange „hält“ der Akku? Was können moderne Rad-Lichtanlagen?

Gesetzliche Vorgaben und Technische Aspekte

Auf dem Markt gibt es unzählige Lampen für Radfahrer. Für das Rad, den Helm, die Kleidung - blinkend oder konstant leuchtend. Doch hierzulande gelten im Straßenverkehr eigene klare Vorgaben, in Form der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO. Sie zu erfüllen, ist für die Beleuchtungshersteller aufwendig. In vielen Ländern ist zum Beispiel die Blinkfunktion zugelassen - in Deutschland nicht.

Im Gegensatz zu früher können Lampen am Fahrrad auch abmontiert werden. »Fahrräder müssen mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein.

Kategorisierung der Lampen nach Leuchtkraft

Im Test zeigt sich: Fast alle Modelle bieten eine gute Ausleuchtung. Man kann die Lichter in drei Kategorien einteilen. Die Modelle der ersten Kategorie sind primär für den Stadtverkehr und den sporadischen Einsatz geeignet. Sie bieten Beleuchtungsstärken von 30 bis 60 Lux - dies reicht aus, um gesehen zu werden und selbst genug zu sehen.

Die zweite umfasst stärkere Modelle, die mit 80 bis 100 Lux bis zu 100 Meter weit leuchten. Kategorie drei ist für die Viel- und Langstreckenfahrer sowie Rad-Pendler. Gerade bei den Modellen der beiden letztgenannten Kategorien gilt es, auf dem Rad auch immer an die entgegenkommenden Rad- und Autofahrer zu denken.

Wer selbst gut sehen will, braucht mehr Leistung - und muss dafür auch mehr zahlen. Ab wann ist eine Lampe hell genug?

Akkulaufzeit und Montage

Eine weitere wichtige Test-Kategorie betrifft die Leuchtdauer. Diese lässt sich über die Zahl der Amperestunden, die ein Akku leistet, die Wattzahl des Leuchtmittels und die Spannung errechnen. In der Praxis gilt meist: Ein größerer, schwererer Akku ermöglicht eine längere Leuchtdauer.

Wir haben für diesen Vergleichstest ausschließlich recht kompakte Modelle getestet, die über einen internen Akku verfügen. Modelle mit einem externen Energiespeicher verfügen natürlich im Mittel entweder über eine größere Leuchtkraft oder eine längere Leuchtdauer - oder auch beides.

Schwieriger wird es jedoch, wenn Aero-Komponenten verbaut sind. Dann reichen die standardmäßigen Befestigungsbänder oft nicht aus - sie sind zu kurz oder die Halterung passt nicht zur speziellen Form des Lenkers oder der Stütze. Hier kommen GoPro-kompatible Adapter ins Spiel: Immer mehr Lampen lassen sich nachträglich damit ausstatten. Bei manchen Cockpit-Varianten muss man jedoch selbst tätig werden. Der Umbau erfolgt dabei nach dem Prinzip: Funktion geht vor Optik.

Optisch schöner ist die Position unterhalb des Lenkers, diese ist an einem voll bepackten Gravelbike jedoch oft nicht möglich. Dann bleibt nur die Montage oben.

Funktionen und Features

Die Top-Modelle dieses Vergleichstests bieten eine einfache Bedienung und eine gut sichtbare, mehrstufige Akku-Anzeige. Funktionen wie eine automatische Anpassung der Beleuchtungsstärke oder ein Tagfahrlicht-Sensor erhöhen die Sicherheit weiter. Zwar können solche Features die Leuchtdauer verkürzen, doch der Zugewinn an Komfort und Funktionalität wiegt das für viele Nutzer deutlich auf.

Auch bei den kleinen Rücklichtern nimmt der Funktionsumfang zu. Gerade die Bremslichtfunktion ist eines der Top-Features bei immer mehr Modellen.

Ein Sicherheitsfeature, das sich immer weiter verbreitet, bietet etwa das Garmin Varia Radar: Es warnt optisch und akustisch vor von hinten herannahenden Autos, und zwar oft schon, bevor man diese hört. Damit trägt das Rückleuchten- und Safety-System enorm zur persönlichen Sicherheit bei - auch und gerade dann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist.

Auch der Hersteller Wahoo hat im Frühjahr seinen Trackr Radar auf den Markt gebracht.

BikeX-Test 2024: Ausgewählte Modelle im Detail

Langsam wird es wieder früh dunkel, weshalb eine StVZO-konforme Lichtanlage am Fahrrad Pflicht ist, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. In unserem großen BikeX-Test haben aktuelle 2024er Frontleuchten bis rund 100 Euro untersucht, die für den Straßenverkehr perfekt geeignet sind und auch auf Schotterwegen in der Dämmerung ausreichend Licht bieten.

Unterstützt wurde der diesjährige Test durch die Lichtprofis von Osram, die ihr Labor für genaue Messungen zur Verfügung stellten. Dort wurde unter anderem untersucht, wie viel Licht die Lampen tatsächlich auf die Straße bringen, wie weit sie leuchten und wie viel Lichtstrom sie aussenden. Damit bietet der Test eine umfassende Analyse, welche Lampen im Straßenverkehr zuverlässig und sicher sind.

Übersicht: Getestete Leuchten 2024

Im Folgenden werden einige der im BikeX-Test 2024 untersuchten Leuchten detailliert vorgestellt:

  • Acid/Cube Pro 100 LED Front Light: Top bedienbare, preisgünstige Leuchte mit abnehmbarer Lenkerklemme. Gute Ausdauer.
  • Axa Down 100: Eher leichte Leuchte mit etwas fummeliger Bedienung. Ausgezeichnete Ausdauer des Akkus.
  • Busch+Müller Ixon Rock: Wertige Lampe mit prima zu bedienender Lenkerklemme. Nutzbarkeit als Powerbank.
  • Cateye Gvolt 70.1: Überragende Ausdauer. Guter Leuchtwinkel.
  • Giant Recon HL 80 Lux: Extrem breiter Lichtkegel, aber geringe Reichweite.
  • Knog Blinder StVZO 120: Liefert die höchste Reichweite und beste Leuchtkraft - klarer Testsieger!
  • Lezyne Macro StVZO 500+: Breites, helles Lichtfeld. Sehr gute Ausdauer.
  • Lezyne Macro StVZO 600+: Fast identisches Ausleuchtungsbild wie die günstigere Lezyne.
  • NG Sports Fahrradlampe Lavandee 50: Kleinste und leichteste Lampe im Test.
  • Osram LEDsBike Race 80 Set: Geringe Leuchtkraft, aber gute Reichweite. Bietet Automatik-Modus.
  • Sigma Aura 80 USB: Solide Leistung mit sehr guter Reichweite.
  • Trelock LS 480 Lighthammer USB: Breiter und weit reichender Lichtkegel. Hohe Reichweite und lange Leuchtdauer.

Die ausführlichen Testberichte der Akkulichter und Leuchtsysteme lesen Sie in der RennRad 9/2025.

Weitere getestete Frontleuchten (Aus dem Alltag)

  • LightSkin Naca Road: Für den Straßeneinsatz ausreichend helles und breites Lichtbild.
  • BBB Strike Duo 1200: Sehr gut auf schmalen unbefestigten Straßen einsetzbar und eignet sich perfekt zum Graveln.
  • Giant Recon HL 80 Lux: Eher nach vorne gerichteter Lichtkegel, eignet sich sehr gut für die flotte Fahrt auf der Straße.

Weitere Aspekte der Fahrradbeleuchtung

Rückleuchten

Mindestens genauso wichtig im Straßenverkehr: gesehen werden. Ein ausreichend helles Rücklicht ist dafür unabdingbar. Die StVZO schreibt unter anderem vor: "Blinkende Schlussleuchten sind unzulässig."

Drei empfehlenswerte StVZO-konforme Rückleuchten:

  1. Cateye X2G Kinetic: Schaltet bei Verzögerungen automatisch in den helleren "Bremslichtmodus".
  2. Lezyne Strip Drive StVZO: Bietet sehr gute Sichtbarkeit in einem Winkel von 270°.

Dynamo- vs. Akku-/Batteriebetriebene Lampen

  • Dynamolampen: Perfekt für Vielfahrer, Pendler und Reiseradler. Keine Akkus aufladen notwendig.
  • Akkulampen: Kompakte Lampen, die sich im Handumdrehen montieren und wieder abnehmen lassen.

E-Bike Lampen

Das E-Bike wird zum Pendeln immer populärer und bietet meist die Möglichkeit, sehr starke Lampen über den eingebauten Akku zu betreiben. Bei vielen E-Bikes kannst Du die Beleuchtung dann über das Display steuern und hast so eine integrierte, clevere Lösung - bei Bedarf auch mit Fernlicht!

Zubehör für die Dunkle Jahreszeit

Mit der richtigen Bekleidung kannst Du Deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr nochmal deutlich verbessern: Reflektierende Streifen, leuchtende Farben und auffällige Helmcover machen Dich zum Blickfang und bringen Sicherheit. Auch Fahrradtaschen bieten viel Fläche, um Reflektor-Zonen unterzubringen.

BikeX Test 2020

Die Lampen sind gut verarbeitet, leicht und haben eine schlanke Bauform, damit sie auch mal in der Hosentasche getragen werden können.

Fahrradbeleuchtung Test: Analyse der besten Modelle 2025

Jedes Licht wurde aufgrund seiner Qualität, Lichtstärke und Funktionalität ausgewählt, um sicherzustellen, dass du die ideale Beleuchtung für deine Fahrten findest.

Produkt Lumen Lichtmodi Akku-Laufzeit Wasserdicht Wiederaufladbar
Kryptonite Avenue R-75 75 6 2-10 Std. Ja USB
Topeak CubiCubi 500 USB Frontlicht 500 6 1,5-20 Std. IPX6 USB
Knog Mid Cobber (Front) 320 11 2-8 Std. IPX5 USB
Bookman Curve LED 37 4 3-32 Std. IPX4 USB
Knog Mid Cobber (hinten) 170 8 2-8 Std. IP67 USB
Sigma Nugget II USB 50 3 2-8 Std. IPX4 USB
Knog Blinder Mini Dot 20 5 2.5-11.5 Std. Ja USB
Sigma Blaze Flash 50 3 11-50 Std. IPX4 USB
Knog Plus Licht-Set 40 (vorn) / 20 (hinten) 5 4 Std. IP67 USB

Ausgewählte Modelle im Detail

  • Kryptonite Avenue R-75 Rücklicht: Exzellente Sichtbarkeit und Sicherheit für Fahrradfahrten.
  • Topeak CubiCubi 500 USB Frontlicht: Kompaktes und leistungsstarkes Frontlicht.
  • Knog Mid Cobber Frontlicht: 320 Lumen Leuchtkraft, kompaktes, leichtes Design.
  • Bookman Curve LED USB Weiß Rücklicht: 180-Grad-Sichtbarkeit, wetterfest (IP-44).
  • Knog Mid Cobber Rücklicht: 170 Lumen Leistung, 330° breiter Lichtstrahl.
  • Sigma Nugget II USB Rücklicht: 50 Lumen Leistung, werkzeuglose Montage.
  • Knog Blinder Mini Dot Schwarzes Licht: 20 Lumen, ultraleicht (18 g).
  • Sigma Blaze Flash Rücklicht: Helligkeitssensor, integrierter Beschleunigungssensor.
  • Knog Plus Schwarzes Lichtset: Kompaktes Design, USB-Aufladung.

Die Tage werden kürzer, die Schatten werden länger und irgendwann ist es wieder so weit: Die Fahrt zur oder von der Arbeit findet im Dunkeln statt. Gerade im Straßenverkehr, im Gewirr aus Lichtern und Schildern ist es dann essenziell, gut wahrgenommen zu werden.

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