Wölfe verhalten sich von Natur aus vorsichtig dem Menschen gegenüber und meiden die direkte Begegnung.
Meistens weichen die Wölfe dem Menschen aus, noch ehe er sie bemerkt hat.
Ein direktes Zusammentreffen von Wolf und Mensch ist auch in von Wölfen besiedelten Gebieten selten.
Deutlich wahrscheinlicher ist eine zufällige Beobachtung, zum Beispiel vom Auto aus, wenn ein Wolf eine Straße überquert.
Wölfe in Kulturlandschaften
Wölfe müssen wie alle Wildtiere, die in Kulturlandschaften leben, damit umgehen, dass es überall in ihrem Lebensraum menschliche Siedlungen gibt.
Es bleibt daher nicht aus, dass sie an diesen vorbei laufen oder - bei Streusiedlungen - auch gelegentlich hindurch.
Das kommt auf Grund der überwiegenden Nacht- und Dämmerungsaktivität der Wölfe vor allem im Schutze der Dunkelheit vor.
Die Haltung von Schafen und Ziegen in Siedlungen und an Gehöften ohne geeignete Umzäunung bietet daher insbesondere über Nacht keinen sicheren Schutz.
Vereinzelt können Wölfe jedoch auch im Hellen im Siedlungsbereich gesehen werden, ähnlich wie dies von Füchsen, Rehen oder Wildschweinen bekannt ist.
Dörfer und Stadtrandlagen sind Bestandteil des wölfischen Lebensraumes.
Hier finden immer wieder Wolfsbegegnungen statt.
Angepasste Wölfe können ohne Probleme ganz in unserer Nähe leben, sich hier und dort blicken lassen, herumtollen und Nahrung suchen.
All dies ist normal!
Zunehmende Wolfssichtungen in den Niederlanden
Erst sieben Jahre ist es her, dass in den Niederlanden der erste Wolf seit 150 Jahren gesichtet worden ist.
Inzwischen haben sich die Tiere weiter ausgebreitet.
Allein in diesem Jahr wurden 16 Junge von vier Wolfspaaren geboren.
Vor allem in den östlichen Provinzen und nahe der deutschen Grenze wurden die Tiere in den vergangenen Jahren gemeldet.
Bis in die westlichen Provinzen haben sie sich dagegen noch nicht ausgebreitet.
In der Provinz Gelderland, die an das Münsterland grenzt, werden die Wölfe allerdings zunehmend zu einem Problem.
Sie haben keine Angst vor Menschen und könnten so zu einer Bedrohung werden.
In den sozialen Medien kursieren Videos von Wölfen in den Niederlanden, die sich Menschen gefährlich nähern.
Vorfälle im Nationalpark Hoge Veluwe
Die Videos mit Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind im Nationalpark Hoge Veluwe, nördlich von Arnheim, aufgenommen worden.
Ein Sprecher der Stadt Arnheim teilte mit, dass der Wolf angeblich auf der Suche nach Nahrung bei den Menschen war.
Ein zweites Video aus dem selben Park zeigt ein paar Tage später, wie ein Rennradfahrer von einem Wolf verfolgt wird.
Der Radfahrer filmte den aus dem Wald auftauchenden Wolf, der ihm für kurze Zeit auf einem Radweg hinterherlief.
Ein weiteres Video zeigt angeblich einen weiteren Wolf, der aus einem Waldgebiet kommt, an dem Kinder mit ihrem Fahrrad vorbeigefahren sind.
Ein Experte der Wolfsmeldestelle in den Niederlanden bestätigte an Hand der Filmsequenz, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe.
Reaktion der Provinz Gelderland
Die Landesregierung der Provinz Gelderland will auf die Vorfälle reagieren und hat dazu eine ungewöhnliche Methode beschlossen, mit der die Wölfe verjagt werden sollen.
In der niederländischen Provinz Gelderland sollen Wölfe mit Paintball-Waffen abgeschreckt werden.
Demnach sollen die Farbmarkierungen zeigen, auf welches Tier bereits geschossen worden ist.
Ziel der Aktion sei es zu erreichen, dass die Wölfe zu den Menschen mindestens 30 Meter Abstand halten.
Nur Parkwächter dürfen demnach Paintballs auf die Wölfe abfeuern.
Die Maßnahme soll dazu führen, dass die Tiere „wieder Angst vor Menschen“ haben.
Die von den Parkwächtern genutzten Waffen ähneln denen, die von der Polizei bei Unruhen verwendet werden.
Da Wölfe zu den geschützten Arten gehören, können sie nicht einfach gekeult werden.
Vorwürfe der Umweltorganisation
Wie die Zeitung weiter berichtet, beschuldigt die Umweltorganisation Faunabescherming den Nationalpark, die Wölfe absichtlich zu füttern, damit sie zahm werden.
Denn zahme Wölfe würden als „Problemtiere“ eingestuft und können daher getötet werden.
Van Voorst tot Voorst weist die Vorwürfe zurück und betont, dass Wölfe in den Niederlanden nichts zu suchen hätten.
Zunehmende Wolfsproblematik in den Niederlanden
Wie die niederländische Zeitung „de Volkskrant“ berichtet, sorgen die wachsende Wolfspopulation für zunehmende Ärger im ganzen Land.
Vor allem in Drenthe, wo allein im September 32 Tiere (Schafe, Kälber) von Wölfen getötet wurden, verhärten sich die Seiten immer weiter.
Wolfsbegegnung in Visselhövede: Ein Erfahrungsbericht
Eine 24-jährige Frau hat in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben bei Visselhövede (Landkreis Rotenburg) eine Begegnung mit mutmaßlich drei Wölfen gehabt.
Die 24-jährige Marie Schmidt wurde ihren Worten nach von drei Wölfen im Bereich Hilligensehl über einen längeren Zeitraum bedrängt.
Sie ist mit dem Fahrrad unterwegs.
Der Vorfall habe sich ereignet, als die Arzthelferin auf dem Weg zur Arbeit war.
Sie habe die Tiere zunächst in rund 60 Metern Entfernung gesehen, sagte die Frau.
Als sie abstieg, seien die Tiere dann auf sie zugelaufen.
Vor lauter Angst habe die 24-Jährige nach einem Bericht der Berliner Zeitung ihr Fahrrad gewendet und sei zurück in die Richtung geflohen, aus der sie gekommen war.
Dabei habe sie gebrüllt und geweint.
Die Tiere seien ihr noch ein gutes Stück weiter hinterhergelaufen.
„Sie sind bis auf vier, fünf Meter herangekommen. Ich habe sie deutlich wahrgenommen und ihren Atem gehört“, wird die junge Frau zitiert.
„Vielleicht mein Lebensretter?“, fragt Marie Schmidt und tätschelt den Sattel ihres Mountain-Bikes, obwohl sie weiß, dass ihr wohl niemand eine Antwort darauf geben kann.
„Keine Ahnung, wie die Begegnung mit den drei Wölfen ausgegangen wäre, wenn sie mich erreicht hätten.
Fakt ist, dass sie mich über eine Strecke von rund 200 Metern verfolgt haben und ich ihnen vermutlich nur mit dem Turbo-Gang meines E-Bikes entkommen konnte“, sagt die 24-Jährige aus Ebbingen, die jeden Tag mit dem Rad aus dem benachbarten Heidekreis zur Arbeit ins Visselhöveder Haus der Physiotherapie von Heribert Lang radelt - zumindest bisher.
Jetzt steht ihr der Schreck immer noch ins Gesicht geschrieben, und sie wird „erst einmal gefahren“.
Es ist Donnerstag, 16. Februar 2023, so gegen 13.30 Uhr.
Schmidt schwingt sich auf ihr Rad, um pünktlich an ihrem Arbeitsplatz in Visselhövede zu sein.
Für die Fahrt nutzt sie den Radweg entlang der Landesstraße 161.
Im Bereich Hilligensehl verschwenkt die Strecke ein Stück um ein kleines Wäldchen herum.
„Dort habe ich mich gewundert, warum Pferde auf einer Weide nervös hin- und hergaloppieren.
Wird wohl der Hund sein, der am Zaun entlangläuft, habe ich mir noch gedacht“, erzählt die junge Frau, die Zuhause selber Ponys und einen Hund hält.
Aber es ist kein Hund, der sie jetzt aus einer Entfernung von rund 60 Metern anschaut, wie Schmidt aufgrund der Färbung des Tieres und der Größe schnell feststellt.
Es ist ein Wolf.
Und der ist nicht allein.
Es sind drei Tiere, deren Interesse sie offenbar geweckt hat.
Die Raubtiere setzen sich sofort in Bewegung und rennen auf Marie Schmidt zu.
Sie wendet ihr E-Bike und tritt in die Pedale.
„Ich habe abwechselnd nur noch gebrüllt und geweint.“
Doch die Wölfe lassen sich davon nicht abhalten, die Radlerin auf dem Radweg zu verfolgen.
Andere Radfahrer tauchen auf dem wenig frequentierten Weg nicht auf.
„Sie sind bis auf vier, fünf Meter herangekommen.
Ich habe sie deutlich wahrgenommen und ihren Atem gehört.“
Ein Umstand, der die Wölfe vermutlich ein wenig irritiert.
„Sie sind langsamer geworden und schließlich auf dem Seitenstreifen stehen geblieben.
Vielleicht haben sie während der Jagd auch erkannt, dass ich und das Fahrrad nicht zu ihrem Beutebild passen.“
Schmidt radelt aber dennoch weiter, bis sie sich ganz sicher ist, dass sie nicht mehr verfolgt wird.
„Ich hatte keine Automöglichkeit und musste zur Arbeit.
So habe ich nach einigen weiteren Minuten das Wagnis auf mich genommen, wieder Richtung Visselhövede zu fahren.
Zumal auch viele Autos auf der benachbarten Straße unterwegs waren.“
Ihre Mutprobe geht auch einige Meter gut, bis zu der Stelle in Richtung Kettenburg, wo der Radweg wieder direkt auf die Landstraße trifft.
„Dort standen die drei Wölfe ruhig und haben mich angeguckt.
Zum Glück sind Autofahrer gekommen, die sie durch lautes Hupen wohl verschreckt haben.
Denn wie auf Kommando sind sie im Unterholz verschwunden.“
Einschätzung des Wolfsberaters
Jürgen Cassier aus Kirchwalsede ist seit 2013 Wolfsberater.
Der ehrenamtliche Wolfsberater Jürgen Cassier hält es nach Angaben des NDR für sehr wahrscheinlich, dass es sich bei den Tieren tatsächlich um Wölfe handelte.
„Ich habe wenig Zweifel daran“, sagte er dem NDR.
Zum einen würde in der Nähe ein größeres Rudel leben, und zum anderen sei es „höchst unwahrscheinlich“, dass die Frau gleich drei freilaufende Wolfshunde angetroffen habe.
Eine endgültige Bestätigung dafür gebe es aber mangels Fotos oder Videos nicht.
In Visselhövede angekommen, berichtet sie ihren Kollegen und dem Chef das Erlebte.
Der ruft beim Visselhöveder Ordnungsamt an und Mathias Haase rät, den zuständigen Wolfsberater Jürgen Cassier aus Kirchwalsede zu kontaktieren.
„Das habe ich dann auch getan“, erzählt die junge Physiotherapeutin.
„Er hat mir gesagt, dass man bei Begegnungen nicht flüchten sollte, weil das den Jagdtrieb der Wölfe animieren würde.“
Besser sei es, stehen zu bleiben oder langsam rückwärts zu gehen und vor allem laut zu sein.
Das sei ein Verhalten, das die eigentlich scheuen Tiere vertreiben würde.
„Das ist einfacher gesagt als getan“, so Marie Schmidt, die jetzt noch mehr auf der Hut ist, wenn sie mit ihren Pferden ausreitet.
„Dennoch ist es wichtig, nicht unnötig den Jagdinstinkt der Wölfe zu wecken“, sagt Jürgen Cassier aus Kirchwalsede, seit 2013 Wolfsberater im Landkreis Rotenburg.
Wahrscheinlich habe Marie Schmidt genau das getan, als sie ihr Rad gewendet habe und losgedüst sei.
Cassier betont aber auch, dass der Wolf an Menschen nicht sonderlich interessiert sei, weil sie nicht zu seinem Beutespektrum zählten.
Wenn der Wolf von sich aus keinen Abstand nehme, könne versucht werden, durch lautes Rufen das Tier zum Weiterziehen zu bewegen.
Begegnungen sollten immer dem zuständigen Wolfsberater gemeldet werden.
„Das hat die junge Frau auch vorbildlich gemacht.“
„Dort wird man bei solchen Vorfällen natürlich hellhörig und die Fachleute wollten von mir wissen, ob es ähnliche Vorfälle in dem Bereich gegeben habe.
Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert.
Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Aber grundsätzlich sei es im gesamten Landkreis Rotenburg jetzt so, „dass man bei Spaziergängen oder Fahrradtouren in Feld, Wald und Flur auf Wölfe treffen kann.
Verhaltensregeln bei Wolfsbegegnungen
Auch in Nordrhein-Westfalen werden immer wieder Wölfe gesichtet.
Begegnungen mit Menschen sind dabei aber eher selten.
Es ist jetzt so, dass man bei Spaziergängen überall und jederzeit auf Wölfe treffen kann.
Sollte sich ein Wolf im Wald oder in Siedlungsnähe einer Person nähern, sollte man zunächst Ruhe bewahren.
Wölfe sind scheu und meiden Menschen eher.
Halten Sie genügend Abstand zum Wolf und laufen Sie nicht weg.
Beobachten Sie den Wolf, ohne ihn anzustarren, und fotografieren ihn, wenn es die Situation zulässt, und melden die Sichtung einer örtlichen Naturschutzbehörde.
Treten Sie selbstbewusst auf.
Machen Sie sich durch Reden, Rufen und/oder In-die-Hände-Klatschen bemerkbar.
Wenn Sie einen Regenschirm dabeihaben, spannen Sie ihn auf.
Da Wölfe sehr sensibel auf Geräusche reagieren, ist auch ein einfaches Handtaschenalarmgerät praktisch.
Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs oder Joggen, bleiben Sie bei einer Wolfsbegegnung stehen.
Wölfe folgen schnellen Bewegungen.
Fahren Sie an den Straßenrand, machen den Motor aus und genießen Sie den Augenblick.
Steigen Sie nicht aus.
Werfen Sie KEINE Gegenstände nach dem Wolf.
Diese oft gehörte Empfehlung können Freilandforscher nicht teilen.
Es kann passieren, dass Sie einen Wolf treffen, der sie anbellt, heult oder wufft, wenn Sie zu nah an seine Höhle und/oder seine Jungen herankommen.
Das ist eine Warnung und völlig normal.
Es kann auch sein, dass Sie der Wolf „verfolgt“ um sicherzugehen, dass Sie keine Gefahr mehr für ihn sind.
Auch das ist kein Drama.
Behalten sie den Wolf im Auge und gehen Sie fort.
Rotkäppchen ist tot, und Wölfe fressen keine kleinen Kinder.
Gleichwohl können rennende, schreiende und quiekende Kleinkinder, die auch einmal unbeholfen hinfallen, typisches Beutetierverhalten zeigen.
Umgang mit Hunden in Wolfsgebieten
Wölfe sind territorial und werden ihr Revier gegen Hunde verteidigen.
Lassen Sie im Wolfsgebiet daher grundsätzlich den Hund an der Leine.
Für einen frei herumstromernden Hund ist ein Wolf durchaus eine Gefahr, nicht jedoch, wenn der Hund beim Besitzer ist.
Hunde können, wenn sie sich unbeaufsichtigt in Wald und Flur bewegen, von Wölfen angegriffen, verletzt und getötet werden.
In Gebieten, in denen Wölfe gesichtet wurden, sollten Hunde daher angeleint oder nur im engen Einwirkungskreis des Besitzers geführt werden.
Hunde können - besonders bei unerfahrenen Jungwölfen - Interesse, Neugier und eventuell auch aggressives Verhalten auslösen.
Die Wölfe sind dann teilweise so auf den Hund fixiert, dass der begleitende Mensch durch die Wölfe scheinbar ignoriert wird.
Machen Sie in einem solchen Fall die Wölfe durch lautes Rufen und Gestikulieren auf sich aufmerksam.
Die Gefahr für Jagdhunde im jagdlichen Einsatz kann durch verschiedene Maßnahmen reduziert werden.
Bei Jagden in bekannten Wolfsgebieten, bei denen freilaufende Jagdhunde eingesetzt werden, sind alle Beteiligten vorab über die mögliche Anwesenheit von Wölfen zu informieren.
Die Hunde sollten erst geschnallt - sprich: von der Leine gelassen - werden, wenn die Treiber unterwegs sind.
Den Hunden können Schutzwesten und Halsbänder mit mechanischen oder elektronischen Schutzvorrichtungen angelegt werden.
Verhalten bei verletzten Wölfen
Grundsätzlich ist es wichtig, zu wissen, dass Wölfe sehr tough sind und auch schlimmste Verletzungen überstehen.
Finden Sie einen verletzten Wolf, lassen Sie ihn und Ruhe und melden ihn der Naturschutzbehörde oder dem Amtstierarzt.
Die müssen entscheiden, wie weiter vorgegangen wird.
Und nein, ein verletzter oder kranker Wolf ist nicht gefährlich.
Fütterungsverbot für Wölfe
Wölfe können sich genau wie auch andere Wildtiere an leicht zugängliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich gewöhnen und dann unerwünschte und problematische Verhaltensweisen entwickeln, etwa mangelnde Scheu, aufdringliches oder sogar aggressives Verhalten.
Daher dürfen Wölfe unter keinen Umständen gefüttert werden.
An Fütterung durch den Menschen gewöhnte Wölfe können in der Folge Futter aufdringlich oder aggressiv einfordern.
Auf diese Weise können Gefahren für Menschen entstehen.
Auch die indirekte Fütterung ist zu unterlassen.
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