Laufrad 28 Zoll Nabendynamo Scheibenbremse Steckachse: Test und Vergleich

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Laufräder mit Nabendynamo, Scheibenbremse und Steckachse in 28 Zoll Größe. Er behandelt wichtige Aspekte wie Kompatibilität, Bauart, Materialien und die Auswahl des passenden Nabendynamos für verschiedene Fahrradtypen.

Einführung in Laufräder mit Nabendynamo

Während akkubetriebene Systeme ständig nachgeladen werden müssen und herkömmliche Seitendynamos bei schlechter Witterung schnell aufgeben, gelten Nabendynamos als witterungsresistent, zuverlässig und wartungsarm. Nabendynamos wie von SHIMANO punkten durch Zuverlässigkeit und eine lange Einsatzdauer.

Laufräder am Fahrrad - Zum klassischen 28 Zoll Laufradsatz

Das Laufrad stellt die Verbindung zur Straße über den Reifen her. Felge, Speichen und Naben sind die Bauteile. Folgende Spezifikationen können am Laufrad unterschieden werden.

1. Laufrad-Dimensionen

Der Umfang bei einem klassischen „28 Zoll“ Rad sind 622m nach ETRTO. Kleinere Laufräder benötigt man nur für 650B (27,5 Zoll) und den klassischen MTB Laufradsatz (26 Zoll). Diese sind jedoch für das Sport-/Rennrad und Stadtrad unüblich, da braucht man sich keine großen Gedanken machen.

Lediglich 27,5″ wären eine Überlegung Wert, wenn man denn viel Zeit abseits gepflasterter Straßen plant. Diese Laufradgröße erlebt gerade einen Boom, da man kleinere Laufräder mit großen Reifen kombiniert, und einen ähnlich großen Gesamt-Umfang erhält wie beim 28 Zoll Rad. Hat aber den Vorteil, dass der Federweg des Reifens deutlich zunimmt (verbesserter Grip und bequemeres Fahren auf langen Touren abseits von Straßen). Neben dem Umfang ist auch die Innen- und Außenbreite des Laufrads sehr wichtig.

2. Laufrad-Kompabilität

Damit das Laufrad zu eurem Fahrradrahmen und zur Gabel passt müsst ihr auf zwei Dinge achten: Die Art der Montage (Schnellspanner und Steckachsen) und die Einbaubreite. Schnellspanner und Steckachsen sind zwei aktuell am Markt konkurrierende Standards. Während man den klassischen Schnellspanner bestimmt kennt, so ist die Steckachse ein neuerer Standard, den man noch nicht so häufig sieht.

Gerade bei teureren Rädern mit Scheibenbremsen (vor allem bei Mountainbikes) sind Steckachsen der dominierende Standard. Steckachsen sind deutlich steifer und besser für Scheibenbremsen geeignet, da die Scheibenbremse deutlich mehr Kraft im Bereich der Nabe ausübt als die klassischen Felgenbremsen (V-Brake, Seitenzugbremsen, Cantilever). Außerdem wird das Laufrad mit Steckachsen immer gleich positioniert, eine Ausrichtung ist nicht notwendig. Das ist sehr praktisch!

Zur Größe bleibt kurz zu sagen, dass die Einbaubreite meist vorne 100m sind und hinten 142mm. Das passt praktisch bei jedem modernen Rad, prüft aber unbedingt vor dem Kauf einer Nabe/Laufradsatzes immer welche Einbaubreite ihr Vorne und Hinten habt. Bei Steckachsen muss man auch auf die Stärke der Achse achten (12mm und 15mm sind gängige Größen).

3. Tubeless oder Schlauch

Hier gibt es noch zwei Lager, die Verfechter klassischer Schlauchreifen (ein System, das bei Fahrrädern erprobt ist, sicher funktioniert und eine nahezu extrem hohe Verbreitung hat - der Umgang ist kinderleicht und von klein auf erlernt) und dann gibt es die ‚Early Adopter‘ (Fans vom Neuen) und Mountainbiker. Hier hat sich der schlauchlose Reifen schon einen Namen gemacht, denn die MTB-Szene schwört auf den Reifen ohne Schlauch.

Wenn man den erhöhten Aufwand zur Installation gehen möchte und auf das Neuste vom Neuesten steht, dann ist man beim Tubeless gut aufgehoben. Wird beim Kauf der Laufräder aber darauf achten, dass die Felge damit kompatibel ist.

4. Laufrad: Bauart und Material

Hier kommt auch das Thema Gewicht auf den Plan. Schließlich sind Begriffe wie Hohlkammerfelge und Carbon dabei ausschlaggebend. Beim Baustoff kann man genau zwei wichtige Konkurrenten nennen: Alu und Carbon. Wer kosteneffizient unterwegs sein möchte landet meist bei Alu. Ist Geschwindigkeit und Gewicht entscheidend, dann ist Carbon euer Freund (schont aber nicht den Geldbeutel).

5. Laufrad: Nabendynamo oder nicht

Übrig bleibt noch die Frage nach dem Nabendynamo. Hier bleibt nur noch übrig zu sagen: will man das Gewicht eines Nabendynamos gegen den Vorteil eines ständig verfügbaren Lichts eintauschen? Für lange Touren als auch für Vernünftige ist das eine Frage, die man immer mit Ja beantworten wird.

Die Wahl des passenden Nabendynamos

Bei Nabendynamos gibt es mehr Aspekte zu beachten als bei herkömmlichen Naben. Die Leistungsabgabe ist ein wichtiges Merkmal. Alle Modelle erzeugen eine Spannung von sechs Volt. Sie unterscheiden sich aber darin, welche Leistung sie liefern.

Bis vor einigen Jahren war in der StVZO eine Nennspannung von sechs Volt und eine Nennleistung von drei Watt vorgeschrieben und praktisch alle in Deutschland erhältlichen Dynamos erfüllten diese Kriterien. Der Wert war sinnvoll, um Halogenbeleuchtung zu betreiben. Seit die strenge Regelung aus der StVZO entfallen ist und effiziente LED-Lampen andere Leuchtmittel abgelöst haben, gibt es zusätzlich Nabendynamo-Modelle mit einer geringeren Leistung von 1,5 oder 2,4 Watt. Sie sind leichter und drehen sich mit weniger Widerstand.

Ob das eine sinnvolle Option für Dich darstellt, hängt auch vom gewählten Scheinwerfer ab. Da gibt es Modelle, die ihre maximale Lichtausbeute mit 1,5 Watt erreichen und solche, die Du erst mit einem Drei-Watt-Dynamo voll ausreizen kannst. Für den Alltagseinsatz in der Stadt sind 1,5-Watt-Kombinationen ausreichend. Für Überlandfahrten oder Passagen im Wald, wo es auf die maximale Lichtausbeute ankommt - auch bei niedrigen Geschwindigkeiten - empfehlen wir Dir eher drei Watt.

Da die Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit von der Laufradgröße abhängt, gibt es Nabendynamos, die dahingehend optimiert sind - etwa für Falträder. Die meisten sind zwar universell konstruiert, ein aufmerksamer Blick in die Beschreibung lohnt sich aber allemal.

Wichtige Eckdaten von Naben

Neben der Leistungsabgabe unterscheiden sich Nabendynamos in Aspekten, die Du wahrscheinlich schon von normalen Naben kennst:

  • Die Lochzahl entscheidet darüber, wie viele Speichen Du verbauen kannst. Oft ist sie schon durch die Felge vorgegeben. Generell kann man sagen, dass mehr Speichen ein stabileres und haltbareres Laufrad ermöglichen. Naben mit geringer Lochzahl sind für Einsätze mit geringerer Belastung sinnvoll und für kleine Laufräder - etwa in Falträdern.
  • Einbaubreite und Achstyp sind wichtige Faktoren, die Deine Gabel vorgibt.
  • Beim Bremssystem hast Du die Wahl zwischen Felgenbremsen und Scheibenbremse. Bei der Entscheidung zwischen Sechs-Loch-Disc und Centerlock empfehlen wir, das gleiche System zu wählen wie am Hinterrad.

Steckachsen am modernen Fahrrad

Mit Steckachsen (engl. Thru Axle, kurz: TA) lässt sich aufgrund ihres größeren Durchmessers und des geschlossenen Ausfallendes, in dem sie stecken, eine steifere Verbindung zwischen Laufrad und Rahmen bzw. Gabel herstellen, als das mit Schnellspannern (engl. Quick Release, kurz QR) möglich war.

Manche Steckachsen werden mit Werkzeug montiert, manche haben einen Schraubhebel, der entweder fest steht oder aber sich unter leichter Spannung umlegen und sichern lässt.

Achsdurchmesser am modernen Mountainbike

Am MTB finden sich mittlerweile fast ausschließlich Steckachsen. Dabei hat sich am Vorderrad der Achsdurchmesser 15 Millimeter und am Hinterrad 12 Millimeter etabliert. An älteren Bikes mit viel Federweg wurden vorn teilweise 20-Millimeter-Achsen verbaut. Heute dominieren zwei Achsdurchmesser den Markt, unabhängig ob Boost oder Non-Boost.

Über Einbaubreiten

Mit dem Boost-Einbaumaß wurde die Nabeneinbaubreite am Vorderrad von 100 auf 110 Millimeter und am Hinterrad von 142 auf 148 Millimeter vergrößert. Das hatte auch mit der wachsenden Verbreitung der größeren 29-Zoll-Laufräder zu tun. Am Hinterrad rückt dabei aber auch der gesamte Antrieb um drei Millimeter nach außen. Darum brauchst Du bei einer Boost-Nabe auch ein Boost-Kettenblatt.

Einbaubreiten-Evolution am Rennrad

Auch am Rennrad und an seinen Vettern, den Gravel- und Cyclocross-Bikes, hat mittlerweile die Scheibenbremse Einzug gehalten - und mit ihr die Steckachse. Nur noch extrem leichte oder eher günstige Neuräder kommen mit Felgenbremse, Schnellspanner und traditionellen Einbaubreiten.

Während bei den ersten Gravel-Bikes noch die beim MTB üblichen Achsmaße (15/100 und 12/142 mm) genutzt wurden, hat sich bei Road- und Gravel-Laufrädern mittlerweile die Zwölf-Millimeter-Achse auch am Vorderrad durchgesetzt.

In diesem Licht ist auch die jüngste Entwicklung namens „Road Boost“ zu betrachten: Die Zwölf-Millimeter-Achsen vorn und hinten werden mit den Boost-Einbaubreiten kombiniert, wie wir sie vom MTB kennen, also: 12/110 und 12/148 mm. Wie beim Mountainbike zuvor, gewinnen die Laufräder so laterale Steifigkeit und der Rahmen Reifenfreiheit.

Achstypen Mountainbike (Nabenbreite)

Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 135 mm
Steckachse (klassisch) 20 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Non-Boost) 15 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Boost) 15 / 110 mm 12 / 148 mm
Steckachse (Superboost Plus) 15 / 110 mm 12 / 157 mm

Achstypen Rennrad (Nabenbreite)

Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 130 mm
Steckachse 12 / 100 mm 12 / 142 mm
Road Boost 12 / 110 mm 12 / 148 mm

Empfehlungen und Fazit

Sowohl der SON 28, als auch der Shimano Deore DH-3N72 Sport-Nabendynamo bieten eine zuverlässige Performance an Ihrem Fahrrad! Zwar ist das leichtläufige SON Modell im Vergleich zu dem Shimano Modell etwas teurer, es punktet jedoch mit einigen Benefits, die dies durchaus rechtfertigen.

Gerade an Rennrädern ist er praktischer, da er mit weniger Lochzahlen angeboten wird. Das vielfältige Produktsortiment der renommierten Markenhersteller SON (Schmidts Original Nabendynamo von der Firma Wilfried Schmidt Maschinenbau) und Shimano kann die Kaufentscheidung bei der Suche nach einem neuen Nabendynamo für Sie als Kunden deutlich erschweren.

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