Viele Halter von Hamstern stellen sich die Frage, ob ein Laufrad für ihre kleinen Nager wirklich notwendig ist. Wenige Haustiere wurden lange Zeit so sehr unterschätzt wie der Goldhamster.
Warum brauchen Hamster ein Laufrad?
Hamster sind flink, agil und am liebsten viel in Bewegung. In der freien Natur legen Hamster nachts bis zu zehn Kilometer zurück, um Nahrung zu finden und Vorräte anzulegen. Dieser Bewegungsdrang ist instinktiv und auch bei unseren Haustieren stark ausgeprägt.
Es ist sogar erwiesen, dass Langeweile und Trägheit das Leben der Tiere erheblich verkürzen. Daher ist ein abwechslungsreich gestalteter Käfig mit artgerechtem Zubehör für Hamster wichtig. Hier sollte der Klassiker nicht fehlen: das Laufrad. Hamster nutzen dieses überaus gerne, die gleichförmige Art der Bewegung kommt ihnen sehr entgegen.
Alternativen zum Laufrad?
Kontrollierter Freilauf ist bei der Haltung wichtig, mindestens genauso aber auch ein abwechslungsreich gestalteter Käfig mit artgerechtem Zubehör für Hamster. Die einzige Alternative ist regelmäßiger Auslauf im Zimmer.
Die richtige Wahl des Laufrads
Dennoch sollte man auf ein paar Punkte achten - wenn man das Rad kauft und auch später, wenn es dem Tier angeboten wird.
Materialien
Materialien gibt es verschiedene, Experten raten eher zur Variante aus Hartplastik anstatt eines Holzlaufrads, da dieses leise, einfach zu bedienen ist und nicht zu Überanstrengung führt.
Größe
Es sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass das Rad groß genug ist. Der Durchmesser sollte für einen Goldhamster mindestens 25 bis 30 cm betragen, bei den Zwerghamstern empfiehlt sich ein Mindestdurchmesser von 20 cm. Ansonsten kann der Hamster Rückenprobleme bekommen, da sich sein Rückgrat beim Laufen zu stark beugt.
Die Hamsterhilfe Südwest empfiehlt ein Rad mit geschlossener, glatter Lauffläche - etwa aus Kork - das mindestens einen Durchmesser von 30 Zentimetern hat. Auch der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt Räder mit geschlossener Lauffläche, da sich die Tiere zwischen einzelnen Stäben sonst einklemmen und verletzen können.
Der Durchmesser des Rades sollte an die Größe des Tieres angepasst sein: Ist das Rad zu klein, läuft der Hamster darin in einer unnatürlichen Haltung, die zu Schäden an seiner Wirbelsäule führen kann.
Empfohlene Laufradgrößen:
- Goldhamster: mind. 25-30cm
- Zwerghamster: mind. 20cm
- Roborowski: mind. 20cm
Sicherheit
Wegen der Verletzungsgefahr ist es auch wichtig, dass die Lauffläche geschlossen ist. Bei Rädern mit Sprossen könnte sich der Hamster einklemmen und schwer verletzen. Weiterhin sollte die Rückwand geschlossen und die Einstiegsseite ohne Querstreben sein, denn auch diese können zu massiven Verletzungen führen.
Wann wird das Laufrad angeboten?
Das richtige Modell wird dein tierischer Liebling mit Sicherheit schnell begeistert annehmen. Du musst jedoch darauf achten, dass er nicht immer und ununterbrochen läuft. Entpuppt er sich als wahrer „Laufrad-Junkie“ und ist aus dem Spielgerät nicht mehr wegzubewegen, biete diese Bewegungsmöglichkeit nicht rund um die Uhr an, sondern nur ab und zu.
Steht das Rad nicht zur Verfügung, sollte der Hamster in seiner abwechslungsreichen Spielwelt im Käfig dennoch wissen, womit er sich beschäftigen kann.
Laufrad ja oder nein?
Ein Laufrad ist keine Pflicht für einen Hamster, wichtiger ist eine vernünftige Grundfläche, denn in der freien Natur legt unser kleiner Geselle während seiner Wachphase etliche Meter zurück, um genügend Nahrung zu finden. Da dies in den meisten Käfigen nicht möglich ist, soll ein Laufrad für die mangelnde Bewegung Ersatz bieten.
Schaut man sich einen Hamster im Laufrad an, könnte man meinen, es handele sich hier um ein stereotypes Handeln, sprich sich wiederholendes Verhalten, das keinem Zweck dient: Der Hamster läuft und läuft, weil er sonst keine artgerechte Beschäftigung hat. Doch das ist nicht der Fall, wie Studien zeigten. Es ist sogar eher andersherum.
So zeigte eine Untersuchung aus der Schweiz sogar, dass Hamster mit einem Laufrad im Käfig weniger zu stereotypen Verhaltensweisen neigen. Auch Henriette Mackensen, Tierärztin beim Deutschen Tierschutzbund spricht sich klar für das Laufrad für Hamster aus: „Der Hamster will es und braucht es.
Laufradsucht - Mythos oder Realität?
Nicht zu unterschätzen ist eine Krankheit bzw. Verhaltensstörung, die mit dem Laufrad zusammen hängt. Die Laufradsucht. Im ersten Moment hört sich das vielleicht amüsant an, aber es ist ernst zu nehmen. Betroffene Tiere können sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode laufen. Sie fressen kaum noch, verlassen das Rad immer seltener und brechen irgendwann vor Erschöpfung zusammen.
Als Faustregel gilt: Läuft der Hamster mehr als 1 bis maximal 2 Stunden am Tag, muss das Rad raus!
Alternativen zum klassischen Laufrad
Eine Alternative zum Laufrad sollen Hamsterkugeln sein. Doch Vorsicht! „Durch den Aufenthalt eines Hamsters in einer solchen Kugel können dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt werden“, warnt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) in ihrem Merkblatt „Tierschutzwidriges Zubehör in der Heimtierhaltung“.
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