Das richtige Laufrad für Rennmäuse: Größe, Material und Sicherheit

Laufräder sind für Rennmäuse eine willkommene Ergänzung, um ihrem Bewegungsdrang nachzugehen. Sie dienen als Bewegungsgelegenheit und Spielzeug. Besonders wichtig sind Laufräder vor allem für Arten, die täglich weitere Strecken zurücklegen wie Lemminge und einige Rennmäuse.

Essentiell sind Räder für Arten, die teilweise bis zu 10 km pro Nacht laufen (z.B. Zwerghamster, Fettschwanz-Rennmäuse). Ihnen bietet das Rad eine hervorragende Gelegenheit, den Bewegungstrieb auszuleben. Für weniger laufbetonte, auch kletternde Arten wie Farbmäuse oder Vielzitzenmäuse sind Laufräder zum einen Bewegungselement, zum anderen aber auch Spielzeug. Hauptsächlich zum Spielzeug avanciert ein Laufrad bei virtuosen Kletterern wie etwa Zwergschläfern.

Allerdings kann es auch zu Problemen kommen, wenn beide Tiere gleichzeitig laufen wollen. Nicht alle Rennmäuse können das koordinieren, es ist mitunter also nötig, zwei Räder anzuschaffen, damit es keinen zu großen Stress und keinen Streit um das Rad gibt.

Worauf Sie beim Kauf eines Laufrads achten sollten

Bei der Anschaffung eines Laufrades sollte man einige Dinge beachten. Die Mindestgröße zur Haltung von Rennmäusen beträgt 0,6m² also 120 × 50 cm. Damit ein Laufrad und eine Etage für das Sandbad und Näpfe Platz haben, muss das Gehege allerdings deutlich größer, bzw. hoch sein. Ein Aquarium mit einem Aufsatz eignet sich gut.

Die richtige Größe des Laufrads

Besonders wichtig ist ein ausreichend großer Durchmesser der Lauftrommel. Der Ideale Durchmesser für ein Rennmauslaufrad liegt bei mindestens 25 cm Innendurchmesser. Es darf auch ruhig etwas größer sein. Gerade bei großen Tieren währen Räder mit 28 - 30 cm Innendurchmesser sinnvoll.

Grundsätzlich kann ein Laufrad für Mäuse kaum zu groß sein, solange es leichtgängig aufgehängt ist. Die Mindestgröße des Rades lässt sich auf mehrere Weisen ermitteln. Für schwanzlose bzw. kurzschwänzige Arten hat sich die Formel 2 x Körperlänge des Tieres durchgesetzt. Sie ergibt beispielsweise bei einem 12cm langen Steppenlemming einen Mindestinnendurchmesser von 24cm - der auch ausreicht.

Bei langschwänzigen Arten müssen Sie optisch Maß nehmen. Hier zählt der Schwanz als Teil des Rückens. Der eigentliche Rücken sollte gerade sein, der Schwanz nicht stark durchgebogen oder gar über dem Körper getragen werden beim Laufen. Bei Farbmäusen passt die Haltung ab etwa 28cm Raddurchmesser. Für Mongolische Rennmäuse ist deshalb ein Trommelinnendurchmesser von 31,4cm ideal, damit der Rücken beim Laufen gerade bleibt und die Wirbelsäule nicht geschädigt wird.

Das Material des Laufrads

Laufräder aus Balsaholz wurden inzwischen beinahe völlig vom Markt genommen. Modernere Laufräder sind aus Kunststoff, haben ein geringes Eigengewicht und funktionieren frei stehend oder aufgehängt. Die Räder aus Kunststoff sind sehr leichtgängig und haben die von mir empfohlene, geschlossene Lauffläche.

Das Laufrad kann aus Holz, Metall oder splitterfreien Plastik sein. Fällt die Entscheidung auf ein Laufrad aus Kunststoff muss darauf geachtet werden, dass es ein spezieller Kunststoff ist, der ungiftig und splitterfrei ist. Bei Holzlaufrädern empfiehlt es sich diese mit einem ungiftigen Lack zu lackieren, damit sie besser gereinigt werden können. Es gibt auch Laufräder mit austauschbaren Korkeinlagen.

Laufteller aus Metall können nicht angenagt werden. Laufräder aus Metall haben den Vorteil, dass sie gut zu reinigen sind, nicht angenagt werden können und meistens sehr leise sind, allerdings sind sie im Vergleich zu Holz oder Kunststofflaufrädern sehr teuer.

Sicherheitsaspekte beim Laufradkauf

Eine stabile Aufstellung auf dem Boden, alternativ eine Aufhängung an der Seitenwand oder oben am Deckel ist Voraussetzung für eine unfallfreie Nutzung. Das Laufrad sollte sicher und solide befestigt sein, damit es weder herunter noch umfallen kann. Es bietet sich an, das Laufrad auf einem kleinen Brett zu montieren. Für die Montage eignen sich Holzschrauben, kleine Schellen oder auch Krampen.

Die meisten Laufräder lassen sich statt am Boden (auf einer Holzplatte) auch problemlos an der Abdeckung oben befestigen! Die kann man ebenso von unten an die Abdeckung schrauben bzw. Das Rad darf nur an der geschlossenen Seite aufgehangen werden. Eine beidseitige Aufhängung ist immer eine Gefahrenquelle (Schereneffekt), denn hier können sich die Rennmäuse oder ihre Schwänze verfangen.

Manche Laufräder haben an der Front eine durchgehende Haltestrebe über den gesamten Durchmesser der Lauftrommel. Wenn die Stützen der Halterung in der unteren Hälfte des Ein- und Ausstiegsbereichs der Lauftrommel liegen, ist das gefährlich. Durch den sogenannten 'Schereneffekt' können Pfoten oder Schwanz verletzt oder sogar abgeschnitten werden. Eine falsche Aufstellung birgt Gefahren. Manchmal muss das Laufrad lediglich um 90 Grad gedreht werden, um diese Gefahr auszuschließen.

Bei einem Laufrad, das seitlich an einer Käfigwand oder einseitig an einem Ständer befestigt ist, sollte die Rückseite (Seitenwand der Lauftrommel) verschlossen sein, sonst besteht eine Verletzungsgefahr durch seitliches Einquetschen. Solche Laufräder haben lediglich an der geschlossenen Seite der Lauftrommel diagonale oder senkrechte Halterungen.

Ein weiterer Makel ist die Lauftrommel mit Gitterstäben. Einige meist ältere Modelle haben keine durchgehende Lauffläche in der Lauftrommel. Stattdessen haben solche Räder Gitterstäbe oder ein Draht-Gitternetz. Laufräder mit Speichen oder gezogenem Gitter als Lauffläche bergen eine hohe Verletzungsgefahr! Ein Fehltritt und das Beinchen wird nach hinten weggedreht. Ich bin ein absoluter Gegner von Speichen-Laufrädern.

Die Einstiegsseite sollte ganz offen sein. Die Lauffläche muss völlig geschlossen sein. Es dürfen keine offenen Sprossen vorhanden sein in denen sich die Rennmäuse verfangen können. Auch kleine Abstände oder eng zusammen liegende Sprossen/Stäbe ergeben keine gute Lauffläche! Die Lauffläche muss über eine Struktur verfügen, (nicht zu tiefe Rillen oder eine Naturstruktur) auf der die Rennmäuse gut laufen können.

Sind Sprossen aufgegeklebt, müssen diese leicht rund gefeilt sein und geringe Abstände aufweisen, damit die Tiere dort gut Halt finden. Die im Handel angebotenen Laufräder mit eingeklebten Sprossen haben derzeit alle einen falschen/zu großen Abstand der Sprossen und die Sprossen sind für Rennmausfüße zu groß! Ich empfehle die Sprossen zu entfernen und durch einen Einsatz aus Korkplatte zu ersetzen. Ebenfalls geeignet sind Lochbleche mit sehr kleinen Löchern.

Weitere wichtige Aspekte

Das Gesamtgewicht der drehenden Trommel sollte möglichst gering sein! Grund: Wegen der Trägheit der Masse wird eine schwere Trommel nicht abrupt stoppen, sobald die Maus zu rennen aufhört. Läuft die Trommel nach, wird die stehende Maus nach hinten, aufwärts transportiert und plumpst nach vorne. Sie beginnt u.U. wieder zu laufen, obwohl sie das nicht möchte.

Dieses Bild hat sich glücklicherweise in den letzten Jahren sehr gewandelt. Das Laufrad ist heute ein nur noch ein Bestandteil, in einem großen und tiergerecht eingerichtetem Rennmausgehege. Gut gehaltene Rennmäuse haben viel zu tun: Sie buddeln in der Einstreu, baden im Sandbad, suchen ihr Futter. Trotzdem möchten auch diese Rennmäuse nicht darauf verzichten, hin und wieder einfach mal los zu rennen. In ihrer Heimat laufen sie viel über sandige Böden um zu ihren Futterquellen zu gelangen. Sie sind also nicht nur Wühler und Tunnelgräber, sondern auch Läufer. Das Laufen im Rad dient auch dem Stressabbau.

Gelangt durch die Wühl- und Buddelarbeit der Rennmäuse Einstreu in das Laufrad, steckt es möglicherweise fest oder das Rad läuft durch die Unwucht nicht gleichmäßig rund. Abhilfe kann man durch einen Laufradschutz schaffen.

Diese Laufräder sollten Sie nicht kaufen

Leider werden im Zoohandel immer noch ungeeignete bis höchst gefährliche Laufräder für Mäuse angeboten, da dies leider gesetzlich bis heute nicht verboten ist. Besonders gefährlich ist die zweiseitige Aufhängung, durch die der Schereneffekt entsteht, durch den Tiere Prellungen, Brüche und sogar tödliche Verletzungen erleiden können. Auch Sprossen in der Lauffläche sind sehr verletzungsträchtig. Bleiben die Tiere darin hängen oder rutschen durch, können sie sich schnell die Beine brechen.

Trotz dieser Gefahren, verkauft so mancher Zoohandlungsmitarbeiter noch immer in Beratungsgesprächen das falsche Laufrad für Mäuse. Heute sind es weniger die Metalllaufräder, die fälschlicherweise empfohlen werden. Häufiger ist es die falsche Größe. Immer noch werden beispielsweise Räder mit einem Durchmesser von 15 oder gar 10cm für farbmausgroße Arten verkauft.

No-Gos für Laufräder:

  • Lauffläche mit Sprossen
  • Zweiseitige Aufhängung (Schereneffekt)
  • Unangenehm riechende Kunststoffe
  • Zu kleiner Durchmesser

Die Folgen ungeeigneter Laufräder

“Da ist noch nie was passiert”, ist die typische Antwort von Haltern mit ungeeigneten Rädern. Und natürlich muss nicht immer etwas Schlimmes passieren - aber es kann. Und dem sollten Sie bei der Radauswahl schon vorbauen. Hat Ihr Nager nämlich dann doch einen Unfall, sind die Folgen oft schwerwiegend und können Ihr Tier sogar das Leben kosten.

Was passiert beim falschen Rad?

  • Verrenkte und gebrochene Gliedmaßen
  • Quetschungen und Prellungen
  • Einklemmen unter dem Rad
  • Skelettierte oder abgerissene Gliedmaßen/Schwänze
  • Wirbelsäulenverkrümmungen, Bandscheibenvorfälle und Lähmungserscheinungen
  • Tod durch Genickbruch

Alternativen zum Laufrad

Verzichten Sie auf Laufkugeln aus Plastik, die sogenannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden um damit durch die Wohnung zu rollen. Diese Kugeln sind sehr gefährlich und absolut nicht tiergerecht. Laufkugeln und Metallaufräder sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft.

Empfehlenswerte Laufräder

Das aus Amerika stammende Wodent Wheel Laufrad erfüllt fast alle Vorgaben welche an ein gutes Laufrad gestellt werden. Die Maße: Durchmesser: 27 cm, Höhe insgesamt 30 cm. Breite: 7 cm. Es besteht aus ungiftigem Plastik, erzeugt, wenn es angenagt wird, keine scharfen Splitter und weist keinerlei Schereneffekte auf. Es ist leicht und stoppt dadurch nahezu synchron wenn die Mäuse aufhören zu laufen.

Das neue Silent Runner Laufrad erfüllt auch alle Vorgaben, die an ein gutes Laufrad gestellt werden. Es ist in verschiedenen Größen erhältlich mit einem Durchmesser von 22 cm und einer Breite von 6 cm, für kleinere Tiere, mit einem einen Durchmesser von 29 cm in Regular mit einer Breite von 8 cm und in Wide mit einer Weite von 9,5 cm für größere Rennmäuse. Es verfügt, anders als das Wodent Wheel, über ein flüsterleistes und hochwertiges Kugellager. Es kann entweder mit dem robusten und schweren Standbein aus Metall im Gehege aufgestellt, als auch mit der (extra im Shop angebotenen) Wandbefestigung direkt an der Käfigwand befestigt werden.

Es werden mittlerweile im Handel verschiedene Holzlaufräder angeboten. Nicht alle sind gut geeignet, der Preis entscheidet hier wirklich über die Qualität. Die günstigen Räder sind häufig zu schwer und können von den Tieren nicht gut bewegt werden, sie haben außerdem schlecht angebrachte, zu große Laufstreben mit zu großem Abstand im Rad, was ein gleichmäßiges Laufen unmöglich macht und zu Verletzungen führt, die Qualität der Kugellager ist minderwertig.

Das Holzlaufrad von Rodipet. Es hat einen Durchmesser von 25 cm und ist damit für die Rennmäuse optimal. Die Lauffläche verfügt über eingefräste Einkerbungen, die den Rennmäusen Halt beim Laufen geben. Das Kugellager läuft rund und Wartungsfrei. Das Holz ist ungiftig und mit einem dünnen Wachsfilm vor Urin geschützt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0