Laufrad Test: Welches ist das beste Laufrad für mein Kind?

Laufräder sind für unsere Kinder oft der erste Schritt in Richtung fahrende Mobilität - und sie lieben es einfach! Nach dem Drehen kommt das Krabbeln, dann das Laufen und schon folgt das erste Rad - das Laufrad! Aber sind die Laufräder auch sicher?

Laufrad-Test: Die Testsieger im Überblick

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 12/2021 13 Kinderlaufräder getestet. Nur zwei schnitten mit “Gut” ab, eins mit "Befriedigend". Die übrigen zehn fielen wegen zu hoher Schadstoffbelastung durch.

IMTEST hat bereits 2022 fünf Laufräder mit 12-Zoll-Reifen verglichen, die alle noch verfügbar sind. Dabei mussten die flotten Flitzer Prüfungen im akkreditierten Labor von Qima bestehen und wurden darüber hinaus im Alltag ausgiebig getestet. Den Testsieger holte sich das beliebte Laufrad LR Light von Puky, während sich das Laufrad von Bikestar den Preis-Leistungssieg sicherte.

Die IMTEST-Favoriten

  1. Platz & Testsieger: Puky LR Light
  2. Platz und Preis-Leistungs-Sieger: Bikestar Laufrad

Weitere empfehlenswerte Laufräder im Test

  1. Platz: Woom Original 1
  2. Platz: S’cool PedeX
  3. Platz: BBF Cruzee

Laufrad-Test: So hat Stiftung Warentest geprüft

Stiftung Warentest hat für den aktuellen Test 13 Laufräder unter die Lupe genommen.

Laufrad-Test: Die Testsieger im Detail

Laufrad-Testsieger: LR Light von Puky

Das 3,6 kg leichte Aluminiumlaufrad weist gute Fahreigenschaften auf und punktet gerade bei noch recht kleinen Kindern durch einen besonders niedrigen Einstieg. So kommt man auch mit kurzen Beinchen ohne Umfall-Gefahr aufs Bike. Das Fahrverhalten ist aufgrund der großen luftgefüllten Reifen top.

Ein großer Pluspunkt ist auch die problemlose Montage. Lediglich den Lenker müssen Eltern noch gerade stellen.

Besonders beliebt bei den Kindern: Das Puky LR Light hat ein Trittbrett, sodass man bei schneller Fahrt die Füße hochstellen kann. Das war für die Kids ein deutlicher Pluspunkt. Eltern freuen sich hingegen über den bereits vorhandenen Seitenständer, der allerdings etwas niedrig montiert ist und hängen bleiben könnte.

Das Laufrad von Puky hat praktischerweise ein kleines Trittbrett, auf dem die Kinder ihre Füße abstellen können. Auf diese Weise können Eltern den Nachwuchs gut schieben, wenn er müde wird. Schicke, sportliche Optik, dazu ein bequemer, großer Sattel sowie ein Schutzüberzug am Lenker.

Das Puky LR Light ist der aktuelle Testsieger bei der Stiftung Warentest. Das Laufrad ist für Kinder bis fünf Jahre geeignet und bis 50 Kilogramm belastbar. Die Montage verläuft schnell und unkompliziert. Mit der klaren und guten Anleitung hat man das Kettler-Laufrad im Handumdrehen aufgebaut.

Mit knapp 190 Euro ist es das zweitteuerste Laufrad im Testfeld.

Maße & Ausstattung:

  • Größe ca.

Ebenfalls gut: Early Rider Superply Bonsai 12''

Das schicke Laufrad aus Birkenholz ist jedoch leider ein Auslaufmodell und wahrscheinlich nicht mehr lange erhältlich. Falls ihr dennoch eins ergattert, wird euer Kind ab etwa 3 Jahren viel Spaß damit haben. Aufgrund der großen Luftreifen soll es sich sehr gut fahren. Zudem ist es mit 3,7 kg sehr leicht. Im Gegensatz zum Puky besitzt es jedoch kein Trittbrett und keinen Ständer.

Maße & Ausstattung:

  • Größe ca. 74 x 40 cm
  • Gewicht 3,7 kg
  • geeignet von etwa 3 bis 5 Jahren
  • stufenlose Sattelhöhe von 37 bis 43 cm
  • ultraleichte Aluminium-Laufräder mit hohlen Achsen
  • Aluminium-Steuersatz für gute Haltbarkeit
  • breiter Lenker mit weichen Griffen

Das Leichte: Bandits & Angels Starter

So ist es beispielsweise recht klein, wodurch auch die Reifen nicht besonders groß sind. Die Reifen enthalten zwar Schadstoffe, der Gehalt sei jedoch noch tolerabel (Note 4). Doch der große Vorteil des Bandits & Angels Starter ist definitiv der Preis, da es mehr als 100 € weniger kostet als Platz 1 und 2 im Test.

Maße & Ausstattung:

  • Größe 82 x 40 cm
  • Gewicht ca. 3,5 kg
  • geeignet von etwa 2,5 bis 4,5 Jahre
  • stufenlose Sattelhöhe von 29 bis 49 cm
  • Stahlrohrrahmen
  • verstellbarer Lenker
  • niedriger Einstieg und Trittbrett

Verlierer im Laufrad-Test: Diese 10 Laufräder waren stark mit Schadstoffen belastet

Von 13 im Warentest untersuchten Laufrädern schnitten zehn mit “Mangelhaft” ab. Bei allen Bikes ist die mangelhafte Bewertung auf eine zu hohe Schadstoffbelastung in den Griffen, Sitzen und Reifen zurückzuführen. Die Noten für die Schadstoffe rangieren zwischen 4,6 und 5,5.

Die folgenden Laufräder sind betroffen:

  • Bachtenkirch GoBike 12"
  • Pinolino Laufrad Johann
  • Puky LR M
  • Bikestar 12 Zoll BMX Magnesium
  • Kinderkraft Laufrad Uniq
  • Janod Little Bikloon Holzlaufrad
  • Kokua Like a Bike Jumper
  • Lionelo Bart-Laufrad
  • Hudora Laufrad Ultralight Alu
  • Micro Balance Bike Deluxe

Insbesondere im Sommer, wenn die Kinder mit kurzer Kleidung auf den Laufrädern fahren und mit schwitzigen Händen den Lenker greifen, ist die direkte Übertragung von Schadstoffen über die Haut nicht auszuschließen. Bei einigen Laufrädern waren nur die Reifen belastet, aber auch hier kommt es häufig zu Hautkontakt, weil Kinder nun mal gerne mit den Reifen spielen - wenn nicht das eigene, dann vielleicht ein krabbelndes Kleinkind im Park oder eben ein kleines Geschwisterkind. Einige Laufräder im Test wiesen in allen drei Komponenten zu hohe Schadstoffwerte auf.

So haben die Hersteller auf die Laufrad-Kritik von Stiftung Warentest reagiert

Stiftung Warentest hat nach ihrem Laufrad-Test zehn Hersteller mit den negativen Testergebnissen konfrontiert. Daraufhin haben drei Anbieter ihren Kund*innen angeboten, die beanstandeten Teile auszutauschen. Fünf Hersteller meldeten sich bei Stiftung Warentest zurück, sahen aber keinen Handlungsbedarf und zwei Laufrad-Marken haben gar nicht reagiert.

Laufrad kaufen: Das Laufrad muss zum Kind passen

Beim Laufrad-Kauf dürfen weder wir Eltern noch unsere Kinder uns von coolen Designs und bunten Farben locken lassen. Das Laufrad ist ein Verkehrsmittel und deshalb steht hier die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb unbedingt das Laufrad vor dem Kauf mit dem Kind zusammen testen, um zu schauen, ob Kind und Laufrad gut zusammen passen. Große Fahrradläden bieten mittlerweile eine große Auswahl an Laufrädern an, die man vor Ort auf kleinen Indoor-Parcours testen kann.

Beim Kauf eines Laufrades sollten Eltern vor allem auf die richtige Größe und geringes Gewicht achten, dann hat der Nachwuchs am meisten Spaß damit.

Wichtig ist vor allem, dass es die richtige Größe hat, denn auch darin unterscheiden sich die Modelle. Einige Laufräder können schon von Kindern ab anderthalb Jahren gefahren werden, einige erst ab etwa drei. Dabei kommt es allerdings vielmehr auf die Körpergröße als auf das Altern an. Eine Faustregel besagt, dass der Sattel gleich die Schrittlänge minus zwei Zentimeter hoch sein sollte. Bei den meisten Laufrädern lassen sich die Sättel in der Höhe verstellen, dass das Kind über mehrere Monate Spaß damit haben kann.

Neben der richtigen Größe ist das Gewicht des Laufrads das wichtigste Kriterium beim Kauf. Je leichter es ist, desto besser - denn Modelle mit geringem Gewicht lassen sich für das Kind müheloser bewegen und sicherer kontrollieren.

Ein weiteres wichtiges Kriterium stellen die verwendeten Materialien dar. Während der Rahmen aus Stahl, Holz oder Kunststoff hergestellt ist, besteht der Reifen in der Regel aus einem Kunststoff- oder Gummimaterial. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass insbesondere Gummireifen oftmals hohe Schadstoffwerte mit sich bringen.

Gerade für kleine Kinder, die ja in der Regel nicht allzu viel Kraft haben, ist auch das Gewicht als entscheidender Punkt anzuführen. Die Laufräder weisen je nach Modell ein Gewicht von circa 2,7 bis zu 4,9 kg auf. Je leichter das Modell ist, desto einfacher fällt es dem Kind damit umzugehen und es leicht aufzuheben.

Laufrad fahren: Sicherheit geht vor

Klar kann es (und kommt es) beim Laufradfahren zu dem ein oder anderen Sturz - und je nach Temperament eures Kindes vielleicht auch zu ganz vielen Stürzen. Deshalb ist ein Helm immer Pflicht - auch Eltern sollten als gute Vorbilder einen Helm tragen. Wie beim Laufrad selbst ist es beim Kinderhelm wichtig, dass er richtig sitzt.

Sicherheit steht auch bei einem so kleinen „Fahrrad“ wie einem Laufrad ganz oben auf der Liste.

Kinder können mit den Laufrädern hohe Geschwindigkeiten erreichen und bei jeglichen Hindernissen immer wieder Gefahren ausgesetzt sein. Eltern müssen daher beachten, dass sie immer ein wachsames Auge auf die Kleinen haben, wenn diese mit dem Laufrad umherflitzen. Ein Helm ist dabei ebenfalls unverzichtbar, um die Sicherheit des Kindes nicht zu gefährden. Gerade am Anfang, wenn die Kleinen das Laufradfahren lernen, sollten Eltern sie ein wenig anleiten und gegebenenfalls durch Hilfestellungen unterstützen.

Beim Laufrad-Kauf sparen

Kinder wachsen sehr schnell, besonders zwischen zwei und vier Jahren schießen manche förmlich in die Höhe. Deshalb ist es eine Überlegung wert, ein gebrauchtes Laufrad zu kaufen. Aber auch beim Secondhand-Kauf gilt: vorher testen, ob Kind und Bike zusammen passen. Viele Modelle gibt es schon recht lange auf dem Markt, sodass man viele gebrauchte Angebote finden kann. Wer lieber ein neues Laufrad kaufen möchte, sollte die Augen nach Schnäppchen und besonderen Angeboten offen halten, so lässt sich oft jede Menge Geld sparen.

Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte beim Laufradkauf

Größe, Material, Alter - IMTEST fasst die wichtigsten Aspekte zusammen, worauf Eltern beim Kauf eines Laufrads achten sollten.

  1. Welche Größe ist die richtige für mein Kind? Die passende Größe eines Laufrads hängt von der Schrittlänge des Kindes ab. Idealerweise sollte das Kind im Sitzen mit beiden Füßen flach den Boden berühren können. Kleine Laufräder-Modelle sind bereits für Kinder ab einer Schrittlänge von etwa 30 cm geeignet, was einem Alter von etwa 1,5 bis 2 Jahren entspricht.
  2. Welche Reifen sind besser - Luftreifen oder Kunststoffreifen? Luftreifen bieten besseren Grip sowie eine gute Dämpfung und Fahrkomfort, insbesondere auf unebenen Wegen. Kunststoffreifen sind hingegen leichter und wartungsfrei, eignen sich aber eher für glatte Untergründe wie Asphalt oder Innenräume.
  3. Sollte das Laufrad eine Bremse haben? Eine Bremse ist für Kinder ab etwa drei Jahren sinnvoll, da sie dann die nötige Kraft und Koordination haben, um sie zu bedienen. Für jüngere Kinder ist eine Bremse oft unnötig, da sie intuitiv mit den Füßen abbremsen.
  4. Welches Material ist besser - Holz oder Metall? Holzlaufräder sind umweltfreundlich und leichter, können aber weniger robust sein als Metall- oder Aluminium-Modelle. Metallrahmen sind stabiler und meist höhenverstellbar, sodass sie länger mit dem Kind mitwachsen.
  5. Wie wichtig ist die Höhenverstellbarkeit? Ein höhenverstellbarer Sattel und Lenker ermöglichen es, das Laufrad über mehrere Jahre hinweg an die Körpergröße des Kindes anzupassen. Dadurch wird eine ergonomische Sitzhaltung gewährleistet und eine längere Nutzungsdauer ermöglicht.
  6. Sollte das Laufrad einen Lenkeinschlag-Begrenzer haben? Ein Lenkeinschlag-Begrenzer verhindert ein abruptes Verdrehen des Lenkers und kann gerade für Anfänger hilfreich sein. Manche Experten empfehlen jedoch Modelle ohne Begrenzung, da Kinder so ein natürlicheres Lenkverhalten entwickeln.
  7. Wie schwer sollte ein Laufrad sein? Das Laufrad sollte möglichst leicht sein, damit das Kind es gut steuern und selbstständig anheben kann. Ein Gewicht zwischen 2,5 und 4,5 Kilogramm gilt als ideal.
  8. Welche Sicherheitsmerkmale sind wichtig? Ein gepolsterter Lenker, rutschfeste Griffe, abgerundete Kanten und eine stabile Verarbeitung erhöhen die Sicherheit. Zudem sollten Eltern auf das GS- oder TÜV-Siegel achten, das geprüfte Sicherheit bestätigt.
  9. Gibt es Zubehör, das sinnvoll ist? Ein Helm ist beim Fahren unerlässlich, um den Kopf zu schützen. Zusätzliche Features wie ein Seitenständer oder eine Klingel sind praktisch, aber nicht zwingend notwendig.
  10. Ab wann kann mein Kind vom Laufrad auf ein Fahrrad umsteigen? Sobald das Kind sicher auf dem Laufrad fährt, das Gleichgewicht gut hält und Kurven meistert, kann es auf ein Fahrrad mit Pedalen umsteigen - oft bereits mit drei bis vier Jahren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0