Beim Kauf eines Laufradsatzes gibt es viele Fragen - erst recht, wenn man rund 1000 Euro zahlen will: Alu- oder Carbon-Felge? Marke oder Newcomer? Handel oder Direktvertrieb? Tubeless? ROADBIKE hat acht potenzielle Kandidaten getestet.
Das Testfeld im Überblick
DT Swiss PR 1400 Dicut 32 Oxic
Leserbefragungen und Recherchen bei Händlern und Laufradbauern zeigen: Wer einen neuen Laufradsatz kauft, gibt dafür oft um die 1000 Euro aus. Keine reine Vernunftlösung also - man gönnt sich was. Macht sich selbst eine Freude. Und wertet damit natürlich auch das eigene Rennrad auf. Denn gegenüber den werkseitig an vielen Rädern montierten (Einstiegs-)Laufrädern bedeutet diese Investition: geringeres Gewicht, spritzigere Beschleunigung und, nicht zuletzt, aufregendere Optik.
In der Preisklasse rund um die magischen 1000 Euro werben die Hersteller mit ganz unterschiedlichen Konzepten um Kunden. Bei den renommierten Fachhandels-Marken bekommt man im Regelfall High-End-Laufradsätze aus Aluminium - mit aufwendig bearbeiteten Alu-Felgen, hochwertigen Leichtlauflagern und schicken Nabenkörpern. Konkurrenz bekommen die „Etablierten“ jedoch zunehmend von Newcomern, die zu diesem Preis bereits leichte Carbon-Felgen anbieten und ihre Laufräder per Direktvertrieb via Internet zu den Kunden bringen.
Die Qual der Wahl
Alu- oder Carbon-Felge? Bekannter Markenname oder Newcomer? Fachhandel oder Direktkauf beim Hersteller? All diese Fragen wollen vor einem Kauf beantwortet werden - ganz individuell, nach eigenem Anspruch, Einsatz und Geschmack.
Um dabei Orientierung und Hilfestellung zu geben, hat ROADBIKE Felgenbrems-Laufräder von acht Herstellern zum Vergleichstest eingeladen.
Die Venn-Felge (r.) ist außen satte 30 Millimeter breit, die von Mavic ist fast einen Zentimeter schmaler.
Hohes Niveau
Die erfreuliche Erkenntnis: Wer so viel Geld für Laufräder ausgibt, bekommt auch viel Gegenwert. Sowohl die Alu-Modelle von DT Swiss, Easton, Fulcrum, Mavic und Zipp als auch die Carbon-Laufräder von Hunt, Venn und Zeal überzeugten in Labor und Praxis. Natürlich ergeben sich Unterschiede in den Messwerten und im Fahrverhalten, insgesamt liefern die Laufräder aber Leistungen auf hohem Niveau:
- Mit Ausnahme eines Hinterrades (Hunt) waren alle Modelle ausgesprochen seitensteif aufgebaut, und selbst der genannte Ausreißer bleibt noch im grünen Bereich.
- Sechs der acht Laufräder sind sehr leicht, vier Sets wiegen weniger als 1500 Gramm.
- Alle Laufräder sind mittig und sehr sauber aufgebaut, nur ein einziges Hinterrad (Venn) erlaubt sich einen minimalen Seitenschlag.
- Sieben von acht Laufrädern können auch tubeless gefahren werden.
- Und alle Laufräder machen - mit je ganz eigenen Stärken und Schwächen - auf der Straße richtig viel Spaß.
Große Unterschiede gibt’s bei den Zugaben „on top“: Manche Hersteller liefern ihre Laufräder nur mit dem allernötigsten Zubehör wie Schnellspannern oder speziellen Speichenmagneten aus, andere packen großzügig Ersatzspeichen, Spezialwerkzeug und Bremsbeläge obendrauf. Den Vogel schießt Mavic ab: Die Franzosen liefern ein komplettes Tubeless-Kit inklusive Reifen, Ventilen, Dichtmilch und Spritze mit, was dem Hersteller letztlich den Preis-Leistungs-Tipp sichert.
Auch was Garantiebestimmungen, Crash-Replacement und Gewichtslimit angeht, zeigen sich ganz unterschiedliche Herstellerphilosophien. Hier stechen insbesondere die Versender hervor: Zeal gewährt satte sechs Jahre Garantie, die sogar bei Weiterverkauf der Laufräder übertragbar ist, und Hunt bietet seinen Kunden eine 60-tägige Rückgabefrist an, um das Produkt unverbindlich zu testen.
Große Unterschiede zeigen sich auch bei den Naben- und Lagerdimensionen.
Die Letzten ihrer Art?
Der Test zeigt auch, dass trotz des Hypes um die Scheibenbremse hochwertige Produkte für Felgenbremsen eine Daseinsberechtigung haben: Die getesteten Laufräder sind allesamt leichter und somit spritziger als ihre - mitunter deutlich teureren - Pendants für Scheibenbremsen (sofern verfügbar). Und die Modelle mit klassischer silberner Bremsflanke bremsten im Test in Kombination mit Standardbelägen von Campa und Shimano herausragend gut - zumindest bei trockenen Bedingungen.
Fans der Felgenbremse finden in den getesteten Produkten also starke Argumente für ihre Präferenz - und viel Tuningpotenzial für ihren Renner.
Trotzdem ist zu befürchten, dass bahnbrechende technologische Entwicklungssprünge für Felgenbrems-Laufräder nicht mehr zu erwarten sind. „Wir werden Felgenbremsvarianten sicher nicht aus unserem Sortiment verbannen, solange eine Nachfrage besteht“, heißt es etwa von DT Swiss, „das Feedback aus dem Markt und seitens der Fahrradhersteller spricht jedoch ganz klar für eine Konzentration auf die Entwicklung von Scheibenbremslaufrädern.“ Campagnolo/Fulcrum verspricht, Bremsoberflächen und -beläge weiterzuentwickeln, „solange Felgenbremsen relevant sind“, ähnlich äußert sich Mavic.
Noch lange nicht tot: Klassische Felgenbremsen verzögern hervorragend auf Alu-Bremsflanken.
So testet ROADBIKE
Messwerte von eigenen Prüfständen, dazu ausgiebige Fahrtests: ROADBIKE treibt großen Aufwand, um Laufräder zu testen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Faktoren Gewicht (25 %), Seitensteifigkeit (25 %), Torsionssteifigkeit (5 %), Trägheit (10 %), Aufbau (10 %) und Fahreindruck (25 %).
Einzeltests der Laufräder
DT Swiss PR 1400 Dicut 32 Oxic
DT Swiss PR 1400 Dicut 32 Oxic steifster Laufradsatz im Test präzises Lenkverhalten keine Garantie bei Verwendung in Wettkämpfen
Wer auf die Optik schwarzer Bremsflanken steht, deswegen aber nicht auf Carbon bremsen möchte, sollte sich die Alu-Bremsflanke von DT Swiss mal genauer anschauen. Die schwarze, Oxic genannte Keramik-Oberflächenbeschichtung erwies sich schon im ROADBIKE-Dauertest als sehr haltbar. Und auch sonst überzeugt der Laufradsatz aus der Schweiz: Die höchsten Steifigkeitswerte im Testfeld, ein vergleichsweise großzügiges Gewichtslimit sowie der sorgfältige Aufbau der Räder ohne Seiten- und Höhenschläge sind gute Argumente für einen Kauf.
Zum großen Lieferumfang zählen unter anderem ein Tubeless-Kit mit Spritze, Ventilen und Felgenband. Das Lenkverhalten ist präzise, die Laufräder machen stets exakt das, was sie sollen. Seitenwind stellt kein Problem dar. Insgesamt gibt sich der Laufradsatz aber eher ruhig als spritzig. Grund dafür ist die 32 Millimeter hohe Aluminiumfelge, deren Gewicht bei Antritten deutlich zu spüren ist. Einmal auf Touren gebracht, rollt die Kombination jedoch sehr gut.
Wer es sportlicher mag oder leichtfüßig durch die Berge klettern will: Optional ist der Laufradsatz mit leichterer, flacher Felge erhältlich. Verbesserungswürdig: Crash-Replacement gewährt DT Swiss nur für Carbon-Laufräder, und die derzeitigen Garantiebestimmungen (zwei Jahre) schließen Wettkämpfe aus.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewichte VR | 768 g |
| Gewichte HR | 889 g |
| Preis | 998 Euro |
| Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe) | 18 mm/21 mm/32 mm |
| Speichen | v 20 rad./h 24 je 1x gekr. |
| Lieferumfang | Bremsbeläge, Schnellspanner, Tubeless-Zubehör, Werkzeug u.a |
| Gewichtslimit | 130 kg Systemgewicht |
| Gewichte LRS | 1657 g |
| Seitensteifigkeit | v 120, h 98 Nm/° |
| Torsionssteifigkeit | 5,59 mm |
| Trägheit | v 838, h 844 m/s² |
| Aufbau | sehr gut mittig und rund aufgebaut |
| Fahreindruck | steif und präzise, aber etwas weniger spritzig |
| Wertung | SEHR GUT (75 Punkte) |
Easton EA90 SL (Testsieger Aluminium)
Easton EA90 SL leicht, steif, komfortabel tolles Bremsverhalten kein Gewichtslimit Garantie nur ohne Rennen
Eastons EA90 SL überzeugt im Labor und in der Praxis und schnappt sich den Testsieg bei den Alu-Modellen. Angesichts der massiven Naben und der - neben Zipp - breitesten Alu-Felge im Testfeld überrascht es, dass der EA90-SL-Satz locker unter der magischen Gewichtsgrenze von 1500 Gramm für das Set aus Vorder- und Hinterrad bleibt. Bei der Torsionssteifgkeit liefert Easton den zweitbesten Wert im Testfeld, und auch bei der Trägheitsmessung sammelt der Satz fleißig Punkte. Dazu kommt ein sauberer Aufbau ohne Höhen- und Seitenschläge.
Im Sattel macht sich all das positiv bemerkbar: Die Laufräder begeistern mit sattem Vortrieb und spritziger Beschleunigung, gefühlt kommt die investierte Kraft des Fahrers ohne Verluste auf der Straße an. Das Lenkverhalten ist wendig-agil und, nicht zuletzt dank des seitensteifen Vorderrades, ausgesprochen präzise. Da der Reifen hier sehr breit baut, stimmt auch der Komfort. Überragend ist - wie bei allen Laufrädern mit Alu-Flanke - das Bremsverhalten, zumindest unter trockenen Bedingungen. Hohes Tempo hält der Satz nicht ganz so gern wie mancher Konkurrent. Rabatte beim Neukauf nach einem Crash gewährt Easton nicht, dafür aber zwei Jahre Garantie - solange man keine Wettkämpfe bestreitet. Positiv: Ein Gewichtslimit gibt’s hier nicht.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewichte VR | 653 g |
| Gewichte HR | 829 g |
| Preis | 1098,80 Euro |
| Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe) | 20 mm/25 mm/27 mm |
| Speichen | v 20 rad./h 24, li 1x, re 2x |
| Lieferumfang | Schnellspanner, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Ventilschlüssel |
| Gewichtslimit | keins |
| Gewichte LRS | 1482 g |
| Seitensteifigkeit | v 107, h 96 Nm/° |
| Torsionssteifigkeit | 3,92 mm |
| Trägheit | v 804, h 810 m/s² |
| Aufbau | sehr gut mittig und rund aufgebaut |
| Fahreindruck | sehr spritzig, präzise, toller Vortrieb |
| Wertung | ÜBERRAGEND (95 Punkte) |
Fulcrum Racing Zero
Fulcrum Racing Zero beste Torsionssteifigkeit toller Fahreindruck nicht tubeless-fähig überschaubarer Lieferumfang
Der günstigste Laufradsatz in diesem Testfeld ist - nach Punkten - der drittbeste. Den Platz auf dem Podium verdient sich Fulcrums Racing Zero mit fast schon klassischen Tugenden: Obwohl die Felge ungelocht kommt, ist sie nicht tubeless-tauglich, sondern muss mit eingelegtem Schlauch gefahren werden, zudem fällt sie im Vergleich zur Konkurrenz eher schmal aus. Folge: Ein 25er-Reifen baut satte drei Millimeter schmaler als beim breitesten Konkurrenten (Venn). Das sorgt - in Kombination mit der höchsten Torsionssteifigkeit im Test - aber dafür, dass der Racing Zero abgeht, wie der Name vermuten lässt: Der Vortrieb ist beeindruckend, gemeinsam mit Mavics Ksyrium und Zeals Randa ist der Satz der spritzigste im Test.
Das gefällt sportlichen Fahrern, die häufig beschleunigen oder am Berg antreten. Die Seitensteifigkeiten der Räder reichen dafür locker aus, auch wenn andere in dieser Hinsicht noch mehr zu bieten haben. Die Räder reagieren schnell und präzise auf Lenkbefehle, ohne je nervös zu werden, die Bremsleistung ist auf den Punkt dosierbar. Hohes Tempo halten die Laufräder dafür nicht ganz so bereitwillig, wohl auch wegen der breiten Alu-Speichen. Kleiner Wermutstropfen: Alle Konkurrenten liefern ihre Räder mit mehr Zubehör aus. Die Garantie umfasst zwei Jahre und erlaubt auch die Verwendung bei Wettkämpfen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewichte VR | 656 g |
| Gewichte HR | 860 g |
| Preis | 916 Euro |
| Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe) | 17 mm/23 mm/v 24, h 27 mm |
| Speichen | v 16 rad./h 21, li rad., re 2x |
| Lieferumfang | Schnellspanner, Speichenmagnet, 10-fach-Distanzring |
| Gewichtslimit | 109 kg Fahrergewicht |
| Gewichte LRS | 1516 g |
| Seitensteifigkeit | v 93, h 88 Nm/° |
| Torsionssteifigkeit | 3,81 mm |
| Trägheit | v 813, h 820 m/s² |
| Aufbau | sehr gut mittig und rund aufgebaut |
| Fahreindruck | tolle Beschleunigung, sehr wendig, präzise |
| Wertung | SEHR GUT (83 Punkte) |
Hunt 36 Carbon Wide Aero
Hunt 36 Carbon Wide Aero leichteste Laufräder im Test großer Lieferumfang 60 Tage Rückgaberecht Hinterrad könnte seitensteifer sein
2014 beschlossen zwei radsportverrückte Brüder aus England, sich in der Fahrradindustrie selbstständig zu machen - heute verschickt die in Sussex ansässige Firma Hunt Rennrad-, Cross-, Gravel- und Mountainbike-Laufräder versandkostenfrei in alle Welt. Im ROADBIKE-Test gefiel der Laufradsatz mit dem etwas sperrigen Namen 36 Carbon Wide Aero mit dem geringsten Gesamtgewicht, tollen Trägheitswerten und einem sehr guten Aufbau. Dem steht der zweitschwächste Wert bei der Torsionssteifigkeit gegenüber.
Licht und Schatten auch bei der Seitensteifigkeit: Das steife Vorderrad ist über jeden Zweifel erhaben und trägt zum sportlich-direkten, jederzeit vorhersehbaren Lenkverhalten bei, das Hinterrad (HR) fällt deutlich ab und bleibt mit 74 Nm/° vergleichsweise knapp im grünen Bereich (ab 70 Nm/°). Auf der Straße gefallen der satte Vortrieb und die gute Kraftübertragung, zudem rollen die Laufräder bei hohem Tempo top, Seitenwind lässt sie unbeeindruckt. Die Bremsleistung ist gut, Beläge gehören zum Lieferumfang. Toll sind die Rahmenbedingungen: Hunt gewährt 60 Tage Rückgaberecht bei voller Nutzung, dazu kommen zwei Jahre Garantie ohne Rennausschluss und Crash-Replacement. Übrigens: Der Unsicherheitsfaktor Brexit soll keine Abstriche beim Service oder Preiserhöhungen mit sich bringen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewichte VR | 644 g |
| Gewichte HR | 775 g |
| Preis | 1070 Euro |
| Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe) | 19 mm/27 mm/35 mm |
| Speichen | v 20 rad./h 24 li rad., re 3x |
| Lieferumfang | Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile, Ersatzspeichen, Werkzeug u.a. |
| Gewichtslimit | 100 kg Fahrergewicht |
| Gewichte LRS | 1419 g |
| Seitensteifigkeit | v 109, h 74 Nm/° |
| Torsionssteifigkeit | 6,76 mm |
| Trägheit | v 800, h 810 m/s² |
| Aufbau | sehr gut mittig und rund aufgebaut |
| Fahreindruck | sportlich direkt, komfortabel, Bremsleistung: okay |
| Wertung | SEHR GUT (79 Punkte) |
Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)
Mavic Ksyrium Pro UST sehr leicht und sportlich großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung geringste Torsionssteifgkeit
Seit 1999 sind die optisch auffälligen Ksyrium-Laufräder des französischen Herstellers Mavic im Profi- und Hobby-Peloton unterwegs, nicht weniger als elf Ausführungen bieten die Franzosen aktuell an. Das Ksyrium Pro UST mit Alu-Felge und -Speichen rangiert dabei preislich in der Mitte. Im ROADBIKE-Test gefällt das sehr niedrige Gewicht - nur das Carbon-Set von Hunt ist noch leichter. In Verbindung mit den leicht laufenden Lagern bedeutet das: Bestwert bei der Trägheitsmessung. Die Seitensteifigkeit ist absolut ausreichend, allerdings verwindet sich kein Modell stärker bei der Torsionsmessung.
Im Sattel begeistert der unbändige Vortrieb, bergauf scheinen die Laufräder zu fliegen. Dazu passt das agile Lenkverhalten. Kurz: Mavic schnürt ein Paket für Sportler. Den Preis-Leistungs-Tipp sichern sich die Franzosen nicht zuletzt durch den großen Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung - Reifen und Ventile sind schon montiert, nur noch Dichtmilch einfüllen und losfahren! 60 Tage Rückgaberecht gewähren die Franzosen dabei für unbenutzte Produkte, zudem zwei Jahre Garantie ohne Rennausschluss sowie ein weiteres Jahr bei Produktregistrierung.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewichte VR | 596 g |
| Gewichte HR | 842 g |
| Preis | 949 Euro |
| Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe) | 17 mm/21 mm/ v 17, h 20 mm |
| Speichen | v 18 rad./h 20 re rad., li 2x |
| Lieferumfang | Schnellspanner, Tubeless-Reifen und Zubehör, Werkzeug, 10-fach-Distanzring |
| Gewichtslimit | 120 kg Systemgewicht |
| Gewichte LRS | 1438 g |
| Seitensteifigkeit | v 98, h 92 Nm/° |
| Torsionssteifigkeit | 8,19 mm |
| Trägheit | v 790, h 801 m/s² |
| Aufbau | sehr gut mittig und rund aufgebaut |
Unter Rennradfahrern ist es die Stammtischfrage schlechthin: Felgen- oder Scheibenbremse? "Innovation und Fortschritt", jubeln die einen, "Teufelszeug und Kulturbruch", wettern die anderen. Salomonische Urteile à la "Jedem Tierchen sein Pläsierchen" mögen zwar manches hochgeschaukelte Streitgespräch wieder beruhigen, die Frage lautet allerdings: Wie lange noch?
Denn die Tage der guten alten Felgenbremse scheinen gezählt. Im aktuellen Angebot der Radhersteller und, wichtiger noch, bei der Produktentwicklung übernimmt die Scheibenbremse immer häufiger die tragende Rolle - Räder und Komponenten, die exklusiv auf das Zusammenspiel mit Felgenbremsen ausgerichtet sind, werden seltener. Noch bieten viele Hersteller ihre Produkte zwar für Scheiben- und Felgenbremsen an, bei kompletten Neuentwicklungen heißt es indes immer häufiger: disc only.
"Im Nachrüstmarkt sind Felgenbrems-Laufräder immer noch ein großes Thema", betont jedoch Christian Brumen, Category Manager Dropbar bei Rose. Und Freunde der klassischen Radverzögerung müssen nicht verzagen: Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten. 20 Modelle hat ROADBIKE für diesen Artikel in Labor und Praxis getestet - in drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
20 Laufräder im Test
Das Testfeld setzt sich aus alten Bekannten und Newcomern zusammen, wobei eins auffällt: Neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den beiden günstigeren Preiskategorien waren nicht zu kriegen - hier findet offenbar keine Entwicklung mehr statt. Also wurden für die Preisbereiche um 600 und um 1000 Euro bekannte und teils schon länger am Markt befindliche Modelle getestet.
Wenn überhaupt noch wirklich neue Laufradmodelle für Felgenbremsen auf den Markt kommen, geschieht dies offenbar "nur" noch im im hochpreisigen Sektor. Und selbst da wird nicht alles komplett neu entwickelt, sondern adaptiert: "Felgenbrems-Laufräder profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung", erklärt Alex Gebert, Produktmanager bei Giant.
Aero-Optimierung, Carbon-Speichen, Hookless-Felgen - all das übernimmt zum Beispiel der getestete Cadex-Laufradsatz von seinem Schwesterprodukt für Scheibenbremsen. Zwar wird manchem überzeugten Felgenbrems-Fan das Herz bluten angesichts der Tatsache, dass Felgenbrems-Laufräder den Herstellern nur noch in Ausnahmefällen die Entwicklungskosten wert sind, hervorragende Produkte findet er/sie trotzdem noch.
Erkenntnisse aus dem Test
Interessanter Nebeneffekt der vorliegenden, 20 Produkte umfassenden Leistungsschau verschiedener Preisklassen: Auf einen Blick lässt sich erkennen, wie und wo sich höhere Preise bemerkbar machen. Die Erkenntnisse: Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker.
Das heißt: Freunde von Felgenbrems-Laufrädern finden aktuell noch viele überzeugende Produkte - selbst wenn es die letzten ihrer Art sein sollten.
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