Fahrrad Trommelbremse Einstellen: Eine Anleitung

Um mit dem Fahrrad sicher unterwegs zu sein, ist es wichtig, dass die Bremsen gut eingestellt sind. Es gibt verschiedene Gründe, warum du die Fahrradbremsen neu einstellen musst. Zum einen ist es immer notwendig, wenn du neue Bremsbeläge eingebaut hast. Aber auch bei älteren Bremsbelägen kann die Bremswirkung mit der Zeit nachlassen. Auch wenn die Bremsen beim Fahren schleifen oder sie beim Bremsen stark quietschen, solltest du sie nachjustieren. Insgesamt ist es wichtig, dass du dein Fahrrad regelmäßig wartest und säuberst.

Egal ob Rennrad, Mountainbike oder E-Bike: Wer auf dem Fahrrad unterwegs ist, erreicht schnell höhere Geschwindigkeiten. Umso wichtiger ist es, sich bei unvorhergesehenen Ereignissen auf funktionierende Fahrradbremsen verlassen zu können.

Grundlegendes zu Fahrradbremsen

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der Felgenbremse, der Scheibenbremse und der Nabenbremse.

  • Felgenbremsen: Sie sind die häufigste Art. Grundsätzlich drücken bei Felgenbremsen die Bremsschuhe auf die Felgen und bringen das Rad so zum Stehen. Dies gelingt durch einen Seilzug, der mit der Bremse verbunden ist und durch einen Handhebel ausgelöst wird. V-Brakes sind dabei die am häufigsten verwendete Bremsenart.
  • Scheibenbremsen: Bei Scheibenbremsen gibt es eine zusätzliche Metallscheibe am Laufrad, die sich mitdreht.
  • Nabenbremsen: Bei diesen Fahrradbremsen befindet sich der Bremsmechanismus auf der Nabe, also in der Mitte des Hinterrades.

Je nach Fahrradtyp und Bauweise des Rades werden unterschiedliche Bremsenarten verwendet.

Felgen- und Scheibenbremsen sollten mindestens einmal im Monat auf Abnutzung und Verschleiß kontrolliert werden. Bei Felgenbremsen sollten die Bremsbeläge ersetzt werden, wenn die Einkerbungen auf der Oberfläche weniger als 2 Millimeter tief sind.

Trommelbremsen im Detail

Dieser Artikel behandelt ausschließlich Trommelbremsen. Eine Trommelbremse ist eine mit der Hand angesteuerte Nabenbremse, bei denen die Bremsbeläge von Innen gegen eine zylindrische Trommel drücken. Trommelbremsen waren eine zeit lang die am weitest verbreiteten Bremsentypen für Motorfahrzeuge und wurden inzwischen von Scheibenbremsen abgelöst.

Trommelbremsen sind bei Lastenrädern in Ländern mit feuchtem Wetter sehr beliebt. Eine Trommelbremse kann sowohl ein integraler Bestandteil der Nabe sein oder sie wird an der linken Seite der Nabe ähnlich wie ein Schraubkranz (rechts) aufgeschraubt.

Eine vordere Trommelbremse lässt sich mit einem Nabendynamo verbinden so wie sich eine Hintere Trommelbremse mit einer Nabenschaltung verbinden lässt.

Eine Trommelbremse hat zwei Bremsbeläge, die sich gegenüberliegen. Sie werden durch einen Mechanismus aktiviert, der sie auf einer oder auf beiden Seiten auseinanderdrückt. Dieser Auswärtsdruck gegen die Innenseite der Trommel erzeugt Reibung. Die Trommel ist Teil des Nabenkörpers oder wird an die Nabe angeschraubt und verlangsamt durch die Reibung das Laufrad.

Die Bremsbeläge sind auf einem Bremsträger montiert, der mit der Achse und durch eine Drehmomentstütze mit dem Rahmen oder der Gabel verbunden ist, um Drehmoment aufzunehmen.

Die meisten Trommelbremsen aus dem Automobilbereich werden durch Hydraulikkolben angesteuert. Eine Fahrradtrommelbremse hat jedoch eine Seilzugansteuerung, die eine Nocke bewegt durch die die Bremsbeläge auswärts gedrückt werden.

Der mechanischen Einfachheit halber haben Fahrradbremsen einen Simplex Mechanismus. Jedes Ende eines Bremsbelags ist mit einem Gelenk verbunden. Die Beläge bewegen sich kaum auswärts und hat geringen Verschleiß. Der führende Bremsbelag ist derjenige, bei dem sich die Bremstrommel in Richtung des Gelenks bewegt. Umgekehrtes gilt für den folgenden Belag. Die Rotation der Trommel sorgt dafür, dass sich der führende Bremsbelag "eingräbt" und somit stärker gegen die Trommel drückt und Last von der Nocke nimmt.

Anfänglich verschleißt der führende Bremsbelag stärker. Jedoch sorgt die Nocke für gleichen Versatz beider Bremsbeläge (mehr oder weniger wegen der kleinen Unterschiede im Radius des Bewegungsspiels der Nocke). Welcher Bremsbelag der führende ist, hängt von der Rollrichtung des Fahrrads ab.

Der Duplex-Typ hat effektiv zwei führende Bremsbeläge. Wenn das Fahrzeug rückwärts statt vorwärts rollt ist der Duplex Typ weniger effektiv als der Simplex-Typ.

Trommelbremsentypen

Die Hitzeableitung funktioniert, ohne dass der Reifen überhitzt werden kann. Das ist insbesondere bergab bei Schleppbremsen von Tandems oder Lastenrädern wichtig. Man kann das Laufrad modifizieren, mit Dingen, die bei Felgenbremsen unmöglich wären.

Vor- und Nachteile von Trommelbremsen

  • Vorteile:
    • Nabenbremsen überwölben nicht den Reifen.
    • Bei manchen Rahmen kann man keine Felgenbremsen anbringen (fehlende Cantisockel).
  • Nachteile:
    • Eine Nabenbremse wird wesentlich heißer als eine Felge bei einer Felgenbremse. Man riskiert Verletzungen, wenn man sie berührt.
    • Die Bremswirkung einer Nabenbremse hängt vom Durchmesser der Trommel oder Scheibe ab.
    • Das Drehmoment bei heftigem Einsatz am Vorderrad führt zum Einfluss der Bremse auf das Lenkverhalten, außer die Gabel ist außergewöhnlich steif.

Wenn die Trommel verschlissen ist, muss die Nabe und damit im Allgemeinen das ganze Laufrad getauscht werden. Eine Trommelbremse kann wegen des Selbstverstärkungseffekts der führenden Bremsbelags manchmal blockieren und sich nicht lösen, wenn das Fahrrad steht.

Die Schmierung kann die Bremsbeläge einer Trommelbremse verschmutzen, wenn die Laufradlager sich innerhalb der Trommelbremse befinden. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Bremse heiß wird und die Nabe eine Ölschmierung hat. Die meisten Trommelbremsen haben schlechte Hitzeableitungseigenschaften, so dass sie anfällig sind für Bremsschwund.

Eine Trommelbremse erschwert den Aus- und Einbau eines Laufrads. Die meisten Trommelbremsen haben keine Schnellspannachse. Die Drehmomentstütze und der Zug müssen gelöst und wieder befestigt werden. Scheibenbremsensättel und -scheiben können untereinander ausgetauscht werden.

Die meisten Trommelbremsen haben die Speichenlöcher auf der Außenseite der Trommel. Der große Außendurchmesser zum Einspeichen erfordert spezielle Aufmerksamkeit beim Laufradbau. Die einseitige Montage produziert einseitige Belastung der Gabel, die potenziell zu Probleme im Fahrverhalten führen können.

Die Belastung der Gabel ist erheblich, weil die Drehmomentstütze das Drehmoment des Bremsvorgangs auf einem relativ kurzen Hebel von der Nabe auf die Gabel überträgt.

Jedoch kann die Trommelbremse nicht das Vorderrad aus den Ausfallenden der Gabel ziehen (wie es eine Scheibenbremse könnte), weil die Bremsplatte und die Trommel beide an der Achse montiert sind. Kräfte der Bremsbeläge und der Trommel sind gleich und wirken in gegenläufiger Richtung an der Achse.

Wartung und Einstellung

Eine Trommelbremsennabe benötigt die gleiche Lagerwartungsarbeit wie andere Naben und gelegentliches justieren der Züge, um den Bremsbelagverschleiß auszugleichen. Wenn Zugjustierung die Bremsleistung nicht wiederherstellen kann, sollte die Bremse demontiert werden, um die Beläge auf Verschleiß und Verschmutzung zu prüfen. Oft sind die Beläge einfach verglast und leichtes schleifen mit Sandpapier heilt das Problem.

Die Fahrradbremse ist die Komponente, die dich in einer brenzligen Situation vor einem Fahrradunfall bewahrt. Du regulierst über die Bremse die Geschwindigkeit und bringst durch Bremsen dein Fahrrad zum Stehen. Der Bremshebel am Lenker überträgt die Bremskraft auf die Laufräder aber nur, wenn sich der Bremsbelag korrekt auf die Felge drückt. Durch äußere Einflüsse wie das Wetter oder Schmutz ist der Verscheiß der Bremsbeläge irgendwann so groß, dass der Bremseffekt nachlässt. Kontrolliere deshalb regelmäßig deine Bremsanlage am Rad und führe eine Wartung durch.

Ein Problem besteht ebenfalls, wenn du den Bremshebel drückst und keine Bremswirkung zu spüren ist. Überprüfe, ob das Zugseil korrekt gespannt ist oder durchhängt. Wenn Bremsen quietschen, deutet das auf mangelhafte Bremsscheiben oder verschlissene Bremsbeläge hin.

Einstellschritte im Detail

  1. Zugspannung prüfen: Überprüfe, ob das Zugseil korrekt gespannt ist oder durchhängt.
  2. Abstand prüfen: Profis empfehlen einen Abstand zwischen Bremsbelägen und Felge von zwei bis vier Millimetern. Die Distanz sollte auf beiden Seiten gleich sein. Im normalen Zustand dürfen die Bremsklötze die Felge nicht berühren.
  3. Bremsbeläge justieren: Wenn du neue Bremsbeläge montieren willst, löst du die Schraube, an der die Beläge befestigt sind. Anschließend richtest du die neuen Beläge an der Felge aus. Schraube danach alles wieder fest und prüfe, ob du die Fahrradbremse nachstellen musst. Dazu ziehst du am Bremshebel und kontrollierst die Bremswirkung.
  4. Seilzug prüfen: Der Seilzug sollte nirgendwo klemmen.
  5. Abstand korrigieren: Mit dem Zugeinsteller oder der Schraube für die Befestigung korrigierst du den Abstand zwischen der Felge und den Bremsbelägen. Der Abstand vergrößert sich, wenn die Schraube oder der Zugeinsteller im Uhrzeigersinn gedreht werden. Um die Distanz zu verkleinern, drehst du das Werkzeug entgegen dem Uhrzeigersinn.
  6. Zentrierung prüfen: Einige Bremsen bei Fahrrädern verfügen an den Bremsbügeln über eine Schraube zum Zentrieren der Bremsbeläge.

Allgemeine Tipps zur Fahrradbremse

  • Es sollte selbstverständlich sein, dass der Zug zu jeglicher Vorderradnabenbremse bei einer Federgabel grundsätzlich in einer Zughülle verlaufen muss.
  • Betätige den Bremshebel, wenn Du die Kontermutter, die die Bremsbeläge gegen die Bremsplatte sichert, festziehst.
  • Ziehe Achsenmuttern und Drehmomentstütze in kleinen Schritten fest, damit sie sich nicht gegenseitig festziehen, bevor sie ihre endgültige Position erreicht haben.
  • Die Drehmomentstütze muss sicher an einen Teil der Gabel oder des Rahmens befestigt werden, der den Drehmomenten der Bremse widerstehen kann.

Regelmäßige Vor- und Zurückbewegung wird die Achsenmutter lösen.

Wichtig: Prüfe in regelmäßigen Abständen die gesamte Bremsanlage an deinem Bike. Als Faustformel gilt, einen monatlichen Check der Bremsanlage durchzuführen, wenn du täglich Rad fährst.

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