MTB Knieschoner Test Vergleich: Sicherheit und Komfort im Fokus

Biken gilt als besonders schonend für die Gelenke, da die kreisförmige, regelmäßige Bewegung Blut durch die Gelenkknorpel pumpt, wodurch vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird. Das Knie wird quasi geschmiert wie ein Lager mit der Fettpresse. Doch die hohe Sturzgefahr beim Mountainbiken birgt auch Risiken. Laut einer Statistik der AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie) sind drei Viertel aller Verletzungen Schürfwunden, Platzwunden und Prellungen der unteren Extremität. Zumindest am Knie ließen sich viele der Verletzungen verhindern oder zumindest abschwächen. Doch Knieschoner haben noch immer keinen allzu guten Ruf: schwitzig, schwer und unbequem - so lauten die gängigen Vorurteile.

Moderne Knieschoner: Sicher und trotzdem bequem

Mag sein, dass das vor einigen Jahren noch zutreffend war, als man versuchte, mithilfe von hartschalenbedeckter Schaumpolster die Einschläge abzufangen. Doch die Einführung sogenannter viskoelastischer PU-Schäume hat den Knieschoner-Markt einmal auf links gekrempelt. Ihre Eigenschaften sind geradezu phänomenal: Sie sind leicht, sprechen selbst bei geringen Krafteinwirkungen ohne Verzögerung an und nehmen schon nach kurzer Zeit wieder ihre ursprüngliche Form an. Zudem sind die PU-Schäume im Gegensatz zu vielen anderen Dämpfungsmaterialien mehrschlagfähig und passen sich flexibel der Anatomie des Trägers an.

Für unseren aktuellen Test haben wir ein Gewichtslimit von 400 Gramm für das Paar in Größe L gesetzt. Alles, was darüber liegt, empfiehlt sich eher für den Einsatz im Bikepark und ist mehr auf maximalen Schutz im Downhill als auf Tragekomfort und Belüftung ausgelegt. Zwölf Knieschoner haben diese Hürde genommen und wurden von uns sowohl im Labor als auch in der Praxis ausgiebig getestet. Die leichten Trail-Schoner schneiden im Labor zum Teil kaum schlechter ab als schwere Modelle für den Bikepark. Weil ihnen aber die Klett-Straps zur besseren Fixierung fehlen, ist eine optimale Passform hier besonders entscheidend.

Die Testkriterien

Selbstverständlich müssen alle Knieschoner, die in Deutschland in den Verkauf gehen, die Normprüfung EN 1621-1:2012 bestehen. Dass es innerhalb dieser Grenzen jedoch große Unterschiede gibt, beweist unser Test. Mit gerade mal 9,57 kN Restkraft würde der Flow 2.0 von IXS auch locker das schwere Level 2 der Norm erfüllen. Pearl Izumis Summit nimmt dagegen mit 30,76 kN nur knapp die Hürde zu Level 1. Das ist ein gewaltiger Unterschied, bestätigt Sas-Tec-Experte Holger Hertneck. Um es etwas bildhafter zu machen, könnte man es mit dem Bremsweg eines Pkw vergleichen. Es ist, als würde ein Fahrzeug schon nach 30 Metern zum Stehen kommen, ein anderes erst nach 60. Die Folgen kann sich jeder selbst ausmalen.

Unser aufwändiges Testprozedere für Knieschoner besteht zum einen aus einem ausgiebigen Praxistest, zum anderen aus der Laborprüfung. Sie möchten mehr über den Ablauf wissen? Wir haben alle wichtigen Infos in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Laborwerte im Überblick

Erstaunlich, wie gut selbst die leichten Trail-Protektoren vor Verletzungen schützen. Die besten Modelle können sogar mit guten Bikepark-Knieschonern mithalten.

Für eine bessere Übersicht haben wir alle Werte der getesteten Knieschoner in einer einzigen Tabelle zusammengefasst. Den ausführlichen Test zu den jeweiligen Modellen finden Sie hinter den Modellbezeichnungen weiter oben im Artikel.

Es ist auf jeden Fall besser, einen leichten Schoner zu tragen, als gar keinen! - Holger Hertneck, COO/Prokurist SAS-TEC GmbH, im Interview

BIKE: Die Knieschoner im Test machen teils keinen allzu soliden Eindruck - kann ich mich auf ihre Schutzwirkung verlassen?

Holger Hertneck: Zumindest was die Impact-Prüfungen anbelangt, bieten auch die leichteren Trail-Schoner im Testfeld normgerechten Mindestschutz. Und auf alle Fälle ist es besser, einen leichten Protektor zu tragen, als gar keinen! Allerdings sollte man auf guten Sitz achten, der ist bei Light-Schonern aufgrund zumeist fehlender Fixiermöglichkeiten oft etwas kritisch. Worauf sollte ich beim Schonerkauf achten?

Nach Möglichkeit Schoner mit Markenprotektoren verwenden. Ein nach Motorradnorm EN 1621-1:2012 geprüfter Protektor ist die Mindestanforderung. Ob ein Level-1-Protektor genügt oder ob es das höhere Schutzlevel 2 sein soll, muss jeder für sich entscheiden. Schließlich schränken dickere, schwerere Kandidaten zumeist die Beweglichkeit etwas ein. Ganz wichtig: eine Anprobe oder sogar Probefahrt, um den perfekten Sitz zu prüfen.

Wenn hochwertige Marken-Schaumprotektoren drin stecken, können Schoner zumeist bedenkenlos weiterverwendet werden - ein visueller Check, ob Risse oder Ausbrüche entstanden sind, vorausgesetzt Hartschalenprotektoren und minderwertige Schäume sind nach einem Impact meist hinüber (zu sehen an irreversiblen Verformungen). Ähnlich wie bei Helmen, deren EPS- oder EPP-Schale nach einem Einschlag komprimiert bleibt und nicht mehr den vollen Schutz bietet.

Diese Angabe sollte sich auf den Wasch-Labels am Produkt befinden. Wir von SAS-TEC empfehlen, die Schaumprotektoren vor dem Waschen herauszunehmen, da die Belastungen beim Waschen in der Maschine nicht absehbar sind (Stichworte: Temperatur, Waschmittel, Füllgrad, Schleudergang). Manuelle Handwäsche ist hingegen gar kein Problem.

Alle hochdämpfenden viskoelastischen PU-Schäume werden bei niedrigen Temperaturen steifer und bei hohen weicher. Das liegt an Ihren physikalischen Eigenschaften.

IXS Flow 2.0 Knieschoner - Ausstattung

Der IXS Flow 2.0 setzt als einer der wenigen leichten Schoner auf dem Markt auf einen Klett unterhalb der Kniekehle für besseren Halt auf dem Trail. Zusätzlich gibt es ein breites Silikonband am Oberschenkelabschluss.

Beim Protektor verwendet IXS das hauseigene XMatter-Material. Der Protektor selbst ist gut ans Knie vorgeformt und lässt sich zum Waschen leicht aus dem eher kurz gehaltenen Strumpf entnehmen. Die Seitenkennung am Knieschoner ist gut sichtbar an der Innenseite angebracht, das erleichtert das Handling. Zudem ist der IXS als einer der wenigen Kandidaten vollständig beschriftet.

Der etwas dickere Xmatter-Protektor erreicht auf dem Prüfstand hervorragende Werte und landet im Schnitt bei 12,01 kN. Über der Kniescheibe liegt der Restwert bei gerade mal 9,57 kN, der beste Wert in dieser Kategorie. Damit ist der IXS Knieschoner absolut konkurrenzfähig zu schweren Park-Modellen und bietet dem Träger ausgezeichneten Schutz.

Hoher Tragekomfort

Der IXS Knieschoner gefällt vor allem durch sein unkompliziertes Handling. Hier muss man nicht lange einen labbrigen Strumpf zurechtpfriemeln oder ein unförmiges Pad überm Knie ausrichten. Reinschlüpfen und passt! Auch ohne allzu langen Strumpf sitzt der Flow 2.0 recht satt und sicher am Knie. Das liegt zum einen am sauber vorgeformten Protektor, zum anderen am zusätzlichen Klett-Strap unterhalb der Kniekehle. Dieser bewirkt, dass der Knieschoner kaum in Richtung Wade ausweichen kann. Selbst beim Sturz bleibt der IXS noch gut in Position. Das durchgängige Mesh an der Rückseite sorgt für passable Belüftung, auch wenn es unter dem Protektor etwas schwitziger wird, und kommt gänzlich ohne Nähte aus. Das erhöht den Komfort auf längeren Tretpassagen und verhindert effektiv Druckstellen. Lediglich am Übergang zum Schienbein kann das Pad etwas drücken. Ansonsten: toller Schoner für Trail und Enduro.

Der IXS Flow 2.0 Knieschoner gefällt vor allem durch sein unkompliziertes Handling: anziehen und passt. Er verfügt als einziger Schoner im Vergleich über einen Klett-Strap unterhalb der Kniekehle, der den Sitz spürbar verbessert. Zudem liefert der sauber vorgeformte Protektor Top-Werte im Labor. Beim Treten stören keinerlei Nähte. Das Pad ist entnehmbar, der Schoner korrekt ausgezeichnet. Belüftung: okay.

Details und Preis des IXS Flow 2.0

  • Preis: 95,90 Euro
  • Gewicht / Größen: 307 Gramm / S-XXL
  • Herstellungsland: China
  • Ausstattung: Polster herausnehmbar; elastische Abschlüsse; Klett unter dem Knie; Mesh Rückseite
  • Protektor / Schutz-Level: XMatter / EN 1621-1, Level 1
  • Protektor entnehmbar: ja
  • Restkraft (Mitte / Unten / Seite): 9,57 / 12,4 / 14,07

MTB-Knieschoner im Vergleich: Leichte vs. Dicke Modelle

Während Bikes seit einigen Jahren immer abfahrtstauglicher werden, kommen in letzter Zeit immer leichtere Knieprotektoren auf den Markt. Was wie ein Widerspruch klingt, folgt jedoch einer eigen(artig)en Logik. Denn zu den ebenfalls angesagten Enduro-Bikes, Jet-Helmen, Trail-Hoodies und Hipbags sehen die schlanken, dezenten Knieschützer einfach cooler aus als ihre wuchtigen Pendants mit Klettverschlüssen und dicken Zusatzpolstern. Außerdem, so die Behauptung, stören leichte, strumpfartige Protektoren kaum beim Pedalieren und können daher während mehrstündiger Ausfahrten durchgehend getragen werden. Stimmt das? Und vor allem: Wie viel Schutz bieten die schlanken Versionen, verglichen mit ihren "großen Brüdern"? Um diese Fragen zu beantworten, treten in diesem Test leichte und schwere Protektoren von sechs Herstellern als Duelle gegeneinander an.

Das günstigste Modell im Testfeld stammt von O’Neal (75 Euro), im Durchschnitt kostet ein Paar leichte Protektoren knapp 100 Euro und wiegt rund 300 g. Unter den schweren findet sich folgerichtig das teuerste Modell, der Troy Lee Designs Raid (160 Euro). Im Schnitt kosten die schweren 30 Euro mehr und wiegen mit durchschnittlich 475 g satte 60 Prozent mehr als ihre leichten Verwandten. Mit den leichten Protektoren spart man also Gewicht und Geld.

Dass dabei aber nicht zwangsläufig an der Schutzwirkung gespart wird, beweisen die Modelle von 7IDP, Bluegrass und Troy Lee Designs, denn sie erfüllen problemlos die Anforderungen der Schutzstufe Level 2. Kein Wunder, denn im Inneren von 7IDP und Bluegrass übernehmen die gleichen Protektor-Elemente die Aufgabe der Schlagdämpfung wie bei den schweren Artgenossen. Lediglich der Aufbau der Hülle ist bei den schweren Modellen detailreicher und solider. Das sorgt allerdings auch nur für einen geringen Gewichtsnachteil - im Falle von 7IDP und Bluegrass von etwa 100 g. Anders die Leichtprotektoren von O’Neal, Poc und TSG: Diese sind deutlich minimalistischer gestaltet und erfüllen daher auf dem Prüfstand nur die geringeren Anforderungen für die Schutzklasse Level 1.

In puncto Sicherheit geht das Duell "leicht gegen schwer" also tendenziell zu Gunsten der schweren Modelle aus. Und das, obwohl die Bewertung zusätzliche Schutzelemente wie seitliche Schaumstoffpolster oder eine größere Protektorfläche nur geringfügig aufwertet.

Komfort ist entscheidend

Neben der Schutzleistung ist auch der Tragekomfort wichtig. Was nützt der beste Schoner, wenn er wegen schlechter Passform nicht getragen wird. Deshalb mussten sich die zwölf Schoner auch im Praxistest beweisen. Hier zeigten besonders die leichten Modelle, allen voran O’Neal und Poc, rutschfesten, sicheren Sitz mittels straffer Passform. Aber auch die Leicht-Schoner von 7IDP und Troy Lee Designs sowie die schweren Modelle von Bluegrass und TSG stechen in Sachen Tragekomfort heraus. Sie alle eignen sich locker für stundenlanges Pedalieren. Dass die Belüftung der leichten Modelle konstruktionsbedingt besser ist, überrascht kaum. Dünnere Materialien und der weitgehende Verzicht auf zusätzliche Polster aus Schaumstoff sorgen für Luftzirkulation, Schweißtransport und schnelle Trocknung.

Obwohl die Schutzelemente bei Handwäsche mitgewaschen werden können, ist ihre Entnehmbarkeit von Vorteil. So kann die verschmutzte, verschwitzte Hülle gründlich in der Waschmaschine gereinigt werden. Diese Möglichkeit bieten aber nur die Protektoren von 7IDP, der O’Neal Redeema und der TSG Task A 2.0.

Die Duelle im Detail (2024)

Der beste Schutz ist der, den du auch wirklich trägst - doch trifft das auch auf dünne Knieschoner zu? Und sind die dicken Kontrahenten aus gleichem Hause auch wirklich immer besser? Hier eine Zusammenfassung der Duelle:

  1. 7IDP Sam Hill Knee & 7IDP Project Knee: Der lange Beinling des leichten Modells Sam Hill bietet eine perfekte Passform und liegt beim Treten definiert und ohne zu scheuern am Knie an. Das dickere Modell Project sitzt trotz doppelter Klettbefestigung oben deutlich schlechter und steht durch die umlaufende Polsterung und die zusätzliche Gummischutzfläche, die das Protektor-Pad versteifen, ab. Mit Werten von 12,5 kN (Sam Hill) und 11,6 kN (Project) erfüllen beide Modelle die Level-2-Anforderungen. In Sachen Gewicht, Belüftung und Verarbeitung hat der leichte Protektor die Nase vorn und entscheidet das Duell für sich.
  2. Bluegrass Skinny D30 & Bluegrass Solid D30: Ein Blick auf die Aufprallkurven verrät sofort, dass in diesem Duell baugleiche Protektoren gegeneinander antreten. Die Mittelwerte von 15,7 kN (Skinny) und 15,4 kN (Solid) unterschreiten die Level-2-Vorgaben problemlos. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist der seitliche Reißverschluss des Solid, der das An- und Ausziehen deutlich vereinfacht und beim Pedalieren einen definierteren Sitz ermöglicht. Da das höhere Gewicht den Komfortvorteil des Solid wieder ausgleicht, geht das Duell unentschieden aus.
  3. O'Neal Junction Lite & O'Neal Redeema Knee: Das Duell Junction vs. Redeema geht unentschieden aus, denn der Redeema bietet mehr Komfort und Sicherheit, was der Junction mit besseren Werten in den anderen Testkategorien kompensiert. Der Redeema erfüllt im Durchschnitt Level 2 (13,8 kN), der Junction „nur“ Level 1 (22 kN). Positiv hervorzuheben ist das herausnehmbare Protektor-Pad des Redeema, was die Reinigung erleichtert.
  4. Troy Lee Designs Stage Knee & Troy Lee Designs Raid Knee: Der leichte Stage beweist einmal mehr, dass auch ein minimalistischer Knieschoner „ohne alles“ besser sitzen kann als ein wuchtiger „bulliger“ Knieschoner mit Klettverschlüssen. Das zeigt auch der schwere Raid von TLD, der seitlich und zum Schienbein hin mit dicken Polstern versehen ist, sodass er sich beim Treten weniger gut anschmiegt und vom Knie abhebt. Beide Modelle fallen schön lang aus und bieten viel Schutz. Der Raid setzt sich mit einem Restkraftwert von niedrigen 9,4 kN gar an die Spitze des Testfeldes (Level 2). Auch der Stage erfüllt mit 14,6 kN Restkraft die Anforderungen für Level 2 und holt sich verdient den Testsieg unter den leichten Schonern.
  5. Poc VPD Air Flow Knee & Poc Oseus VPD Knee: Die beiden Poc-Schützer sind die leichtesten Protektoren ihrer jeweiligen Kategorie im Test. Der nur 332 g leichte Oseus kann durchweg punkten. Mit durchschnittlich weniger als 9,8 kN Restkraft liefert er den zweitbesten Wert im Test, erfüllt also problemlos Level 2. Der noch leichtere, dünne und mit nur kleinem Pad ausgestattete Air Flow erreicht nur einen Mittelwert von 25,3 kN und damit Level 1. Beide Modelle kommen ohne Klett aus und sitzen dank enger Passform dennoch rutschfest. Der Oseus holt in der Kategorie „schwer“ souverän den Testsieg.
  6. TSG Knee-Sleeve Dermis A & TSG Kneeguard Task A 2.0: Flaches, gestanztes Protektor-Pad ohne ergonomische Vorformung in einen Knieling eingenäht - der leichte TSG-Schützer ist für seine einfache Bauweise erstaunlich teuer. Der wesentlich aufwendigere Task trumpft mit abnehmbarem Schienbeinschutz(!), Klettverstellung, Seitenpolster, herausnehmbarem und vorgeformtem Pad für nur 40 Euro mehr. Und mit durchschnittlich 11,7 kN erfüllt der Task Level 2, bietet damit den doppelten Schutz des Dermis (23,4 kN, Level 1).

17 Knieprotektoren im Labortest (2022)

Knie heilt nie, weiß der Volksmund. Damit deine Gelenke allzeit perfekt geschützt sind, haben wir 2022 bereits satte 17 Modelle ausführlich in Labor und Praxis geprüft. Doch Obacht: Die Ergebnisse sind aufgrund einer anderen Testmethodik nicht mit denen des vorangegangenen Tests vergleichbar - wie wir getestet haben, findet ihr weiter unten!

Die Testsieger 2022

  1. POC Oseus VPD Knee: Der teure Oseus ist superleicht, vermittelt jedoch Sicherheit wie ein „Großer“. Auch im Schlagtest zeigte sich das VPD-Material extrem effektiv, mit langsam ansteigender Kurve und sehr geringer Maximalkraft (7,42 kN). Erfüllt Schutzlevel 2 ohne Probleme. Im Praxistest brilliert er mit straffem Sitz, schmiegt sich dank perfekt vorgeformter Kontur ideal ans Knie. Dank seitlicher Zusatzpolsterung ist das Gelenk auch bei kleineren Ausrutschern geschützt.
  2. Cube Knieschoner X Actionteam: Das feste Protektorpad des Cube punktet mit dem besten Durchschnittswert (8,55 kN), unterbietet die Level-2-Vorgaben ergo um mehr als 100 Prozent! Zudem steigt die Kurve extrem flach an, die Energie wird sehr schonend an den Körper weitergegeben. Durch den langen Schnitt sitzt er sehr definiert, trägt sich aber recht schwitzig. Auch ist das Protektorpad recht steif und weniger komfortabel. Seitliche Polster spenden zusätzlichen Schutz.
  3. Fuse Protection Omega Knieschoner: In fünf Erwachsenen- und zwei Kindergrößen erhältlicher Knieprotektor, der die Vorgaben für Schutzlevel 2 problemlos erfüllt. Fällt sehr eng aus, auch die Schutzfläche des Protektors zählt zu den kleineren. Superleicht und sehr luftig, ist der Fuse als Langstreckenschützer bestens geeignet, wenn die minimal kratzige Quernaht im Kniescheibenbereich nicht stört. Durch sein geringes Gewicht und Packmaß findet er in jedem Rucksack Platz.
  4. Amplifi Havok Knee Zip: Dank hoher Schlagdämpfung mit langsam ansteigender Kraftkurve und geringem Maximalwert von 9,44 kN erfüllt der Amplifi die Vorgaben für Schutzlevel 2 spielend. Seitlich vernähte Schaumpolster vergrößern die Schutzfläche, drücken jedoch aufs Gewicht. Trägt sich etwas schwitzig, sitzt beim Pedalieren aber sehr komfortabel. Der seitliche Reißverschluss zum Ablegen des Protektors läuft, ohne zu hakeln. Absolut tadellos verarbeitet.
  5. Bluegrass Skinny D3O: Minimalistischer, luftiger Protektor mit D3O-Pad, der dennoch Schutzlevel 2 mit einem Durchschnittswert von 17,48 kN erfüllt. Die Kraft wird jedoch recht schnell an den Körper übertragen. Aufgrund des rückseitig sehr luftigen Materials, trägt er sich allzeit nahezu schwitzfrei. Das weiche Pad folgt der Tretbewegung perfekt, zudem sitzt der Bluegrass rutschfest und bietet eine gutmütige Passform. Seitlich keine Schutzpolster eingearbeitet.
  6. Dainese Rival Pro Knee Guards: Zentral auf der Kniescheibe schützt der Dainese mit gleitender Metallkappe, hoher Protektordicke und Komfortschaum, nach außen verjüngt sich das Pad. Aus extrem luftigem Stoff gefertigt, sitzt der Protektor beim Pedalieren sehr definiert und komfortabel, wenngleich das Polster seitlich leicht absteh...

Zusätzliche Informationen und Testdetails

Unser Test besteht aus zwei Teilen: Im Labortest sind die Schoner auf dem Prüfstand unter gleichen Bedingungen auf Stoßabsorption getestet worden. Zusätzlich hat unser Redaktionstest die Schoner auf den Trails auf Tragekomfort, Passform, Belüftung und Look geprüft. Den Labortest haben wir bei Protektoren-Spezialist SAS-TEC in Markgröningen durchgeführt, als verkürzte Version der CE-Prüfung nach EN 1621-1:2012, die Gelenk-Protektoren für Motorrad-Schutzkleidung definiert. Da es keine offizielle Zertifizierung für Mountainbike-Schoner gibt, wird diese üblicherweise als Referenz herangezogen.

Dabei fällt ein 5 kg schweres Metallgewicht aus einer Höhe von etwa einem Meter auf den Schoner. Dieser liegt auf einem halbkugelförmigen Amboss, unter dem Sensoren die auftretenden Restkräfte messen. Ohne Schoner wirkt durch den Aufprall eine Kraft von rund 180 kN - was in etwa 18 Tonnen entspricht. Bei Schutzlevel 1 darf die durchschnittliche Kraft verteilt auf 9 Messpunkte nicht über 35 kN betragen.

Wir haben alle Protektoren an drei Messpunkten mit und ohne Stoff-Sleeve gemessen. Wie bereits erwähnt, haben alle Kandidaten Level 1 problemlos bestanden, manche sogar das höhere Level 2. Diese sind aber meist auch etwas dicker und schwerer.

Der Praxistest wurde von unseren Redakteuren durchgeführt. Hier haben wir die Knieschoner auf zahllosen Feierabendrunden, Tagestouren und Bikepark-Laps getragen. Das Testfeld besteht aus 14 Knieschonern der relevantesten Marken. Auch wenn sie alle auf ähnliche oder teils sogar gleiche Protektoren setzen, so unterscheiden sie sich doch deutlich in den oben genannten Punkten.

Das Ergebnis des Labortests ist immer mit dem Protektor im Sleeve ermittelt worden. Es ist der Durchschnitt von drei Messpunkten: einen zentral auf der Kniescheibe, einen weiter unten und einen an der Seite.

Der Schoner, der alle - teilweise gegensätzlichen - Eigenschaften vereinen kann, ist das Rapha Trail Knee Pad. Auch ohne Klettverschluss sitzt er wie angegossen und ist auch nach langen Tagen im Sattel super bequem. Dazu weist er eine der besten Stoßdämpfungen im Test auf.

Weitere Aspekte bei der Wahl des Knieschoners

Ein leichtes Drücken auf das Schienbein, ein kleines Zwicken in der Kniekehle oder ein Reiben auf der Wade sind für ein paar Minuten nicht weiter schlimm. Wenn man aber stundenlang mit den Schonern pedaliert, werden diese kleinen Unannehmlichkeiten schnell zu großen Problemen.

Das A und O eines guten Knieschoners ist, dass er gut sitzt. Denn den Schoner alle paar Minuten hochziehen zu müssen, ist nervig. Und wenn er dann bei einem Sturz nicht da bleibt, wo er hingehört, kann es böse enden. Natürlich sollte das sowohl unter langer als auch kurzer Hose funktionieren.

Je nach Hersteller gibt es im Testfeld viele verschiedene Ansätze. Manche Schoner sind nur zum Reinschlüpfen, wie ein Strumpf, während andere mit Klettverschlüssen an Oberschenkel, Wade oder in der Kniekehle fixiert werden. Die meisten Modelle besitzen zudem einen Streifen aus Gummi oder Silikon an Oberschenkel oder Wade, um zu verhindern, dass sie rutschen.

Für die Belüftung eines Knieschoners spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen das Material selbst und seine Stärke. Zum anderen aber auch das Design des Sleeves, in das der Protektor eingesetzt ist. Hier gibt es Hersteller, die den Bereich der Kniekehle auslassen oder nur ein dünnes Mesh einsetzen. Sogar auf der Vorderseite mancher Schoner finden sich Lüftungslöcher.

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