Systemlaufräder sind begehrt, weil sie jedes Rennrad schöner, leichter und meist auch schneller machen. In einem aufwendigen Dauerhaltbarkeitstest wurde nach Antworten gesucht, wie lange sie halten.
Die Vorzüge von Systemlaufrädern
Dass der Siegeszug der Systemlaufräder ungebrochen ist, hat dennoch gute Gründe: Sie sind leicht, steif, aerodynamisch und sehen gut aus. Im Neuzustand funktionieren alle tadellos, doch die wahre Qualität zeigt sich erst im Verlauf vieler Tausend Kilometer.
Fulcrum Racing 3: Ein Topseller im Fokus
Der italienische Laufradhersteller hat seinen Topseller Racing 3 überarbeitet. Darüber hinaus kommen die zwei neuen Aero-Wettkampflaufräder Speed 40 C und Speed 55C.
Technische Neuerungen des Fulcrum Racing 3
Wichtigste technische Neuerung der überarbeiteten Racing 3 ist die breitere Alu-Felgen: Sie misst nun innen 17 Millimeter. Entsprechend bauen die Reifen breiter, was den Rollwiderstand senkt und den Komfort erhöht. Laut Fulcrum soll dies die Felge zum einen stabiler machen und zum anderen besser aussehen. Optisch ungewöhnliche, aber durchaus ansprechende Ausfräsungen weist auch die Nabe auf, auf der die Decals mittlerweile nicht mehr aufgeklebt, sondern einpoliert sind.
Unverändert sind die unterschiedliche Felgenhöhe (vorne 25, hinten 30 Millimeter), die 2:1-Einspeichung am Hinterrad, der Oversize-Flansch am Freilauf sowie die einstellbaren Konuslager. Das Setgewicht der nicht tubeless-fähigen Clincher gibt Fulcrum mit 1560 Gramm an (ohne Schnellspanner), der Satz soll um die 590 Euro kosten.
Fulcrum Speed 40C und Speed 55C: Aero-Wettkampflaufräder
An Straßenrennfahrer und Triathleten richten sich die Aero-Laufräder Speed 40C und Speed 55C. Als "klassische" Drahtreifen-Laufräder sollen sie alltagstauglicher sein als die schon länger erhältlichen Schlauchreifen-Versionen. Tubelessfähig sind sie hingegen nicht.
Die Ziffern in der Modellbezeichnung beziehen sich auf die Profilhöhe: 40 bzw. 55 Millimeter sind die Vollcarbon-Felgen hoch. Bei einer Felgen-Außenweite von 24,2 Millimetern (innen 17 mm) sind die Laufräder für die Verwendung von 25 oder 28 Millimeter breiten Reifen optimiert, maximal sollen 50mm-Reifen fahrbar sein.
Gebremst wird auf der Felge, wobei ein neues, AC3 genanntes Verfahren zur Herstellung der Bremsoberfläche zum Einsatz kommt. Dabei werden die Carbonfasern in einem neuen Flechtmuster angeordnet und Harzspuren auf der Bremsflanke zudem per Laser entfernt. Vorteil laut Fulcrum: eine absolut ebene Oberfläche. Der Hersteller verspricht um mehr als 30 % verkürzte Bremswege bei Nässe.
Beide Laufradsätzen kommen mit Straight-Pull-Aerospeichen aus Edelstahl, (18 am Vorderrad, 21 am Hinterrad. Befestigt werden diese mit Alu-Nippeln. Die Vorderradnabe besteht aus einer Carbon-Hülse mit grauen Alu-Flanschen, die Hinterradnabe ist vollständig aus Aluminium gefertigt. Darin drehen sich USB-Keramiklager. Beide Laufradsätze sind kompatibel mit Shimano-/SRAM- oder Campagnolo-Schaltungen.
Aufgrund der weitestgehend identischen Ausstattung sind die Gewichtsunterschiede auf die unterschiedlichen Felgenhöhen zurückzuführen: Das Speed 40C kommt ohne Schnellspanner laut Hersteller auf 1420 Gramm Setgewicht und kostet 1922 Euro, das Speed 55C gibt Fulcrum mit 1470 Gramm an, 2043 Euro werden hier fällig. Beide Laufradsätze sollen ab sofort erhältlich sein, es gilt ein Gewichtslimit für den Fahrer von 109 Kilogramm.
Ab März 2018 wird mit dem Speed 55T DB zudem eine Schlauchreifen-Version für Scheibenbrems-Rennräder verfügbar sein.
Weitere Laufradmodelle von Fulcrum
Wer lieber mit flacheren Felgen unterwegs ist, findet möglicherweise im Racing Zero Carbon den richtigen Begleiter. Der Carbonclincher kommt laut Hersteller gerade mal auf 1340 Gramm Setgewicht, gebremst wird ebenfalls auf der mit dem neuen AC3-Verfahren behandelten Carbonflanke.
Für Freunde von Scheibenbremsen hat Fulcrum die Racing 4 DB mit 35 Millimetern Felgenhöhe, die nur 1610 Gramm schweren Racing 5 DB oder die preislich attraktiven Racing 7 DB im Programm.
Alternativen und Vergleiche: Felgenbrems-Laufräder im Test
Unter Rennradfahrern ist es die Stammtischfrage schlechthin: Felgen- oder Scheibenbremse? Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten.
Im Testfeld setzt sich aus alten Bekannten und Newcomern zusammen, wobei eins auffällt: Neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den beiden günstigeren Preiskategorien waren nicht zu kriegen - hier findet offenbar keine Entwicklung mehr statt.
Felgenbrems-Laufräder profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung. Die vier getesteten High-End-Laufradsätze kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker.
Testergebnisse der 20 Laufräder zusammengefasst:
- Cadex 42 Tubeless (Testsieger): Begeisternde Laborwerte, Messerspeichen aus Carbon, teuer, eingeschränkte Reifenwahl.
- Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp): Toller Fahreindruck, sehr viel Leistung fürs Geld, großzügige Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen.
- Campagnolo Bora WTO 33: Leicht, steif, schnell, tolle Bremsleistung, aber lautes Pfeifen beim Bremsen.
- DT Swiss PRC 1400 Spline 35: Toller Fahreindruck, Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen, niedrigstes Gewichtslimit im Vergleich.
- Easton EA90 SL (Testsieger): Leicht, steif, komfortabel, tolles Bremsverhalten, kein Gewichtslimit, Garantie nur ohne Rennen.
- Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp): Sehr leicht und sportlich, großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung, geringste Torsionssteifgkeit.
- DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21: Leicht, steif, schnell, dauerhaft schwarze Bremsflanke, etwas schwächere Bremsleistung bei Nässe.
Günstige Rennrad-Laufräder im Test
Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern.
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum.
Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart. Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten. Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss.
Sieben Rennrad-Laufräder mit breiten Felgen um 500 Euro im Test:
| Laufrad | Preis pro Satz | Gewicht v. / h. | Seitensteifigkeit v. / h. | Fahrergewichtslimit | Fazit | TOUR-Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aerycs Alutrek | 579 Euro | 761 / 893 Gramm | 51 / 46 N/mm | 120 Kilogramm | Sauber aufgebauter Satz mit Naben und Messerspeichen von DT Swiss. Breite Felge für Reifen ab 30 Millimeter. Viele Optionen, darunter auch eine 27,5-Zoll-Variante. | 2,9 |
| DT Swiss CR 1600 Spline | 559 Euro | 795 / 945 Gramm | 53 / 47 N/mm | 130 Kilogramm Systemgewicht | Stabiler Laufräder mit hohem zulässigem Fahrergewicht. Hochwertige Naben, breite Felge für Gravel- und Crossbereifung, aber auch für Straßenreifen ab 30 Millimeter. | 2,8 (Testsieger) |
| Fulcrum Racing 3 | 642 Euro | 776 / 883 Gramm | 49 / 44 N/mm | 109 Kilogramm | Straßenlaufrad mit relativ schmaler Felge, die sich noch für Gravelreifen um 40 Millimeter eignet. Steifigkeit trotz wenig Speichen okay, wer mit Gepäck fährt, sollte das Gewichtslimit beachten. | 3,1 |
| Leeze AC 25 Allroad | 599 Euro | 667 / 775 Gramm | 38 / 32 N/mm | 110 Kilogramm | Sehr leichter Laufradsatz mit hochwertigen Sapim-CX-Ray-Speichen und breiter, leichter Felge. Die Steifigkeiten sind unterm Durchschnitt, daher eher was für leichte Fahrer. Optional mit Keramiklagern. | 3,2 |
| Mavic Allroad S | 490 Euro | 836 / 981 Gramm | 56 / 42 N/mm | 120 Kilogramm | Schwerer, aber fahrstabiler Laufradsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. Geschlossene Tubeless-Felge ohne Felgenband. Adapter für Schnellspanner und 15-mm-Achsen als Zubehör erhältlich. | 3,1 |
| Ritchey Comp Zeta Disc | 426 Euro | 847 / 1000 Gramm | 55 / 48 N/mm | 110 Kilogramm | Preiswert, aber kein Leichtgewicht. Hohe Nabenflansche und stabile Speichen bringen Steifigkeit. Mit klassischen DT-Swiss-Speichen leicht zu reparieren. Nur für 6-Loch-Bremsscheiben! | 2,9 |
| Shimano GRX WH-RX570 | 610 Euro | 786 / 956 Gramm | 48 / 41 N/mm | k. A. | Einfaches Laufrad aus Shimanos Gravel-Gruppe mit durchschnittlichen Werten. | 3,1 |
Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
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