In dieser Analyse nehmen wir den Fulcrum Racing 7 Laufradsatz genauer unter die Lupe, vergleichen ihn mit ähnlichen Modellen und bewerten seine Leistung in verschiedenen Kategorien.
Einleitung
Unser Laufrad-Spezialist Martin vergleicht in dieser Serie ähnliche Laufradsätze miteinander, um die Unterschiede in verschiedenen Preisklassen aufzuzeigen. Um in dieser Serie keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, werden vor allem Räder aus ähnlichen Preisklassen gegeneinander antreten.
In dieser ersten Ausgabe "Sprint à deux" wird Martin die Einsteigermodelle im Rennradsegment von Mavic und Fulcrum unter die Lupe nehmen: Mavic Aksium Vs. Fulcrum Racing 7 LG.
Mit Preisen zwischen 100 und 200 Euro sind die beiden Laufradsätze deutlich im Einsteigerbereich angesiedelt. Mavic und Fulcrum bedienen allerdings auch den Mittelklasse- und Oberklassemarkt mit ihren Laufrädern und sind auch immer wieder als Sponsoren von Profi-Teams aufgetreten. Dieser reiche Erfahrungsschatz hilft den beiden Konkurrenten auch im Einsteigerbereich die besten Modelle für so wenig Geld wie möglich anbieten zu können.
Technische Details und Vergleich
Auf dem Papier scheinen sich die beiden Laufräder nichts zu nehmen. Das Gewicht, die Felgenbreite, die Lagerung und das Material von Felge, Freilaufkörper, Speichen und Nippel sind sich allesamt sehr ähnlich. Zunächst fällt auf, dass die "Fulcrum 7 LG"-Felgen höher sind, als die Mavic Aksium.
"Asymmetrische Felge" bedeutet, dass die Speichen nicht mittig auf die Felge treffen, sondern etwas zur Seite davon. Die Felge hat daher eine breite Seite und eine schmalere. Aus dem selben Grund wurde auch der Nabenflansch größer gemacht. Der Flansch ist das Verbindungsstück, mit dem die Speichen an der Nabe befestigt werden, das Herzstück des Rades sozusagen.
Ein weiterer großer Unterschied zwischen den beiden Rädern steckt in den Speichen. Straight-Pull Speichen gehen kerzengerade vom Flansch zur Speiche. J-Bend Speichen haben hingegen eine kleine Biegung mit der sie am Flansch befestigt werden. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen J-Bend und Straight Pull?
Kurz gesagt: Die Stabilität. Die Aksium-Räder sind also etwas steifer als die Fulcrum Racing 7 LG, und haben darüber hinaus auch noch 20 Speichen im Vorderrad, während im Vorderrad von Fulcrum lediglich 18 verbaut wurden. Fulcrum hat mit einer einstellbaren Nabe ebenfalls einen wichtigen Vorteil auf seiner Seite.
Achte allerdings darauf, dass es wichtig ist, ein klein wenig Spiel zu behalten, wenn man nicht auf dem Fahrrad sitzt.
Test von Rennrad-Laufrädern im Gelände
Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern. Wer wenigstens die Hälfte Asphalt unter die Räder nimmt, bewertet die oft stark profilierten Gravelreifen eventuell als zu breit und zu langsam. Für gelegentliche Ausflüge in die Botanik reichen 30- oder 32-Millimeter-Reifen, was schon an vielen Endurance-Rädern üblich ist und sich auf der Straße noch nach Rennrad anfühlt.
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss. Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal.
Das Problem: Während viele neue Carbonfelgen längst dieses Innenmaß aufweisen oder sogar noch breiter sind, kommen preiswerte Alu-Laufräder fürs Rennrad häufig noch mit nicht mehr zeitgemäßen 17 Millimeter Breite - optimiert für 25er-Rennradpneus. Dezidierte Gelände-Laufräder sind mit 24 Millimetern oder mehr dagegen meist zu breit für Straßenreifen.
TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.
Sieben Kandidaten konnten unserer Einladung trotz der weiterhin angespannten Liefersituation folgen, darunter große Hersteller wie DT Swiss, Mavic oder Shimano, aber auch kleinere Anbieter wie Aerycs und Leeze.
Im Kurztest geht es um Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung; der Rundlauf nach einem Überlastungstest ist außerdem ein Indiz dafür, ob die Laufräder robust bleiben oder bei hartem Einsatz ständig nachzentriert werden müssen.
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist: Das Felgenband, mit dem die anderen Hersteller ihre Felgen abdichten, ist ein zusätzlicher Quell für Defekte.
Die Innenbreite der Felgen liegt mit einer Ausnahme bei 22 Millimetern; nur Fulcrum stellt ein Straßen-Laufrad mit 19 Millimeter Innenmaß, weil das Gravel-Pendant mit 24 Millimeter für unseren Anspruch grenzwertig breit ausfällt.
Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum. Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus. So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen.
Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.
Schaut man sich die anderen mechanischen Werte an, wird aber klar, dass auch das ein Kompromiss ist; die Laufräder sind nicht sehr seitensteif, für schwere Fahrer daher nicht zu empfehlen. Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten. Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss.
Auch die Rundlaufmessung nach dem Überlastversuch zeigt, dass die Schweizer Spezialisten ihr Handwerk verstehen. Es wird damit knapper, aber verdienter Testsieger vor dem ausgewogenen Aerycs und dem robusten Ritchey.
Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
Detaillierte Testergebnisse
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse verschiedener Laufräder:
| Modell | Preis pro Satz | Gewicht v. / h. | Seitensteifigkeit v. / h. | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|
| Aerycs Alutrek | 579 Euro | 761 / 893 Gramm | 51 / 46 N/mm | 2,9 |
| DT Swiss CR 1600 Spline | 559 Euro | 795 / 945 Gramm | 53 / 47 N/mm | 2,8 |
| Fulcrum Racing 3 | 642 Euro | 776 / 883 Gramm | 49 / 44 N/mm | 3,1 |
| Leeze AC 25 Allroad | 599 Euro | 667 / 775 Gramm | 38 / 32 N/mm | 3,2 |
| Mavic Allroad S | 490 Euro | 836 / 981 Gramm | 56 / 42 N/mm | 3,1 |
| Ritchey Comp Zeta Disc | 426 Euro | 847 / 1000 Gramm | 55 / 48 N/mm | 2,9 |
| Shimano GRX WH-RX570 | 610 Euro | 786 / 956 Gramm | 48 / 41 N/mm | 3,1 |
Fazit
Abschließend können wir sagen, das die beiden Laufräder beinahe gleichziehen, was Verarbeitungsqualität und Leistung angeht. In einigen Bereichen sind sich die beiden Laufräder überraschend ähnlich und beide überzeugen mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Die Fulcrum Racing 7 LG sind die richtige Wahl für dich, wenn dich die höheren Felgen und die anspruchsvollen Technologien ansprechen. Doch obwohl die Fulcrum-Räder etwas bequemer sind, haben sie Biss und fühlen sich kein Stück träge an.
Für rund 500 Euro bekommt man solide Laufräder, die zwar nicht besonders leicht sind, aber stabil und langlebig, und die auch Geländefahrten problemlos wegstecken. Wer mit viel Gewicht unterwegs ist - zum Beispiel Gepäck - sollte eher zu den schwereren Laufrädern greifen, sie erweisen sich im Test als die steifsten.
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