Lauterachtal Radweg: Komoot-Erfahrungen und Routenplanung

Eine schöne Wochenendtour in zwei Tagen von Ingolstadt nach Amberg und zurück, mit dem Ziel, eine Strecke zu suchen, welche über Radwege und wenig befahrene Straßen führt. Das funktioniert mit Komoot im Webbrowser (nicht in der App) und dem eingeblendeten Open-Cycle-Map-Layer recht gut.

Routenwahl und Planung

Für den Hinweg Stammham - Amberg wähle ich die Route über den Altmühltal-Radweg (Alt), ab Dietfurt den Naab-Altmühl-Radweg (NA) über Parsberg bis nach Rohrbach. Dort trifft man auf den Fünf-Flüsse-Radweg (FFR) von Kallmünz. Dem Fünf-Flüsse-Radweg möchte ich dann bis Amberg folgen. Der Rückweg von Amberg nach Stammham soll über Schweppermann-Radweg (Sm) nach Westen bis Unterölsbach führen. Von dort geht es südwärts auf dem Fünf-Flüsse-Radweg (FFR) bis nach Beilngries.

Erfahrungen auf der Hinfahrt

Sonntag 20.09.2020 - die Sonne spickt über den Horizont, es ist sieben Uhr am Morgen. Als ich aus Stammham in Richtung Denkendorf radle spüre ich die feuchtkalte Morgenluft. Schade das es zwischen Denkendorf und Paulushofen, auf dem direkten Weg in Richtung Altmühltal Ostseite, noch keinen vernünftigen Radweg gibt. Die Strecke über die Nebenstraßen ist mir heute zu lang, so wähle ich die Landstraße, was um diese Uhrzeit auch noch ganz gut funktioniert.

In Paulushofen dann auf Schotter die erste rasante Abfahrt nach Kottingwörth. Dem Altmühltal-Radweg folgend geht es an in dieser fantastischen von Nebel verhüllten Landschaft bis nach Dietfurth. Hier zeigt das Thermometer 6 Grad plus an. In Dietfurth biegt man auf den Naab-Altmühl-Radweg entlang der Wissinger-Laaber in den kleinen Ferienort Breitenbrunn.

Breitenbrunn liegt traumhaft im Tal, wenig frequentiert und ist sicherlich einen weiteren Wanderbesuch wert. Am Ende des Tals bei Bachhaupt geht es kurz und steil auf die Hochebene über die man Kemnathen erreicht. Nach weiteren 10 km über Feld und durch Wald erreiche ich die nächste größere Stadt - Parsberg. Frisch gestärkt geht es hinunter ins Tal der Schwarzen Laaber. Die ich nur kreuze und dann weiter in ein ebenfalls hübsches Tälchen in dem der kleine Ort Hohenfels liegt. Auf dem Schlossberg um den sich der Forellenbach windet steht noch der Turm vom Schloss.

In Rohrbach nördlich von Kallmünz kreuze ich den Fünf-Flüsse-Radweg und folge diesem nach Norden in Richtung Schmidmühlen. Jetzt folgt man der Vils flussaufwärts. Auf dem asphaltierten Radweg der ehemaligen Eisenbahnlienie geht es trotz Gegenwind zügig vorwärts. Wie bestellt taucht der Radbahnhof Theuern auf. Schade das der herrliche sanft ansteigende Radweg schon zu Ende geht.

Über das ehemalige Landesgartenschaugelände geht es in die wunderschöne und fast vollständig erhaltene Altstadt von Amberg. Es lohnt sich auch hier vor dem Cafe-Besuch noch einen kleinen Stadtbummel hinter der Stadtmauer in der Altstadt zu machen.

Erfahrungen auf der Rückfahrt

Die kalte Luft gestern Morgen hat mich abgeschreckt, so dass ich heute erst gegen acht Uhr starte. Als alles fix und fertig im Rucksack verstaut war ist mir noch der linke Schultergurt des Rucksacks gerissen - Ermüdungsbruch. Mit notdürftig zusammengeflicktem Schultergurt und wenig komfortabel mache ich mich auf den Rückweg nach Stammham.

Wieder zurück durch die Altstadt und das Landesgartenschaugelände und direkt am Siemensweg beginnt wieder eine alte Bahnstrecke von Drahthammer nach Lauterhofen, welcher der Schweppermann-Radweg folgt. Über Wiesen und durch lichten Laubwald führt der geschotterte Radweg stets etwas bergauf. Hier und da verlässt man die Streckenführung der Bahn und folgt ihr dann meist nach den Ortschaften wieder. Leider verlasse ich das liebliche Lauterachtal nach wenigen Kilometern in Lauterhofen und folge immer weiter der Bahnstrecke und dem Schweppermann-Radweg.

Nachdem ich die Autobahn A3 unterquert habe erreiche ich den Ort Unterölzbach. Eigentlich ein unbedeutender kleiner Ort. Jedoch trifft man genau hier auf den Fünf-Flüss-Radweg der dem alten Ludwigkanal über Neumark bis nach Beilngries folgt. Diese wunderschöne Strecke kenne ich schon gut, da sie eine ideale Verbindung, mit wenigen Steigungen von Ingolstadt nach Nürnberg ist.

So freue ich mich auf bekanntem Weg nach Neumarkt zu radeln. Der alte Ludwigkanal ist mit seinen vielen kleinen Schleusen und Kanalbecken, teils hoch über dem umliegenden Land, teils eingeschnitten in das Gestein abwechslungsreich und eine tolle Radletappe. Interessant ist die Geschichte des Ludwig-Donau-Main-Kanals, wie er vollständig genannt wird. Es ist schon Mittag und es macht sich ein ausgeprägtes Hungergefühl breit. In Neumarkt lässt sich auch am Montag wo viele Restaurants geschlossen haben etwas finden.

An der Schleuse Berching treffe ich auf den „neuen“ Main-Donau-Kanal, welcher von Schifffahrt genutzt wird. Eis-Stopp in Beilngries und anschließend im Altmühltal zum Kratzmühlsee. Dieser lädt an diesem warmen Nachmittag zu einer kurzen Abkühlung ein, bevor es weiter in Richtung Unteremmendorf geht. Nach neun Stunden wunderschöner Fahrt im Frankenland kehre ich mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für weitere Touren zurück nach Stammham.

Die Erkenntnis - für Erlebnisse in der Natur und etwas sportliche Betätigung ist das Frankenland direkt vor der Haustür erholsamer als jede Fahrt mit dem Auto, oder Reise mit dem Flugzeug.

Radwege im Amberg-Sulzbacher Land

Immer am Ufer entlang, das Murmeln des Wassers stetig im Ohr. Entlang der Flüsse im Amberg-Sulzbacher Land kann man herrlich Radeln. Und weil es schön flach ist, kommen auch Familien voll auf ihre Kosten. Entlang der Flüsse Vils und Lauterach macht Radeln auf den ebenen Ufertrassen richtig Spaß.

Vilstalradweg

Die Vils ist die Lebensader im Amberg-Sulzbacher Land. Ihrem knapp 90km langen Verlauf von der Quelle bis zur Mündung in Kallmünz kann man herrlich mit dem Rad erkunden. Zahlreiche Naturschätze warten in der Vilsecker Mulde oder den Hahnbacher Vilsauen. Des weiteren ist die Vils von vielen Kulturhighlights wie Klöstern, Burgen oder Schlössern gesäumt. Ein Teil des Radweges verläuft völlig verkehrsfrei auf einer ehemaligen Bahntrasse.

Lauterachtalradweg

Der Lauterachtalradweg ist eine idyllische und familienfreundliche Radtour von Schmidmühlen über Hohenburg nach Kastl. Die Route begleitet die unzähligen Flusswindungen durch das romantische Tal der Lauterach. Bizarre Felsformationen, wilde Wacholderheiden, Magerrasen und Schafherden prägen die Landschaft, die den schönen Beinamen „Bayerische Toskana“ trägt.

Fünf-Flüsse-Radweg

Der Fünf-Flüsse-Radweg gehört mit zu den schönsten Radwegen Deutschlands. Der Streckenverlauf verspricht landschaftliche Schönheit, Abwechslungsreichtum, unzählige Sehenswürdigkeiten und bietet ein Radwandererlebnis höchster Güte. Der Radweg verläuft auf weiten Strecken auf stillgelegten Bahntrassen oder auf alten Treidelpfaden entlang der Kanäle. Steigungsarmes und absolut familienfreundliches Radeln ist garantiert.

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Fazit

Eine interessante Tour, die sicher noch die Vielfalt zeigen wird, die man schon alleine in Deutschland vorfindet. Mir gefallen ja die süddeutschen Häuser besser als die Klinkerbauten im Norden, aber die passen irgendwie besser in die dortige Landschaft.

Es hat sich auch gezeigt, wie wunderbar man durch Deutschland kommt, in dem man etwas abseits der Hauptwege fährt. Wie nach jeder Tour nehme ich mir auch für die nächste vor, den Kilometerschnitt pro Tag wenigstens in Richtung 100 zu senken.

Ich fand die Tour unter anderem mal interessant, um ein Antwort auf die Frage zu finden was Deutschland ist? Ehrlich gesagt, nach der Tour habe ich noch weniger eine Antwort wie vorher. Es ist extrem abwechslungsreich und vielfältig. Fachwerkhäuser, Klinkerhäuser mit Reetdach oder auch ohne, Holzhäuser uvm. Dazu sehr unterschiedliche Landschaften auf relativ kleinem Raum. Sicherlich nicht so mit Highlights gespickt wie letztes Jahr Korsika. Aber trotzdem hat man vom Wattenmeer, großen offenen Landwirtschaftflächen, Wäldern, Hügel- und Seenlandschaften, Bergen, Mittelgebirgen jede Menge zu bestaunen und das eben sehr konzentriert auf eine kleine Fläche. Noch dazu kann man sich kulturell und historisch jeden Tag in vielen Orten belesen und die Zeit dafür ins nahezu grenzenlose ausdehnen.

Die Leute sind unterschiedlich, die Mundart auch, Essen gibt es in jeder Region anderes, im Norden gibt es Alster im Süden muss man Radler bestellen. Ich finde das alles toll und ich mag das bunte Bild. Ich mag keinen Einheitsbrei und genau diese Vielfalt sollte jede Region behalten.

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