Wenn das Wetter im Frühling besser wird, können Motorradfans es kaum abwarten, sich auf das Motorrad zu schwingen. Wenn Sie sich neue Reifen anschaffen müssen, heißt es dann Motorradreifen einfahren! Aber warum muss man Motorradreifen einfahren? Wie kann man Motorradreifen einfahren? Und wie lange?
Warum Motorradreifen einfahren?
Es ist wichtig, neue Motorradreifen einzufahren, da sie eine sehr glatte Oberfläche haben und meist noch mit Trennmitteln behaftet sind, wenn sie neu aus der Fabrik kommen. Diese Trennmittel sind zwar in der Produktion enorm hilfreich, aber auf der Straße und besonders in engen Kurven kommt es auf eine gute Haftung an. Des Weiteren kann es sein, dass die neuen Reifen noch nicht optimal auf den Felgen liegen. Denn hierfür müssen sich die Reifen beim Fahren mehrmals aufwärmen und wieder abkühlen.
Das mehrmalige Aufwärmen bzw. Abkühlen sorgt auch für die Abstimmung der einzelnen Komponenten (z.B. Karkasse & Laufstreifen), sodass sie eine optimale Einheit bilden. Außerdem sehr wichtig: wenn Sie Motorradreifen nicht einfahren, kann die Versicherung bei einem Unfall, der auf falsche Fahrweise zurückzuführen ist, die Zahlungen verweigern.
Wie fährt man Motorradreifen richtig ein?
Motorradreifen einfahren ist nicht schwierig, es verlangt allerdings viel Geduld vom Fahrer. Das Motorradreifen einfahren dauert bei weichen Sportreifen, Racetrack Slicks und Rennreifen nicht solange bzw. weniger Kilometer als bei Tourenreifen. Bei Tourenreifen kann von ca. 100 bis 200 Kilometer ausgegangen werden. Das Motorradreifen einfahren sollte jedoch bei allen Reifentypen langsam geschehen. Es liegt am Fahrer wie lange er für diese Distanz braucht.
Zunächst sollte auf den ersten 100 bis 200 Kilometern generell eine zurückhaltende Fahrweise gewählt werden. Für die ersten 5 bis 10 Kilometer sollte extrem vorsichtig gefahren werden. Man sollte nur langsam und auf gerader Strecke ohne Schräglage die Motorradreifen einfahren. Geeignet ist hierfür eine sichere Strecke, wie beispielsweise ein leerer Parkplatz. Anschließend können dann auch sanfte Schräglagen hinzugenommen werden.
Trotz dieser Maßnahmen ist Vorsicht geboten: Motorradreifen einfahren dauert. Deshalb ist eine Fahrweise wie auf nasser Fahrbahn ein guter Vergleich: langsam Tempo und Schräglage erhöhen. Beim Motorradreifen einfahren sollte zudem verstärkt auf den Reifendruck geachtet werden, da so sichergestellt wird, dass die Reifen gleichmäßig eingefahren werden. Für dieses gleichmäßige Motorradreifen einfahren ist zudem wichtig, dass die Reifen optimal ausgewuchtet sind.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einfahren von Motorradreifen:
- Reifendruck prüfen: Stellen Sie sicher, dass der Reifendruck den Herstellerangaben entspricht.
- Sichere Strecke wählen: Suchen Sie eine wenig befahrene Straße oder einen leeren Parkplatz für die ersten Kilometer.
- Vorsichtiges Anfahren: Vermeiden Sie ruckartige Beschleunigung und starkes Bremsen.
- Langsame Steigerung: Erhöhen Sie langsam die Geschwindigkeit und die Schräglage in Kurven.
- Reifendruck beachten: Achten Sie auf den Reifendruck, um ein gleichmäßiges Einfahren zu gewährleisten.
- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie die Reifenoberfläche auf Rauheit und gleichmäßigen Abrieb.
Wie lange dauert das Einfahren?
Die meisten Hersteller geben an, dass neue Reifen zwischen 50 und 100 km benötigen, um eingefahren zu sein. Gleichzeitig sind dies nur Richtwerte, die dadurch beeinflusst werden, wie man das Motorrad mit den neuen Reifen auf den ersten Kilometern bewegt. Fahren Sie beispielsweise vor allem gerade Strecken bei konstanten Geschwindigkeiten, kann es sein, dass ein Motorradreifen 200 km benötigt, um eingefahren zu sein.
Es gibt keinen Richtwert, wie lange man einen Motorradreifen einfahren muss, denn es hängt immer vom jeweiligen Modell und der Fahrweise ab. So sind weiche Sportreifen binnen weniger Kilometer eingefahren (z.B. Michelin Power 6 oder ContiAttack SM Evo), Racetrack-Slicks und profilierte Rennreifen sogar in wenigen Kurven bzw. einer Runde (z.B. Pirelli Supercorsa). Ein Tourenreifen hingegen ist etwas härter, daher benötigt dieser meistens auch länger bis er eingefahren ist und genügend mechanischen Grip erzeugen kann.
Bitte bedenke aber auch, dass die Reifenflanken am schwierigsten einzufahren sind. Oftmals sind die regulären Laufflächen schnell einsatzbereit, während die äußerten Reifenflanken noch glattes Gummi und wenig Grip aufweisen. Wenn du nur geradeaus fährst, wird der Reifen auch nur auf der Lauffläche eingefahren. Es ist daher ratsam sich eine kurvige und vor allem bekannte Strecke zu suchen.
So kannst du auch die Flanken des Reifens einfahren und dich in dir bekanntem Terrain langsam steigern. Das Einfahren sollte stets behutsam erfolgen. Fahrer modernerer Fahrzeuge, die über eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle und Kurven-ABS verfügen, sind hier ein wenig im Vorteil.
Was man beim Einfahren vermeiden sollte
⚠ Achtung: so geht Motorradreifen einfahren auf keinen Fall! Was Sie auf keinen Fall machen sollten, ist die Motorradreifen abzuschleifen! Dieser Tipp aus dem Netz ist absoluter Nonsens und nicht zu empfehlen, denn im schlimmsten Fall zerstören Sie sich Ihre neuen Reifen. Unternehmen Sie stattdessen lieber eine größere Tour mit unterschiedlichem Gelände und Straßenverlauf. So können Sie langsam Ihre Motorradreifen einfahren und gleichzeitig mal abschalten.
Häufige Fehler beim Einfahren von Motorradreifen:
- Übermäßige Belastung: Vermeiden Sie starkes Beschleunigen und Bremsen während der Einfahrzeit.
- Aggressive Kurvenfahrten: Fahren Sie Kurven mit reduzierter Geschwindigkeit und vermeiden Sie extreme Schräglagen.
- Fahren auf unbekanntem Terrain: Wählen Sie eine Strecke, die Sie gut kennen, um unerwartete Situationen zu vermeiden.
- Abschleifen der Reifen: Das Abschleifen der Reifen mit Schmirgelpapier ist kontraproduktiv und kann die Reifen beschädigen.
Besonderheiten nach der Winterpause
Motorradreifen einfahren sollte man auch nach der Winterpause, denn die Standzeit lässt die Reifen austrocknen. Wie weit der Austrocknungs-Prozess fortgeschritten ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: die Länge der Pause und ob das Motorrad in der Garage oder draußen überwintert wurde.
Das Motorradreifen einfahren wird nun, je nachdem wie tief die Austrocknung vorgedrungen ist, etwas länger dauern als bei neuen Reifen, da keine Versiegelungsschicht abgefahren werden muss, sondern eine massivere, alte Gummischicht.
Moderne Reifen und TractionSkin-Technologie
Rutschige Trennmittel werden von namhaften Herstellern und bei hochwertigen Reifen so gut wie nicht mehr eingesetzt. Einige Hersteller versprechen kurze Einfahrzeiten durch die zusätzliche Bearbeitung der Reifenoberfläche. Dies schafft ein offenporiges Reifenbild, welches sich mit dem Asphalt besser bzw.
Continental wirbt bei einigen Produkten sogar mit der hauseigenen Traction Skin Technologie, welche eine extrem kurze Einfahrzeit ermöglicht. Realisiert wird dies durch den Verzicht auf Trennmittel UND! eine bereits aufgeraute Reifenoberfläche mit Konditionierungseffekt. TractionSkin sorgt für eine extrem sichere und kurze Einfahrzeit.
Die Bedeutung der Reifenoberfläche
Ist der Reifen eingefahren, so erkennst du dies an einer rauen Oberfläche (sogenannter Konditionierungseffekt). Diese entsteht beim Kontakt mit dem Asphalt und durch die Temperatur beim Fahren. Stelle dir den Reifen und den Asphalt wie viele kleine Mikrozahnräder vor. Ein nicht eingefahrener Reifen hat noch eine geschlossene Gummistruktur. Dadurch entsteht der verminderte Grip. Erst mit dem Fahren öffnet sich das Gummi (auch durch die entstehende Wärme) und „verzahnt“ sich mit den Poren im Asphalt.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Das Einfahren neuer Motorradreifen ist entscheidend für die Sicherheit und Performance. Durch die Beachtung der hier genannten Tipps und Vorsichtsmaßnahmen können Sie die Lebensdauer Ihrer Reifen verlängern und ein optimales Fahrerlebnis genießen.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Distanz | 100-200 km |
| Fahrweise | Zurückhaltend, allmähliche Steigerung |
| Geschwindigkeit | Langsam, wie auf nasser Fahrbahn |
| Schräglage | Langsam erhöhen |
| Reifendruck | Beachten |
| Was man vermeiden sollte | Starkes Beschleunigen/Bremsen, Abschleifen |
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