Motorrad-Lederkombi für Frauen: Test, Vergleich und Kaufberatung

Anders als Autofahrer sind Motorradfahrer bei Unfällen ganz unmittelbar gefährdet. Sie umgibt keine Hülle in Form eines Fahrzeugs. Bei einem Sturz prallen sie direkt auf der Fahrbahn auf. Deshalb gibt es spezielle Schutzkleidung für Motorradfahrer. Sie bedeckt den gesamten Körper des Trägers, bis auf den Kopf, die Hände und die Füße. Dafür wiederum gibt es jeweils besondere Schutzvorrichtungen - z. B. Leder hat sich bisher als Material für die Schutzkleidung am besten bewährt, denn dieses besitzt unter anderem eine hohe Abriebfestigkeit.

Allgemein lässt sich sagen, dass es zwei Arten von Motorradbekleidung gibt: den Ein- und den Zweiteiler. Beide Lederkombis haben sowohl Vor- als auch Nachteile.

Einteilige vs. Zweiteilige Lederkombis

  • Einteilige Kombi: Eine solche Lederkombi gilt als sicherer als die zweiteilige Variante, denn sie kann im Fall eines Sturzes nicht so leicht zerreißen. Außerdem kann keine Zugluft an den Körper gelangen.
  • Zweiteilige Kombi: Diese Lederkombi bietet generell mehr Komfort, da sie durch die separate Hose leichter an- und ausgezogen werden kann. Dafür aber muss der Träger Abstriche bei der Sicherheit hinnehmen. Wichtig ist bei einer zweiteiligen Kombi, dass Jacke und Hose gut miteinander verbunden sind - und zwar durch einen festen Reißverschluss, der im Leder vernäht ist.

Meist tragen Fahrer unter den Kombis aus Leder noch andere Kleidung. Das kann nur Funktionswäsche, aber auch zusätzlich noch ein T-Shirt sein. Der Vorteil besteht darin, dass diese Kleidung den Schweiß aufnimmt.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Motorrad-Lederkombi

Eine Lederkombi für das Motorrad sollte in einem Test nach unterschiedlichen Gesichtspunkten bewertet werden. Sicherheit steht hierbei an erster Stelle. Doch auch der Komfort spielt eine wichtige Rolle. In gewisser Weise tangiert auch der Komfort einer Kombi den Sicherheitsaspekt. Wenn die Aufmerksamkeit eines Fahrers durch eine unbequeme Schutzkleidung beeinträchtigt wird, steigt die Gefahr eines Motorradunfalls.

Kombiart

Ob es ein Einteiler oder ein Zweiteiler sein soll, verlangt allerdings eine Entscheidung für ein Plus an Sicherheit oder für ein größeres Maß an Bequemlichkeit. Welche Kombi für welchen Fahrer geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Strecken er fährt. Tendenziell bietet sich der Einteiler eher für kurze Touren an. Fahrer, die länger unterwegs sind, greifen vermutlich häufiger zum Zweiteiler. Die Jacke lässt sich z. B. bei der Einkehr in ein Lokal ausziehen.

Windschutz

Zugluft kann zu Muskelverhärtungen führen - darüber hinaus wird sie besonders bei hohen Geschwindigkeiten als unangenehm kalt empfunden und kann den Fahrer ablenken.

Protektoren

Darunter sind Schutzpolster zu verstehen, welche die Auswirkungen eines Aufpralls abmildern sollen. Protektoren sind direkt in die Lederkombi eingebaut. Sie werden an Stellen platziert, die bei Unfällen besonders gefährdet sind. Dazu gehören Ellenbogen, Schultern, Knie, Hüfte und der Rücken. Auch am Gesäß, an den Schienbeinen und an den Fußknöcheln können Motorradkombis Protektoren aufweisen.

Schutzpolster, die der Europäischen Norm (EN) entsprechen, sind auf ihre Schutzfunktion hin überprüft worden und gelten deshalb als sicherer. Die Zahl für diese Norm lautet 1621. Solche Protektoren werden auch als „CE-geprüft“ bezeichnet.

Andere Sicherheitselemente

Ein anderes Sicherheitselement ist der Schleifer oder Schleifschützer. Dabei handelt es sich um einen Aufsatz, der durch sein gleitfähiges Material die Wucht eines Aufpralls in Bewegung umwandeln soll. Auch Sicherheitsnähte dienen als Schutz, denn sie verhindern, dass die Kombi reißt. Solche Nähte sind durch eine Abdeckung gesichert. Nähte, aber auch Reißverschlüsse, müssen stabil sein.

Innenmaterial

Ein großer Vorteil im Sommer ist es, wenn die Motorradkombi temperaturregulierend ist. Elastikelemente erlauben ein bequemes Sitzen in verschiedenen Haltungen. Ein waschbares Innenmaterial ist ebenfalls gut, da es hygienischer ist als eines, das sich nicht so leicht reinigen lässt.

Testergebnisse und Empfehlungen

In einem Test verschiedener Motorrad-Lederkombi-Modelle kommt es auf die oben beschriebenen Kriterien an. Ein Vergleichssieger der Motorrad-Lederkombis sollte davon möglichst viele erfüllen. Auf jeden Fall sollte er jedoch mit Protektoren ausgestattet sein, die nach der EU-Norm zertifiziert worden sind. Protektoren sollten außerdem an Schultern, Ellenbogen und der Hüfte vorhanden sein. Praktisch sind außerdem austauschbare Knieschleifer, die nach einem Unfall ersetzt werden können. Überzeugen kann eine Motorrad-Lederkombi in einem Test auch oft, wenn sie am Rücken nicht nur eine Polsterung besitzt, sondern dort ebenfalls mit Protektoren ausgestattet ist. Gutes Zubehör vor allem im Bereich Sicherheit kann sich ebenfalls positiv in einem Motorrad-Lederkombi-Test auswirken.

Ein Rückenhöcker hat z. B. diverse Vorteile. Im Motorsport soll dieser Buckel die Aerodynamik verbessern. Für Freizeitfahrer ist er insofern nützlich, als er verhindert, dass der Hals bei einem Sturz zu weit nach hinten fallen kann. Genauso vorteilhaft sind Reflektoren. Dadurch ist der Träger auch bei schlechten Sichtverhältnissen z. B. Durch ein Einhaksystem für Motorradstiefel könnte die Schutzfunktion der Kleidung problemlos erweitert werden. Ein Windschutz hält Zugluft ab. Elastische Einsätze in der Kombi ermöglichen ein komfortables Sitzen auf dem Motorrad. Richtig gutes Innenmaterial ist jedoch nicht nur elastisch, sondern auch temperaturregulierend, bakterienabweisend und waschbar. Sicherheitsnähte verringern zudem die Gefahr des Zerreißens bei einem Unfall.

Empfehlungen im Überblick:

  • Testsieger: Held Street/Rocket 3.0 - Passform, Tragekomfort und Protektorenausstattung überzeugen.
  • Kauftipp: Rebelhorn Rebel Jacket/Pants - Sicherer Zweiteiler für den sportlichen Einsatz.

Detaillierte Testergebnisse

Neun zweiteilige, preislich überschaubare Motorrad-Lederkombis zeigen im Test, ob der Spagat aus Komfort und Sicherheit gelingt.

1. Bering Ultimat-R

„Für den Einsatz auf der Rennstrecke können wir die Bering Ultimat-R beinahe uneingeschränkt empfehlen. Bei einem Preis von 1.199,99 Euro darf man das auch erwarten.“ 89 Punkte

Günstigster Preis: ab 741,99 Euro

2. Dainese Laguna Seca 4

„Schaut man über die mangelnde Luftzirkulation hinweg und findet es nicht nachteilig, ist die Dainese Laguna Seca 4 eine hervorragende Alltagskombi. Selbst nach unzähligen Ausfahrten habe ich noch keine nennenswerten Verschleißerscheinungen am Material wahrnehmen können.“ 86 Punkte

Günstigster Preis: ab 934,00 Euro

3. Alpinestars GP-Tech V3

„Eine einteilige Sportkombi ist naturgemäss ein Spezialist. In Sachen Sicherheit sind sie schlicht unschlagbar. Wer jemals eine gut sitzende solche getragen hat weiß zudem, dass sie auf dem Motorrad unglaublich bequem sind.“ 84 Punkte

UVP: 1799.95 Euro

4. Spidi Laser Touring

„Wer sich für sportlich geschnittenes Leder begeistert und eine bequeme Kombi für sonnige Touren und gelegentliche Ausflüge auf die Rennstrecke sucht, sollte die Spidi Laser Touring in die engere Wahl ziehen.“ 83 Punkte

Günstigster Preis: ab 599,99 Euro

Weitere getestete Modelle:

  • Büse Imola - Sportliche Optik und außergewöhnliche Bewegungsfreiheit. 84 Punkte. Günstigster Preis: ab 289,95 Euro
  • Modeka Chaser Lady - Angenehm zu tragen, im Alltag überzeugend. 83 Punkte. UVP: ab 499,90 Euro

Weitere erwähnenswerte Produkte

  • Schwabenleder G.P.1 Air-Tec - Mit integriertem Airbag-System (Tech-Air Race-E System).
  • Held Expite 1-Teiler - eVest ready, Lederstretch-Einsätze für maximale Bewegungsfreiheit. Günstigster Preis: ab 419,95 Euro
  • RST Tractech Evo 5 1-Teiler - Verbesserte Ergonomie und neues Kragendesign. Günstigster Preis: ab 559,96 Euro
  • FLM Le Mans GP - Günstigster Preis: ab 749,00 Euro
  • FLM Assen - Winddurchlässig durch Direkt-Belüftung und perforiertes Leder. Günstigster Preis: ab 599,00 Euro
  • Spidi Sport Warrior Touring 2-Teiler - PSA geprüft nach PR EN 17092-2:2017 Klasse AAA. Günstigster Preis: ab 934,92 Euro
  • Spidi Sport Warrior Pro Perforierte Pro 1-Teiler - Perforiertes Leder für gute Belüftung. Günstigster Preis: ab 934,92 Euro
  • Dainese Avro 4 2-Teiler - Hochwertiges Leder und sportliches Design. Günstigster Preis: ab 699,99 Euro
  • Alpinestars Honda GP Force 1-Teiler - Tech-Air® Ready für Airbagsysteme. Günstigster Preis: ab 824,00 Euro
  • Alpinestars GP Plus V3 Graphite 2-Teiler - Strapazierfähiges Leder und ergonomisches Design. UVP: 1099,95 Euro
  • Alpinestars Stella GP Plus - Frauenspezifische Passform. Günstigster Preis: ab 339,00 Euro
  • Alpinestars Missile V2 2-Teiler - Tech-Air® kompatibel. Günstigster Preis: ab 851,00 Euro
  • Alpinestars GP Plus V4 1-Teiler - A-CS® Plus Material für mehr Flexibilität. UVP: 1399,95 Euro
  • Spidi Race Warrior - Motorrad-Lederkombis aus MotoGP und World Superbike Erfahrung.
  • Held Slade II - Speziell für Damen entwickelt. Günstigster Preis: ab 989,00 Euro
  • Held Ayana II - Perfekte Passform für Frauen. Günstigster Preis: ab 494,10 Euro
  • Büse Silverstone Pro - Hartschalen mit Metalleinsätzen und Lederstretch. Günstigster Preis: ab 390,00 Euro
  • Büse Assen - Hartschalen mit Metalleinsätzen und Belüftung. Günstigster Preis: ab 319,16 Euro
  • Büse Mille - Hartschalen mit Metalleinsätzen und aerodynamischer Rückenhöcker. Günstigster Preis: ab 529,96 Euro

Vergleichstabelle ausgewählter Modelle

Modell Art der Kombi Protektoren Innenmaterial Vorteile Günstigster Preis
Büse Silverstone Pro leather suit Zweiteiler Schultern, Ellenbogen, Hüfte, Knie, Rücken Elastisch, temperaturregulierend Atmungsaktives Netzfutter, elastische Einsätze ab 471,00 €
Büse Imola Zweiteiler Schultern, Ellenbogen, Knie Elastisch, temperaturregulierend Wadenweitenverstellung, nachrüstbare Knieschleifer ab 611,00 €
Redbull Motorradanzug aus Leder Einteiler Schultern, Ellenbogen, Hüfte, Knie, Rücken Elastisch, temperaturregulierend Rindsleder, Doppelnähte ab 260,00 €
Büse Silverstone Pro 2-Teiler Damen Motorrad Lederkombi Zweiteiler Schultern, Ellenbogen, Hüfte, Knie Elastisch, temperaturregulierend Austauschbare Knie- und Ellenbogenschleifer, elastische Einsätze ab 449,00 €
PROANTI 975-A56R Zweiteiler Schultern, Ellenbogen Elastisch, temperaturregulierend Austauschbare Knieschleifer, elastische Einsätze, Rindsleder ab 299,00 €

Sicherheit durch Zertifizierung

Seit vergangenem Jahr gilt in Europa nun die Norm EN 17092, die Kunden dabei helfen soll, die Schutzfunktion von Motorradbekleidung zu beurteilen. Dazu wird zwischen verschiedenen Einsatzzwecken unterschieden: C (Aufprallschutz), B (Abriebschutz) und A (beides zusammen). Kategorie A unterscheidet weiterhin zwischen drei Sicherheitsstufen: A, AA und AAA. Je besser die Schutzfunktion der Bekleidung bei der Zertifizierung, desto mehr "A". Über das erreichte Schutzlevel gibt ein Aufdruck oder Einnäher in der Kombi Auskunft, auf dem neben dem Motorradfahrer-Piktogramm auch die Norm, das Level sowie das CE-Logo aufgeführt sein müssen.

Auch für Protektoren gibt es eine Norm: die EN 1621. Diese unterteilt Protektoren je nach Kraftminderung in Level 1 oder 2, außerdem je nach geschütztem Körperbereich in A oder B. Welchen Protektor ein Bekleidungshersteller verbaut, bleibt ihm überlassen. Daher wäre auch ein kleiner, für Frauen oder Kinder gedachter Protektor in der Herren-XXL-Kombi zwar zulässig, aber wenig sinnvoll.

Vegane Alternativen

Angesichts des hohen Wasserverbrauchs bei der Produktion von Leder könnte eine vegane Alternative folglich nicht nur für Vegetarier interessant sein. Der spanische Hersteller Andromeda Moto hat mit der NearX eine solche "Nichtlederkombi" im Angebot. Der Zweiteiler aus ultra-hochmolekularem Polyethylen (UHMWPE), das auch bei Raumanzügen verwendet wird, ist an den Sturzzonen zusätzlich mit schnittsicherem Material verstärkt. Das Futter besteht aus Kevlar, zusammen mit einer kompletten Protektorenausstattung entspricht die Kombi so der Schutzklasse AAA gemäß EN 17092.

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