Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf verschiedene leichte MTB-Laufräder, sowohl aus Aluminium als auch aus Carbon, und untersucht ihre Vor- und Nachteile.
Alu-Laufräder im Test
DT Swiss M1900
DT Swiss liefert mit der Neuauflage der beliebten 1900-Spline-Serie eine wichtige Alu-Laufrad-Neuheit. Die Einstiegsmodelle in das Sortiment der Schweizer kommen nun auch mit dem Zahnscheibenfreilauf, der bisher teureren Modellen vorbehalten war. Gegenüber der bisherigen Sperrklinkenkonstruktion soll das den Eingriffswinkel und die Dauerhaltbarkeit verbessern. Wie gehabt gibt’s die 1900er-Laufräder als gewichtsoptimierte X-1900- (Cross-Country), als stabile E-1900- (Enduro) und als M-1900-Variante für den Trail-Einsatz.
1894 Gramm | 449 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Race Face Aeffect R
Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo: In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!
1993,5 g | 600 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Veltec ETR Extradrei
Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik, nur die (weniger wichtige) Torsionssteifigkeit ist nicht top. Preiswert, auch in alten Standards erhältlich!
1792 g | 549 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei.
Die Race Face Aeffect R holen sich den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
Weitere getestete Alu-Laufräder:
- Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy (600 Euro, 2024,5 g)
- DT Swiss XM 1700 Spline (719 Euro, 1890 g)
- Mavic Crossmax XL S 29 (750 Euro, 1891 g)
- Newmen Evolution SL A.30 (680 Euro, 1802 g)
- Shimano Deore XT WH-M8120 (430 Euro, 2012 g)
- Spank 350 Vibrocore (699 Euro, 2036 g)
Carbon-Laufräder im Test
Acros Trail-Carbon
Bislang nur im Cross-Country- und Enduro-Segment vertreten, nimmt Acros mit den Trail-Carbon-Laufrädern nun auch Biker ohne Rennlizenz ins Visier. Die hakenlose Carbon-Felge mit asymmetrischem Profil soll eine hohe Stabilität und Durchschlagssicherheit bieten. Zugunsten der Langlebigkeit läuft der Nabenkörper auf stattlichen 19-Millimeter-Achsen. Eine Besonderheit bei Acros: Die Lautstärke des Freilaufs lässt sich in drei Stufen einstellen. Tarnkappen-Modus oder Wespenschwarm - hier hat der Biker die Wahl.
Ab 1500 Gramm | 1299 Euro | 29 Millimeter Innenmaß
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Toll für Nachrüster: Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.
1550 g | 1199 Euro | 29 Millimeter Innenmaß
Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg.
Newmen SL X.A.30
Mit einem Gewicht von 1325 Gramm in 29 Zoll ist der SL X.A.30 selbst für Cross-Country-Verhältnisse richtig leicht. Extraleichte Felgen sichern einen schnellen Antritt, dank leisem Fade-Freilauf kann man sich unbemerkt an Kontrahenten anschleichen. Doch auch im Trail-Einsatz soll der SL X.A.30 noch eine gute Figur machen. Stark für den Einsatzzweck ist das Innenmaß von 30 Millimetern und auch das zulässige Systemgewicht von 125 Kilogramm. Trotzdem: Wer gerne mit einem modernen All Mountain bei Vollgas ins Steinfeld einbiegt, sollte sich nach etwas Stabilerem umsehen.
1325 Gramm | 1675 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Newmen Advanced SL A.30
Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik. Aufgrund der etwas schlechteren, aber immer noch sehr guten Steifigkeiten "nur" Zweiter.
1579,5 g | 1450 Euro | 29 Millimeter Innenmaß
Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern.
Bike Ahead Three Zero
Den exklusiven Three-Zero-Laufradsatz laminieren die Carbon-Spezialisten von Bike Ahead in Würzburg. Der Clou an diesem Laufrad ist jedoch nicht nur das Gewicht: Durch das spezielle Felgenprofil mit komplett umlaufendem Laminat soll die Felge besonders resistent gegen Durchschläge sein. Außerdem soll der Reifen durch die spezielle Form der Felge besser abgestützt werden und auch bei extrem niedrigem Druck ein Abknicken des Reifens verhindert werden.
ab 1380 Gramm | 2499 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Mavic Crossmax XL R
Obwohl der komplett neu entwickelte Crossmax XL R wie alle Mavic-Laufräder vollständig in Frankreich gefertigt wird, ist er einer der günstigsten Einstiege in die Welt der Carbon-Laufräder. Superleicht sind die Mavic-Rundlinge zwar nicht, dafür erfüllen sie die Enduro-Norm ASTM 4 und punkten mit schönen Details wie den von Hand nachbearbeiteten Felgen und dem extrem fein verzahnten Zahnscheibenfreilauf. Die durchgängig in einer Länge gehaltenen Speichen erleichtern bei Bedarf die Arbeit des Mechanikers. Registriert man das Laufrad bei Mavic, gilt die Garantie für den Erstbesitzer ein Leben lang.
1595 Gramm | 1250 Euro | 30 Millimeter Innenmaß
Weitere getestete Carbon-Laufräder:
- Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon (1699 Euro, 1846 g)
- DT Swiss XMC 1501 Spline One (1599 Euro, 1629 g)
- Race Face Next R31 (1699 Euro, 1728 g)
Leichte Reifen für Down-Country-Bikes
Leichte Trail-Felgen nützen wenig, wenn schwere Reifen den Vortrieb wieder einbremsen. Passend zur immer größeren Gruppe an Cross-Country-Fullys mit Tele-Stützen, langen Gabeln und mehr Federweg bringen die Reifenhersteller nun eigene Down-Country-Modelle. Ganz vorne mit dabei: Schwalbe mit dem Wicked Will, der in einem ersten Test mit sehr geringem Rollwiderstand und guter Traktion, sogar bei Nässe, punkten konnte. Ebenfalls neu ist der Vittoria Syerra, der sich in Sachen Gewicht und Einsatzzweck wie der Schwalbe zwischen die Cross-Country-Reifen und die mittlerweile recht schweren Touren-Reifen einsortiert. Entsprechende Modelle weiterer Hersteller sollen folgen.
Einfluss der Steifigkeit auf das Fahrverhalten
Steifigkeit hat in den verschiedenen Komponenten unterschiedliche Auswirkungen auf die Fahreigenschaften. Somit ist die Kombination der Parts, die man an seinem Bike fährt, entscheidend. Je nachdem, wie man steife und nachgiebige Parts kombiniert, bekommt man in unterschiedlichen Fahrsituationen höhere oder niedrigere Präzision. Auch die Kraftübertragung in Anliegern oder Kompressionen und das Feedback, das vom Boden an den Fahrer weitergeleitet wird, ändert sich. Und nicht zuletzt gibt es große Unterschiede in der Ermüdung, die sich beim Fahren einstellt, je nachdem wie steif die Parts sind.
Vergleich von Laufrädern im Bezug auf Präzision und Feedback:
- DT Swiss XMC 1200-Carbonfelgen: Bieten höchste Präzision und ein sehr direktes Feedback.
- DT Swiss EX1700 Alu-Laufräder: Sind in Kurven etwas schwammiger und bieten mehr Flex in harten Kompressionen.
- Zipp 3ZERO MOTO-Laufräder: Sind speziell auf Nachgiebigkeit ausgelegt und filtern Schläge ähnlich gut wie Alu-Laufräder.
Alu vs. Carbon: Ein Vergleich
Die Entscheidung zwischen Alu- und Carbon-Laufrädern hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem Fahrstil ab. Carbon-Laufräder bieten in der Regel ein geringeres Gewicht und eine höhere Steifigkeit, was sich positiv auf die Beschleunigung und das Handling auswirken kann. Allerdings sind sie oft teurer und können weniger komfortabel sein als Alu-Laufräder. Alu-Laufräder sind eine kostengünstigere Option, die dennoch eine gute Leistung und Haltbarkeit bieten kann. Sie sind oft komfortabler als Carbon-Laufräder und können besser mit harten Schlägen umgehen.
Tabelle: Übersicht der getesteten Laufräder
| Modell | Material | Gewicht (g) | Preis (Euro) | Innenmaß (mm) |
|---|---|---|---|---|
| DT Swiss M1900 | Aluminium | 1894 | 449 | 30 |
| Race Face Aeffect R | Aluminium | 1993,5 | 600 | 30 |
| Veltec ETR Extradrei | Aluminium | 1792 | 549 | 30 |
| Acros Trail-Carbon | Carbon | ab 1500 | 1299 | 29 |
| Acros Enduro-Carbon-LRS 29" | Carbon | 1550 | 1199 | 29 |
| Newmen SL X.A.30 | Carbon | 1325 | 1675 | 30 |
| Newmen Advanced SL A.30 | Carbon | 1579,5 | 1450 | 29 |
| Bike Ahead Three Zero | Carbon | ab 1380 | 2499 | 30 |
| Mavic Crossmax XL R | Carbon | 1595 | 1250 | 30 |
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