Über die perfekte Reifenwahl für sein Geländefahrrad hat wohl schon jeder MTBler lange gegrübelt. Kein Wunder, trotz nur wenigen Quadratzentimetern Auflagefläche hat die Bereifung mehr Einfluss auf die Fahrperformance als jedes andere Bauteil. Hinzu kommt, dass die Hersteller mittlerweile nicht nur zig verschiedene Profilarten mit teils irrwitzigen Modellnamen anbieten. Auch gilt es, aus verschiedensten Karkassen-Versionen und Gummiausführungen auszuwählen. Hinzu kommen diverse Durchmesser und Reifenbreiten. Dazu nehmen noch persönliche Erfahrungen, individueller Fahrstil und natürlich der Einsatzzweck des Bikes Einfluss auf die Reifenwahl.
Die besten Reifen für verschiedene Einsatzbereiche
Die Reifenwahl kann einen erheblichen Einfluss auf die Fahreigenschaften eines Mountainbikes haben. Hier sind die besten Reifen für verschiedene Einsatzbereiche:
- E-MTB: Speziell angepasst für die höheren Anforderungen von E-Mountainbikes.
- Tour & Trail: Bieten einen guten Kompromiss zwischen Grip und Rollwiderstand.
- All-Mountain: Vielseitige Reifen, die sowohl für Anstiege als auch für Abfahrten geeignet sind.
Die besten E-MTB-Reifen 2024 im Test
E-MTBs sind nicht zu stoppen - ein Großteil aller verkauften Mountainbikes in Deutschland haben seit Jahren einen Motor fix installiert. Grund genug für die Reifenbäcker ihre Produkte auch speziell für E-MTBs anzupassen. Wir haben die besten Modelle im Test:
- Maxxis Assegai Double Down 3C Maxx Grip TR 29 x 2,5" WT: Der Assegai rollt sehr zäh, läuft dafür in Kehren und auf Wurzelpassagen wie auf Schienen. Lose erdige Böden schocken ihn ebenso wenig. Solider Pannenschutz. Testergebnis: sehr gut.
- Maxxis Minion DHR II DH Casing Dual TR 29 x 2,4" WT: Im Gelände trifft er die Anforderungen für den E-MTB-Einsatz ideal: Er greift beherzt in Kehren zu, bietet Traktion pur und zeigt erst spät Grenzen auf. Testergebnis: überragend.
- Michelin E-Wild Front Racing Line 29 x 2,6": Der auf Rennsport optimierte Michelin klebt wie Pattex auf den Steinen, Wurzeln oder Schotterpassagen. Die groben Stollen fressen sich in jeglichen Untergrund. Der Aufbau könnte noch stabiler sein, aggressive Moves lassen den vortriebsschwachen Pneu etwas walken. Testergebnis: sehr gut.
- Michelin E-Wild Rear Racing Line 29 x 2,6": Störrisch in der Montage, erfreut der E-Wild am Heck mit sattem Grip, der superweiche Gummi spielt auf Wurzeln und in Kurven seinen Vorteil aus. Das kostet im Gegenzug beim Rollwiderstand Punkte. Etwas instabiler in schnellen Kurven. Das Gewicht ist fair. Testergebnis: sehr gut.
- Pirelli Scorpion E-MTB S 29 x 2,6": Mit seinem klebrigen Gummi weiß der Scorpion S speziell auf gemischten Untergründen zu punkten:Der Kurvengrip ist sehr gut, auch im feuchten Terrain. Schwächer im Pannenschutz, was am Vorderrad aber kein so großes Problem darstellt. Sehr gutes Gewicht. Testergebnis: sehr gut.
- Pirelli Scorpion E-MTB R 29 x 2,6": Mit dem heckspezifischen Scorpion R stellt Pirelli den leichtesten E-Reifen im Test. Im Pannenschutz muss er Federn lassen, dafür setzt er beim Rollwiderstand ein Ausrufezeichen. Seriöser Halt in Kehren und im Trockenen. Die Traktion überzeugt ebenso. Testergebnis: sehr gut.
- Schwalbe Eddy Current Front Super Trail Soft 29 x 2,6": Schwalbes E-MTB-Pneu gibt an der Vorderachse ein Grip-Feuerwerk: Bremstraktion, Kurvenhalt? Alles top, auch Wurzeln oder losen Erdboden scheut „Eddy“ nicht. Der Pannenschutz geht für einen Vorderreifen okay. Starke Rolleigenschaften, sehr gutes Gewicht! Testergebnis: Überragend.
- Schwalbe Eddy Current Rear Super Gravity Soft 29 x 2,6": Schier unzerstörbar trotzt der ultraschwere Eddy-Hinterreifen den Prüfständen und erzielt beim Pannenschutz Bestwerte. Das Rollverhalten ist trotz des Gewichts okay. Grip und Traktion erreichen nicht das Niveau des Vorderreifens, sind dennoch sehr gut. Testergebnis: sehr gut.
- Vittoria E-Mazza Enduro Graphene 2.0 29 x 2,6": Vittoria empfiehlt, den E-Mazza an der Vorderachse zu montieren. Im Labor liefert er Topwerte beim Rollwiderstand, der Durchstichschutz ist ebenso klasse. In der Praxis zielt er mehr auf Tour denn Trail: Er rutscht früh, die Traktion im Gelände ist ausbaufähig. Testergebnis: sehr gut.
- Vittoria E-Martello Enduro Graphene 2.0 29 x 2,6": Als sehr schnell rollender Hinterradreifen ergänzt der E-Martello sein Brudermodell sehr gut. In der Praxis bietet er speziell auf technischen Uphills gute Traktionswerte,auf der Bremse blockiert er früher. Im groben Geläuf geizt er mit Grip, Schotter liegt ihm mehr. Testergebnis: sehr gut.
Die besten Tour- & Trail-Reifen für dein MTB 2024 im Test
Gehören noch lange nicht zum alten Eisen: Tour- und Trail-Reifen sollen Gripstark und dennoch effizient rollen. Welche Reifenhersteller das am besten gestrickt bekommen, lest ihr hier:
- Schwalbe Nobby Nic Super Ground Soft 29 x 2,4": Mit vorhersehbarem Handling und enorm viel Traktion/Grip unterstreicht der Nobby sein Alleskönnertalent. Sehr gute Pannenschutzwerte. Gewicht und Rollwiderstand sind relativ gering und bescheren ihm in Kombi mit dem Brudermodell den Testsieg. Testergebnis: sehr gut.
- Schwalbe Wicked Will Superground Speed Grip 29 x 2,4": Leicht, exzellente Rollwiderstandswerte und solide Pannenschutzeigenschaften bietet der Wicked Will. Dazu punktet er im Gelände: Er liefert viel Traktion, auf der Bremse blockiert er kaum. In Kurven bleibt er auf harten wie weichen Böden stets auf Kurs. Testergebnis: überragend.
- Continental Mountain King Protection TR 29 x 2,3": Contis extrem leichter, top rollender Mountain King ist seit Jahren im Portfolio. Das sehr offene Profil eignet sich mehr für Flowtrails, Traktion und Halt auf festem Erdboden sind okay. Weniger gut im Groben und beim Durchschlagschutz, aber recht resistent gegen Durchstiche. Testergebnis: gut.
- Continental Cross King Protection TR 29 x 2,3": Der superleichte Cross King sorgt für ein lebendiges Heck: Er rollt äußerst flott, grippt in Kehren stets berechenbar und sicher. Harte Untergründe liegen ihm aber mehr als losere. Zweitschlechtester Reifen im Durchschlagschutz, beim Durchstichtest noch knapp gut. Testergebnis: sehr gut.
- Goodyear Escape Ultimate TC 29 x 2,35": Den Escape empfiehlt der US-Gigant für vorne wie hinten, er punktet auf harten Böden und langen Touren. Der Rollwiderstand ist gering, beim Pannenschutz ist der relativ leichte Pneu Schlusslicht. Im Groben verliert er früher als die Konkurrenz Grip und Seitenhalt. Testergebnis: gut.
- Kenda Regolith Pro SCT TR 29 x 2,4": Kendas Regolith patzt im Labor beim Durchstichtest, Rollwiderstand und Durchschlag meistert er sehr gut. Im Gelände schmiegt er sich toll dem Boden an, verwöhnt dabei mit solider Traktion. Für noch mehr Kurvenhalt würden ihm größere Seitenstollen gut stehen. Testergebnis: sehr gut.
- Kenda Karma 2 Pro SCT TR 29 x 2.4: Dabei macht er einen seriösen Job, nur beim Bremsen könnte er berechenbarer sein. Kein Überflieger in Sachen Pannenschutz, dafür sehr leicht. Für schnelle Touren auch an der Front gut einsetzbar. Testergebnis: sehr gut.
- Maxxis Forekaster Exo 3C Maxx Terra TR 29 x 2,4" WT: Kurvengrip, Seitenhalt und Traktion glänzen in jeder Traillage, dazu rollt er noch im sehr guten Bereich. Sehr stark im Durchschlagschutz, solide Stichfestigkeit. Testergebnis: sehr gut.
- Maxxis Rekon Exo Dual TR 29 x 2,4" WT: Der Rekon bietet Maxxis-typisch hohe Traktion und tollen Seitenhalt, neigt in Kurven nur minimal zum Ausbrechen. Der Durchschlagschutz ist klasse, der Durchstichschutz im Mittelfeld. Im Labor rollte das harte Dual-Gummi schlechter als das weichere am Forekaster. Testergebnis: sehr gut.
- Specialized Purgatory Grid T9 2Bliss 29 x 2,4": Der wuchtige Purgatory an der Front beißt sich toll ins Erdreich, auch auf Wurzeln greift das weiche Gummi ideal. Dieses sowie das extreme Gewicht kosten in Sachen Vortrieb aber ganz schön viele Körner. Äußerst hoher Schutz vor Durchschlägen und -stichen. Testergebnis: gut.
- Specialized Ground Control Grid T7 2Bliss 29 x 2,35": Wie sein Kompagnon vorne, zählt der preiswerte Ground Control nicht zu den spritzigsten, dafür im Gelände zu den gripstärksten Pneus. Seitenhalt und Traktion, speziell auf der Bremse, sind exzellent! Oberes Mittelfeld bei Gewicht und Pannenschutz. Testergebnis: sehr gut.
- Vittoria Agarro Trail Graphene APF 29 x 2,6": Der extrabreite, sehr schwere Agarro zeigt sich kaum defektanfällig und rollt erstaunlich flott. Auf Touren ist er smooth unterwegs, etwas kritischer wird es bei extremen Fahrmanövern: Bei Schräglage in Seitenhalt und Kehren bricht er früher aus als andere. Testergebnis: sehr gut.
- Vittoria Syerra Downcountry 4C Graphene 2.0 TLR 29 x 2,4": Der asketische Pneu für den „Downcountry“-Einsatz punktet im Labor mit sehr guten Rollwiderstands- und Pannenschutzwerten. Auch in der Praxis rollt er munter. Reißt im Talschuss bei Schräglage früher weg und wirkt weniger stabil. Sonst souveräne Traktion. Testergebnis: sehr gut.
Die besten All-Mountain-Reifen 2022 im Test
All-Mountains gelten als die Alleskönner schlechthin. Durch die Reifenwahl können diese Allrounder-Eigenschaften aber erheblich beeinflusst werden. Setzt man beispielsweise auf einen gripstarken Reifen mit mehr Pannenschutz in Form einer dickeren Karkasse, wird aus einem All-Mountain schnell ein "Quasi-Enduro". Hier findest du jedoch eher leichte und recht gut rollende Reifen-Paare, um auch auf langen Touren Spaß zu haben.
Vorne wählten wir, wenn möglich, eine etwas weichere Gummimischung, um mehr Grip für die Front zu generieren. Fürs Heck schickten die Hersteller dann teilweise dickere Karkassen, da Durchschläge hier häufiger vorkommen. Die Reifenauswahl passierte in enger Absprache mit den Reifenherstellern oder deren Distributeuren. Bei der Auswahl handelt es sich nicht immer explizit um einen Vorder- oder Hinterreifen, sondern um Empfehlungen. Viele Reifen können sowohl vorne als auch hinten gefahren werden.
- Schwalbe Nobby Nic TLE Super Ground Addix Soft 29 x 2,4" (Testsieger 2022): Auch mit dünnerer Karkasse bietet er prima Pannenschutz und rollt sehr flott - perfekt für Tourenfahrer. Der Grip der Addix-Soft-Variante ist ebenfalls richtig klasse. Testergebnis: Überragend/ Testsieger.
- Schwalbe Nobby Nic TLE Super Trail Addix Speedgrip 29 x 2,4" (Testsieger 2022): Die Trail-Karkasse bietet mehr Schutz, ist dennoch nicht zu schwer. Die Speedgrip-Mischung ist spürbar gripschwächer. Tourer, für die Pannenschutz und Rollverhalten zählt, fahren diesen Nobby vorne und hinten. Testergebnis: Sehr gut/ Testsieger.
- Maxxis Minion DHF 3C Maxx Grip Exo TR 29 x 2,5" WT: ist ein Grip-Monster in jeder Trail-Lage.
Weitere Testkandidaten und ihre Eigenschaften
Neben den oben genannten Reifen gibt es noch viele weitere Modelle auf dem Markt, die sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen. Hier eine Übersicht:
- Continental Cross King Protection TR 29 x 2,3": Auf losen, tieferen Böden ist der Cross King eine Macht, auch sein Kurvengrip ist klasse.
- Continental Race King Protection TR 29 x 2,2": Selbst auf tiefem Untergrund rollt der leichte und schmale Race King schnell und mit viel Traktion.
- Goodyear Peak Ultimate Dynamic TC 29 x 2,35": On Trail schwächelt er trotz des gelungenen Profils: Die Traktion reißt früher ab.
- Goodyear Peak SL Race Dynamic TC 29 x 2,4": Der schnittige US-Reifen ist spürbar auf (trockene) Rennstrecken ausgelegt: Er ist recht leicht und rollt gut.
- Kenda Booster Pro SCT 29 x 2,4": Auf harten, trockenen Böden begeistert der Booster mit gutem, meist definierbarem Grip.
- Kenda Rush Pro SCT 29 x 2,35": Der relativ neue Rush ist ein typischer Semislick: Er bietet knackigen Vortrieb und ist eher leicht zu fahren.
- Maxxis Ikon Exo Maxx Speed 29 x 2,4" WT: Als Allrounder begeistert der Ikon seit Jahren, bei Nässe und Trockenheit haftet er solide und stets berechenbar.
- Maxxis Aspen Exo Maxx Speed 29 x 2,4" WT: Der breite, bauchige Aspen beißt trotz seines dünnen Profils gut zu, trockene Trails surft er zügig ab.
- Michelin Force XC2 Racing Line 29 x 2,25": Auf trockenem, losem Untergrund kann der relativ leichte Force mit weichem Gummi gut greifen.
- Michelin Jet XC2 Racing Line 29 x 2,35": Der breite Franzose zeigt in der Praxis ein enges Einsatzspektrum: Er verhält sich im Gelände tückischer.
- Pirelli Scorpion XC M ProWall Smartgrip Classic 29 x 2,4": Der schwere XC M hat grobe Schulterstollen, die in Kurven kräftig zupacken.
- Pirelli Scorpion XC RC ProWall Smartgrip Classic 29 x 2,4": Obwohl vergleichsweise „zahnlos“, generiert der RC viel Grip am Heck, das klebrige Gummi greift an Wurzeln beherzt zu.
- Schwalbe Racing Ray Super Race Speed 29 x 2,35": Als grip- und traktionsstarker Vorderradreifen hat sich der Ray einen Namen gemacht: Er sprintet zügig vorwärts und ist dabei noch passabel leicht.
- Schwalbe Rick XC Pro Speed 29 x 2,4": Der neue Topsportler von Schwalbe ist kein Leichtgewicht, überzeugt aber mit Seitenhalt in Kurven - und das nicht nur bei Trockenheit.
- Specialized Fast Trak Control T5 2Bliss 29 x 2,35": Auch wenn der Fast Trak im Matsch gut greift und Traktion erzeugt, im Trockenen ist er besser.
- Specialized Renegade Control T5 2Bliss 29 x 2,35": Der eher leichte und flexible Renegade überrascht mit einem subjektiv klebrigen Gummi, der hervorragend auf Wurzeln und Steinen greift.
So werden die Reifen getestet
Zunächst wurden in Absprache mit den Reifenspezialisten jeder Marke zwei geeignete XC-Reifen für unsere Testanforderungen festgelegt. Diese wurden von unseren Fahrern auf Seitenhalt, Grip, Traktion und Bremsverhalten auf einer großen Testrunde geprüft.
Parallel dazu testeten wir die Reifen im Labor der Ralf Bohle GmbH (Schwalbe). Hier haben die Reifenexperten unter unserer Aufsicht alle Reifen auf ihren Prüfständen malträtiert. Unter die Lupe genommen wurden der Rollwiderstand, der Pannenschutz (ein Fallbeil simuliert einen Durchstich) und der Durchstichschutz an Lauffläche und Seitenwand. Auch das Gewicht wurde gemessen.
Der Kompromiss: Pannenschutz, Gewicht, Grip und Rollwiderstand
Ein Mountainbike-Reifen ist ein einziger Kompromiss. Hoher Pannenschutz oder geringes Gewicht? Massig Grip und Traktion oder gute Haltbarkeit und leichter Rollwiderstand? All diese Eigenschaften lassen sich mit modernster Technik zwar optimieren - doch von dem einen Fahrradreifen, der alles perfekt kann, müssen wir Biker wohl ewig träumen. Also: Prioritäten setzen.
MTB-Reifen-Kombis für Enduro Bikes im Test
Bei Enduro-Reifen stehen Grip und Pannenschutz an erster Stelle. Wer lange Touren selbst erkurbelt, sollte aber zumindest am Hinterrad auf einen akzeptablen Rollwiderstand achten.
- Allround-Kombi:
- Continental Kryptotal Fr Trail/Re Trail
- Maxxis Assegai EXO+ / Minion DHR II EXO+
- Schwalbe Magic Mary Superground / Big Betty Supertrail
- Extrem-Kombi:
- Continental Kryptotal Fr/Re DH
- Maxxis Assegai DD / Minion DHR II DH
- Schwalbe Magic Mary / Big Betty SuperG
Vergleich: Allround- vs. Extrem-Kombis
Beim direkten Vergleich zwischen leicht und schwer fällt im normalen Fahrbetrieb am deutlichsten der Gewichtsunterschied auf. Knapp 300 Gramm mehr rotierende Masse pro Laufrad machen die Fahrt spürbar träger. Lenkbewegungen bei langsamer Fahrt oder spielerische Fahrmanöver, wie Sprungeinlagen, werden deutlich zäher.
Doch auch im Positiven tut sich etwas. Bei schneller Fahrt auf ruppigem Untergrund liegen die Bikes mit den dicken Pneus satter. Und auch der höhere Grip durch die weichen Gummis fällt im direkten Vergleich merklich auf. Und das selbst bei identischem Luftdruck. Lässt man etwas Luft aus den Reifen, was die dickeren Karkassen locker zulassen und zum Teil sogar erfordern, steigen Grip und Traktion noch weiter.
Alle Karkassen von Continental, Maxxis, Schwalbe im Überblick
Die Unterschiede zwischen den Marken und somit auch zwischen den Profilen fallen im Labor deutlich geringer aus. Aber was sagt der Praxistest? Sind die Unterschiede auch beim Fahren spürbar?
Continental Kryptotal Re
Die noch junge Gravity-Palette von Continental ist in ihrer Modellvielfalt übersichtlich. Drei Karkassen und drei Gummimischungen stehen vom Kryptotal zur Auswahl.
- Kryptotal Re Trail Endurance: 1018 g / 313 mm / 18 W
- Kryptotal Re Enduro Soft: 1181 g / 425 mm /33,9 W
- Kryptotal Re DH Soft: 1386 g / 638 mm / 35,6 W
Maxxis Minion DHR II
Fünf Reifenkonstruktionen, drei Gummimischungen, zahllose Möglichkeiten zu kombinieren: die Qual der Wahl beim Maxxis Minion MTB-Reifem.
- Minion DHR II EXO MaxxTerra: 1033 g / 325 mm / 29,3 W
- Minion DHR II EXO+ MaxxTerra: 1079 g / 363 mm / 28,9 W
- Minion DHR II DD MaxxTerra: 1212 g / 413 mm / 32 W
- Minion DHR II DH MaxxGrip: 1335 g / 613 mm / 49,9 W
- Minion DHR II DH Draht Dual: 1380 g / 613 mm / 35,5 W
Schwalbe Magic Mary
Bei Schwalbe mussten wir für den Vergleich zum Vorderreifen greifen, denn den Magic Mary gibt es in allen vier relevanten Karkassen, während der Big Betty erst ab Supertrail verfügbar ist.
Auch wenn ein Reifen speziell für das Vorder- oder Hinterrad designt wurde, kann er auch am jeweils anderen Laufrad zum Einsatz kommen. Ein Minion DHR II (Downhill Rear II) funktioniert auch am Vorderrad sehr gut und bietet eine etwas schmalere Alternative zum voluminösen Minion DHF.
Die richtige Reifenbreite
Wie breit ist zu breit und wie schmal ist zu schmal? Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Zudem kann das erhöhte Volumen den Pannenschutz und den Komfort erhöhen.
Mit Reifen, die breiter als 2,6” sind, haben sportlich-aggressive Fahrer in Kurven aber oft mit negativen Effekten zu kämpfen: Das Fahrverhalten wird schwammig und unpräzise, wodurch sich enge Linien oft nicht mehr halten lassen. In Anliegern knicken die breiten Reifen schneller und heftiger weg.
Das Gewicht der Reifen
Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Das kommt zwar einer gefüllten großen Trinkblase gleich, dennoch wirkt sich das Gewicht des Reifens deutlich spürbarer auf die Fahrperformance aus.
Zum einen sind die Reifen Teil der rotierenden Masse, die ihr bei jedem Antritt und bei jeder Bremsung beschleunigen und abbremsen müsst. Zum anderen fungieren die Reifen - noch vor eurer Gabel - als Federelement und reagieren auf Schläge, wodurch sie massiven Einfluss auf euer Fahrwerk haben.
Schweree Reifen können das Fahrverhalten aber auch positiv beeinflussen: Geht es heftiger zur Sache, helfen euch schwere Reifen, die Linie im Steinfeld oder über den Wurzelteppich zu halten, was eure Fahrt stabilisiert. Leichte seitliche Schläge versetzen sie deutlich weniger. Robuste und stabile Reifen sind schwer - bringen aber klare Vorteile in der Abfahrt.
Tubeless-Reifen
Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Auch wenn die Montage etwas mühsam sein kann (nicht muss!), sind fast alle modernen MTB-Reifen sowie -Felgen für den Tubeless-Einsatz vorgesehen.
Tabelle: Ausgewählte Reifendaten im Vergleich
| Reifenmodell | Gewicht (g) | Breite (mm) | Rollwiderstand (W) | Pannenschutz |
|---|---|---|---|---|
| Continental Kryptotal Re Trail Endurance | 1018 | 313 | 18 | Mittel |
| Maxxis Minion DHR II EXO MaxxTerra | 1033 | 325 | 29.3 | Mittel |
| Schwalbe Magic Mary Superground Soft | Variiert | Variiert | Variiert | Niedrig |
Continental: Kryptotal Re Trail Endurance, Kryptotal Re Enduro Soft, Kryptotal Re DH Soft
Maxxis: Minion DHR II EXO MaxxTerra, Minion DHR II EXO+ MaxxTerra, Minion DHR II DD MaxxTerra, Minion DHR II DH MaxxGrip, Minion DHR II DH Draht Dual
Schwalbe Magic Mary Superground Soft, Magic Mary Supertrail Soft, Magic Mary Supergravity Ultrasoft, Magic Mary Superdownhill Ultrasoft
Pannenschutz bei Fahrradreifen
Im Schnitt bieten die schweren Kombis 60,4 Prozent mehr Durchschlagschutz als ihre leichten Pendants. Das erreichen die Pneus über stabilere Karkassen, also mehrere Gewebelagen übereinander, und stichfeste Schutzschichten oder Gummieinlagen. Mehr Material, mehr Pannenschutz. Dadurch steigt aber auch das Gewicht im Schnitt um 23 Prozent. Auf guten Durchschlagschutz sollte man besonders am Hinterrad achten, denn das Heck trifft meist mit weniger Bedacht, dafür mit mehr Schwung auf grobe Hindernisse. Auch lastet der Großteil des Fahrergewichts meist über dem Hinterrad.
Grip und Traktion
Neben dem Profil hat vor allem die Gummimischung Anteil am Kurvenhalt und der Traktion der Reifen. Insbesondere auf harten Untergründen oder bei Nässe. Ein weicher Gummi passt sich dem Boden deutlich besser an und verzahnt sich förmlich mit Hindernissen. Besonders am Vorderrad erhöht das die Fahrsicherheit spürbar. Mit dicker Karkasse sind zudem niedrigere Luftdrücke möglich, das steigert den Grip zusätzlich.
Rollwiderstand
Die extrem pannensicheren und griffigen Reifen-Kombis rollen im Schnitt um 69 Prozent zäher als die Allrounder. Den größten Anteil daran hat die weichere Gummimischung zu verantworten. Die weichen Stollen kleben förmlich am Boden. Wer auf effizientes Rollen Wert legt und oft weitere Strecken auf Asphalt oder harten Untergründen abstrampelt, sollte zumindest am Hinterrad auf einen härteren Gummi setzen. Denn hier lasten rund 75 Prozent des Gewichts. Der Rollwiderstand des Vorderreifens kostet also deutlich weniger Energie. Auch eine steifere Karkasse erhöht den Rollwiderstand, da zusätzliche Walkarbeit anfällt. Dieser Einfluss fällt bei unseren Testreifen allerdings geringer als der des Gummis aus.
Verschleiß
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